Bilder vom Wegebau in Kamerun


Es musste natürlich eine Hauptsorge unserer Verwaltungsbehörden sein, die Verkehrswege zu verbessern und auszubauen, wenigstens zunächst zwischen den Hauptstationen im Innern und der Küste leid ich brauchbare Verbindungen zu schaffen, da sonst die Beherrschung des Landes unmöglich gewesen wäre. Soweit möglich, ist dies in Anlehnung an die vorhandenen Wasserwege geschehen.

Die meisten Ueberlandwege knüpfen an frühere Eingeborenenpfade an, die verbreitert und verbessert worden sind. In den gewaltigen Waldgebieten Kameruns verursacht natürlich die Unterhaltung brauchbarer Wege grosse Schwierigkeiten und Kosten.

Die Schaffung des Wegenetzes ist Aufgabe der örtlichen Behörden, die zum Wegebau die Eingeborenen heranzuziehen haben. Das geschieht in der Regel in der Form, dass die Häuptlinge der einzelnen Dörfer angewiesen werden, die vorhandenen Wege verbreitern und instand halten zu lassen. Solange die Leute unter direkter Aufsicht der Beamten stehen, besorgen sie die Wegearbeit im allgemeinen zur leidlichen Zufriedenheit. Lassen diese sich aber einmal ein paar Wochen nicht sehen, so erlahmt der Eifer rasch, und bald wächst wieder Gras und Busch auf den Wegen.

Immerhin ist es heute ohne allzu unüberwindliche Schwierigkeiten auch für Europäer möglich, die Hauptrouten der schon längere Zeit unter förmlicher Verwaltung stehenden Bezirke zu bereisen. Namentlich diejenigen Wege, die die Hauptstationen miteinander verbinden, sind meist in guter Ordnung.

Neben dieser Wegebauarbeit, die mehr provisorischen Charakter hat, ist in den letzten Jahren in verschiedenen Bezirken mit dem Bau von richtigen Fahrstrassen begonnen worden. Technisch am vollkommensten sind zwei Strassen, diejenige von Victoria längs der Küste nach Bibundi und die von Kribi nach Jaunde. Ausserdem ist eine Strasse von Kribi nach Edea nahezu fertig, nur mit zwei Brücken haperts immer noch, und es sollen an diesen Stellen geradezu lebensgefährliche Zustände herrschen.

Die Strasse Victoria-Bibundi ist bereits fertig, an der Jaundestrasse wird noch eifrig gebaut; fertig ist sie bis Lolodorf, also etwa halbwegs. Besonders energisch wird der Wegebau in den Gegenden betrieben, die später von den im Bau befindlichen Eisenbahnen berührt werden. Namentlich gilt dies für die Bezirke im Nordwesten der Kolonie und den Bezirk Jaunde. Dort ist neben der bereits erwähnten Strasse nach der Küste ein Fahrweg nach dem im Norden des Bezirks gelegenen Militärposten Joko im Bau. Ausserdem wird an einem Weg von Jaunde nach Lomie und Molundu im äussersten Siidosten der Kolonie gearbeitet. Ganz überflüssigerweise werden dort die Wege teilweise 20 Meter breit hergestellt, und die allzustarke Heranziehung der Eingeborenen zu diesen Arbeiten soll denn auch mit ein Grund zu den jüngsten Maka-Unruhen sein. Dieser Teil des Landes hatte bis jetzt noch keine richtige Verbindung mit der Küste. Er erhält z. B. seine Post nicht direkt, sondern auf dem Wasserwege vom Kongo her über dessen Zuflüsse Ssanga und Dscha. Es wird allerdings manches anders  werden, wenn erst die Kameruner Mittellandbahn von Duala : bereits fertig, über Edea nach Widimenge am oberen Njong fertig ist. Dies dürfte in einigen Jahren der Fall sein. Und der Verkehr nach dem äussersten Süden wird wohl später durch die Südbahn von Kribi über Ebolowa nach dem Dscha besorgt werden, die über kurz oder lang in Angriff genommen werden muss. Bis jetzt ist sie allerdings noch nicht einmal vom Reichstag bewilligt.

In manchen Teilen der Kolonie geht der Wegebau noch verhältnismässig langsam vorwärts, weil es an Arbeitern mangelt. In den Bezirken, die schon längere Zeit unter Verwaltung stehen, haben die einzelnen Dörfer in regelmässigem Turnus eine bestimmte Anzahl von Arbeitern zu stellen, ausserdem stehen noch die Strafgefangenen als Arbeiter zur Verfügung, ferner Leute, die ihre Steuern auf diese Weise abarbeiten. In den erst neuerdings erschlossenen Gebieten im Osten und Südosten dagegen ist es vielfach schwer, ständig die erforderliche Zahl von Wegebauarbeitern zu bekommen. In den Gegenden endlich, wo sich Eisenbahnen im Bau befinden, ist man froh, wenn sich die genügende Zahl von Eisenbahnarbeitern zusammenfindet.

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