Bayerische Granitaktiengesellschaft in Regensburg


Die Gesellschaft wurde am 13. November 1888 gegründet durch Zusammenschluß und Fortbetrieb der Steinbrüche und Steinmetzereien:

1. der von Normannschen Granitwerke Passau,
2. der Granitwerke Vilshofen und
3. der oberpfälzischen Granitgewerkschaft Nabburg mit einem Aktienkapital von Mk. 800000.—, das im Jahre 1891 auf Mk. 1 000 000.— erhöht wurde.

Als Gründer sind in dem Gesellschaftsvertrag vom 13. November 1888 eingetragen die Herren: Karl von Normann, Johann Karl Weidert, Jean Seyfried, Ernst Schwarz, Max Weinschenk.

Zum ersten Aufsichtsrat wurden gewählt die Herren: Johann Karl Weidert. als Vorsitzender. Jakob Haymann, Wilhelm Mensing. Zum Vorstand als Direktoren wurden bestellt die Herren: Karl von Normann, Jean Seyfried, mit dem Sitze in Regensburg.

Das Unternehmen blickt bereits auf eine 25jährige Entwickelung zurück und hat während dieser Zeit zahlreiche Steinbrüche und Realitäten neu hinzu erworben, u. a. im Jahre 1901 sämtliche Steinbrüche der Granitwerke Blauberg A.-G. in München.

Der Grundbesitz des Unternehmens umfaßt nunmehr eine Bodenfläche von mehr als 1000 Tagwerk, größtenteils Steinbruchgelände.

Die Gesellschaft betreibt Steinbrüche:

1. In der Oberpfalz: In der Nähe von Nabburg, Nittenau, Floß, Blauberg und Furth i. W.
2. In Niederbayern: Bei Metten, Patersdorf, Rinchnach, Vilshofen, Hauzenberg, Namering. Fürstenstein und Fürsteneck.
3. In Oberösterreich: Bei Schärding.

Im ganzen werden 1200 bis 1500 Arbeiter beschäftigt. Die Brüche werden fachmännisch abgebaut und sind jetzt je nach ihrer Beschaffenheit mit den der Neuzeit entsprechenden maschinellen Einrichtungen versehen. Industriegleise und Bremsbergbahnen wurden angelegt, Förderstühle, Kabelkrane und Preßluftbohranlagen eingerichtet, Schotterbrecher und Spalthämmer aufgestellt. Die maschinellen Anlagen werden teils mit Lokomobilen und teils mit sonstigen Dampfmaschinen oder Elektromotoren betrieben. Die Produkte bestehen außer in Haustein- und Denkmalsarbeiten insbesondere in Pflastersteinen, Randsteinen, Schotter und Bruchsteinen.

Der Jahresumsatz an verkaufter Ware beträgt rund 2 Millionen Mark.

Die Produkte finden in den meisten bayerischen Städten, sowie auch an vielen westdeutschen Plätzen und in Wien Verwendung.

Die seit Bestehen der Gesellschaft aus dem Boden gehobenen Produkte beziffern einen Wert von mehr als 43 Millionen Mark, deren größter Teil den Arbeitern an bezahlten Löhnen zugute kam. Das Unternehmen bietet sohin der Bevölkerung der Oberpfalz und Niederbayerns eine willkommene ständige Arbeitsgelegenheit und guten Verdienst.

Das im Besitze der Gesellschaft befindliche Steinbruchgelände enthält noch einen so großen Reichtum an Granitlagern, daß es auch bei einer wesentlich gesteigerten Steinausbeute noch auf eine unabsehbare Zeit hinaus für den Bedarf ausreichen wird.

Die Ergiebigkeit der Steinbrüche, die vorzügliche Qualität der Produkte und die umsichtige Geschäftsführung dürfte dafür bürgen, daß das Unternehmen sich noch auf eine lange Reihe von Jahren weiter entwickeln und gedeihen wird.

Die derzeitige Verwaltung setzt sich zusammen aus dem Aufsichtsrat: Alfred Schneider, Direktor der Bank für Handel und Industrie, Filiale Straßburg i. E„ Vorsitzender, Wilhelm Mensing, Ingenieur in Cassel, stellvertretender Vorsitzender. Georg Leinfelder, Kgl. Kommerzienrat in München, Dr. Fritz Weidert, Kgl. Kommerzienrat in München, und aus dem Vorstand: J. Ch. Seyfried. K. Kommerzienrat in Regensburg.

Siehe auch:
Aktien-Papierfabrik Regensburg
Express-Fahrradwerke A.G.Neumarkt in der Oberpfalz
Jesuitenbrauerei Regensburg in Regensburg
Schlüssel-Bleistift-Fabrik J. J. Rehbach in Regensburg
Das Elektrizitätswerk der Stadt Regensburg
Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft Hamburg. Benzinfabrik Regensburg.
Dampfsägewerk Arnschwang
Johann Müller, Perlmutterknopf-Fabrik
Eisengießerei Carolinenhütte
Dampfsäge, Hobel- und Spaltwerk, Kistenfabrik
Staatliche Eisenindustrie in der Oberpfalz Amberg-Weiherhammer-Bodenwöhr
Prinz Rupprecht-Quelle vormals Silvana-Sprudel in Groschlattengrün
Bayerische Granitaktiengesellschaft in Regensburg
Tonwerk Prüfening und Braunkohlengrube Friedrichzeche
Städtisches Lagerhaus Regensburg am Luitpoldhafen
Die Kalkindustrie der Walhallastraße
Kalblederfabrik Furth i. Wald
Bayerische Braunkohle-Industrie
Die Malteserbrauerei in Amberg
Terranova-Industrie C. A. Kapferer & Co. in Freihung.
Königlich Bayerische Hofglasmalerei Georg Schneider in Regensburg
Das neue Gaswerk der Stadt Regensburg
Die Stadt Weiden
Naabwerke für Licht- und Kraftversorgung
Kalksandsteinfabrik Roding G.m.b.H.
Königl. Schwellenwerk in Schwandorf
Bayerische Maschinenfabrik Regensburg
Metallhammerwerk u. Bronzefarbenfabrik in Rothenbruck Opf. Aluminiumbronzefabrik in Rauhenstein Opf.
Die Entwicklung des Fahrrades
Tonwerk Blomenhof, G.m.b.H., Neumarkt i. Opf.
Die Flügel- und Piano-Fabrik von Georg Weidig in Regensburg
Eisen- und Metallgießerei, Maschinenfabrik und Kesselschmiede
Dresdener Maschinenfabrik und Schiffswerft Übigau A.G. Werft in Regensburg
Die Anlagen der Benzinwerke Regensburg
Portland – Cementwerk Burglengenfeld
Bürgerbräu Weiden
Aktiengesellschaft Porzellanfabrik Weiden
Holzhandlung, Werke für Holzimprägnierung und Kyanisierung
Porzellanfabrik Tirschenreuth
Stanz- und Emaillierwerke in Amberg
Bayerische Schlauchfabrik, mechanische Hanf- und Drahtseilerei
Die Wasserversorgung der Stadt Regensburg
Vereinigte Bayerische Spiegel- und Tafelglaswerke
Cahücitwerke Nürnberg. Fabrik in Neumarkt Oberpfalz.