Als die Mauern Jerusalems zerstört waren, als der Tempel Jehovas in Trümmern lag und über allem die siegreichen Adler der römischen Legionen erstrahlten, verließen die Juden Jerusalem und zerstreuten sich über Rom. Aber sie blieben Juden, die Beschneidung hielt sie zusammen.

Und auf leisen schleichenden Sohlen bahnte sich Christentum, von Juden erdacht, von Juden verbreitet, den Weg ins Herz der ewigen Stadt. In den Katakomben Roms fraß die Rache Jehovas bis die Säulen Jupiters stürtzten und zu Kirchen erbaut wurden. Die Rache der Juden fraß Rom und – fraß die Bezwinger Roms, die Goten – die Germanen.

Aus unerschöpflichen Menschentum waren sie gegen das Römische Reich gebrandet. Die Römer kämpften, siegten, wurden besiegt und handelten politisch. Sie nahmen germanische Völker auf, machten sie zu römischen Völker, machten Germanen zu römischen Soldaten, Offizieren, Heerführern. Neue Wellen der Germanen bestürmten Roms Grenzen, ihre heldenhafte Züge besiegten die Römer, den Begriff des Römischen Staates jedoch besiegten sie nicht, den überwandten die jüdischen Apostel der christlichen Million und an Stelle des Senats und des Kaisers traten Kurie und Papst.

Römische Kultur wurde christliche Kultur und ihr erlagen die Germanen. Vandalen, Goten, Langobarden gingen ein in christlicher Rassenmischung, der »Germane« Karl aber, mit dem dunklen Gesicht und der dunklen Geburt, Karl der Große, König der Franken – der freien, wurde das Schwert des christlichen Roms, wurde »Karld der Augustus, Kaiser der Römer« und – empfing diese Würde vom Papst.

Das war germanisches Schicksal!

»Löcket nur wider den Stachel, Rom bleibt germanisches Schicksal, tiefer, als ihr es ahnt, sitzt dieser Pfahl euch im Fleische!« Diese Worte sind in unseren Tage von einem Priester Roms gesprochen worden.

»Löcket nur wieder den Stachel …« Die Friesen taten es und erschlugen Bonifazius, den Frevler und Mönch.

Rom machte ihn zum Heiligen und wußte zu berichten, daß er von Räubern ermordet wurde. Bei Dokhum, an der Stelle seines Todes, wurde zu seinen Ehren vor wenigen Jahren eine Kapelle geweiht.

Siehe auch:
Irminsul
Heiliges Licht
Lebendige Gotik
Schändung
Sieg der Ehre
Widukind
Taufe
Zeichen des Todes
Hingabe
Statthalter Jehoschuach
Römischer Kaiser
Offenbarendes Symbol

Abbildungen Sieg der Ehre Werner Graul