Kategorie: Kriegerdenkmäler


Kriegerdenkmale als Zeichen wirklicher Soldaten-Begräbnisstätten wie das gewaltige jetzt entstehende Heldengrab auf dem Trienter Friedhof von dem Wiener Architekten Perco mögen ihre Berechtigung haben — Kriegerdenkmale und Heldenhaine als bloße Symbole, als Träger einer Idee sind müßige Projekte. Denn für alles andere wird man in Zukunft Geldmittel nötiger brauchen als für solche Luxusbauten, die im Grunde ja ohne eigentliche Zweckbestimmung sind. Nicht für das gewesene Schreckliche sollten wir Geld und künstlerische Kraft vergeuden, — für die Zukunft des Vaterlandes und seiner wackeren Krieger sollte man reichlich Mittel geben, für Wohlfahrtshäuser, Heimstätten, Siechenhauskolonien, Industriebauten etc.

Und wenn nun schon der Volkswille auf Errichtung von Heldenhainen als Volksdenkmalen gerichtet sein sollte — immer wird die Forderung zu stellen sein, daß dann das Beste aus dem Volke herausgeholt werde bezw. aus dem Künstler als Verkörperung des Volkswillens. Das Interesse daran ist ein öffentliches. Mag die Errichtung des Denkmals auf den Beschluß von Ausschüssen oder auf Preisausschreiben zurückgehen — immer sollte die Planung von einem für das ganze Land tätigen Sachverständigenausschuß überprüft werden. Und diese „neutrale“ Instanz müßte zum guten Teil aus modern gesinnten bildenden Künstlern zusammengesetzt sein.

Kriegerdenkmäler Kunstartikel

von Professor Hugo Eberhardt zu Offenbach A.M.

Auf dem Friedhof zu Offenbach liegen zehn brave Landsturmmänner begraben, die in treuer Pflichterfüllung bei heimatlicher Kriegsarbeit ihrem Berufe zum Opfer gefallen sind. Es galt die 10 Grabstätten in einem Grabmal mit Denkmalcharakter zusammen zu fassen, und das hatte so zu geschehen, daß die Einzelgräber als solche dennoch erkennbar waren. Die Aufgabe wurde gelöst durch eine gesimsgekrönte Pfeilerumfriedigung aus Kirchheimer Muschelkalk, rechts und links je eine rasenbedeckte Gräberreihe mit 5 Gräbern, geteilt durch einen Plattengang, auf dessen Mitte sich eine mit Adlern geschmückte monumentale Steinvase erhebt.

Beiderseits zwischen den Pfeilern nehmen zehn auf der Abbildung mit Kränzen belegte Abdeckplatten des rauhbossierten Sockels die Namen der im Dienste des Vaterlandes Gebliebenen, hier zur letzten Ruhe bestatteten, auf. Das Gesims erhielt nach Fertigstellung der gezeigten Aufnahme noch eine ringsum laufende Inschrift. Die Pfeiler sind gekrönt durch reiche Kapitelle mit Männer- und Frauenköpfen darstellend, Mut, Beharrlichkeit, Trauer und Schmerz.

Die Bildhauer-Arbeiten des Denkmals entstammen der Hand Karl Hubers, Offenbach a. M.

An den Pfeilern rankt die dünnzweigige Klematis hoch und hüllt die ruhig-graue friedliche Grabstätte in einen zarten durchsichtigen, aber farbenstarken violetten Blütenschleier.

Das Wesen der Größe ist aber auf allen Stufen dasselbe: daß man aus dem Vielfältigen der Sichtbarkeit das Eine heraussieht, in dem die entscheidende Bedeutung steckt. Das andere braucht man nicht fallen zu lassen, aber es soll sich so weit unter-ordnen, daß die führende Stimme klar heraustönt. Es ist gleichgültig, was es sei, ein bloßer Kopf, oder eine Historie: immer müssen diese Verhältnisse der Neben- und Unteroidnung gewahrt bleiben und das Auge fähig gemacht sein, unmittelbar und leicht das Wesentliche zu fassen.

Siehe auch:
Münchener Kunstausstellung-Glaspalast 1927
Die Kunst und die Gegenwart
Die Lebensfrage der Kunst
Die Landschaft ist ein Seelenzustand
Vom Wert der Anschauung
Modernes Sammlertum
Zur Neuaufstellung des Völkerkunde-Museums in München
Friedrich Stahl
Holzschnitte von Josef Weiss
Europa und die Ostasiatische Kunst

Kriegerdenkmäler Kunstartikel

Abbildungen Kriegerdenkmäler

Abbildungen Kriegerdenkmäler