Arbeit des Todes

Was kaum das Lebenslicht erblickt,
Wird schon von rauher Hand geknickt.

Ein guter Bissen ! da heißt´s Gewalt,
Ein junger Leib wird lang nit kalt.

Nur wenig Müh´, da geht´s so willig;
Ein Fuß im Grab´- Die krieg ich billig.

Hast viel gewonnen zu jeder Frist,
Für mich kein Kraut gewachsen ist.

Du ficht´st für Freiheit, fällst für Recht!
Die bring nur Ich – Dir arm Geschlecht.

Und Führer bin ich auf der Bahn,
Will Leidenschaft zu hoch hinan.

Wenn´s donnert, wenn es blitzt und kracht,
Dann halt ich hinter Bäumen Wacht.

Und Flunker, Glanz und eitel Waar´
Biet ich, und streck Sie auf die Bahr´.

Was dampft und braust, was schnaubt heran?
Im schnellsten Flug´führ ich Sie an.

Und Nacht´s, wenn jedes Lichtlein aus,
Dann steig´ich aus der Gluth heraus.

Erlöß´mich Tod, o Gott – wie hart!
hier bin ich schon – ein´Stund´noch wart!

Der freut sich hoch und lacht beim Schmaus
Da kliert das Glas – sein´Zeit ist aus.

In dunkler Nacht, dem feigen Wicht,
Leucht´ich voran mit bleichem Licht.

Der Wind ist gut, das Schiff bereit,
Bei tiefer Fahrt geb´ich´s Geleit!

Unmerklich, ´s scheint Genuß zu sein,
Schleich´in des Knaben Brust ich rein.

Und traut ihr sorglos meinem Stab,
So wird der Abgrund euer Grab.

Dir ist so bang da drin, und schwül,
komm´´raus mein Lieb´, bei mir ist´s kühl.

Auch macht nach Gold die Habgier krank,
Die Luft ist kurz – Ich halt´die Bank.

Wo Geldgier und Habsucht bauen
Da bin ich als Helfer Ich zu schauen.

Euch deucht es gut, wie edler Wein –
Ihr ahnt´s es nicht, – trinkt mich hinein.

Der Riegel klirrt, es knarrt das Chor,
Dem Fallbeil´komm´Ich noch zuvor.

In dunklem Wald des Herren Damen,
Lobst du, Ich läut´zum Scheiden Amen.

Auch der, der mich mit einem Stein
Bestättigt, muß mein Opfer sein.

Gewaltsam aber greift mir vor
Ein lebensmüder, feiger Chor.

Ganz ohn´Arbeit und ohne Plag´,
Das kommt wohl erst am jüngsten Tag!