Gebroren zu Haarlem zwischen 1626 und 1628, Daselbst Gestorben 1697.
Holländische Schule

Jan de Bray, wie sein Bruder und sein Vater, waren Haarlemer von Geburt und waren in Haarlem stets tätig; sie haben sich daher in ihren Bildnissen und sie waren vorwiegend Bildnismaler — dem Einflüsse ihres grossen Landsmannes Frans Hals nicht entziehen können. Jan, der bedeutendste unter ihnen, verdankt dem Vorbilde von Hals die Lebendigkeit in der Auffassung seiner Modelle, die Sicherheit der Zeichnung und Modellierung; aber er ist stets heller, bunter und härter, verschmolzener in der Malweise. In dem grossen Regentenstück des Haarlemer Museums vom Jahre 1667, dessen Nachbildung uns hier vorliegt, ist aber daneben der Einfluss von Rembrandt fast ebenso stark. Ein Blick auf das Bild wird wohl jedem sofort Rembrandts herrliches Meisterwerk, die Regenten der Tuchmacherzunft in Amsterdam, die „Staalmeesters“, im Rijksmuseum ins Gedächtnis rufen. Die Gruppierung der fünf Vorsteher um den Tisch mit ihren Boten dahinter, die Diskussion der Mitglieder untereinander und ihre Wendung zur Versammlung, der sie Rechenschaft abzulegen scheinen, ist deutlich Rembrandts Gemälde nachgebildet, das fünf Jahre früher vollendet wurde. Im Helldunkel wie in der Färbung folgt Jan de Bray seinem Vorbilde dagegen nicht; die Farben sind klar und kühl, die Figuren sind gleichmässig beleuchtet und heben sich kräftig von einem hellen Grunde ab. Kann sich das Bild auch mit den „Staalmeesters“, dem grossartigsten Porträtstück der holländischen Schule, nicht entfernt vergleichen: in geschickter Anordnung, lebendigem Ausdruck, tüchtiger Modellierung und Durchbildung gehört diese Darstellung des biederen Vorstands des Haarlemer Leprakrankenhauses doch zu den besten Porträtdarstellungen aus dem Kreise der Künstler, die sich um Hals und Rembrandt gruppieren.

Jan de Bray