An der Müntschemiergasse in Ins liegt das Haus von Albert Anker. Früher stunden hier zu beiden Seiten die breit behäbigen Seelandhäuser mit den Strohdächern, die beinahe den Gartenzaun berührten. Das Grün, die bunten Blumen des Gartens davor — das hat Anker selber in Skizzen, Farbstudien des öftern festgehalten. Gustav Vollenweider hat dies in einem Bilde noch gerettet. Eine Feuersbrunst fraß die Häuser weg. Anker selber berichtete, als einmal vom alten Ins die Rede war, wie er jenseits der Gasse habe Zusehen müssen, als das Feuer immer näher kam und der Taumel von feurigen Funken schon die First des eigenen Gutes umtanzte. Wir schwenkten links seitwärts ab, traten in die Wohnstube zu ebener Erde ein. Wir wurden von Frau Anker erwartet, da wir uns vorher schriftlich verständigt hatten. Im Gespräch schlug sie vor, ins Atelier hinaufzugehen.

So stieg die rüstige Frau den Töchtern und uns voraus die schmale Treppe hinan. Der Maler hatte die Reiti des alten Bauernhauses umbauen lassen. Im Dache gegen Norden war ein großes Fenster eingesetzt, das dem hohen Raum gutes Licht zuführte. Die Einrichtung mit der Staffelei, mit den wertvollen Truhen, ja selbst mit den Bildern, Kalenderillustrationen an den Wänden, mit den verschiedenfarbenen Ofenkacheln,Tassen, Flaschen, Teller, Stück neben Stück, sie war genau so belassen, wie sie Anker verlassen hatte. Frau Anker holte Skizzenbücher, einige Mappen herbei, die wir alsbald ausbreiteten und durchblätterten. Skizzen aus dem Emmental, die er aufgenommen, bevor er sich an den Gotthelf machte. In anregendem Erzählen von den Erlebnissen Ankers auf diesen Studiengängen nahm sie, die zu seinen Lebzeiten mit gesundem Empfinden mitberaten half, auch heute Anteil an jedem Blatt. Zeichnungen aus Ins, aus den benachbarten Dörfern; Köpfe, die Postur von urchigen Bauern, Interieurs, wie Stilleben abgewertet, einzelne Stücke des täglichen Gebrauches in Spinnrädern, Kinderwiegen, Truhen, Flinten, Kachelofen, die samt und sonders als unersetzliches Material, als ein ideales Inventar aus frühem Tagen im Bande „Seeland“ der Sammlung „Bärn-dütsch“ hätten aufgenommen werden sollen. Dann das Himmelbuch.

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Albert Anker 1831-1910 Kunstartikel

























Albert Anker 1831-1910 Kunstdrucke