Arbeitsmaiden und Kinder im 3. Reich

Na, Klein-Lieschen, ob du wohl die Schürze jetzt mal aus dem Mund nimmst – bist doch sonst nicht so schüchtern?

Arbeitsmaiden und Kinder — das beides läßt sich nicht trennen, denn kaum sind die Arbeitsmaiden in ihr neues Lager im Dorf eingezogen, da sind auch schon die ersten Kleinen da — ein wenig scheu noch und schüchtern sind sie, aber da gibt es bald so vieles, dem ein Kinderherz nicht lange widerstehen kann: beim Einkäufen darf man mitgehen — abends singen die Arbeitsmaiden immer so schön an der Linde vor dem Lager, und sonntags zeigen sie den Kindern feine Spiele — am schönsten aber ist es, wenn sie Märchen und Geschichten erzählen!

„- und da kamen viele, viele Soldaten anmarschiert, und sie sangen und winkten allen Kindern auf der Straße zu – – seht Ihr?“
Die Arbeitsmaid mit Ihren Schützlingen im NSV.-Kindergarten.

Die Lagerführerin geht selten durchs Dorf, ohne daß nicht ein Bub oder Mädelchen ein Stück des Weges mit ihr geht — und wenn erst zum Kinderfest die ganze frohe Schar ins Lager kommt — da bleibt nicht eines zu Hause — die Nase wird noch einmal tüchtig geputzt, der Scheitel frisch gezogen, und in die Zöpfe kommen die besten Haarbänder — ob die Pracht wohl lange anhält? Vor dem Lager sammeln sich dann unerwartete Scharen — aus den Nachbardörfern kommen sie — die großen Buben pfeifend vornweg, hinterher in bunten Reihen die kleinen Mädels — denn bei den Arbeitsmaiden da ist’s schön, das wissen sie alle! Und viel zu schnell ist der Nachmittag herum, man möchte noch gar nicht wieder heim, aber die Maiden bringen ihre Schützlinge noch nach Haus, und in manchen Kindertraum werden sich die bunten frohen Bilder des Tages hineingeschlichen haben!

Ihr denkt, eine Arbeitsmaid wäre bange vor den Kühen? Keine Spur! Sie folgen ihr auch brav, wenn es am Abend wieder von der Weide in den Stall geht.

Am nächsten Tag geht es wieder in den Kindergarten oder in die Schule, da heißt es tüchtig lernen, aufpassen und brav sein — und das ist gar nicht immer so einfach! Man möchte schon, aber das Bravsein ist ein schwieriges Ding! Da kann die Arbeitsmaid den Fritz auch mal fest beim Ohr nehmen, wenn er sich mittags die schmutzigen Schuhe nicht sauber vor der Tür abputzt und den Schulranzen gleich in die erste Ecke wirft. Und der Mutter kann man schon ein bißchen mithelfen, hat die Arbeitsmaid gesagt, beim Holzholen, Abtrocknen und beim Saubermachen.

Einen Zentner Äpfel haben die Maiden im Nachbardorf geholt – das gibt einen leckeren Sonntagskuchen und Vorrat für den Winter.

Jeden Tag bringen die Kinder ihre Maid bis ans Dorfende und winken ihr noch lange nach, bis das rote Kopftuch drüben hinter dem Kornfeld verschwunden ist.

Ein Plauderstündchen am Abend auf der Dorfstraße: es wird vom guten Erntewetter erzählt, daß ein Kälbchen angekommen ist, daß die Arbeitsmaid recht tüchtig zugepackt, und daß sich die Kinder schon wieder auf den Sonntag freuen, wenn sie zu ihren Maiden in das Lager gehen dürfen. Die Lagerführerin weiß um alle Freuden und Sorgen ihrer Bäuerinnen.

Auch Liese, unser Pferd hatte heute einen schweren Tag — nun läßt sie sich willig das Kummet abnehmen und freut sich auf die wohlverdiente Ruhe.

„Am Sonntag kommen Sie zu uns ins Lager, Frau Bachmann — die Arbeitsmaiden freuen sich sehr, aus dem Nachbardorf kommen die Bäuerinnen auch – und Sie wissen ja, bei den Maiden gibt’s immer eine frohe und schöne Stunde ! —“

Vom Außendienst zurück – schön wars draußen auf dem Feld, im Haus und im Garten mit der Bäuerin — doch nun freut man sich so recht aufs Lager und die Kameradinnen

Lager Ober-Ostern im Odenwald.

Lager Zierenberg bei Kassel

Lager Gedern im Volgelsberg.

Lager Strinz-Trimitalis

Viele, viele Sommerblumen
stehn an unserm Gartenzaun,
blühn und duften in den Tag,
bunt und fröhlich anzuschaun.

Doch am liebsten hab ich euch,
goldne Sonnenkinder mein,
strahlt ihr doch in unsre Herzen
hellen, frohen Sonnenschein.

Siehe auch:
Deutsche Geschichte-Zeittafel
Germanen kämpfen um Europa
Die Wikinger, eine neue germanische Welle.
Das Reich der Deutschen beginnt
Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben
Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten
Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland.
Deutsche Städte — deutsche Kunst.
Großtaten des deutschen Volkes-Die deutsche Hanse.
Der deutsche Bauer und sein Schicksal
Eine neue Welt tut sich auf— Große Erfindungen
Fürstentrotz und Glaubensstreit zerstören das Reich.
Die Not ruft den Erneuerungs willen des Volkes wach.
Martin Luther, der Reformator.
Volkskämpfe im Schatten der Reformation.
Der Kampf deutscher Fürsten gegen Kaiser und Papst.
Glaubenskämpfe in anderen Ländern Europas.
Am Glaubensstreit geht das Reich zugrunde.
Der Dreißigjährige Krieg (1618—1648).
Randstaaten werden Weltmächte.
Ein neues Deutschland ersteht.
Um die Herrschaft über Europa und die Welt.
Wiedergeburt und Befreiung des deutschen Volkes.
Das deutsche Volk will die Einheit.
Bismarck errichtet das neue Reich.
Das Reich unter Kaiser Wilhelm II.
Im Weltkrieg unbesiegt.
Die Schmach von Versailles und die Republik