Bayerische Maschinenfabrik Regensburg

F. J. Schlageten, Inh.: Adolf Scholz, Regensburg.

An der Peripherie von Regensburg, nahe dem schon im 9. Jahrhundert erwähnten, einstens dem Kloster St. Emmeram gehörigen Dechbetten und dem benachbarten, ehemaligen Benediktinerstifte Prüfening, die beide später in weltlichen Besitz übergingen, begann vor einiger Zeit sich moderne Industrie anzusiedeln. Wo einst fromme Mönche ein beschauliches Dasein führten, da eilt heute Zug um Zug unserer Eisenbahnen. Gerade der letzte Punkt, der leichte Anschluß an den Verkehr ist es, der die seit ältester Zeit besiedelte Gegend auch für die Anlage moderner Fabriken trefflich geeignet machte.

Oben genanntes Etablissement wurde deshalb auch im Jahre 1908 auf diesem Gebiete neu gebaut und noch im gleichen Jahre bezogen. Es handelte sich hier nicht um eine Neugründung, sondern um Übersiedelung aus den zu eng gewordenen Räumlichkeiten der alten Fabrikanlage in Vilshofen a. D)., welche schon im Jahre 1863 durch F. J. Schlageter, dem Schwiegervater des jetzigen Firmen-Inhabers, gegründet wurde und sich hauptsächlich mit Neu-und Umbau von Mühl- und Sägewerken befaßte. Vom Jahre 1870 an wurden auch Rindenschneider, Lohmühlen, Lohsägen und Lederhämmer fabriziert, welche in Gerberkreisen größere Verbreitung fanden.

Nach fast dreißigjähriger, unermüdlicher Tätigkeit wurde der Begründer aus segensreichem Schaffen abberufen. Die Fabrik, welche unter seiner umsichtigen Leitung sich guten Rufes erfreute, ging in die Hände seines Schwiegersohnes über, der sie noch einige Jahre in gleicher Weise in langsamem, zielbewußtem Aufstieg weiter leitete.

Als dann die Umwälzung in der Lederbearbeitung begann und die Umänderung vieler handwerksmäßiger Gerbereibetriebe in Fabrikbetriebe für moderne Lederbearbeitung erfolgte, wurde der Bau von Gerberei-Maschinen als Spezialität aufgenommen. Unterstützt von fachmännischen tüchtigen Mitarbeitern wurden völlig neu konstruierte Maschinen auf den Markt gebracht zum Entfleischen, Enthaaren, Stoßen, Recken, Walzen, Spalten, Glätten, Chagrinieren, Satinieren, Krispeln der Leder, auch Walk- und Gerbfässer zur Schnell-und Chromgerbung als Ersatz für Grubengerbung.
Viele dieser Maschinen für die Lederindustrie sind durch Patente im In- und Ausland geschützt. Durch die vorzügliche Arbeit, welche diese Maschinen leisten, haben sie sich verhältnismäßig rasch eingeführt. In der Bayerischen Jubiläums – Landes – Ausstellung 1906 wurde diesen Fabrikaten die goldene Medaille für vorzügliche Konstruktion, Ausführung und Preiswürdigkeit zuerkannt.

Der sich stetig steigernde Umsatz machte, nachdem eine Vergrößerung auf dem beschränkten Terrain nicht mehr möglich war, eine Verlegung der Fabrik dringend notwendig und es fiel die Wahl auf Regensburg, das als Knotenpunkt von fünf Bahnlinien und als Ausgangspunkt der Donauschiffahrt eine günstige Verkehrslage hat.

Die neuen Fabrikgebäude bestehen aus großen, luftigen und hellen Hallenbauten in Eisenkonstruktion und aus einem Seitenflügel, worin die kaufmännischen und technischen Bureaus untergebracht sind. Sämtliche Räume sind durch elektrisches Licht beleuchtet und durch Dampf geheizt. Als Antriebskraft für die Transmissionen und Werkzeugmaschinen sind mehrere elektrische Motoren vorhanden, welche von der Überlandzentrale in Haidhof gespeist werden. — Hie Werkstätten sind zeitgemäß mit Laufkranen und Schienengeleisen versehen, damit der Transport schwerer Arbeitsstücke bequem und gefahrlos ausgeführt werden kann. Eine große Anzahl moderner Werkzeugmaschinen für alle Arten der Eisen- und Holzbearbeitung sind vorhanden, um den Betrieb und die Fabrikation möglichst rationell zu gestalten. Der Versand der fertigen Maschinen erfolgt direkt vom Industriegleis aus.

Die Abbildungen der Innenräume lassen die Werkzeugmaschinen, sowie verschiedene in Arbeit befindliche Lederbearbeitungs-Maschinen erkennen. Die Firma genießt in Fachkreisen großes Ansehen. Ihr Absatzgebiet erstreckt sich auf sämtliche europäische Länder wie auch auf fast alle anderen Kulturstaaten, soweit solche für die Lederindustrie in Betracht kommen.

Siehe auch:
Aktien-Papierfabrik Regensburg
Express-Fahrradwerke A.G.Neumarkt in der Oberpfalz
Jesuitenbrauerei Regensburg in Regensburg
Schlüssel-Bleistift-Fabrik J. J. Rehbach in Regensburg
Das Elektrizitätswerk der Stadt Regensburg
Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft Hamburg. Benzinfabrik Regensburg.
Dampfsägewerk Arnschwang
Johann Müller, Perlmutterknopf-Fabrik
Eisengießerei Carolinenhütte
Dampfsäge, Hobel- und Spaltwerk, Kistenfabrik
Staatliche Eisenindustrie in der Oberpfalz Amberg-Weiherhammer-Bodenwöhr
Prinz Rupprecht-Quelle vormals Silvana-Sprudel in Groschlattengrün
Bayerische Granitaktiengesellschaft in Regensburg
Tonwerk Prüfening und Braunkohlengrube Friedrichzeche
Städtisches Lagerhaus Regensburg am Luitpoldhafen
Die Kalkindustrie der Walhallastraße
Kalblederfabrik Furth i. Wald
Bayerische Braunkohle-Industrie
Die Malteserbrauerei in Amberg
Terranova-Industrie C. A. Kapferer & Co. in Freihung.
Königlich Bayerische Hofglasmalerei Georg Schneider in Regensburg
Das neue Gaswerk der Stadt Regensburg
Die Stadt Weiden
Naabwerke für Licht- und Kraftversorgung
Kalksandsteinfabrik Roding G.m.b.H.
Königl. Schwellenwerk in Schwandorf

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  1. […] Licht- und Kraftversorgung Kalksandsteinfabrik Roding G.m.b.H. Königl. Schwellenwerk in Schwandorf Bayerische Maschinenfabrik Regensburg Metallhammerwerk u. Bronzefarbenfabrik in Rothenbruck Opf. Aluminiumbronzefabrik in Rauhenstein […]

    23. August 2016
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    23. August 2016

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