Aus Germaniens Erde wuchs eine Eiche von wunderbarer Größe, die Menschen nannten sie »Kraft Gottes« und hielten sie heilig.

Aus Germaniens Erde wuchs der Stamm eines Volkes von wunderbarer Kraft, sie nannten sich Goten – die Guten.

Zum Ruhme Jehovas fiel die Eiche unter der Axt des Bonifazius. Das hatte symbolische Bedeutung.

Bonifazius war Germane und Mönch, Rom hatte den Germanen verdorben, Rom hatte die Guten verdorben, Rom lag im Staube vor Jehova, der seinen eingeborenen Sohn gesandt hatte, die Menschheit zu erlösen vom »irdischen Jammertal«, vom »sündigen Leben«, von dem, was man bisher als »Leben« überhaupt verstand. Das war ein großes Ziel.

Das nordliche Rom hatte einst die Länder des Mittelmeeres bezwungen, hatte Palästina, das Land der Juden, seinem Reiche eingegliedert. Vernichtet war der herrliche Glanz König Davids, wie Hohn klang die Verheißung Jehovas an sein auserwähltes Volk:

»Reichtum des Meeres wird sich dir zuwenden, die Güter der Völker werden an dich gelangen … Und Fremdlinge werden deine Mauern bauen und ihre Könige dich bedienen«. (Jes. 60)

Das Gegenteil war eingetroffen. Nun gärte die Rache des jüdischen Priesterstaates unter dem Druck der römischen Statthalter und man gebar als »Haushalter über Jehovas Geheimnisse« eine neue Lehre, auf daß Jehovas Verheißung auf neuem Wege sich erfüllte: »Nicht viel Weise nach dem Fleisch, nicht viel Gewaltige, nicht viel Edle sind berufen. Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Jehovas erwählt, daß er die Weisen zu Schanden macht, und was schwach ist vor der Welt, das hat Jehovas erwählt, daß er zu Schanden machte, was stark ist;
und das Unedle vor der Welt und das Verachtete hat Jehovas erwählt, daß er zunichte machte, was etwas ist, auf daß sich vor ihm kein Fleisch rühmte.» (1. Kor. 1, 26-29)

Dieses neue Heil sandte Jehova in seinen eingeborenen – in Juda geborenen Sohn. Ein Christentum war aus jüdischen Fleische geboren, von Jehovas Geist befruchtet, brachte die jungfräuliche Mirjam den Messias zur Welt. Ein Märchen? In allen Märchen liegt ein mächtiger Sinn. Im Jahre 1854 machte eine erstarrte Hierarchie das Märchen zum Dogma, daran wird des Märchens Macht zu Grunde gehen. Einst war es übermächtig_

»Du wirst alle Völker verzehren, die Jehova, dein Gott dir geben wird.«

(5. Mose 7, 16)

»Wir sind stets wie ein Fluch der Welt und ein Fegopfer aller Leute.«

(1. Kor. 4, 13)

»Gehet hin und lehret alle Völker …«

(Matth. 28, 19)

Siehe auch:
Irminsul
Heiliges Licht
Lebendige Gotik
Schändung
Sieg der Ehre
Widukind
Taufe
Zeichen des Todes
Hingabe
Statthalter Jehoschuach
Römischer Kaiser
Offenbarendes Symbol

Abbildungen Schändung Werner Graul