Kategorie: Deutsch-Amerikaner


Die ganze letzte Oktoberwoche hatte die Bevölkerung von Rom den Einzug des Fascistenheeres erwartet. Viele hatten geglaubt dass die von Norden nach Neapel zum grossen Fascistentag rollenden Züge einfach in der Hauptstadt Halt machen und die Legio neu auf den römischen Bahnhöfen ausschiffen würden. Aber diese Gelegenheit ging ohne Zwischenfall vorüber. Die Regierung hatte starke Vorsichtsmassregeln getroffen und die Fascisten selbst hatten ihre Plane auf einen späteren Termin verschoben. Wohl hatten viele Züge in Rom einen längeren Aufenthalt, den die Fascisten dazu benutzten, sich die Hauptstadt anzusehen, so dass die schwarzen Hemden viel zahlreicher als sonst in den Strassen zu sehen waren, aber sie waren unbewaffnet und zogen nach kurzem Aufenthalt nach Neapel weiter. Auch die Rückkehr ging ohne Zwischenfälle vor sich.

Der erste Alarm verbreitete sich in Rom am Freitag Abend (27. Oktober), als das „Giornale d’ltalia“ die Nachricht brachte, dass die Fascisten in Pisa und anderen toskanischen Städten zu mobilisieren begonnen hätten und auf die Hauptstadt losmarschierten. Nachts aber hörte man Polizei-Patrouillen durch die Strassen reiten und als ich am nächsten Morgen zum Tiber kam, sah ich an den Brücken starke Wachen mit auf gepflanztem Gewehr neben Drahtverhau Böcken aufgezogen. Ausserdem waren solche Abwehr-Massregeln in grösserem Massstabe schon am Bahnhofe und auf dem Quirinalplatze getroffen worden. Das Volk betrachtete sie mehr neugierig als ängstlich und das Leben ging vorläufig seinen ruhigen normalen Gang weiter. Inzwischen über nahm die Militärbehörde den Schutz der öffentlichen Ordnung und liess den Verkehr der Trams und Automobile einstellen, so dass Rom, dessen zu enge Strassen in nor malen Zeiten von Fahrzeugen aller Art überfüllt sind., einen ungewohnt leeren und ruhigen Eindruck machte, auch als die ersten Fascistenscharen eingetroffen waren.

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Von Dr. HEINRICH SCHNEE
früher Gouverneur von Deutsch-Ostafrika

In Hamburg wurde im November das Denkmal des grossen Afrikaners Wissmann wiederaufgerichtet. Es stand ursprünglich in Daressalam, der Hauptstadt Deutsch-Ostafrikas. Als die Engländer während des Weltkrieges im Jahre 1916 Daressalam besetzten, sandten sie das Denkmal nach England. Nach dem Friedensschluss haben sie es an Deutschland wiederherausgegeben.

Wissmanns Name ist mit der Geschichte der deutschen Kolonisation, vor allem unserer grössten Kolonie, untrennbar verknüpft. Der kühne Afrikaforscher, der als Leutnant unter deutscher Flagge den dunklen Kontinent durchquert hatte, erschien dem Fürsten Bismarck als der geeignete Mann, des 1888 an der ostafrikanischen Küste ausgebrochenen Araberaufstandes Herr zu werden. Er warb von Aegypten aus Sudanesen an, bildete aus diesen und anderen afrikanischen Eingeborenen mit Hilfe deutscher Offiziere und Unteroffiziere seine Truppe, die „Wissmanntruppe“, und warf den Aufstand in energischem Vorgehen schnell nieder. Nach glänzenden Erfolgen, die durch keinen Schatten verdunkelt waren, kehrte er nach Deutschland zurück. Er kam, wie Bismarck sagte, mit „weisser Weste“ heim, ebenso wie er ausgezogen war.

Von jener Zeit ab datiert erst die volle Inbesitznahme Deutsch-Ostafrikas, von da ab erst setzte die Erschliessung auch der entfernteren Teile der Kolonie ein. Wissmann selbst trug dazu bei, indem er den nach ihm benannten Dampfer „Hermann v. Wissmann“ an den die Kolonie im Innern begrenzenden grossen Binnensee brachte. Schliesslich wurde er selbst in der Mitte der 90er Jahre, als Gouverneur an die Spitze der Kolonie gestellt, welche ihm so viel zu verdanken hatte. Aber die ungeheuren Strapazen, welche er als Forschungsreisender, als Expeditionsjführer, als Kolonisator durchgemacht hatte, hatten seine Gesundheit zerrüttet. Wenig länger als ein Jahr konnte er die Geschäfte als Gouverneur führen, dann musste er endgültig seinem geliebten Afrika den Rücken kehren. Als Reichskommissar für koloniale Angelegenheiten vermochte er in der Heimat noch seine reichen Erfahrungen zur Verfügung zu stellen, bis ihn allzu früh ein plötzlicher Tod ereilte.

Wissmann bedeutet uns mehr als die grosse Einzelpersönlichkeit, die über See für Deutschlands Ehre und Deutschlands Ausbreitung gekämpft und gelitten hat. Der furchtlose Träger der deutschen Fahne durch den dunklen Erdteil, der Vorkämpfer der deutschen Sache jenseits des Meeres, welcher selbstlos und frei von jedem Makel sein ganzes Selbst für sein Vaterland ein setzte, verkörpert für uns den kolonialen Gedanken. Er ist uns ein Symbol deutscher überseeischer Kolonisation.

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Mitglieder des Ku-Klux-Klan um das Flammenkreuz geschart.

Der Ku Klux Klan, welcher in den 18 Sechziger- und Siebziger Jahren im Süden des Landes sein Unwesen trieb und dem unzählige, durch das fünfzehnte Bundes-Amendement frei gewordene Neger zum Opfer fielen, und trotz aller Gegenmassregeln in jenem Teile des Landes nie gänzlich ausgestorben war, hat in jüngster Zeit wieder in beängstigender Weise sein Haupt erhoben und scheint seine Tätigkeit, die sich früher fast ausschliesslich auf Neger erstreckte, auch auf andere Einwohner des Landes und zwar in allen Teilen desselben ausdehnen zu wollen. In welch’ herzloser Weise diese fanatische Brüderschaft damals im Süden hauste, mag folgendes Erlebnis, welches in allen seinen Teilen auf Tatsachen beruht, veranschaulichen.

Es war zu Beginn der Siebziger Jahre des verflossenen Jahrhunderts als eine Anzahl deutscher Einwanderer, welche mittellos in New Orleans gestrandet waren, durch verlockende Versprechungen, von denen die meisten nicht eingehaltcn wurden, durch Vermittelung eines zungengewandten deutschen Adeligen nach einer Baumwollen-Plantage im Innern des Staates Louisiana gelockt wurden, um dort für die Hälfte der Ernte zu arbeiten. Den Ankömmlingen wurden zur Wohnung alte Blockhäuser angewiesen, die früher von Farbigen bewohnt und mit Ungeziefer reichlich behaftet waren. Der Eigentümer der Plantage lieferte die zur Bearbeitung des Landes nötigen Maulesel und das Futter für die mit Bezug auf den Frass nicht sehr wählerischen Tiere, und der Besitzer des in der nächsten Ortschaft befindlichen „General Store“ (solche wurden im Süden fast ausschliesslich von Israeliten betrieben) borgte den Leuten bis zur nächsten Baumwollernte die nötigen Lebensmittel. Die Neger auf den benachbarten Plantagen arbeiteten zu denselben Bedingungen, da sie jedoch des Lesens und Schreibens unkundig waren, steckten sie, nachdem sie ihre Baumwolle an den Besitzer des „General Store“ abgeliefert hatten, regelmässig noch in Schulden.

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Deutschland, der Träger der Welt-Kultur.

Das Wort „Kultur ” umfasst in Wirklichkeit eine Welt von Errungenschaften, die, aneinandergereiht, gewissermassen einen einheitlichen Begriff darstellen, und die nur als solche mit den Errungenschaften anderer Nationen verglichen werden können. Erste Bedingung für ein Kulturvolk ist die Schaffung einer wirklichen Wehrmacht gegen auswärtige Feinde, da ein einziger Fehlgriff, wie die Geschichte lehrt, den Untergang eines Volkes herbeiführen kann.

Zweckmässige hygienische Einrichtungen und sorgsame, öffentliche Gesundheitspflege, Sauberkeit, Herstellung von Nahrungsstoffen und Arzeneien auf wissenschaftlicher Grundlage, ausgedehnte Wohlfahrtseinrichtungen wie Wasseranlagen, Beleuchtung, Beförderungsmittel, zuverlässiger Telegraphen- und Telephondienst, Gesetze zum Schutze des Lebens, zur Sicherheit und Wohlfahrt des Volkes in allen seinen Schichten, gute Verkehrsstrassen und öffentliche Plätze, Versicherungen, Altersversorgung, Invalidenstiftung und dergleichen, gute Schulen und allgemeine Erziehungsanstalten zur Förderung von Kunst und Wissenschaft sovie auch des Geldwesens und des Handels, ein verschwindender Bruchteil von Analphabeten, ideale Ziele auf dem Gebiete der Moral und Ethik (ein ehrenwerter Charakter, der weder im Frieden noch im Kriege Lügen verbreitet), Menschlichkeit (die namentlich in Kriegszeiten davor zurückscheut, verwundeten Soldaten die Augen auszustechen, und den Gefangenen eine menschenwürdige Behandlung angedeihen lässt): das alles gehört dazu.

Ein würdevoller Stolz, der es einer Nation verbieten sollte, sich der schwarzen und der gelben Rassen als Bundesgenossen gegen die weissen Völker zu bedienen, vom höchsten Ehrgefühl eingegebene Grundsätze, Errungenschaften auf dem Gebiete der Landwirtschaft sowie im Felde der Entdeckungen und Erfindungen und deren Ausnutzung, moderne Bequemlichkeiten im Stadt-und Landleben, Mittel und Wege, die Massenarmut einzudämmen und die Bevölkerung vor Hunger zu bewahren, Fürsorge für die Bejahrten und Dienstunfähigen, Kraft zum Wettbewerb im Überseehandel, Aufrechterhaltung der Gesetze des Völkerrechts, selbst im Kriege mit Bezug auf Patente und Verlagsrecht (Copyright), Gerichtshöfe, den Armen und Reichen gleiches Recht zuteil werden zu lassen, Behaglichkeit auf Reisen und im häuslichen Leben, Verpflegung in guten Hotels und Restaurants zu mässigen Preisen, hygienische Zubereitung der Speisen: dies und manches andere bildet einen Teil des vielumfassenden Begriffs „Kultur”.

Nebenbei bemerkt, das deutsche Wort „Kultur” bedeutet weit mehr als das englische Wort „culture” (Bildung). Es ist ein grosser Unterschied zwischen „Zivilisation” und „Kultur.” Viele Völker besitzen eine hohe Zivilisation‘; doch um auf einer hohen Kulturstufe zu stehen, sind Gewissenhaftigkeit, hohe Moralbegriffe und philosophische Lebensanschauungen erforderlich.

Friedrich Wilhelm von Frantzius.

Siehe auch:
vom Kinde
Im Muttertum liegt die höchste Ehre der Frau
Ehre ist das gemeinsame Ideal von Frau und Mann
Arbeitsmaiden und Kinder im 3. Reich
Arbeitsmaiden im 3. Reich
In bäuerlicher Gesittung lebt die germanische Ehrauffassung weiter
Germanengut im Zunftbrauch
Zucht ist angewandtes Wissen von der Vererbung
Der Wald als Lebensgemeinschaft
Der Wegweiser
Voraussetzung zum Kind

Deutsch-Amerikaner Leitgedanken