ZUM GELEIT

Diese Schrift gibt kein abgerundetes Wissen über Leipzig. Aber sie teill in einem bunten Querschnitt die Stadt zu Worte und mehr noch zu Bilde kommen lassen in ihrer unaufdringlichen und sanften Schönheit und in den Äußerungen eines zähen Lebenswillens, der, in der grausigen Hitlerzeit fast zu Boden geschlagen, nun wieder tatenfroh nach vorn drängt. Leipzig, wie es schafft und produziert, wie es aus zerbeulten und zerschlagenen Häusern wieder wohnliche Stätten herrichtet, wie es Entspannung findet bei kulturellen Veranstaltungen, bei Sport und Spiel, wie es seine Idylle bewahrt hat, wie es den Kopf voller Planungen trägt für eine hellere Zukunft: davon soll diese Schrift anschauliches Zeugnis ablegen.

Noch ist es nicht an der Zeit, grelle Reklame zu treiben. Aber es ist auch nicht zu früh dazu, im Spiegel des Bild- und Wortberichts eine Zwischenbilanz zu ziehen. Leipzig hat die vergangenen drei Jahre nicht nutzlos verstreichen lassen. Die alte Messestadt hat den Blick nach vorn gerichtet, und das Leben ist hier nicht ohne Sinn und Hoffnung.

Read More Leipzig heute und morgen

Stadtansichten

Abbildungen

aus einem Buch von 1853

Nordküste bei Samarang.

Die Ansicht stellt eine bebaute Gegend vor. Man befindet sich auf den Hügeln hinter dem Residcntenhause zu Bódjong, die allmählig nach dem Fusse des Gunung-Ungaran emporsteigen, und blickt über einen kleinen Thalgrund mit Terrassenförmigen Sawah’s hinweg auf die jenseitigen Hügel, die mit dem Gebüsch von Dorfwäldern (Fruchtbäumen) bedeckt sind. Das üppige Laubgewölbe dieser Bäume, aus denen hier die dunkle Gestalt einer Arengpalme hervorblickt und über welches dort der Wipfel einer Kokospalme hinausragt, fesselt den Blick besonders durch die grosse Mannigfaltigkeit von Grün, wodurch sich die verschiedenen Abtheilungen der Laubdecke — Baumkronen – auszeichnen; es verräth aber nirgends eine Spur von der Anwesenheit der zahlreichen Hütten, die es beschattet. Nur ein neuangelegtes, noch nicht von Bäumen beschattetes Dorf macht sich unten im Thale bemerkbar. Einige Reisfelder sind erst kürzlich überschwemmt worden, bilden Wasserspiegel, auf andern hat man die Reispflanzen bereits gesteckt und diese sind grün bctüpfelt, andere sind schon ganz mit einem grünen Teppich überzogen. Der Abhang der Hügel ist mit trocknen Feldern bedeckt, zwischen denen sich niedrige Zäune, grüne Hecken hinzichen. Hier und da fällt das blendende Weiss eines chinesischen Grabes ins Auge. Jenseits der Hügel in Osten ruht der Blick auf der weiten Alluvialebne, die links in den flachen Strand der See übergeht und nach vom zu sich in eine unbegränzte Ferne verliert. Sie ist mit sehr ausgedehnten Reisfeldern bedeckt, in denen hier und da ein Dorfwäldchen zerstreut liegt. Die nähern Theile der Fläche aber sind mit Kokospalmen so üppig bepflanzt, dass sie einem Walde gleichen, einem Palmenwalde, aus dem einzelne Landhäuser, die der Umgebung der Stadt Samarang angehören, hervorschimmern. Areng- und Pinangpalmcn, nebst Pisang erheben sich auf dem Vordergründe, auf den sanft gerundeten grasigen Hügeln, wo der java’sche Büffel auf die Weide getrieben wird. Man vergleiche hiermit die Tafel Gunung-Sumbing, welche eine andere bebaute Landschaft vorstellt, die im Innern der Insel liegt.

Read More Elf Landschaftsansichten von Java

Landschaftsansichten von Java

I. Abschnitt, II. Abschnitt, III. Abschnitt, IV. Abschnitt, V. Abschnitt, VI. Abschnitt, VII. Abschnitt, VIII. Abschnitt, IX. Abschnitt, X. Abschnitt.

Seit der Begründung des neuen Deutschen Reiches hat kein politisches Ereignis innerhalb und ausserhalb der Grenzen unseres Vaterlandes solches Aufsehen erregt als die Erwerbung deutscher Kolonien. Was die einen lange wünschten und erstrebten, die andern zaudernd und vorsichtig erwogen und die dritten entschieden bekämpften, das war durch die Besitznahme Angra Pequenas endlich zur Thatsache geworden, und rasch folgten dem eisten kühnen Schritte die Flaggenhissungen in Togo und Kamerun, in Deutsch-Ostafrika und in der Südsee. Es war auch höchste Zeit, dass Deutschland Zugriff. Denn allerwärts waren die Kolonialmächte thätig, die Welt unter sich zu verteilen; und es gab nicht mehr viele Gebiete, die sogenanntes No Man’s Land oder herrenloses Land zur Besitzergreifung darboten.

Schon oft ist die Frage aufgeworfen worden, warum gerade die Deutschen, die seit alters als tüchtige Kolonisten bekannt sind, erst so spät dem Beispiel ihrer europäischen Nachbarn folgten und in die Reihe der Kolonialstaatcn eintraten. Die Antwort auf diese Frage giebt die politische Vergangenheit unseres zersplitterten und ohnmächtigen Vaterlandes, die eine selbständige überseeische Politik unmöglich machte und uns in auswärtigen Angelegenheiten zu einem willenlosen Spielball der europäischen Seemächte herabwürdigte. Ein 1848 erschienenes Spottgedicht, das in nicht misszuverstehender Weise das Ansehen geisselt, das Deutschland damals genoss, lautet folgendermassen:

Read More Deutschlands Kolonien-Einleitung

Deutschlands Kolonien