Anfänge Roms

Eine Weltgeschichte in einem Bande.

Rom war damals noch eine wenig bedeutende Stadt. Weder Herodot noch Thukydides tun ihrer auch nur Erwähnung. Doch war der Übergang aus der etruskischen in eine arische, nämlich lateinische Siedlung schon vollzogen. Auch hatte sich ein kleiner Bund der Latiner oder Lateiner gebildet, der die meisten Orte von Latium einbezog. Die Verfassung Roms trug den vielspältigen Elementen, aus denen der Staat hervorgegangen, Rechnung. Die Dreiheit der anfänglich herrschenden Familien, der Ramnes, Tities und Luceres geht auf drei verschiedene, einander stammfremde Siedlerschichten zurück. Die Remne waren etruskischen, die Tities wahrscheinlich illyrischen Geblütes, während die Luceres vielleicht mit den Ligurern zu verknüpfen sind; wenigstens hat man aus der Bestattungsart der frühesten Gräber auf eine ursprüngliche ligurische Bevölkerung geschlossen. Nicht minder waren die Könige, sofern und inwieweit sie überhaupt auf geschichtlichen Charakter Anspruch machen können, nicht arischer Herkunft. Erst im Laufe des fünften Jahrhunderts gewann das indogermanische Element die Oberhand. Alle diese Verhältnisse sind noch sehr dunkel. Die ganze altrömische Überlieferung ist ein einziger Trümmerhaufen. Nicht einmal das steht fest, ob die Indogermanen mehr bei den Patriziern oder mehr bei den Plebejern vertreten waren.

Text aus dem Buch: Männer, Völker und Zeiten, eine Weltgeschichte in einem Bande, Verfasser: Wirth, Albrecht.

Siehe auch:
Männer, Völker und Zeiten – Anfänge
Der alte Orient und Griechenland
Arier und Chinesen
Juden und Phönizier
Feudalherrschaften in China, Indien, Vorderasien und Hellas
Homer
Assyrer und Perser
Religionsstifter und Philosophen
Perserkriege
Peloponnesischer Krieg