Bierbrauerei der Eingeborenen in Afrika


Bier wird in fast tanz Afrika getrunken, insbesondere in den Steppengebieten, wo von den Eingeborenen Körnerfrüchte gebaut werden. Als Material dienen meist Hirse und Mais. In dem Gebiet, wo „Kisuaheli“ gesprochen wird also in ganz Deutsch-Ostafrika und angrenzenden Gebieten, heisst das Gebräu „Pombe“, in der Verkehrssprache zwischen dem Nyassasee und dem Sambesi „Mowa“.

Um eine authentische Beschreibung von der afrikanischen Bierbrauerei zu bekommen, liess unser Mitarbeiter Karl Flicke in der Schottischen Mission in Blantyre (Britisch-Zentralafrika) eine Preisarbeit darüber anfertigen Der Verfasser der nachfolgenden prämiierten Abhandlung heisst Stephen Massea. Sein Vater gehörte zu den von Dr. Livingstone aus dem Süden über den Zambezi gebrachten Makalolos, die nachher am Shire sich festsetzen und Häuptlinge der Manganja wurden.

Nachstehend eine deutsche Uebersetzung des in der Manganja-Sprache geschriebenen Aufsatzes:

„Wenn man Maisbier brauen will, muss man zuerst den Mais im Wasser quellen lassen, denn als Malz nimmt man entweder Mais oder auch Hirse. Der Mais wird in einen nicht zu vollen Topf mit Wasser gelegt. — Am nächsten Morgen wird der Mais aus diesem Topfe genommen, um ihn in Töpfen ohne Wasser aufzubewahren. Diese werden mit Blättern des „Msuku“-Baumes bedeckt. Dann hat der Mais drei Tage zu quellen. Hernach wird derselbe in der Sonne zum Trocknen ausgebreitet. Der getrocknete Mais wird in Holzmörsern zu Mehl gestampft und gesiebt.

Jetzt wird neuer, frischer (trockener) Mais in Mörsern gestampft, um die erste Schale des Mais zu lösen. In vielen kleinen Töpfen wird der zerstampfte Mais in Wasser eine Woche lang eingeweicht, um dann zu Mehl verrieben zu werden.

Am zweiten Tage der darauffolgenden Woche beginnt der Brauprozess. Mehrere Weiber tragen Wasser, andere „brauen“. In einem sehr grossen Topfe wird unter einem starken Feuer Wasser gekocht. Das zuletzt gewonnene Mehl wird mit kaltem Wasser vermischt und unter heftigem Rühren in das kochende Wasser geschüttet. Dann wird das als Malz verwendete Hirse- oder Maismehl (des ersten Prozesses) hinzugetan. Die Mischung des ersten Tages heisst „kulusuza“, am zweiten Tag wird sie „mlusu“ genannt. .

An diesem zweiten Tage wird das Gebräu für längere Zeit gekocht, und kochend in 3—4 Töpfe gegossen. Nach dem Erkalten wird mehr Malz hinzugetan. Dieser Tag heisst der des „Malzes“ (chimera). Der vierte Tag ist der des „pachare“, an dem das eigentliche Brauen vor sich geht. Man mischt grosse Mengen Mehl mit Wasser. Ist diese Masse erkaltet, so wird wieder Malz hinzugefügt, und das Ganze verwandelt sich in Bier. Ist dies vollständig erkaltet, so nimmt man das erste, sehr starke Malz, um es mit Mehl und Wasser (phale) zu vermischen.

Dann zählt man alle Töpfe, und wenn man sieht, es sind deren fünf oder zehn, so lässt man das Arbeiten ein wenig und ruht sich aus.

In der Nacht wird das Bier durchgeseiht und in reine Töpfe gegossen. Am Morgen ist es trinkbar. Zum Trinken kommen viele Leute zusammen. Der Wirt nimmt einen Topf, und seine Gäste trinken aus kleinen Körben. Lässt man das Bier einen Tag länger stehen, so wird es „mirara“ genannt, am nächstfolgenden Tage „mounde“. Dies jedoch wird nur vom Brauer selbst genossen.

Das Brauen dauert also vier Tage; das Bier wird am fünften getrunken.“ —

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