Die Bakwiri sind ein Negerstamm, der am Grossen Kamerunberg in einer Höhe von 800 bis 1000 Metern seine Wohnsitze hat, in der Umgebung von Buëa, der Residenz des Gouverneurs von Kamerun. Obwohl das Stammesgebiet der Bakwiri demnach ziemlich nahe an der Küste liegt, so sind diese doch noch verhältnismässig unkultiviert und haben meist noch wenig europäische Allüren angenommen. Zumal die Frauen und Kinder kleiden sich noch Immer wie ehedem. Unser Bild zeigt gewissennassen eine Bakwiri-Tanzstunde. Zwei Mütter suchen ihren kleinen Mädchen das Tanzen beizubringen. Das dürfte nicht allzuschwer sein, denn der ganze Tanz besteht in einem mehr oder minder graziösen Trippeln im Kreise. Mit welcher Ausdauer geübt wird, zeigt deutlich die kreisrunde Spur im Sande.

Kolonie und Heimat

Die Selbstverständlichkeit, mit der wir heut tagtäglich aus den Zeitungen telegraphische Meldungen aus allen Teilen der Kulturwelt und vielfach selbst schon aus den unkultivierten Gegenden entgegennehmen, lässt die meisten Menschen gar nicht dazu kommen, sich einmal klar zu machen, welch ungeheure Summe von Intelligenz, Unternehmungsgeist, Mühen und Sorgen erforderlich war, um der Welt den heutigen, wunderbar zuverlässigen Seekabelbetrieb zu schenken. Hier und da halten wohl Laien die Kabeltelegraphie heut, wo wir die drahtlose Telegraphie besitzen, schon wieder für veraltet, aber jeder Sachkenner wird uns bestätigen, dass davon gar keine Rede sein kann, dass vielmehr beide Arten der Telegraphie sich ergänzen, aber kaum jemals vollwertig zu ersetzen vermögen.

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Kolonie und Heimat

Eine Erinnerung aus der Südsee von Richard Rohde.

Ende der achtziger Jahre war Finschhafen noch Sitz des Gouvernements von Kaiser-Wilhelmsland und Residenz des Landeshauptmanns. Der durch Korallenriffe sehr geschützte Hafen war Endstation der Dampfer und Segelschilfe der Neu-Guinea-Kompanie; auch ankerten manchmal dort deutsche Kriegsschiffe. Einige Stunden von Finschhafen, mit dem Segelboot erreichbar, lag damals die Hauptstation der Barmer Missionsgesellschaft, dieser gegenüber die kleine Station Botaneng; dort hatte man kleine Versuchspflanzungen von Kaffee, Kakao, Baumwolle, Mais und anderen Kulturpflanzen angelegt. Ich war erst einige Monate in Finschhafen und beschäftigte mich hauptsächlich mit Sammeln naturhistorischer Gegenstände. Es wurde mir auch vom Landeshauptmann gestattet, weitere Ausflüge zu machen. Eines Tages ging ein grosses Segelboot mit einer Anzahl Kulis nach Botaneng, und da ich schon längst die Absicht hatte, in den dortigen Wäldern auf Paradiesvögel zu jagen, so nahm ich die Gelegenheit wahr und fuhr mit. Wir waren drei Europäer an Bord. Der Kapitän sass am Steuerruder, ein junger Barmer Missionar und ich neben ihm. In der Mitte und dem Vorderteil des Bootes befanden sich 15 Kanaken und 4 Malaien. Es war ein herrlicher Morgen. Ein erfrischender Wind legte sich bald in das grosse Segel des Walbootes, das auf den leicht bewegten Wellen schnell vorwärts schoss. Wir segelten ungefähr 2 ½ Kilometer von der mit Korallenriffen besetzten Küste. Der Kapitän hatte in der verflossenen Nacht etwas viel gezecht und schien stark ermüdet zu sein.

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Kolonie und Heimat

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