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In der Galerie – Kunstgemälde der Dresdner Galerie (1904) werden 50 Abbildungen gezeigt.

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Ausgewählte Abbildungen aus der Galerie.
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Gezeigte Kunstgemälde in der Galerie

1. HYACINTHE RIGAUD, König August III. als Kurprinz
2. ALBRECHT DÜRER, Christus am Kreuz
3. TIZIAN, Der Zinsgroschen
4. RAFFAEL, Die Sixtinische Madonna
5. FERDINAND BOL, Jakobs Traum
6. ADRIAEN VAN DER WERFF, Verstoßung der Hagar
7. SALOMON KÖNINCK, Der Eremit
6. JAN VAN DER MEER VAN DELFT, Die lesende Frau
9. CARLO DOLCI, Die heilige Cäcilie
10.KASPAR NETSCHER, Gesang mit Klavierbegleitung
11. GERARD DOU, Der Geiger
12. REMBRANDT VAN RIJN, Selbstbildnis mit seiner Frau Saskia
13. JAN DAVIDSZ DE HEEM, Das große Stilleben mit dem Vogelnest
14. GABRIEL METSU, Der Geflügelverkäufer
15. REMBRANDT VAN RIJN, Die lachende Saskia
16. ADRIAEN VAN OSTADE, Der Meister in seiner Werkstatt
17. DER MEISTER DES TODES DER MARIA, Die große Anbetung der Könige
18. JUSEPE DE RIBERA, Die heilige Agnes
19. GUIDO RENI, Christuskopf mit der Dornenkrone
20. LORENZO LOTTO, Maria mit dem Kinde und Johannes
21. FRANCISCO DE ZURBAR AN, Bonaventuras Gebet während einer Papstwahl
22. RAPHAEL MENGS, Amor
23. REMBRANDT VAN RIJN, Bildnis eines bärtigen Alten
24. BARTOLOME ESTEBAN MURILLO, Maria mit dem Kinde
25. HANS HOLBEIN DER JÜNGERE, Bildnis des Morette
26. JEAN ETIENNE LIOTARD, Das Schokoladenmädchen
27. ANTON GRAFF, Selbstbildnis in ganzer Gestalt
28. ANGELICA KAUFFMANN, Weibliches Bildnis als Vestalin
29. ANTONIO ALLEGRI DA CORREGGIO, Die Madonna des h. Franziskus
30. JAN VAN EYCK, Ein Flügelaltärchen
31. ANTONIUS VAN DYCK, Die Kinder Karls L
32. JACOB VAN RUISDAEL, Die Jagd
33. CLAUDE LORRAIN, Landschaft mit der Flucht nach Ägypten
34. ANTOINE WATTEAU, Gesellige Unterhaltung im Freien
35. PAOLO VERONESE, Die Hochzeit zu Kana
36. MEINDERT HOBBEMA, Landschaft mit Mühle
37. PETER PAUL RUBENS, Merkur und Argus
38. CIMA DA CONEGLIANO, Mariä Tempelgang
39. JAN WEENIX, Das große Stillleben mit dem toten Hasen
40. PALMA VECCHIO, Jakob und Rahel
41. JAN WILDENS, Winterlandschaft mit einem Jäger
42. MICHELANGELO CARAVAGGIO, Die Falschspieler
43. POMPEO BAtONI, Die büßende Magdalena
44. FRANCESCO FRANCIA, Die Anbetung der Könige
45. JAN VAN DER MEER VAN HAARLEM, Blick von den Dünen
46. DAVID TENIERS DER ÄLTERE, Im Dorfe
47. WILLEM KLAASZ HEDA, Ein Frühstückstisch
48. ADRIAEN BROUWER, Bauernschlägerei beim Kartenspiel
49. JAN FY , Hund, Zwerg und Knabe
50. CHRISTIAN LEBERECHT VOGEL, Zwei fürstliche Knaben

Aus dem Buch “Album der Dresdner Galerie” von 1904.

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Zwei fürstliche Knaben


Wir bringen zum Schluß ein höchst anziehendes Bild von einem ausgezeichneten Dresdner Bildnismaler aus dem Ende des achtzehnten Jahrhunderts, das einzige von ihm, welches in weiteren Kreisen bekannt geworden ist. Es gehört aber auch mit Recht zu den Lieblingen aller kunstverständigen Galeriebesucher durch seine geistreiche und zarte Auffassung und den feinen, warmen, von dem köstlichsten Helldunkel durchzogenen Farbenton. Qualitäten, die an die besten älteren Meister erinnern und die federn heutigen Porträtmaler zur Ehre gereichen würden! Christian Leberecht Vogel war in seinen letzten Jahren Professor an der Dresdner Akademie. Früher aber malte er die längste Zeit im Dienste des Grafen Solms auf Wildenfels für die Herrschaften des Umkreises, in deren Besitz seine Bilder geblieben sind. Unser Bildnis stellt nicht, wie man lange gemeint hat, die Kinder des Künstlers dar, sondern zwei Prinzen von Schönburg. Ungezwungen in kindlicher Grazie — wie auf Murillos Kinderbildern — sitzt das Brüderpaar aneinander geschmiegt auf einer Gartenterrasse. Der jüngere, barfüßige Knabe hält eine Peitsche, deren Stil eine viereckige, ins Freie gehende Maueröffnung durchschneidet. Es ist ein feiner Zug, daß der ältere nicht den Beschauer ansieht. Die Kinder leben ganz für sich in ihrer kleinen Welt. Ihr Porträt ist zum Genrebild geworden.

Aus dem Buch “Album der Dresdner Galerie” von 1904.

Siehe auch: HYACINTHE RIGAUD, ALBRECHT DÜRER, TIZIAN, RAFFAEL, FERDINAND BOL, ADRIAEN VAN DER WERFF, SALOMON KÖNINCK, JAN VAN DER MEER VAN DELFT, CARLO DOLCI, KASPAR NETSCHER, GERARD DOU, REMBRANDT VAN RIJN, JAN DAVIDSZ DE HEEM, GABRIEL METSU, REMBRANDT VAN RIJN, ADRIAEN VAN OSTADE, DER MEISTER DES TODES DER MARIA, JUSEPE DE RIBERA, GUIDO RENI, LORENZO LOTTO, FRANCISCO DE ZURBAR AN, RAPHAEL MENGS, REMBRANDT VAN RIJN, BARTOLOME ESTEBAN MURILLO, HANS HOLBEIN DER JÜNGERE, JEAN ETIENNE LIOTARD, ANTON GRAFF, ANGELICA KAUFFMANN, ANTONIO ALLEGRI DA CORREGGIO, JAN VAN EYCK, ANTONIUS VAN DYCK, JACOB VAN RUISDAEL, CLAUDE LORRAIN, ANTOINE WATTEAU, PAOLO VERONESE, MEINDERT HOBBEMA, PETER PAUL RUBENS, CIMA DA CONEGLIANO, JAN WEENIX, PALMA VECCHIO, JAN WILDENS, MICHELANGELO CARAVAGGIO, POMPEO BAtONI, FRANCESCO FRANCIA, JAN VAN DER MEER VAN HAARLEM, DAVID TENIERS DER ÄLTERE, WILLEM KLAASZ HEDA, ADRIAEN BROUWER, JAN FY , HRISTIAN LEBERECHT VOGEL.

CHRISTIAN LEBERECHT VOGEL 1759-1816 Dresdner Galerie

 

 

Hund, Zwerg und Knabe


Während bei den Holländern sich die Maler schon früh in die verschiedenen Aufgaben teilen» hält in Antwerpen Rubens mit seinem umfassenden Talent noch alle Zweige in seiner Hand, und neben Ihm wachsen Spezialisten auf, wie er sie für das Einzelne braucht, den für die Landschaft und den für Tiere und andere wieder für die Ausführung von heiligen Figuren nach seinen Anweisungen. Er braucht sie aber nur, well er die Menge seiner Arbeit nicht allein bewältigen kann. Was sie malen, kann er ebenfalls, und zwar noch besser. Das gilt sowohl von seinen Landschaften wie von seinen Fieren, mit denen er z. B. seinen berühmten Freund Frans Snyders noch übertrifft. Und so oft er sich auch von diesem hat helfen lassen, sein Lieblingstier, das Pferd, vertraut er Ihm nicht an, das malt er Immer selbst. — Jan Fyt aus Antwerpen ist ein feiner Schüler von Snyders, mit einer eigenen Richtung. Es gibt von Ihm bewegte Jagddarstellungen von grösserem Umfange, wie wir sie auch von Snyders haben. Aber diese Sachen sind nicht gerade sehr bezeichnend für Fyt. Am anziehendsten sind seine Tiere ln ruhiger Haltung, Schafe, Ziegen, Geflügel, besonders aber Hunde, die er ln allen Rassen dargestellt hat. Sodann vereinigt er Geflügel und totes Wild zu massig grossen Stillleben, wobei gewöhnlich ein oder zwei Hunde wachthalten. Von Snyders unterscheidet er sich auf solchen Bildern durch eine sorgfältigere Stoffbezeichnung, einen mehr strichelnden oder tupflgen Auftrag und etwas tonlger abgestimmte Farben. Er ist also mehr Klein- oder Feinmaler als jener. In seinen Stillleben aus Hasen und Vögeln nähert er sich manchmal dem nur wenig jüngeren Holländer Jan Weenlx» aber dann malt er weicher und flächiger und meistens auch mit reineren Farben als der Holländer. Unser voll-bezelchnetes und 1652 datiertes Bild zeigt uns als Hauptstück einen prächtigen Hund, dem zuliebe es gemalt worden ist. Der vornehme Knabe und sein Gespiele, ein Zwerg (nach hässlicher höfischer Sitte, die aus Spanien ln die Niederlande kam), sind vielleicht nicht von Jan Fyt selbst gemalt. Der schwere rote Vorhang, der den Durchblick auf eine Rosenhecke begrenzt und zugleich dem Hunde als Hintergrund dient, zeigt uns, dass wir uns ln den spanischen Niederlanden und nicht ln Holland befinden.

Aus dem Buch “Album der Dresdner Galerie” von 1904.

Dresdner Galerie JAN FYT 1611-1661

 

 

Bauernschlägerei beim Kartenspiel


Eine Schenkwirtschaft allerniedrigsten Ranges. Der grüne Kartenspieler hat nach Meinung der andern betrogen und wird von dem gelbbraunen vermöbelt, der blaue zieht für alle Fälle sein Messer. Die Bewegungen sind springend lebendig, was man am deutlichsten empfinden wird, wenn man die Betrachtung von der hocherhobenen Hand mit dem braunen Kruge ausgehen läßt. Einen tiefem persönlichen Ausdruck und individuelle Gesichter, die uns interessieren könnten, haben aber selbstverständlich diese vertierten Menschen nicht, darum sind auch die Körperformen nur obenhin wiedergegeben: man sieht nur soviel, daß es ein kleiner, kurzer Menschenschlag ist. Während die vordere Gesellschaft in helle Aufregung geraten ist, kommen die Wirtsleute hinten am Kamin kaum aus ihrem landesüblichen Phlegma heraus und sie bezeugen ihre Teilnahme an dem Vorgang bloß durch ein mißbilligendes Grunzen, das auf ihren Gesichtem meisterlich ausgedrückt ist. Meisterlich ist auch der Innenraum behandelt, vertieft und durch Helldunkel bis an seine Grenzen aufgeklärt. Ein elender, schmutziger Raum, der aber doch etwas von Behaglichkeit und Intimität — natürlich nach den Ansprüchen dieser Insassen — an sich hat. Und nun das Gerat, das zum Teil zerbrochene, und das wertlose Mobiliar, der am Boden liegende Hut, wie vorzüglich ist das alles wiedergegeben! Durchaus nicht „liebevoll“ wie bei den Stillebenmalern oder bei dem jüngern Teniers, der mit seiner kühlen Virtuosität in diesen Dingen brilliert, sondern als das, was es ist, als Nebensache: jedes einzelne steht oder liegt da, wo es hingehört oder wo es im Bilde wirken kann, den Raum füllend, Licht auffangend, unsern Blick anziehend und weiter führend. Wieviel sicher angewandte Beobachtung und zugleich Sorgfalt in die Beleuchtung dieses ganzen Interieurs gelegt ist, wird man erst inne werden, wenn man sich das Vergnügen macht, ihr — von links her — nachzugehen. Endlich die Farbe. Soviel ist klar, daß dieser Künstler nicht bloß durch Tonmalerei wirken wollte, wiewohl sein Bild auch noch einen Ton hat. Das sagt uns schon der eine grüne Bauer, und wenn wir den als stärksten Anziehungspunkt erkannt haben, so werden wir auch noch weitere farbige Flecke finden. Der Künstler ist also ein Kolorist, der uns außer seinen Gegenständen auch noch Farbenzusammenstellungen hat zu genießen geben wollen. Diese Analyse möchte nur zu dem Eindruck anleiten, daß der Bauernmaler Adriaen Brouwer, der uns gegen fünfzig kleine Bilder dieses wenig interessanten Inhalts hinterlassen hat, alle aus dem Bereiche des homo vulgus, doch mit vollem Recht heute allgemein für einen feinen Künstler erklärt wird, wie er denn auch schon zu seiner Zeit bei vielen etwas gegolten hat. Einzig interessant ist noch, wie sich in ihm die flämische Farbigkeit mit der holländischen Tonmalerei gemischt hat. Er war von Geburt ein Flamländer, aber jung nach Amsterdam gekommen, und hatte auch bei Frans Hals in Haarlem gemalt; dann begab er sich, etwa fünfundzwanzig Jahre alt, nach Antwerpen, wo er schon nach acht Jahren starb. Hier schloß er sich an Rubens an, der — in all seiner vornehmen Idealität — ihn sehr schätzte und z. B. für seinen Hausbesitz nicht weniger als siebzehn seiner kleinen Bilder erworben hatte, und hier in Antwerpen und in Rubens Nähe wurde er erst der ausgesprochene Kolorist, Er selbst wirkte dann wieder auf den jüngeren Teniers ein, der als Bauernmaler ihm bis in die Einzelheiten nach geht, seine Frische und Natürlichkeit jedoch nicht erreicht; dafür sind dessen Bauern manierlicher, und die malerische Haltung und der Farbenton seiner Bilder können allerdings von der höchsten Feinheit sein. Die erhaltenen Werke Brouwers gehören fast alle in seine Antwerpener Periode, in der allein wir ihn also als Künstler ausreichend kennen. Keines hat eine Jahreszahl, bloß ihr malerischer Vortrag und hier wieder vorzugsweise die koloristische Haltung läßt uns innerhalb dieser kurzen Jahre eine Entwicklung in zwei Abschnitten erkennen. Seine Skala ist zunächst bei verhältnismäßig reichlicher Lokalfarbe warm und leuchtend, der Auftrag emailartig und die Stoffnachbildung von großer Wahrheit. Dann gehen bei mehr vertriebenem, duftigem Auftrag die Einzelfarben allmählich in eine kühle, silbergraue Gesamttönung von außerordentlicher Schönheit über. Beide Manieren haben ihr Recht, weil beide auf einem künstlerischen Prinzip beruhen. Die zweite wird wohl heute im ganzen höher geschätzt, weil sie für die feinere gilt. Ihr gehören die meisten der achtzehn Bilder der Münchener Pinakothek an. Unser Dresdner Bild, das einzige mit ganzen Figuren in dieser Sammlung, muß, wie man leicht sieht, obwohl es auch einige kühle Töne hat, der ersten Klasse zugerechnet werden.

Aus dem Buch “Album der Dresdner Galerie” von 1904.

Siehe auch: HYACINTHE RIGAUD, ALBRECHT DÜRER, TIZIAN, RAFFAEL, FERDINAND BOL, ADRIAEN VAN DER WERFF, SALOMON KÖNINCK, JAN VAN DER MEER VAN DELFT, CARLO DOLCI, KASPAR NETSCHER, GERARD DOU, REMBRANDT VAN RIJN, JAN DAVIDSZ DE HEEM, GABRIEL METSU, REMBRANDT VAN RIJN, ADRIAEN VAN OSTADE, DER MEISTER DES TODES DER MARIA, JUSEPE DE RIBERA, GUIDO RENI, LORENZO LOTTO, FRANCISCO DE ZURBAR AN, RAPHAEL MENGS, REMBRANDT VAN RIJN, BARTOLOME ESTEBAN MURILLO, HANS HOLBEIN DER JÜNGERE, JEAN ETIENNE LIOTARD, ANTON GRAFF, ANGELICA KAUFFMANN, ANTONIO ALLEGRI DA CORREGGIO, JAN VAN EYCK, ANTONIUS VAN DYCK, JACOB VAN RUISDAEL, CLAUDE LORRAIN, ANTOINE WATTEAU, PAOLO VERONESE, MEINDERT HOBBEMA, PETER PAUL RUBENS, CIMA DA CONEGLIANO, JAN WEENIX, PALMA VECCHIO, JAN WILDENS, MICHELANGELO CARAVAGGIO, POMPEO BAtONI, FRANCESCO FRANCIA, JAN VAN DER MEER VAN HAARLEM, DAVID TENIERS DER ÄLTERE, WILLEM KLAASZ HEDA, ADRIAEN BROUWER, JAN FY , HRISTIAN LEBERECHT VOGEL.

ADRIAEN BROUWER 1506-1638 Dresdner Galerie