Alle Kinder der DDR besuchen pflichtgemäß vom 6. bis 16. Lebensjahr die zehnklassige allgemeinbildende polytechnische Oberschule. Der Besuch der Schule sowie aller anderen Bildungseinrichtungen ist kostenlos.

Mit dem Abschluß der 10. Klasse, den rund 90 Prozent aller Schüler erreichen, sind jedem Abgänger bereits ein Lehrvertrag oder die Aufnahme an einer Fachschuleinrichtung gesichert. Für Schüler, die die 10. Klasse nicht erreichen, stehen ebenfalls genügend Lehrstellen zur Verfügung, die mit dem Facharbeiterabschluß enden. Jugendliche mit sehr guten schulischen Leistungen und dem Wunsch, einmal zu studieren, können nach dem Abschluß der 10. Klasse für zwei weitere Jahre zur erweiterten Oberschule delegiert werden, die sie mit dem Abitur, der Hochschulreife, beenden.

Alle Schüler der 11. und 12. Klassen erhalten eine monatliche finanzielle Unterstützung, alle Lehrlinge ein Lehrlingsentgelt und alle Studenten ein nichtrückzahlbares staatliches Stipendium. Es gibt weder Jugendliche ohne Lehrstelle noch junge Facharbeiter ohne Arbeitsplatz, denn jeder Betrieb ist verpflichtet, mit dem Jugendlichen nach Abschluß der Lehre einen Arbeitsvertrag abzuschließen. Ebenso erhalten ausnahmslos alle Studenten, die ihre Ausbildung an den 54 Universitäten und Hochschulen sowie 240 Fachschulen abgeschlossen haben, 1984 waren es 67000, einen Arbeitsplatz.

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In der DDR werden jährlich etwa 130000 Ehen geschlossen.

Das durchschnittliche Heiratsalter liegt zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr. Oft wird auch jünger geheiratet, was nicht immer problemlos ist. Die Partner sind in allen Fragen gleichberechtigt, sie haben in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung und sind beide berufstätig. Junge Eheleute können einen zinsfreien Kredit von 5 000 Mark für die Ausstattung der Wohnung erhalten, dessen Rückzahlung bei der Geburt von Kindern teilweise oder ganz erlassen wird.

Der Kinderwunsch vieler Ehepaare oder alleinstehender Frauen wird durch günstige soziale Bedingungen gefördert:

Der Schwangerschafts- und Wochenurlaub beträgt 26 Wochen; bei der Geburt jedes Kindes wird eine Unterstützung von 1000 Mark gezahlt; bei Geburt eines zweiten Kindes kann die Mutter ein „Babyjahr“ in Anspruch nehmen, sie erhält in dieser Zeit 75 Prozent ihres Nettoverdienstes; beim dritten Kind kann sie zu gleichen Bedingungen sogar 18 Monate zu Hause bleiben. Das sind nur einige Beispiele.

In der Mehrzahl aller Familien gehen Vater und Mutter arbeiten. (Über 90 Prozent aller Frauen in der DDR sind berufstätig.) In Kinderkrippen und -gärten werden die Kinder bis zum 6. Lebensjahr für ein nur geringes Entgelt tagsüber von Fachkräften betreut. Für Schüler der ersten vier Klassen besieht in den Schulen ein Schulhort, in dem sie sich am Nachmittag aufhalten, dort spielen und Schularbeiten erledigen können. Familiengründung und Familienleben werden also durch vielseitige Unterstützung des Staates erleichtert. Man lebt mit einem gesicherten und kontinuierlich steigenden Einkommen, mit dem man die wachsenden Ansprüche befriedigen und ohne Ängste vor materieller Not oder sozialem Abstieg leben kann. Aber es gibt in der DDR auch eine hohe Zahl von Ehescheidungen aus den verschiedensten Gründen. Eine Folge davon sind unter anderem Wohnungsprobleme.

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Wirtschafts- und Sozialpolitik sind untrennbar miteinander verbunden. Diese Einheit gehört zum Wesen der sozialistischen Gesellschaft. Sie wird durch wachsende wirtschaftliche Ergebnisse und eine hohe Leistungsbereitschaft der Werktätigen verwirklicht. Die produzierten höheren Werte dienen licht nur der Reproduktion und Investitionen in der Wirtschaft, sondern kommen dem einzelnen Bürger unmittelbar als höherer Lebensstandard und in einer umfassenden sozialen Sicherheit zugute. Spürbar für den einzelnen ist dies an dem wachsenden individuellen Einkommen, der Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus und den steigenden Leistungen des Staates für das Wohl aller. Zu diesen Leistungen gehören Stützungen für die stabilen und niedrigen Verbraucherpreise für Grundnahrungsmitteh für Mieten. Tarife und Dienstleistungen, die Ausgaben für das Wohnungs- und Gesundheitswesen, für Bildung und Kultur. Das Realeinkommen pro Kopf der Bevölkerung erhöhte sich 1984 gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent.

Das Durchschnittseinkommen einer vierköpfigen Familie, von tler zwei Personen berufstätig sind, beträgt rund 2000 Mark. Miete, Gas, Strom, Heizung, Wasser machen insgesamt rund fünf Prozent des Familieneinkommens aus. Die Preise für Hauptnahrungsmittel wie Brot, Kartoffeln, Fleisch, Fisch, Mehl, Zucker, Fette und andere Waren sowie Tarife sind seit Jahrzehnten unverändert geblieben und garantieren allen ein hohes Verbrauchsniveau. Relativ teuer sind einige Importe und langlebige Industriegüter. Trotzdem stieg der Einzelhandelsumsatz allein bei Industriegütern im vergangenen Jahr um fünf Prozent, und der Bedarf an Erzeugnissen von hoher Qualität ist zur Zeit höher als das Angebot. Dies soll in den nächsten Jahren schnell verändert werden, indem die Produktion bedarfsgerechter Konsumgüter verbessert und erweitert wird.

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Die DDR ist ein hochindustrialisiertes Land. Ihre Volkswirtschaft beruht auf volkseigenem und genossenschaftlichem Eigentum. Volkseigentum sind Bodenschätze, Banken, Versicherungen, Betriebe, Verkehrswesen. Gesundheitswesen. Bildungswesen, Kultureinrichtungen, große Teile des Wohnungsfonds und fast alle Handelseinrichtungen. Genossenschaftliches Eigentum gibt es vorwiegend in der Landwirtschaft, im Handwerk und auch im Handel. Im Dienstleistungsbereich bestehen private Einzelhandelsgeschäfte, Gaststätten und Handwerksbetriebe.

Die Wirtschaft des Landes wird auf der Grundlage einheitlicher Pläne geleitet. Sie sind Gesetz. In Fünfjahresplänen wird die Entwicklung der Wirtschaft und aller gesellschaftlichen Bereiche festgelegt und in den jährlichen Volkswirtschaftsplänen konkretisiert. Auf der Grundlage dieser Pläne arbeiten die Leiter der Kombinate und Betriebe ihre Produktionspläne aus.

Hauptindustriezweige sind die Energie- und Brennstoffindustrie, die Chemieindustrie, der Maschinen- und Fahrzeugbau, die elektronische und elektrotechnische Industrie. Die Elektroenergie der DDR wird zu 83 Prozent auf der Basis der einheimischen Braunkohlevorkommen und zu 11 Prozent über Kernkraftwerke gewonnen. Die Braunkohle ist der wichtigste einheimische Rohstoff (die DDR fördert mehr als ein Drittel der jährlichen Weltförderung). In großen Lagerstätten sind außerdem Kalisalz, Steinsalz, Schwerspat, Kalk, Kreide, Ton, Flußspat und Kies vorhanden. Andere Rohstoffe müssen zum größten Teil bzw. vollständig importiert werden.

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