Afrikanische Pfahlbauten

Während in der Trockenzeit in den Ebenen selbst grössere Flüsse träge dahinschleichen oder zwischen steilen hohen Ufern, Sandbänken, Felsbarren und Riffen vollkommen trocken liegen, ändert sich das Bild während und nach der Regenzeit erheblich. Gewaltige Wassermassen sind vom Himmel herniedergestürzt. Rinnsal, Bach und Fluss nehmen das erquickende Nass auf und schwellen zu reissenden Wasserläufen an. Bald sind die Flüsse mit einer lehmig braunen Wassermasse, welche pfeilschnell dahmschiesst, bis zum Rande angefüllt. Nicht lange, dann sind die Ufer überschwemmt und kaum noch an der vom Wasser umspülten Baumeinfassung kenntlich. Immer weiter dehnen sich die Wassermassen aus. Hügel und Geländewellen werden zu Inseln.

Baumgruppen, Strauchparzelhn und Grasbestände ragen über der Wasserfläche hervor. Die Ansiedlungen der Eingeborenen erwecken den Eindruck von Pfahlbauten. Ein kräftiges Stangengerüst wird tief in die Erde eingegraben. Darauf wird ein Rost aus Stangen errichtet. Auf diesem erhebt sich dann die eigentliche Hütte aus Stangen mit lehmverschmierten Wänden und Grasdach. Gegen Windschaden ist das Dach durch Auflage schwerer Stangen oder Befestigung von Bambus geschützt. Die Eingangsöffnung verschliesst eine Tür aus Rohr.

Den Aufgang zu einer solchen „Etagenwohnung“ vermittelt ein kräftiger Holzstamm mit Einkerbungen als Griffpunkte für die Kletterzehen oder Leitern aus Stangen, Bambus oder Borassus. Der untere Teil der Hütte, „das Parterre“, ist vielfach durch Flechtwerk abgeschlossen oder auch durch solches mit Lehmbewurf. Dasselbe dient dann als Stall oder Vorratsraum. Auch Vorratshäuser, welche nicht Wohnzwecken dienen, werden im Überschwemmungsgebiet in der angegebenen Weise auf Pfählen errichtet.

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    14. Oktober 2016

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