Bayerische Schlauchfabrik, mechanische Hanf- und Drahtseilerei


Das Geschäft besteht seit dem Jahre 1847 und wurde von Seilermeister J. D. Seyboth gegründet. Die Betriebsstätte war in der jetzigen, damals hinter der Stadtmauer gelegenen und jeden Verkehrs entbehrenden „Von der Tannstraße“, wobei ein Teil der anstoßenden, jetzt niedergelegten Stadtmauer benutzt wurde.

Dem Gründer war es, nachdem die Eisenbahn damals im Osten Bayerns noch nicht bestand und den ganzen Frachtverkehr an sich gerissen hatte, möglich, den Bedarf der zahlreichen Donau- und Kanalschiffe an Seilwerk zu liefern, zumal auch die K. Bayer. Donau-Dampfschiffahrt ihm bei seiner stets reellen Bedienung ihren regelmäßigen Bedarf übertrug, so daß in den ersten 15 Jahren der Geschäftstätigkeit ein regelmäßiger flotter Geschäftsbetrieb zu verzeichnen war. Es war deshalb bald nötig, das Arbeiten auf offener Straße, das durch die Ungunst der Witterung oft erhebliche Störungen erlitt, aufzugeben; im Jahre 1857 wurden Grundstücke an der Prüfeningerstraße erworben, welche eine Gesamtbahnlänge von 350 Meter zur Verfügung stellten und wurde darauf eine gedeckte Seilerbahn von 180 Meter Länge sowie eine Hanfreibe und ein Teerhaus neu erbaut. Das Wohnhaus in der Keplerstraße wurde 1852 ebenfalls neu erbaut.

Durch den im Jahre 1862 erfolgten Verkauf der bayerischen Donaudampfschiffahrt an die I. k. k. priv. Österr. Donaudampfschiffahrts-Gesellschaft, die ihre eigenen Seilwerkstätten in Ofen bei Pest hatte, ging der ganze umfangreiche Bedarf an Seilwerk für das einheimische Geschäft vollständig verloren und ferner brachte die steigende Erweiterung des Bahnnetzes, welches den Verkehr  vollständig an sich zog und die Schiffahrt auf der oberen Donau wie auf dem Kanal sukzessive tot machte, ein völliges Brachliegen der Seilerei mit sich.

Herr Seyboth senior kam nun auf den gedeihlichen Gedanken, die damals noch neue Hanfschlauchweberei auf Handstühlen einzurichten und so einen, wenn auch vorerst ungenügenden Ausgleich für den Ausfall an der Seilerei zu schaffen. Durch gründliches Studium dieses neuen Geschäftszweiges und bei dem ernsten Streben, nur gebrauchstüchtige Arbeit zu erzielen, gelang es in kurzer Zeit, so gediegene Ware herzustellen, daß dieselbe alle Konkurrenzfabrikate übertraf und die Seyboth-Schläuche allgemeine Anerkennung und gebührende Einschätzung sowie wachsende Verbreitung fanden.

Nach dem im Jahre 1873 erfolgten Ableben des Gründers, Seilermeister und Magistratsrat J. D. Seyboth, ging das Geschäft in den Besitz der Witwe Frau Charlotte Seyboth über, welche von ihren beiden großjährigen Söhnen Fritz und Leonhard Seyboth geeignet unterstützt wurde, bis das Geschäft im Jahre 1879 in den Besitz der Letztgenannten überging.

Im Jahre 1893 entschlossen sich die beiden Inhaber, nachdem die Schlauclrweberei mittelst Handbetrieb nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte, wenn auch mit bedeutenden Kosten, eine mechanische Schlauchfabrik zu erbauen und damit nicht nur die Konkurrenzfähigkeit wieder zu erhöhen, sondern auch die Güte des Fabrikates noch zu steigern.

Im Jahre 1911 wurde die Drahtseilerei, die bisher Handbetrieb war, mit den vorteilhaftesten, mit allen Verbesserungen versehenen Drahtseilmaschinen eingerichtet und dadurch Qualität und Leistung wesentlich erhöht.

Nachdem auch in der Hanfschlauchweberei die seinerzeit angeschaffenen Maschinen durch Verbesserungen aller Art überholt worden waren, wurde die Schlauchfabrik mit den modernsten Maschinen versehen, welche dazu dienen, die Fabrik auf lange Zeit konkurrenzfähig zu erhalten.

Mit der Seilerei ist außerdem ein ausgedehnter Hanf-handel nebst Hechelei und Hanfreibe verbunden, die einen flotten Betrieb aufweisen.

Die Firma beteiligte sich an den drei großen bayerischen Landes-Ausstellungen zu Nürnberg 1882, 1896 und 1906 sowie an der Oberpfälzischen Kreisausstellung 1910 zu Regensburg und wurde mit 2 silbernen und der goldenen sowie der Staatsmedaille, ferner 2 silbernen Medaillen in Braunau, einer in Säkkingen und Ehrendiplomen in Lahr, Schaffhausen und St. Gallen prämiiert, wie sie auch an den mit sämtlichen Bayer. Feuerwehrtagen verbundenen Ausstellungen beteiligt war. Die Firma konnte mehrmals bei vergleichenden Schlauchprüfungen die besten Resultate erzielen und die bei der Landesgewerbeanstalt Nürnberg veranlaßten Druckproben ergaben die günstigsten Resultate, so daß die Fabrikate der Firma ungeteilte Anerkennung und wachsende Verbreitung finden.

Das Geschäft, welches zu den bedeutendsten der Branche in Bayern zählt und das einzige in Bayern ist, welches die Schlauch-Fabrikation selbst betreibt, wird mit 20 Arbeitskräften betrieben; eine 10 pferdige Dampfmaschine und ein 6 pferdiger Elektromotor geben die nötige Kraft.

Die Einzelnen Buchabschnitte aus: Die Industrie der Oberpfalz in Wort und Bild:
Aktien-Papierfabrik Regensburg
Express-Fahrradwerke A.G.Neumarkt in der Oberpfalz
Jesuitenbrauerei Regensburg in Regensburg
Schlüssel-Bleistift-Fabrik J. J. Rehbach in Regensburg
Das Elektrizitätswerk der Stadt Regensburg
Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft Hamburg. Benzinfabrik Regensburg.
Dampfsägewerk Arnschwang
Johann Müller, Perlmutterknopf-Fabrik
Eisengießerei Carolinenhütte
Dampfsäge, Hobel- und Spaltwerk, Kistenfabrik
Staatliche Eisenindustrie in der Oberpfalz Amberg-Weiherhammer-Bodenwöhr
Prinz Rupprecht-Quelle vormals Silvana-Sprudel in Groschlattengrün
Bayerische Granitaktiengesellschaft in Regensburg
Tonwerk Prüfening und Braunkohlengrube Friedrichzeche
Städtisches Lagerhaus Regensburg am Luitpoldhafen
Die Kalkindustrie der Walhallastraße
Kalblederfabrik Furth i. Wald
Bayerische Braunkohle-Industrie
Die Malteserbrauerei in Amberg
Terranova-Industrie C. A. Kapferer & Co. in Freihung.
Königlich Bayerische Hofglasmalerei Georg Schneider in Regensburg
Das neue Gaswerk der Stadt Regensburg
Die Stadt Weiden
Naabwerke für Licht- und Kraftversorgung
Kalksandsteinfabrik Roding G.m.b.H.
Königl. Schwellenwerk in Schwandorf
Bayerische Maschinenfabrik Regensburg
Metallhammerwerk u. Bronzefarbenfabrik in Rothenbruck Opf. Aluminiumbronzefabrik in Rauhenstein Opf.
Die Entwicklung des Fahrrades
Tonwerk Blomenhof, G.m.b.H., Neumarkt i. Opf.
Die Flügel- und Piano-Fabrik von Georg Weidig in Regensburg
Eisen- und Metallgießerei, Maschinenfabrik und Kesselschmiede
Dresdener Maschinenfabrik und Schiffswerft Übigau A.G. Werft in Regensburg
Die Anlagen der Benzinwerke Regensburg
Portland – Cementwerk Burglengenfeld
Bürgerbräu Weiden
Aktiengesellschaft Porzellanfabrik Weiden
Holzhandlung, Werke für Holzimprägnierung und Kyanisierung
Porzellanfabrik Tirschenreuth
Stanz- und Emaillierwerke in Amberg
Bayerische Schlauchfabrik, mechanische Hanf- und Drahtseilerei
Die Wasserversorgung der Stadt Regensburg
Vereinigte Bayerische Spiegel- und Tafelglaswerke
Cahücitwerke Nürnberg. Fabrik in Neumarkt Oberpfalz.
Bayerische Überlandcentrale A.G. Haidhof
Portland-Cementwerk Berching A.G. in Berching
Die Spulen-Fabrik Max Borger in Cham
Teerprodukten-, Dachpappen- und Isoliermaterialienfabrik
Eisenwerkgesellschaft Maximilianshütte in Rosenberg (Oberpfalz)
Die industriellen Betriebe in Friedenfels
Dampfsäge- und Hobelwerke, Kistenfabrik (Bayer. Wald)
Möbelfabrik von A. Schoyerer in Cham – K. Bayer. Hoflieferant.
Hartpapierwarenfabrik in Dietfurt
Eichhofen, industrielle und landwirtschaftliche Besitzung des Herrn Wilh. Neuffer
Weck & Sohn : Bau- und Möbelschreineret Dampfsägewerk, Holzhandlung und Kistenfabrik
Porzellanfabrik und Malerei
Dampfsäge- und Hobelwerk, Holzwollefabrik
Krystallglasfabrik F. X. Nachtmann in Neustadt Waldnaab
Die Fabrikbetriebe der Firma Carl Zinn in Neumarkt i. Oberpfalz
Bayerischer Lloyd
Erste kaiserlich königlich privilegierte Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft (Agentie Regensburg)
Mineralölwerke Bayern G.m.b.H in Regensburg
Christof Ruthof, Schiffswerft Regensburg
Königlich Ungarische Fluß- u. Seeschiffahrts Aktien – Gesellschaft
Ölwerke J. Leis & J. Ruckdeschel G.m.b.H., Regensburg
Die Werke von Steinfels
Porzellanfabrik Johann Seitmann in Vohenstrauß

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