Kategorie: Stadtansichten

Im Zuge der Eindeutschung der ostelbischen Gebiete kommt der Staatengründung des Deutschen Ritterordens besondere Bedeutung zu. Außerhalb des Reichsgebietes, aber auf urgermanischem Siedlungsboden östlich der Weichsel, errang der Deutsch Ordensstaat im Verein mit der Hanse dem Deutschtum die ihm zukommende Machtstellung an der Ostsee durch die Schaffung eines neuen deutschen Kraftfeldes zwischen Weichsel und Memel. Dieses altpreußische Gebiet ist dann mit den kurbrandenburgischen Landen verbunden zum Grundstock eines größeren Preußens deutscher Sendung geworden. In diesen Rahmen großdeutscher Entwicklung aber ist die Geschichte Königsbergs verwoben.

Deutsch-Ordensburg Königsberg. Als Kaiser Friedrich II. von Stauffen das Machtstreben des Reiches nach Süden richtete, rief Hermann von Salza, der Hochmeister des Ordens der Brüder des deutschen Marienhospitals zu Jerusalem, die Deutschen zur Unterwerfung der heidnischen Preußen. Im Jahre 1230 begann der Kampf. 1255 wurde auf einem Kreuzzuge in das Samland am Pregel eine Preußenfeste erobert. Im Schnittpunkte alter Handelswege nach Litauen und zum Bernsteinstrande gelegen, wurde sie zur Anlage einer Ordensburg bestimmt. Die Teilnahme des Böhmenkönigs hatte diesem Kriegszuge besonderen Glanz verliehen. Dem Könige zu Ehren nannte der Orden die neue Feste daher Königsberg.

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Acropolis of Athens

DIE Akropolis von Athen, heute nur ein Denkmal der großen Vergangenheit, war einst der Ausgangs- und Mittelpunkt des politischen Lebens von Athen und Attika. „Akropolis“, d. i. „Hochstadt“, wurde sie erst genannt, als sich ein Unterstadt gebildet hatte; und deren Anfänge reichten in so frühe Zeit hinauf, daß Thukydides, der große Geschichtschreiber des Peloponnesischen Krieges, um das Jahr 410 v. Chr. nur aus scharfsinnigen Beobachtungen schließen konnte, nach welcher Seite ungefähr die Stadt von dem naturfesten Platz aus sich zuerst ausgebreitet hatte. Nicht in der Ebene nördlich der Burg, die sie zu seiner Zeit einnahm, und die auch das neuere Athen zuerst besetzte, sondern im Süden, wo einige uralte Heiligtümer im Südosten und Südwesten ihm die Richtung zu weisen schienen.

Den Königen, die damals in Athen herrschten und mit einem Teile ihrer Leute auf der Burg wohnten, gehorchte noch durch Jahrhunderte nur ein Stück der Landschaft. Schauten sie von ihrer Höhe (156 m) hinaus, so blickten sie an der Landseite gewiß an mehr als einem Punkte in das Gebiet benachbarter Könige. Nach drei Seiten sahen sie die Berge, vielleicht etwas weniger entwaldet als heute, die Ebene einrahmen: gegen Osten ist es der einförmige Rücken des Hymettos (1027 m, Abb. 1) der südlich ins Meer verläuft und seine Wurzeln gegen Athen und die Ebene schiebt, besonders kenntlich die das Stadion umgebende Höhengruppe, die nachmalige Vorstadt Agrai. Sie steigt unmittelbar hinter dem meistens fast wasserlosen Bett des Ilisos (Abb. 6) auf. Vom Nordende des Hymettos durch eine Senkung geschieden, erhebt sich der nach Nordwest streichende Brilessos (1110 m, Abb. 2), meist nach dem an seinem Fuße belegenen Orte Pentele benannt. Ein Marmorgebirge wie jener, liefert dieser weißen, jener mehr graublauen Stein. Auch der Umriß des Pentelikon ist einfach, doch von beiden Seiten gleichmäßig ansteigend, ähnelt er einem Tempelgiebel. Seine nordwestlichen Vorhöhen verbinden sich mit denen der Parnes (1413 m), die, grade im Norden in breiterer Masse gelagert, auch den höchsten Teil des ganzen Bergrings bildet, Vor ihrem im Hintergründe sichtbaren Hauptzug, der nach Westen zum boeotischen Kithaeron streicht, legt sich, von Athen aus gesehen, eine niedrigere Abzweigung, der Aegaleos (Abb. 3). Nur bis 467 m ansteigend, zieht er dem Hymettos scheinbar parallel nach Südwest, fällt schroff zu dem kaum erkennbaren Sund ab, jenseit dessen die kahlen Höhen der Insel Salamis wie seine Fortsetzung erscheinen (Abb.4).

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I.

Der neue Aufschwung der Architektur in Österreich, zunächst an der Zentralstelle in Wien, fällt so ziemlich mit den politischen Weckrufen des Jahres 1848, wenn auch bei anderen Tendenzen, zusammen. Die neue Kunstbewegung — die „Monumentalperiode“ der deutschen Kunst — war jenseits unserer Grenzen bereits in vollem Gange, als bei uns die verwandte Entwicklung einsetzte. Hier wurde es allerdings ein Prozeß mit beschleunigten Pulsen. Man wollte nicht bloß nachkomrncn und einholen, sondern in kürzester Zeit selbständig konkurrieren und auf eigenen Wegen fortschreiten, was denn bald genug auf überraschende Weise gelang.

Der vorangegangene Zustand, auf den wir nur der Einleitung wegen zurückblicken, war wohl nahezu trostlos. Unter allen Künsten läßt sich die Baukunst am ehesten staatlich einschränken und disziplinieren, und dies geschah in der „vormärzlichen“ Zeit nach allen Graden. Es gab damals bei uns eine bauliche Zensur, ebenso drückend gchandhabt wie die literarische. „Vor dem Jahre 1848 erschöpfte sich“ — wie einmal Rudolf von Eitelberger sagte — „die Architektur Österreichs einerseits in dem Gcschäftslcbcn des Bauhandwerkes, anderseits in dem Bureaulebcn der Baubeamtcn. Die Architektur als Kunst ging leer aus.“ Paul Sprenger (gcb. 1798, gest. 1854), zuletzt Hofbaurat, dozierte an der Akademie der bildenden Künste seit 1828 „geometrie dcscriptive“ als neuen Lehrgegenstand, dann auch die „schöne Baukunst“ — doch diese ganz nach den Regierungsmaximen, gleichsam als bauliche Rezeptierkunde. Ihm gegenüber vertrat wohl schon früher Peter von Nobile (aus Campestre im Kanton Tessin, gcb. 1774, gest. 1854) die offiziell zugestandene künstlerische Auffassung —- zunächst mit seinem dorischen Burgtor (siehe Abb. 1) und seinem Theseustempei im Volksgarten (1822—1824). Er war Dogmatiker in Sachen der Kunst; er sah in der Antike nur die Regel und schätzte neben Vitruv wohl auch Vignola und Palladio, insofern sie gleichfalls Regeln aufstellten. Nobile war um sieben Jahre älter als sein großer Zeitgenosse, der Wiedererwecker der Baukunst in Deutschland, Karl Friedrich Schinkel (1781 —1841), und überlebte diesen um dreizehn Jahre, um aber während dieser langen Lebensdauer lediglich über den akademischen Stillstand der Architektur in Österreich zu wachen. Er kehrte zur Antike zurück und blieb bei ihr stehen, indes Schinkel mit genialem Blick von ihr ausging, um dieselbe einer lebensvollen Erneuerung entgegenzuführen. Bei den wenigen Bauten, die in jener Zeit einen gewissen Anspruch auf Bedeutung machten, mußte eine lokalisierte Abart des Empirestils neben Nobiles Schulantikc hcrhalten. Ein für die damaligen Verhältnisse noch immer beachtenswerter Bau war das Polytechnische Institut auf der Wieden, vom Hofbaurat Direktor Schemerl von Leytenbach im Jahre 1816 erbaut, von Prof. Stummer 1839 wesentlich erweitert. In der Herrengasse, wohin sich besonders die staatliche Bautätigkeit hinzog, nahm man sich eigens zusammen. So tat es der sonst nüchterne Sprenger, der im Statthaltereigebäude (1845) sogar dekorativ wurde, und früher schon Moreau mit der Fassade der Nationalbank und ihrem schulgerecht antikisierenden Portal, dann E. Ludwig Pichl in dem Umbau des Ständehauses (1838), welcher mit der stark ausladenden korinthischen Säulenstellung des Mittelbaues an klassizistischer Anstrengung schon in sehr beachtenswertem Maße ein Übriges tat. Weiter durfte man aber nicht gehen. „Monumentalität“ war für die franziszeischc Epoche und die nächste Folgezeit ein fremder Begriff.

Stadtansichten Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts

Konnte Nürnberg um das Jahr 1500 als Hauptstadt der deutschen Kunst gelten, so ist Augsburg in den beiden Jahrzehnten vor und nach der Jahrhundertwende an die vorderste Stelle des wirtschaftlichen und gesellschaftlich repräsentativen Lebens gerückt. Hand in Hand damit entfaltete sich hier eine un-gemein tätige und breite Initiative in allen Bezirken der Wissenschaft und Kunst. Wenn in anderen deutschen Städten Humanismus und Renaissance als Bildungsgesetz wirkten, so ist es in Augsburg eine Art von Lebensgefühl, das Geist und Form, Gestalt und Substanz der neuen Zeit mit atmenden Organen aufnimmt.

Der Übergang hat sich hier leichter, aber doch nicht ohne Kämpfe und Vorbehalte vollzogen. Wenn man überhaupt von einer Stadt der deutschen Renaissance sprechen will, kann — neben Basel — nur Augsburg diese Kennzeichnung beanspruchen; und es ist. naturgemäß von grundlegender Bedeutung, daß Holbein, der größte Meister der deutschen Renaissance, gerade in dieser Stadt — vermutlich Ende 1497, vielleicht auch erst Anfang 1498 — geboren wurde und aufwuchs. Wie die Welt des reisenden Mannes in Basel ihre geistige Prägung empfing, so die des Knaben und Jünglings durch das Erlebnis des weltaufgeschlossenen, großbürgerlichen Augsburg.

Seit Konradins Zeit ist Augsburg Freie Reichsstadt, und der Übergang zu den neuen ständischen Ordnungen hat sich hier ohne schwere Konflikte vollzogen.

1368 erhielten die Zünfte Zutritt zum Stadtregiment und erlangten in diesem bald ein maßgebendes Übergewicht; doch beließ man den Patriziern Vorrechte in der Besetzung von Ämtern und bei der Durchführung diplomatischer Missionen. Der Gegensatz von Bischofs- -und Bürgerstadt blieb freilich bis zur Reformation bestehen und führte zu häufigen Kämpfen.

Im ganzen war das Regiment der Zünfte, d. i. der Handwerker, zwar fortschrittfreundlich, aber allen radikalen Neuerungen abgeneigt; was seinen Grund in der starken Bindung der Stadt an die Person des Kaisers, besonders diejenige Maximilians, dann aber auch in dem nicht so sehr in Satzungen als in dem Gewicht der finanziellen Macht verankerten Einfluß der großen Handelsgeschlechter und Wirtschaftsführer, voran der Fugger, Welser, Baumgartner, Rem, Imhof, Gossenbrot, Herwart, Manlich, Zink, Kraft und Herbrot hat.

Die die Fernpässe Tirols und des Engadins beherrschende Stadt wurde um 1500 der größte Umschlagsplatz des Handels Süddeutschlands mit Italien und dem Orient, sie war eine Hauptstätte der Leincn-und Baumwollindustrie. Das Haus der Welser entfaltete seine Initiative im Ostindienhandel mit Spezereien und Gewürzen, das der Fugger, voran sein großartigster Repräsentant, Jakob der Reiche (1459 bis 1525), im Bergwerkbau und Erzhandel, besonders in Silber und Kupfer.

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