Francesco Paolo Michetti wurde am 2. Oktober 1851 in Tocco di Casauria in den Abruzzen geboren. Vor ungefähr fünfzehn Jahren, erinnere ich mich, sah man fast einen Ruhm darin, sich Abruzzese nennen zu können. Gerade damals war der leuchtende Stern Gabriele d’Anunzios eben aufgegangen; kurz vor ihm hatte sich Michetti einen Namen gemacht, und ihm war seinerseits Tosti auf dem Fusse gefolgt. Ein Musiker, ein Maler und ein Dichter, die alle drei demselben Winkelchen der Provinz Chieti entstammten, ungefähr der gleichen Generation angehörten und durch alte Freundschaft mit einander verbunden waren! Das war in der That genug, um die Abruzzen in Mode kommen zu lassen. Gerade in jener Zeit, bei Gelegenheit der internationalen Kunstausstellung in Rom im Jahre 1882, als der Musiker, der Maler und der Dichter, alle drei in Rom, dort ansässig oder auf der Durchreise begriffen, sich zusammenfanden, trat Michetti mit dem Gemälde an die Oeffentlichkeit, durch das er sich als ein Maler ersten Ranges erwies, mit dem ..Gelübde“ (il voto), das, obwohl kaum mehr als eine Skizze, doch viele Diskussionen hervorrief und von der Regierung für 50000 Lire angekauft wurde. Heute befindet cs sich in der Galerie für moderne nationale Kunst in Rom neben einem ganz kleinen Bildchen Michettis, einer Art von frischem, lieblichem Idyll, das so hingestellt zu sein scheint, wie um zu beweisen, dass der Meister der kolossalen Skizze auch mit dem feinen Pinsel des Miniaturmalers zu arbeiten verstehe.

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Das Museum: eine Anleitung zum Genuss der Werke bildender Kunst Francesco Paolo Michetti