Der Einfluss der japanischen auf die europäische Kunst hat in unserer Zeit vielfache Keime zu neuen Entwickelungen gelegt und hat nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass sich unsere Künstler von der erdrückenden Wucht des Erbteils früherer Kunstperioden befreit und auf eigene Füsse gestellt haben. Dies geschah keineswegs durch Nachahmung einer fremden Kunstweise; es wurde durchaus nicht versucht, an die Stelle der früher herrschend gewesenen Stilnachahmungen eine neue Manier zu setzen. Man suchte lediglich die in der japanischen Kunst leicht erkennbaren Grundsätze für die einheimische zu verwerten, ohne auch nur im geringsten damit seine eigene Natur preisgeben zu wollen.

Nicht nur den Weg zur Natur haben unsere Künstler durch die Erkenntnis japanischer Kunstart wieder zurückgefunden, sondern auch in der Verwendung und Umbildung der Naturformen zu dekorativen Kunstwerken hat jene Kunst bei uns vorbildlich gewirkt, und nicht zum wenigsten haben wir in rein technischer Hinsicht von der Kunst Japans zu lernen gehabt. Auf dem Gebiete des Flächenmusters hat England unter Befolgung japanischer Kunstprincipien mit grösstem Erfolge neue und eigenartige Schöpfungen zu stände gebracht, durch das Beispiel japanischer Erzeugnisse sind die französischen Töpferwaren zu vollendeten Kunstwerken ausgebildet worden, in der Kopenhagener Porzellanmanufaktur ist die Bemalung nach dem in Japan üblichen Verfahren von wirklichen Künstlern ausgeführt worden, und es sind so Werke geschaffen worden, die neben denen der sogenannten hohen Kunst den gleichen Rang einnchmen. Ohne die Kenntnis japanischer Buntdrucke würde das moderne Plakat kaum in so kurzer Zeit die Wege zu seiner künstlerischen Entwickelung gefunden haben.

Bei einem Überblick über die Entwickelung des modernen Plakates erscheint es darum notwendig, mit der Kunst Japans den Anfang zu machen, obwohl das Plakat selbst in Japan wohl niemals die Rolle gespielt hat, die es in unseren modernen Gressstädten Europas und Amerikas sich zu erringen wusste. Nach der Schilderung, die ein Japaner von der Entwickelung des Plakat-wesens seiner Heimat in dem bei Boudet in Paris erschienenen Werke »Les affichcs etrangixes« gegeben hat, ist in Japan das industrielle Plakat weniger gebräuchlich gewesen, als bei uns in Europa Es wurde anfangs nur in schwarz auf weiss gedruckt und nur in kleinem Formate hergestellt; eine Ausnahme hiervon machten allein die Plakate für Theatervorstellungen und ähnliche öffentliche Aufführungen. Man klebte zuerst kleine Papiere mit handschriftlichen Anpreisungen an Baumstämme, Brückenbrüstungen und Grundstückseinzäunungen, doch niemals an die Wände der leicht-gebauten Häuser selbst. Da soll vor Jahrhunderten schon ein Priester, um die Einwohner vor Pestgefahr zu schützen, an die Wohnungen das Bild seines Schutzpatrons angeschlagen und den Namen seines Tempels beigeschrieben haben, um dadurch auch zu noch grösserem Schutze das Volk zum Besuche seines Tempels aufzufordern. Es gewährte auch die Eingangsthür des Tempels dem Bilde Aufnahme und bald kamen noch mehr Bilder hinzu, die den Zweck hatten, dem Schutzpatron Dank zu sagen oder Wünsche nahezulegen. So kam die Sitte auf, Wünsche und Danksagungen an die Gottheit, kleine Exvototafeln, in den Tempeln aufzuhängen, und dies führte dazu, dass solche kleinere Karten auch zur Anzeige industrieller Unternehmungen benutzt wurden. Allmählich wurden dann die Karten selbst vervollkommnet und mehr und mehr künstlerisch ausgestattet. Die Blüte des Farbendrucks setzte im vorigen Jahrhundert bald an die Stelle der einfarbigen Blätter farbenfreudige Bilder, doch immer in kleinem Formate. Im Jahre 1830 soll ein japanischer Dichter darüber ein Klagelied angestimmt haben, dass der Anblick der Tempel, anstatt in einer Umgebung von Sträuchcrn und Blumen zu erscheinen, durch die Unmenge von bunten Bildern verunstaltet werde.

Die Unbefangenheit der Japaner bei der Anbringung ihrer kleinen Plakate an und in den Tempeln, an Aussichtspunkten im Gebirge und an anderen Orten wird durch die Erzählung beleuchtet, dass zur Verbreitung der Plakate wesentlich die Pilger hcran-gezogen wurden. Japan war früher in einige dreihundert Statthalte-reien eingeteilt, und nur die Pilger durften ungehindert ohne Pässe von Tempel zu Tempel wandern. Darum reisten viele Leute in der Verkleidung von Pilgern; anfangs benutzten Vergnügungsreisende die Gelegenheit und Hessen überall ihre Karten zurück, die bildmässig verziert waren; später befolgten die Kaufleutc dieses Beispiel; schliesslich reisten sie zur Verbreitung ihrer Plakate nicht selbst im Lande herum, sondern betrauten damit arme Pilger gegen ein Entgelt. An deren Stelle trat dann zuerst in Yeddo eine wohlorganisiertc Plakatgesellschaft, die sowohl den Druck wie die Verbreitung der Plakate übernahm.

Neben diesen kleinen Karten, die etwa unseren Innenplakaten entsprachen, sind aber auch schon frühzeitig riesengrosse Plakate für Schauspiele und andere Vorstellungen in Gebrauch gekommen. Diese waren allerdings nicht gedruckt, sondern gemalt, da sie nur in geringer Anzahl jedesmal benötigt wurden. Sie waren an den Aussenwänden und in der Umgebung der Theater angebracht und enthielten meist eine Hauptscene des aufzuführenden Stückes in lebensgrossen Figuren; häufig war darauf auch nur eine Figur eines der ersten Schauspieler abgebildet. Diese grossen bannerartigen Plakate wurden aber nicht nur als Aushängeschilder benutzt, sondern sie wurden auch in den Strassen hcrum-getragen, und hierbei wurde durch Trommelschläge die Menge heran-gclockt. Ausrufer der Theater- oder der Gauklertruppe verkündeten dann das Programm der Vorstellung, erklärten die im Bilde veranschaulichte Scene und luden zum Besuche des Theaters ein. Manchmal wurden sogar einige Scenen des Stückes auf der Strasse vorgespielt, um das Publikum auf dessen Inhalt noch gespannter zu machen. Von diesen grossen gemalten Plakaten ist naturgemäss nur eine geringe Anzahl erhalten geblieben. Vor einigen Jahren kamen einzelne Stücke durch ein Exporthaus nach Paris und erregten dort unter den Künstlern Aufsehen.

Japanische Farbenholzschnitte waren ja schon seit Jahrzehnten gerade in Paris hinlänglich bekannt gewesen und hatten die Künstler erkennen lassen, dass für den Buntdruck deren stilistische Eigentümlichkeiten angewandt werden müssten. Die Verehrer oder vielleicht auch die Verächter der japanischen Kunst hatten bald ein neues Schlagwort geprägt, den »Japanisrnus«, das natürlich wie auf dem kunstgewerblichen Gebiete, so auf dem des Kunstdruckes nur noch mehr die Aufmerksamkeit auf japanische Erzeugnisse hinlcnktc. Man verkannte nicht die Mängel japanischer Kunstweise, vom Standpunkte unseres Kunstempfindens aus beurteilt; den mangelnden Ausdruck in den Gesichtem, die geringe Durchbildung des Charakters und der Empfindung, die Starrheit der Figuren, sowie das Fehlen oder die ungenügende Ausbildung der Linear- und Luftperspektive. Aber man erkannte auch, dass die japanischen Holzschnitte durch Vorzüge ausgezeichnet waren, die unseren Buntdrucken seither unbekannt gewesen waren. Während unsere Buntdrucke die Ästhetik der Malerei sich zur Richtschnur nahmen und wie ein gemaltes Bild zu erscheinen suchten, worin alle Gegenstände körperlich und stofflich getreu nachgeahmt sind und alle Erscheinungen täuschend ähnlich wiederzugeben gesucht werden, sah man, dass bei den japanischen Buntdrucken die Ästhetik der Zeichnung ausgesprochen wurde, dass auf die volle körperliche Erscheinung im Bilde, auf die sorgfältige Modellierung, auf die genaue Schilderung der Umgebung verzichtet wurde, und dass dafür in allen Darstellungen die flächenhafte Farbengebung allein geltend war. Bei der liebevollsten Naturbeobachtung im einzelnen sah man doch durchaus keine realistische Ausdrucksweise, vielmehr, dass gerade durch den Verzicht auf volle Naturwahrheit eine dekorative Flächenwirkung erstrebt und erzielt worden war. Man erkannte endlich an diesen Buntdrucken, die ihre volle künstlerische Ausbildung erst in der zweiten Hälfte des vorigen und im Anfänge unseres Jahrhunderts erlebten, in der Farbengebung eine so unendliche Feinfühligkeit, ein so sicheres Beherrschen aller Ausdrucksmittel, dass man nie! t zu entscheiden wusste, ob hier ein angeborenes Empfinden oder höchstes Raffinement sich aussprach, von dem man aber in jedem Falle noch unendlich viel zu lernen hatte. Wenn die europäischen Künstler versuchten, sich die gleichen Vorzüge anzueignen, wer wollte darüber gegen sie einen Tadel aussprechen? Die Kunst hat etwas Kosmopolitisches, und es ist darum nur natürlich, dass jeder Fortschritt, den eine Nation macht, auch der anderen zu gute kommen muss. So wurde also der dekorative Charakter der japanischen Farbendrucke, die Betonung des Wesentlichsten, das nur andeutende Verfahren an Stelle einer realistischen Bildwirkung, die Vereinfachung des Aasdrucks, die Anwendung der Umrisslinien und Farben flächen, sowie die bewusst vorgenommene Farbenverteilung für die Ausbildung des modernen Plakates vorbildlich. Und darum muss eine Geschichte des modernen Plakates mit einer Charakteristik dieser Dinge den Anfang machen. Es ist dies ungleich wichtiger für das Verständnis des modernen Plakatstils, als wenn man in frühere Jahrhunderte unserer abendländischen Kulturentwickelung zurückgeht und alle diejenigen Mittel zu registrieren sucht, mit denen vordem Reklame zu machen gesucht wurde.

Auch die Entwickelung des Plakatwesens in Japan hat dem gegenüber nur eine sekundäre Bedeutung, da sie auf die anderer Länder keinen Einfluss ausgeübt hat. Japanische Plakate haben nur insofern Interesse für uns, als wir an ihnen die gleichen stilistischen Grundsätze beobachtet sehen, wie an den japanischen Buntdrucken. Dies lassen sowohl unsere Textbilder erkennen, wie auch besonders die farbige Nachbildung des grossen japanischen Theaterplakates, das hier zum erstenmale veröffentlicht wird. (Tafel.) Das Plakat stammt aus der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts, und cs lässt sich daran in der sorgfältigeren Durchbildung der Linearperspektive schon der Einfluss europäischer Kunstweise erkennen. Im übrigen hat es alle vorher geschilderten Eigentümlichkeiten einer reinen Flächendekoration in echt japanischer Auffassung. Die dargestellte Scene ist für uns gleichgültig, sie hat für uns um so weniger Interesse, als gerade die typische Gleichartigkeit der Gesichter, die ruhige Haltung der einzelnen Figuren uns den Ausdruck bestimmter Gefühle nicht erkennen lässt und etwas Steifes, Konventionelles nicht verleugnen kann. Um so mehr aber muss der Gegensatz zu unseren landläufigen Plakaten und Flächendekorationen früherer Zeit auffallen. Da ist nichts zu erkennen von einer angestrebten realistischen, täuschenden Darstellung der Natur, die Menschen zeigen keine Modellierung der Körperformen, cs fehlt die Wiedergabe von Licht und Schatten, cs wird alles nur in Umrissen und Flächen gezeigt in möglichster Vereinfachung der Farben und Linien, es fehlen die Zwischentöne und es fehlt völlig die Absicht, das Bild auf einen Gesamtton abzustimmen, vielmehr erkennen wir neben der Anwendung von zarten Farbentönen zugleich eine Vorliel>e für lebhaft leuchtende Farben. Darin offenbart sich eine Stilisierung der Farben und Formen nach rein dekorativen Gesichtspunkten. Und hierdurch wird das Blatt für uns bedeutungsvoll, wir erkennen in ihm die Grundsätze der Flächendekoration, die der moderne Maucranschlag befolgen muss, um den eigentlichen Plakatstil sich anzueignen.

Der Umstand, dass jenes Plakat von seinem Künstler mit der Hand gemalt und nicht gedruckt wurde, bringt es mit sich, dass eine reichere Farben-skala darin angewandt ist, als wir für unsere modernen gedruckten Plakate nötig haben. Aber wie vornehm sind die Farben gewählt und welche Leuchtkraft besitzen siel Das zeigt trotz der starken Verkleinerung unsere im übrigen vorzüglich wiedergegebene Nachbildung, zu der zwölf Farbenplatten benutzt wurden. Nur das Schwarz auf dem Original hat eine noch grössere Tiefe, die sich im Druck nicht leicht erringen lässt; auch kommt die zarte Tönung der Umrisslinien auf dem über zwei Meter grossen Original viel besser zur Geltung. Die Wirkung dieser Umrisslinien ist durchaus nicht die gleiche, wie auf einigen Plakaten von Eugene Grasset, der darin eine grössere Härte zeigt und gleich-massig schwarz bleibt. Dagegen hat 1 lenri de Toulouse-Lautrec es in einigen Plakaten verstanden, auch die Umrisse in der Weise der Japaner in zarteren, mehr verschwimmenden Farben wiederzugeben. Er ist auch der erste, der die raffiniert feine Farbenzusammenstellung von japanischen Buntdrucken sorgfältig studiert hat und in selbständiger Weise im Plakate verwertet zeigt. So lässt sich, auch in Einzelheiten der Einfluss japanischer Kunstweise in unseren modernen Plakaten leicht nachweisen.

Text aus dem Buch: Das moderne Plakat (1897), Author Sponsel, Jean Louis.

Siehe auch:
Das moderne Plakat – Vorwort

Das moderne Plakat

Die Bewegung für das moderne Plakat ist von Künstlern ausgegangen und von Kunstforschern, Kunstschriftstellern und Kunstfreunden wesentlich gefördert worden. Sie ist ein Protest gegen die Nachahmung, gegen das vernunftlose Fortschreiten in ausgefahrenen Geleisen, gegen die fabrikmassige Herstellung von Dutzendware. Sie steht in engem Zusammenhang mit dem in allen Kulturländern erkennbaren Bemühen: uns frei zu machen von veralteten Traditionen, für die Lebensgewohnheiten unserer Zeit die eigenen Formen zu finden und unser Dasein im Leben des Tages, auf der Strasse und im Hause, durch die Kunst zu veredeln.

Seit dem Erwachen der neuen Kunst für die Strasse sind kaum drei Jahrzehnte verstrichen, und schon macht sich der Einfluss fühlbar, den das moderne künstlerische Plakat auf das Volk ausübt. Das Plakat in seiner neuen Form ist vielleicht der mächtigste Agent in der Erziehung des Volkes zum Kunstempfinden und zum Kunstbedürfnis. Jedenfalls aber hat das moderne künstlerische Plakat in den breitesten Schichten die Erörterung künstlerischer Fragen, die vordem durch andere Interessen zurückgedrängt waren, zum Tagesgespräch gemacht. Zahllose Artikel in den Tageszeitungen sowie in den unterhaltenden und belehrenden Zeitschriften haben immer wieder von neuem die Aufmerksamkeit .auf jenes interessante Gebiet gelenkt. Seit einigen Jahren sind bei uns in Deutschland, nachdem das Ausland darin vorangegangen war, allmählich immer zahlreicher gute. künstlerische Plakate entstanden, die mehr als das geschriebene und gesprochene Wort durch ihr Vorhandensein und durch ihre Bildsprache Anhänger und Freunde der neuen Kunst geworben haben. Wenn man sich bei uns in Deutschland im Anfänge der Bewegung gegen das moderne Plakat ablehnend verhielt, besonders weil in den modernen Plakaten des Auslandes vielfach Sittenschilderungen zu sehen waren, die mit unseren Anschauungen und Moralbegriffen nicht im Einklang standen, so haben inzwischen unsere neuen deutschen Plakate hinreichend davon überzeugt, dass wir sehr wohl die neuen Principien annehmen können, ohne darum zugleich die unserem Volkstum eigentümliche Denkart und Empfindungsweise hintanzusetzen.

Das moderne Plakat ist auch bei uns schon zu einer Macht geworden, ja es hat seinen Einfluss, seine technische uud stilistische Eigenart auch schon in anderen Gebieten des Kunstdrucks geltend gemacht, die seither lediglich der Industrie untergeben waren. Das Plakat, die Postkarte, der Buchumschlag, die Speisekarte, das Notenblatt, der Theaterzettel und vieles andere wird heute vielfach in künstlerischem Buntdruck hergestellt, von Künstlern entworfen und ausgeführt.

Während die Franzosen schon grössere Werke über die neue Plakatkunst besitzen und auch von englischer Seite der Stoff behandelt wurde, ist bisher in Deutschland noch kein Werk erschienen, das die Bewegung für das moderne Plakat im Zusammenhänge geschildert hätte. Wenn dies in dem vorliegenden Buche versucht wird, so ist sich der Verfasser sehr wohl der Schwierigkeit bewusst gewesen, eine fast gleichzeitig in allen Kulturländern zu frischem Leben erblühte Kunst, die mit jedem Tage neue Früchte zeitigt, im vollen Umfange zu überblicken. Soweit es möglich war, ist der Stand der Entwickelung bis zum heutigen Tage dargelegt worden. Es sind hierbei immer nur die charakteristischen Werke, die in irgend einer Richtung etwas Neues in die Entwickelung hineingetragen haben, behandelt worden. Eine vollständige Aufzählung moderner Plakate und ihrer Künstler ist jedoch vermieden worden; diese ist Sache der Kataloge; in diesen ist auch die Aufzählung der Farbenplatten und der Masse, sind die biographischen Notizen über die Künstler, die Angaben der Druckfirme n und anderes mehr in erster Linie am Platze. Als der umfassendste und sorg-faltigst gearbeitete Katalog dieser Art verdient der von Alexandre Henriot für die zu Reims im November 1896 stattgehabte Plakatausstellung genannt zu werden. In Deutschland ist der Katalog der Hamburger Plakatausstellung vom Herbst 1896 daneben von besonderem Wert.

Auf die Aaswahl der Abbildungen, sowohl der einfarbigen Textbilder wie der farbigen Nachbildungen, wurde in unserem Werke grosse Sorgfalt verwendet, und es wurden besonders solche Plakate abgebildet, die sowohl für die Entwickelung der neuen Kunst von Bedeutung sind, als auch noch für die Zukunft von vorbildlichem Werte zu sein scheinen. Wenn schon jedes Werk über ein Gebiet der Kunst der Abbildungen nicht entraten kann, so erschien in einem Werke über Plakate, wo cs auf das Wie der Darstellung so sehr ankommt und dies durch Worte allein nicht gezeigt werden kann, ein möglichst umfangreiches Abbildungsmaterial besonders angebracht. Es wird von dem Verfasser dankbar anerkannt, dass hierbei sowohl die Künstler das Zustandekommen des Werkes in liebenswürdigster Weise gefördert haben, wie auch dass die Verlagshandlung allen Wünschen, die im Interesse der Vollständigkeit und Zweckdienlichkeit des Buches gestellt werden mussten, bereitwilligst nachkam. Was besonders die farbigen Steindrucktafeln betrifft, so sind diese mit einer solchen Treue und so feiner künstlerischer Nachempfindung hergestellt worden, dass diese kaum zu übertreffen sein werden. So darf die Hoffnung ausgesprochen werden, das Werk werde der noch jungen Kunst in Deutschland zahlreiche Freunde gewinnen und zu ihrem weiteren Fortblühen kräftigst beitragen.

Text aus dem Buch: Das moderne Plakat (1897), Author Sponsel, Jean Louis.

Das moderne Plakat