Baumpieper

Baumpieper, Anthus*) triviális (L)

Von weitem schon fällt der Baumpieper auf, wenn er von einem Baumwipfel aufsteigt, alsbald mit stillgehaltenen Flügeln wieder niederschwebt und dabei so schön singt, daß man an einen guten Kanarienvogel erinnert wird. Während sich die Lerche nach dem Gesang oft zuletzt eilig herabstürzt, erreicht das jubelnde Baumpieperlied gerade im Niederlassen seinen Höhepunkt. Das Volk rechnet ihn wegen seines Singfluges und seiner Färbung zu den Lerchen und unterscheidet ihn unter dem Namen Spitzlerche.

Name: Baumpieper, weil oft auf Bäumen sitzend und singend. „Anthus“ siehe Fußnote! „triviälis“: an Dreiwegen vorkommend = gewöhnlich.

Vorkommen: Fast überall in Deutschland Brutvogel.

Artmerkmal: Kurze Hinterzehe und Lockton.

Größe: Kleiner und schlanker als eine Lerche. Flügel 8,1—9,2 cm. Gewicht etwa 22 — 23 1/2

Weibchen: Gleichgefärbt.

Junge: Brauner.

Lockton: „Psihb“ oder „sib sib sib“.

Gesang: Sehr schön trillernd und pfeifend, zuletzt jubelnd „ziaziazia“, meist im Fluge, seltener im Sitzen vorgetragen.

Eier: 4—6, unglaublich verschieden, an Sperlingseier, Ammereier usw. erinnernd (s. Tafel 85), Mai bis Juli, eine oder zwei Bruten.

Nest: Moos, Blätter, Halme oder Haare als Mulde.

Nistplatz: An etwas geschützter trockener Stelle auf der Erde auf Waldblößen, Wegrändern usw.

Nahrung: Insekten, in Gefangenschaft nach Liebes und Fenks Erfahrungen auch freiwillig Sämereien (Hirse).

Zug: März, April — August, September.

Einzige deutsche Form der Realgattung Anthus Arbóreus.

*) Die Pieper charakterisieren sich durch bachstelzenähnliche Gestalt und lerchenähnliche Färbung. „Anthus“ von griech. „anthos“ Blüte, Blume, dann ein alter Vogelname, vielleicht eigentlich für die gelbe Wiesenstelze. Die poetische Bezeichnung von Vögeln als Blüten kehrt im Altertum und im fernen Osten mehrfach wieder. Hier paßt sie eigentlich gar nicht.

Siehe auch:
Die Singvögel der Heimat – Einleitung
Haussperling
Feldsperling
Steinsperling
Heckenbraunelle
Edelfink
Bergfink
Kernbeißer
Grünling
Stieglitz
Erlenzeisig
Bluthänfling
Girlitz
Gimpel
Kreuzschnabel
Goldammer
Grauammer
Rohrammer
Feldlerche
Haubenlerche
Heidelerche

Ein Ausspruch Kants über den ästhetischen Wert der Singvögel.

Die „Natur, die keinem Zwange künstlicher Regeln unterworfen ist,“ kann dem „Geschmacke für beständig Nahrung geben“. — „Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des letztem, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird. Allein hier vertauschen wir vermutlich unsere Teilnehmung an der Lustigkeit eines kleinen beliebten Tierchens mit der Schönheit seines Gesanges, der, wenn er vom Menschen (wie es mit dem Schlagen der Nachtigall bisweilen geschieht) ganz genau nachgeahmt wird, unserem Ohre ganz geschmacklos zu sein dünkt“

Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.

10 Comments

  1. […] Girlitz Gimpel Kreuzschnabel Goldammer Grauammer Rohrammer Feldlerche Haubenlerche Heidelerche Baumpieper Wiesenpieper Brachpieper Weiße Bachstelze Gebirgsbachstelze Schafstelze Rauchschwalbe Mehlschwalbe […]

    31. Januar 2016
  2. […] Girlitz Gimpel Kreuzschnabel Goldammer Grauammer Rohrammer Feldlerche Haubenlerche Heidelerche Baumpieper Wiesenpieper Brachpieper Weiße Bachstelze Gebirgsbachstelze Schafstelze Rauchschwalbe Mehlschwalbe […]

    31. Januar 2016
  3. […] Girlitz Gimpel Kreuzschnabel Goldammer Grauammer Rohrammer Feldlerche Haubenlerche Heidelerche Baumpieper Wiesenpieper Brachpieper Weiße Bachstelze Gebirgsbachstelze Schafstelze Rauchschwalbe Mehlschwalbe […]

    31. Januar 2016
  4. […] Girlitz Gimpel Kreuzschnabel Goldammer Grauammer Rohrammer Feldlerche Haubenlerche Heidelerche Baumpieper Wiesenpieper Brachpieper Weiße Bachstelze Gebirgsbachstelze Schafstelze Rauchschwalbe Mehlschwalbe […]

    31. Januar 2016
  5. […] Girlitz Gimpel Kreuzschnabel Goldammer Grauammer Rohrammer Feldlerche Haubenlerche Heidelerche Baumpieper Wiesenpieper Brachpieper Weiße Bachstelze Gebirgsbachstelze Schafstelze Rauchschwalbe Mehlschwalbe […]

    31. Januar 2016
  6. […] Girlitz Gimpel Kreuzschnabel Goldammer Grauammer Rohrammer Feldlerche Haubenlerche Heidelerche Baumpieper Wiesenpieper Brachpieper Weiße Bachstelze Gebirgsbachstelze Schafstelze Rauchschwalbe Mehlschwalbe […]

    31. Januar 2016
  7. […] Girlitz Gimpel Kreuzschnabel Goldammer Grauammer Rohrammer Feldlerche Haubenlerche Heidelerche Baumpieper Wiesenpieper Brachpieper Weiße Bachstelze Gebirgsbachstelze Schafstelze Rauchschwalbe Mehlschwalbe […]

    31. Januar 2016
  8. […] Girlitz Gimpel Kreuzschnabel Goldammer Grauammer Rohrammer Feldlerche Haubenlerche Heidelerche Baumpieper Wiesenpieper Brachpieper Weiße Bachstelze Gebirgsbachstelze Schafstelze Rauchschwalbe Mehlschwalbe […]

    31. Januar 2016
  9. […] Girlitz Gimpel Kreuzschnabel Goldammer Grauammer Rohrammer Feldlerche Haubenlerche Heidelerche Baumpieper Wiesenpieper Brachpieper Weiße Bachstelze Gebirgsbachstelze Schafstelze Rauchschwalbe Mehlschwalbe […]

    31. Januar 2016

Comments are closed.