Blaumeise

Blaumeise, Parus caerúleus L

Das alte Männchen der Blaumeise ist ein prächtiger Vogel. Die einjährigen Vögel haben mattgrünlichblaue Schwung-und Schwanzfedern, während sonst mehrjährige und einjährige Meisen ziemlich gleichgefärbt sind. Sie kommt lange nicht so eifrig an die Futterplätze wie die Kohlmeise, da sie außer Mohn wenig Samenkörner frißt und sich lieber Insekten sucht. (Die Meisen leiden, von Glatteisperioden abgesehen, im Winter keine Not.) Hat sie aber einmal Geschmack am dargebotenen Futter gefunden, so spielt sie zuweilen den Tyrannen und verjagt selbst die größere Kohlmeise. Sie zeichnet sich vor andern Meisen durch eine Art Balzflug aus, in dem das Männchen schwebend seine Pracht zur Geltung bringt.

Name: „caeruleus“ = blau.

Vorkommen: Überall gemein, nicht ganz so häufig wie vorige Art.

Artmerkmal: Brust gelb, Oberkopf hellblau.

Größe: Kleiner als vorige Art, Flügel 6,4—7,2 cm. Gewicht 11 bis 12 V, g.

Weibchen: Wie Männchen, etwas matter.

Junge: Ohne das lebhafte Blau der Alten, bunte Kopfzeichnung auf gelbem Grunde nur matt angedeutet, einjährige auch matter. Lockton: „Sit, zizidäh, tgi tgi tgi, tetetetttett.“

Gesang: „Zizizihirrrr.“

Eier: 7—9 (12), weiß, fein rötlich gefleckt, besonders am stumpfen Ende, April, Mai-—Juni, zwei Bruten.

Nest: Moos, Halme, Federn.

Nistplatz: Höhlen in Bäumen, Mauern usw.

Nahrung: Insekten und deren Eier und Puppen, Mohnsamen, Kirschen, Obst*).

Standvogel: Doch erscheinen im Herbst und Winter ziehende Flüge.

Vielleicht nicht einzige einheimische Form der Realgattung Panis Cyanáes. Die Lasurmeise Panis cyáneus (der das Gelb der Blaumeise fehlt und die sich selten zu uns verirrt) gehört zu derselben Verwandtschaftsgruppe. Die Form pleskei ist offenbar ein Mischling von Lasur- und Blaumeise.

*) Soweit ich bis jetzt beobachtet habe, sind es die Blaumeisen, die zuweilen Birnen um den Stiel anpicken. Man verwechsle aber diese Verletzungen nicht mit solchen, die von Wespen hervorgerufen sind. Ich sah Blaumeise und Wespe oder Hornisse abwechselnd an derselben Birne fressen.

Siehe auch:
Die Singvögel der Heimat – Einleitung
Haussperling
Feldsperling
Steinsperling
Heckenbraunelle
Edelfink
Bergfink
Kernbeißer
Grünling
Stieglitz
Erlenzeisig
Bluthänfling
Girlitz
Gimpel
Kreuzschnabel
Goldammer
Grauammer
Rohrammer
Feldlerche
Haubenlerche
Heidelerche
Baumpieper
Wiesenpieper
Brachpieper
Weiße Bachstelze
Gebirgsbachstelze
Schafstelze
Rauchschwalbe
Mehlschwalbe
Uferschwalbe
Mauer- oder Turmsegler
Seidenschwanz
Grauer Fliegenschnäpper
Trauerfliegenschnäpper
Zwerg-Fliegenschnäpper
Raubwürger
Schwarzstirn-Würger
Rotköpfiger Würger
Rotrückiger Würger
Steinschmätzer
Schwarzkehliger Wiesenschmätzer
Braunkehliger Wiesenschmätzer
Hausrotschwanz
Gartenrotschwanz
Blaukehlchen
Rotkehlchen
Nachtigall
Amsel
Wacholderdrossel
Misteldrossel
Rotdrossel
Singdrossel
Pirol
Star
Wasserschwätzer
Zaunkönig
Mönch-Grasmücke
Gartengrasmücke
Dorn-Grasmücke
Zaun-Grasmücke
Sperber-Grasmücke
Drossel-Rohrsänger
Teichrohrsänger
Getreide-Rohrsänger
Ufer-Rohrsänger
Seggen-Rohrsänger
Garten-Laubvogel
Heuschrecken-Rohrsänger
Weiden-Laubvogel
Fitis-Laubvogel
Wald-Laubvogel
Gemeines Goldhähnchen
Augenstreif Goldhähnchen
Kohlmeise

Ein Ausspruch Kants über den ästhetischen Wert der Singvögel.

Die „Natur, die keinem Zwange künstlicher Regeln unterworfen ist,“ kann dem „Geschmacke für beständig Nahrung geben“. — „Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des letztem, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird. Allein hier vertauschen wir vermutlich unsere Teilnehmung an der Lustigkeit eines kleinen beliebten Tierchens mit der Schönheit seines Gesanges, der, wenn er vom Menschen (wie es mit dem Schlagen der Nachtigall bisweilen geschieht) ganz genau nachgeahmt wird, unserem Ohre ganz geschmacklos zu sein dünkt“

Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.

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    1. Februar 2016
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    1. Februar 2016

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