Anzapfen eines Kautschuk Baumes

Unser Titelbild zeigt uns, wie in Ostafrika der Kautschuk durch Abzapfen des Milchsaftes von „Manihot Glaziovii“, der Stammpflanze des nach der gleichnamigen brasilianischen Provinz benannten Ceara-Kautschuks gewonnen wird. Dieser Kautschukbaum wird in neuerer Zeit in der Kolonie fleissig angebaut. Man befreit eine Flächenstrecke der Rinde von anhaftenden Unreinigkeiten und bestreicht sie mit einer verdünnten Säure; Zitronen-, Karbol- oder Essigsäure oder auch mit Meerwasser.  Dann werden, wie dies der Neger auf unserem Bilde tut, schnell mit der Messerspitze eine grosse Anzahl von Stichen in die Rinde gemacht. Tropfenweise perlt der Saft heraus und gerinnt schnell auf der bestrichenen Fläche unter dem Einfluss der Säure oder des Salzes zu kleinen unregelmässigen Bändern. Nun wickelt man diese auf, kleine runde Bälle formend, die zum Trocknen, und um ihre Qualität zu zeigen, aufgeschnitten werden.