Abbildungen Johann Wolfgang von Goethe

Verzeichnis der 40 Abbildungen unten.







































Bildverzeichnis:
Friedrich Nietzsche
Friedrich Schiller
Goethe-Aquarell
Goethe-Bleistiftzeichnung
Goethe-Büste
Goethe-Büste II
Goethe-Büste III
Goethe-Büste IV
Goethe-Büste V
Goethe-Büste VI
Goethe-Büste-Profil
Goethe-Dreizehnjährig
Goethe-Gemälde
Goethe-Gemälde II
Goethe-Gemälde III
Goethe-Gemälde-Profil
Goethe-Gesichtsprofile
Goethe-Handabguß
Goethe-Jung
Goethe-Kleider
Goethe-Kopf
Goethe-Kopfbüste
Goethe-Maskenbüste
Goethe-Maske-Schadow
Goethe-Maske-Weisser
Goethe-Portrait von K. Bauer
Goethe-Portraitzeichnung von K. Bauer
Goethe-Profil
Goethe-Rötelzeichnung
Goethe-Schädellinie
Goethe-Schwarzdruck
Goethe-Selbstbildnis
Goethe-Statue
Goethe-Tischbein
Goethe-Zeichnung
Immanuel Kant
Nasenbildung-Goethe und Schiller
Schädelbildung-Beethoven
Schädelbildung-Luther
Schädelbildung-Napoleon und Friedrich der Große

Siehe auch:
Album der Goethe-Gallerie
Acropolis of Athens
On the Nile – Cairo to Luxor
Egypt, Ägypten, Egyptian Arabic
Switzerland, Schweiz, Suisse, Svizzer, Svizra
Venezia, Venedig, Venesia, Venice
Austria: Schönbrunn, Prague, Trieste
Wien – alte Stadtansichten
Nürnberg/Heidelberg und Umgebung im Bild
Newfoundland and Labrador
Tangier-Moorish & Oriantal Bazaar
Mailand, Milano, Milàn, Mediolanum
Sternenkriegsalbum – Britische Flagge
Sternenkriegsalbum – Amerikanische Flaggen
British Ensigns
American Ensigns
French Flag and Ensigns
South Africa – Photographie
Indian Photographs
Great European War
Theatrum Orbis Terrarum
Montreal
Tower of London
Kunst der Naturvölker – Afrika
Atlanta U.S.A.

Abbildungen Johann Wolfgang von Goethe

GOETHE hatte, wie er in seiner Farbenlehre bekennt, ursprünglich nach den Gesetzen gesucht, denen die Farbengebung auf den Gemälden unterworfen ist. Während aber über die sonstigen Teile der Malerei genau Rechenschaft gegeben werden konnte, schien bei der Färbung alles dem Zufall überlassen zu sein, dem Zufall der durch einen gewissen Geschmack, einem Geschmack der durch Gewohnheit, einer Gewohnheit die durch Vorurteil, einem Vorurteil das durch Eigenheiten des Künstlers, des Kenners, des Liebhabers bestimmt wurde. Bei den Lebendigen war kein Trost, ebenso wenig bei den Abgeschiedenen, keiner in den Lehrbüchern, keiner in den Kunstwerken. — Er konnte nur bemerken, dass die lebenden Künstler bloss aus schwankenden Ueberlicferungen und einem gewissen Impuls handelten, dass Helldunkel, Kolorit, Harmonie der Farben immer in einem wunderlichen Kreise sich durcheinander drehten. Was man ausübte, sprach man als technischen Kunstgriff, nicht als Grundsatz aus.

Da suchte er denn den Farben als physischen Erscheinungen erst von der Seite der Natur beizukommen. Bei seinem italienischen Aufenthalte versäumte er nicht, die Herrlichkeit der atmosphärischen Farben zu betrachten, wobei sich die entschiedenste Stufenfolge der Luftperspektive, die Bläue der Ferne sowie naher Schatten, auffallend bemerken liess. Beim Scirocco-Himmel, bei den purpurnen Sonnenuntergängen waren wiederum die schönsten meergrünen Schatten zu sehen. In Weimar schlossen sich dann an solche Beobachtungen jene Untersuchungen an, aus denen die Farbenlehre hervorwuchs.

Den gleichen Weg wird ein jeder zu betreten haben, der sich über das Wesen der malerischen Aufgaben in der Natur und über die Mittel Rechenschaft zu geben sucht, welche dem Maler für deren Lösung zur Verfügung stehen. Zunächst kommt es dabei auf die Art an, wie die Farben entstehen, die sich an der Oberfläche der Gegenstände als deren Lokalfarben bemerklich machen; dann auf die Abänderungen, die diese Farben durch das Dazwischentreten der Luft und den Wechsel der Tagesbeleuchtung erfahren.

Die Lokalfarben gestalten sich ganz verschieden, je nachdem es sich um durchsichtige oder undurchsichtige, um glatte oder rauhe Stoffe handelt. Die Brechungsfarben, die man am Wasser, an geschliffenen farblosen Edelsteinen, am Glas wahrnehmen kann, vermag der Maler nur annäherungsweise wiederzugeben. Ebenso geht es ihm mit den sogenannten Interferenzfarben, die durch das regelmässige Gefüge kleinster übereinander gelagerter Bestandteile von verschiedener Färbung wie an den Muscheln, den Kristallen, den Fischschuppen, den Vogelfedern, dem Fell der Tiere gebildet werden. Dagegen spielen in der Malerei diejenigen Farben die grösste Rolle, welche durch die Absorption ihrer Komplementärfarbe entstehen, also derjenigen Farbe, welche mit der sichtbaren gemischt weiss ergeben würde. Das sind die Farben der Kategorien Rot, Orange, Gelb einerseits, Grün, Blau, Violett andererseits; je nach der Beschaffenheit der Oberfläche, wie z. B. bei der glänzenden Seide und andererseits der flockigen Wolle, werden sie sehr verschieden erscheinen; ebenso je nach der Stärke und dem Einfallswinkel des Lichts, welches die einzelnen Flächen trifft und dadurch die Modellierung des Gegenstandes hervorbringt. Die Reflexe der Umgebung, wozu auch das Blau des Himmels gehört, bewirken weitere Aenderungen. Am höchsten steigern sich die Schwierigkeiten bei der Darstellung des menschlichen Körpers in der unendlichen Mannigfaltigkeit seiner Flächen, der Verschiedenartigkeit ihres Unterlagers und dem hieraus hervorgehenden Spiel der warmen und kalten Töne, die Goethe als durch Organisation neutralisiert bezeichnet.

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Das Museum: eine Anleitung zum Genuss der Werke bildender Kunst Johann Wolfgang von Goethe

Die stille beschauliche Tätigkeit eines Radierers schildert Goethe im zweiten Teil von „Dichtung und Wahrheit“. Diese Stelle im 8. Bande, die ich immer mit besonderem Vergnügen lese, ist so schön, daß ich sie hier wiedergeben möchte:
„…..Nun sollte ich in diesem Hause noch eine andere Art von Verbindung eingehen. Es zog nämlich in die Mansarde der Kupferstecher Stock. Er war aus Nürnberg gebürtig, ein sehr fleißiger und in seinen Arbeiten genauer und ordentlicher Mann. Auch er stach, wie Geyser, nach Oeserischen Zeichnungen größere und kleinere Platten, die zu Romanen und Gedichten immer mehr in Schwung kamen. Er radierte sehr sauber, so daß die Arbeit aus dem Ätzwasser beinahe vollendet herauskam und mit dem Grabstichel, den er sehr gut führte, nur weniges nachzuhelfen blieb. Er machte einen genauen Überschlag, wie lange ihn eine Platte beschäftigen würde, und nichts war vermögend, ihn von seiner Arbeit abzurufen, wenn er nicht sein täglich vorgesetztes Pensum vollbracht hatte. So saß er an einem breiten Arbeitstisch am großen Giebelfenster, in einer sehr ordentlichen und reinlichen Stube,wo ihm Frau und zwei Töchter häusliche Gesellschaft leisteten. Von diesen letztem ist die eine glücklich verheiratet und die andere eine vorzügliche Künstlerin: sie sind lebenslänglich meine Freundinnen geblieben. Ich teilte nun meine Zeit zwischen den oberen und den unteren Stockwerken und attackierte mich sehr an den Mann, der bei seinem anhaltenden Fleiße einen herrlichen Humor besaß und die Gutmütigkeit selbst war.

Mich reizte die reinliche Technik dieser Kunstart, und ich gesellte mich zu ihm, um auch etwas dergleichen zu verfertigen. Meine Neigung hatte sich wieder auf die Landschaft gelenkt, die mir bei einsamen Spaziergängen unterhaltend, an sich erreichbar und in den Kunstwerken faßlicher erschien als die menschliche Figur, die mich abschreckte. Ich radierte daher unter seiner Anleitung verschiedene Landschaften nach Thiele und andern, die, obgleich von einer ungeübten Hand verfertigt, doch einigen Effekt machten und gut aufgenommen wurden. Das Grundieren der Platten, das Weißanstreichen derselben, das Radieren selbst und zuletzt das Ätzen, gab mannigfaltige Beschäftigung, und ich war bald dahin gelangt, daß ich meinem Meister in manchen Dingen beistehen konnte. Mir fehlte nicht die beim Ätzen nötige Aufmerksamkeit, und selten, daß mir etwas mißlang; aber ich hatte nicht. Vorsicht genug, mich gegen die schädlichen Dünste zu verwahren, die sich bei solcher Gelegenheit zu entwickeln pflegen, und sie mögen wohl zu den Übeln beigetragen haben, die mich nachher eine Zeitlang quälten.“ —
Nach dieser kurzen Abschweifung wollen wir uns jetzt mit Energie daran machen, das etwas trockene Gebiet der Technik zu bearbeiten. Wenn ich hier auch früher Gesagtes wiederhole, so ist es nur, damit es sich dem Gedächtnis besser einpräge.

Text aus dem Buch: Die Kunst des Radierens, Verfasser: Hermann Struck

Siehe auch:
Theoretisches über den Unterschied zwischen Malerei und Radierung
einiges vom Kupferstich
von den anderen Graphischen Verfahren

Die Kunst des Radierens Johann Wolfgang von Goethe