KENNZEICHEN DER ART. Schnabel blaßgelb; der Leib schwärzlich mit purpurrothem und grünem Schiller und weißen Federspilzen.

BESCHREIBUNG. Schnabel am Grunde fünfeckig, gegen die stumpfe Spitze flach und abgerundet, am Grunde graulich, übrigens blaßgelb; Oberkinnlade sanft gebogen, auf beiden Seiten bis an die Nasenlöcher befiedert; Augenstern braun; Scheitel schwärzlich, mit grünem Schiller und wenigen weißen Federspitzen; Gesicht, Kehle und Brust schwärzlich und stark grün und rothschillernd; Oberhals und Rücken mit eben dem Schiller und weißen Federspitzen; Schwanz schwärzlich, grau bestäubt, fein weiß gerandet und mit einer ausgeschweiften Spitze, Schwung-und Dekfedem schwarz-braun; roströthlichweiß gerandet, unten mit einem grauen schimmernden Flek; Bauch schwarz, braun und grünschillernd; in der Mitte und zwischen den Beinen kleinweiß – am Steiße rostfarbig geffekt; Füße ockergelb, Nägel vorne braun.

Die Flügel bedecken drei Viertheile des Schwanzes. Lange 8 ½ Zoll; Breite 1. Fuß 2 ¾ Zoll.

Das Weibchen hat auf dem Bauche mehr und größere weiße und rostfarbige dreieckige Flecken, auch an den obern großen Flügeldekfedern breitere Ränder.

AUFENTHALT. Er ist in der ganzen alten Welt zu Hause. Er ist ein Zugvogel, der im März, zuweilen auch schon bei warmer Witterung im Februar in Deutschland ankommt und im Oktober in großen Scharen wieder wegzieht. Sie bewohnen gerne niedrige Gegenden, wo Laubholz, Wiesen, Teiche, Bäche, Flüsse und Aecker mit einander abweehseln.

EIGENSCHAFTEN. Durch seine Gelehrigkeit und Lustigkeit hat er sich ein Recht zu den menschlichen Wohnungen erworben. Sein Gang ist bedächtlich und schreitend. Alles wird von ihm besichtigt und untersucht ; sieht er eine Ritze, so stekt er den Schnabel hinein, öfnet ihn weit, als wenn er sie wie mit einem Zirkel ausmessen wollte. Er lernt die Personen, welche um ihn sind, bald kennen, merkt auf ihre Mienen und richtet sich darnach. Er wird außerordentlich zahm und dreiste, hüpft z. B. auf den Tisch, hebt mit dem Schnabel den Deckel des Milchlopfes auf und läßt sich die Milch wohl schmecken. Ohne daß man ihm die Zunge löset, lernt er leicht Worte uachsprechen, vergißt sie aber auch bald wieder uud verwechselt sie mit dem, was er neu gelernt hat. Sein Gesang hat nichts Empfehlendes, und ist aus allerhand besondern Tönen zusammengesezt. Angenehmer singt er künstlich gelernte Melodien, denen er aber gewöhnlich sein natürliches Lied anhängt. Sizt eine Haufe Staaren auf einem Baum und singt, so entsteht ein solches unordentliches, unaufhörliches Gcschwäz , daß man nicht Weiß, ob man mehr über den Gesang oder über die einfältige Emsigkeit , die er dabei bezeigt, lachen soll. Das Weibchen singt dann fast eben so gut mit als das Männchen. Sie haben einen schwimmenden und schnellen, jedoch gewöhnlich niedrigen Flug. Es sind übrigens reinliche Vögel und baden uud putzen sich gern. Im Zimmer werden sie etwa zehn bis zwölf Iahre alt.

Ihre NAHRUNG besteht in Heuschrecken, Raupen, Maulwurfsgrillen, Grillen, Larven ; im Frühiahr, wenn sie noch wenige andere Insekten finden, besonders Vielfüße (Iulus ), Regenwürmer, Schnecken, Bremsen und Fliegen, die sie öfters auf dem Rücken des Viehes ablesen. Außerdem nähren sie sich auch von Kirschen , Weintrauben , Buchweizen, Hanf, Hirsen und andern Sämereien. Gezähmt fressen sie fast alles, was man ihnen vorwirft.

FORTPFLANZUNG. Ihr unkünstliches Nest machen sie in hole Eichen, Buchen und Zitterpappeln, hölzerne oder thönernen Kästen, die man ihnen auf Bäume hängt, auf Thürme, uud Felsen , sogar in Taubenschläge der Walddörfer, zuweilen auch in verlassene Eichhörnchen-und Drosselnester. Das Weibchen legt jährlich einmal, und nach Beschaffenheit der Witterung, auch zweimal, sechs bis sieben blaßgrüne Eier, welche in vierzehn Tagen ausgebrütet werden. Die Jungen, von welchen hier eins abgebildet ist, sehen in der Farbe den Alten sehr unähnlich. Die Farbe des ganzen Körpers ist schwärzlich; die Flügelfedern haben an der schmalen Fahne einen schwachen Schiller und sind wie die Schwanzfedern an der schmalen Fahne rostfarbig gerandet, die Augengegend, Kinn und Kehle weißlich; der Unterleib und Oberhals mit schwarz-braunen Längsflecken, Schnabel am Grunde sehwärzlich , gegen die Spitze weißlich, inwendig röthlich; Füße dunkel fleischroth.

NUTZEN. Das Fleisch der jungen Staaren wird gegessen. Die Alten schmecken bitter. Er nüzt ferner noch durch seine Nahrung, indem er viele schädliche Insekten verzehrt. Als Stubenvogel macht er durch sein Betragen dem Besitzer viel Vergnügen.. Sein SCHADEN, den er zum Theil durch seine Nahrung, anrichtet, ist nicht sehr beträchtlich.

FEINDE haben sie an der Rohrweihe, dem Wiesel, dem Steinmarder und der Ratte, welche drei leztere ihre Brut überfallen.

JAGD UND FANG. Sie können, da sie nicht scheu sind, leicht mit der Flinte erlegt werden. Man fängt sie in Kasten, worein sie brüten, und mit Netzen bei Tage und Nacht
VERSCHIEDENHEITEN.

1. Sturnus vulgaris melanocephalus.  Weiß mit schwarzem Kopfe.
2.. Sturnus vulgaris albus.
3. Sturnus vulgaris leucomelas.
4. Sturnus vulgaris leucocephalus.
5. Slurnus vulgaris einereus.

Siehe auch:
Der Uhu
Der Dorndreher
Die Elster
Der Kernbeisser
Der Gimpel
Die Kohlmeise
Der Turmfalke
Der Grünspecht
Die Dohle
Der Stockfalke
Der Pirol
Das Rotschwänzchen
Die weisse Bachstelze
Die Lachtaube

Naturgeschichte der Vögel Deutschlands

KENNZEICHEN DER ART. Kopf mit einem zweitheiligen Federbusch ; Hals mit einem langfederigen gleich abgestuzten Kragen.

BESCHREIBUNG. Schnabel zusammengedrückt; Oberkinnlade an der Wurzel dreiekig zugerundet, oben schwarzbraun, an den Seiten und an der Unterkinnlade dunkel kochenillcroth, an der Spitze heller; Augenstern karminroth ; Scheitel bräunlichschwarz, hinten mit zwei auseinander stehenden, fast 1 ½ Zoll langen bräunlichschwarzen am Grunde roströthlichen Federbüscheln; über und um die Augen roströthlichweiß; toh der Schnäbelnurzel an bis zu den Augen, und ein längliches. Flckchen hinter demselben schwärzlich und kahl ; Rinn und die ganze übrige Seite des Kopfes hell rostfarbig, gegen den Halskragen dunkel rosfroth ; am Ende des Kopfes ein rings um den Hals hängender dicker, fast 11 Zoll langer; braunschwarzer, glänzender, gleich abgestuzter Kragen; Vorderhals und Unterleib glänzend silberweiß; Oberhals schwarzbraun, an den Seiten hellrostfarbig; Rücken schwarzbraun mit einigen roströthlichen Randflecken; vordere und hintere Ruderfedern schwärzlich, die mittlern weiß; Seiten der Brust rosfroth, Schwanz braun-schwarz, einen ZolI lang; Füße außen schwärzlich, grünlich überlaufen, innen gelblich, hin und wieder schwärzlich ; Nägel flach. Die Flügelspitzen gehen bis an die Schwanzwurzel. Lange 1. Fuß 10 ½ Zoll; Breite 2 Fuß 7 ¾  Zoll. Die Abbildung ist um den dritten Theil verkleinert.

Das Weibchen unterscheidet sich von den Männchen dadurch, daß es einen kurzem Federbusch und kurzem und dünnern, auf der Kehle getheilten, auf dem Oberhalse sich verlierenden Halskragen hat.

AUFENTHALT. Er lebt allenthalben in Europa und im nördlichen Asien, in Seen und schilfreichen Gewässern. Er verläßt uns im Winter, und kommt im Frühjahr zu Anfang des Aprils wieder zurük, weswegen man ihn unter die deutschen Zugvögel rechnen muß.

EIGENSCHAFTEN. Er taucht sehr schnell unter, bleibt aber doch nicht so länge unter dem Wasser als andere Taucher. Seine Schüchternheit ist so groß, daß er, sobald er einen Menschen gewahr wird, sich schon in einer weiten Entfernung verbirgt. Er läßt öfters, besonders wenn er Gefahr merkt, ein helles Geschrei von sich hören. Für die Sicherheit seiner Jungen trägt er sehr viel Sorge. Entsteht ein Sturm, so nimmt sie das Weibchen auf den Rücken, und schwimmt mit ihnen an einen sichern Ort. In einer Entfernung von hundert und fünfzig Schritten geht das Weibchen, wenn es einen Menschen in einem Kahn bemerkt, von den Eiern, bedekt sie mit Wasserpflanzen, schwimmt hinweg und begibt sich nicht eher wieder dahin, als bis die Gefahr vorbei ist. Sollte es die Gefahr nicht etwa selbst zeitig genug gewahr werden; so erbebt es ein lautes ängstliches Geschrei und benachrichtiget das in der Nähe des Nestes befindliche Männchen, davon. Mit den Rabenkrähen führt die Mutter öfters blutige Kriege, wenn ihr jene die Eier wegnehmen wollen. Sie hüpft vom Neste in die Höhe, beißt und stößt nach ihrem Feinde so lange sie Kräfte hat. Gleichwohl muß sie mehrentheils nachgeben und sich ein Ei nehmen lassen; und ist einmal das erste weg, so verliert sie die übrigen auch.

Seine NAHRUNG besteht in Wasserinsekten, kleinen Fischen, z. B. Perca fluviatilis, und Wasserkräutern. In seinem Magen triftman auch öfters eine Menge Federn an, welche von seiner eignen Art herrühren.

Read More Der grosse Haubentaucher

Naturgeschichte der Vögel Deutschlands

KENNZEICHEN DER ART. Oberleib dunkelröthlich, Unterleib weißröthlich; auf dem Oberhalse ein schwarzer halbmondförmiger Ring.

BESCHREIBUNG. Schnabel an der Spitze schwärzlich, an der Wurzel dunkelröthlich; Augenstern karminroth; Kopf, Hals und Unterleib weißröthlich; auf dem Oberhalse ein schwarzer halbmondförmiger Ring; Oberrücken und Flügeldekfedern dunkelröthlich; Unterrücken röthlichgrau; Ruderfedern graulichbraun mit weißlichen Rändern ; Schwanz röthlichgrau, die Spitzen weiß; Füße karminroth; Nägel röthlichweiß. Die Flügelspitzen reichen etwas über die Hälfte des Schwanzes. Länge 1. Fuß; Breite 1.Fuß 8. Zoll. Das Weibchen ist etwas grauer.

AUFENTHALT. Das eigentliche Vaterland dieser Taube ist Indien und China. Von da aus ist sie in ganz Europa verbreitet worden. In Deutschland findet man sie und nur als Stubenvogel.

EIGENSCHAFTEN. Sie zeichnet sich vorzüglich durch ihre Sanftheit, Reinlichkeit und Verträglichkeit aus. Gegen sein Weibchen ist das Männchen sehr zärtlich, gesellet sich gern, besonders des Nachts, zu demselben, und giebt ihm seine Liebe sowohl durch Kopfnicken und Sprünge, als auch durch einige Töne, welche mit einem Gelächter Aehnlichkeit haben, zu erkennen. Außer diesem Gelächter läßt es noch eine heulende, aber doch nicht unangenehme Stimme hören, die sich etwa durch die Silben: tukuruknh, ausdrücken ließe. Wir bemerkten bei einem Männchen, daß es diese Stimme so wohl bei Tag als Nacht beim Glockenschlag hören ließ. Sie liebt die Wärme sehr und hält sich daher gerne unter dem Ofen auf. Man kann sie auch wie andere zahme Tauben zum Ausfliegen gewöhnen; nur müßen sie alsdann warm gehalten und vor Raubvögeln gesichert werden.

Read More Die Lachtaube

Naturgeschichte der Vögel Deutschlands


KENNZEICHEN DER ART. Rücken aschgrau; Stirn, Wangen, Seiten des Halses und Bauch weiß ; Kinn, Kehle und Vorderbrust schwarz ; die beiden äußsern Federn weiß, am Grunde und am Rande der breiten Fahne schwarzbraun.

BESCHREIBUNG. Schnabel sehwarz, Nasenlöcher länglich und offen; am Grunde des Oberkiefers schwarze Borsten; Augenstern dunkelbraun; Scheitel schwarz; Stirn, Wangen, Schläfe, Ohren und Seiten des Halses rein weiß; Nacken, Rücken, kleine Dekfedern der Flügel und Brustseiten bläulich aschgrau; Ruderfedern dunkelbraun, die hintern stark weiß gerandet, eben so die größern Dekfedern; Sehwanz schwarz; die zwei äußern Federn weiß, am Grunde mit einem keilförmigen schwarzbraunen Flek; die beiden mittlern etwas länger und spitziger als die andern; Kinn , Kehle und der Vordertheil der Brust schwarz; der übrige Unterleib weiß; Füße schwarz ins Röthliche spielend. Die Flügel erreichen ein Drittheil des Schwanzes. Länge 7. Zoll; Breite 11. Zoll. Das Weibchen ist nur wenig vom Männchen verschieden. Die Farbe an Stirn und Wangenist nicht reinweiß, auch ist die sehwarze Kopfplatte kleiner.

AUFENTHALT. Die Bachstelze bewohnt Afrika, Asien und Europa, und ist überall bekannt; am häufigsten in gemäßigten Erdstrichen, an Quellen, Bächen, Flüssen und Teichen, auf Wiesen und Viehtriften, in Städten und Dörfern. Man rechnet sie gewöhnlich zu den deutschen Zugvögeln, die uns zu Ende des Septembers oder zu Anfang des Oktobers in Schaaren bei mondhellen Nächten verlassen und schon in den lezten Tagen des Februars oder zu Anfang des März bei einigen auf einander folgenden warmen Frühlingstagen weder zurückehren: allein man hat auch Beispiele, daß sie in manchen Gegenden von Deutschland überwintern. Wir bemerkten selbst vor einigen Jahren im strengsten Winter mehrere derselben in der Luft und erkannten sie theils an ihrem Fluge, theils an ihrem Gesehrei.

Read More Die weisse Bachstelze

Naturgeschichte der Vögel Deutschlands