Zwei Parteien bewohnen das Haus, die zwar aufeinander angewiesen sind, jedoch in einem abgestuften Verhältnis zueinander stehen: die Herrschaft und die Dienerschaft. Aufgabe des Hausentwurfes muß es sein, die für beide Teile wünschenswerte Bewegungsfreiheit herbeizuführen. Es gilt, die Lebenskreise der Herrschaft und der Dienstboten zu sondern und doch dabei den für das häusliche Leben und den Hausbetrieb notwendigen Beziehungen beider keinen Zwang anzutun. Die grundsätzliche Trennung ist nicht etwa eine Maßregel, die die Untergebenen erniedrigt, vielmehr eine solche, zu der die wachsende Selbständigkeit der unteren Klassen von selbst drängt. Das altväterliche Verhältnis, in welchem Herrschaft und Dienstboten am selben Tisch aßen, ist längst nicht mehr vorhanden und wird von keinem Teile mehr gewünscht. Heute würde das Selbstbewußtsein der unteren Stände jede solche Annäherung eher als Zumutung denn als Wohltat empfinden. Gegenseitiges Nichtgestörtwerden ist das Ziel, das beide Parteien anstreben. Bei der starken Betonung der Rechte der unteren Stände, die die Revolution gebracht hat, wird das Verlangen danach zukünftig gerade von seiten der Dienstboten um so kräftiger hervortreten.

Es ist deshalb wichtig, sowohl die von der Herrschaft als die von den Dienstboten benutzten Raumgruppen in sich geschlossen zu halten. Beide Gruppen müssen sich aber so berühren, daß die gegenseitigen Beziehungen an jedem gewünschten Punkt der Grenzlinie stattfinden können. Die Dienstboten haben im Hause die notwendigen Arbeiten zu verrichten, die Hausfrau will sie in allen Teilen ihrer Arbeit überwachen. Für die Ungestörtheit des Hausbetriebes wird es darauf ankommen, daß die Verkehrswege der Herrschaft nicht das Bereich der Dienstboten und die Verkehrswege der Dienstboten nicht das Bereich der Herrschaft durchkreuzen. Die tägliche Beobachtung ergibt, daß gerade hier fortwährend gefehlt wird. So ist es fast alltäglich, daß die Dienstboten zum Öffnen der Haustür durch die Diele laufen müssen. Ist aber die Diele, wie das vielfach erstrebt wird, eine ,,Wohndiele“, so liegt hier eine unzuträgliche Anordnung vor. Der Weg zur Haustür sollte außerhalb des Wohnteiles verlaufen. Es kommen aber viel größere Verstöße vor. Enthält doch der Berliner Miethausgrundriß ein Zimmer, das überhaupt als ständiger Durchgang von den rückwärtig gelegenen Wirtschafts- zu den. vorderen Wohnräumen und zur Flurtür dient, nämlich das sogenannte Berliner Zimmer. Hier findet sich noch eine Anordnung fast vorsintflutlicher Art vor, die sich nur hat halten können, weil der Berliner Miethausbau geistig von ungeeigneten Kräften verwaltet wird. Was soll man aber dazu sagen, wenn auch in freiliegenden Landhäusern Durchgangszimmer gebaut und sogar von ihren Verfassern mit hochtrabenden Worten als Musterentwürfe veröffentlicht werden? Den bedenklichsten Obelstand des Berliner Miethauses hierher zu verpflanzen, bedeutet jedenfalls einen hohen Grad von entwurflicher Hilflosigkeit. Der Umstand, daß im 18. Jahrhundert die Zimmer eines Schloßflügels meistens ohne Nebenflur aneinandergereiht waren, kann für solche Stümpereien nicht als Entschuldigung dienen. Hier zeigt sich eben wieder die verblendende Wirkung von gerade herrschenden Kunstmoden. Die Wohnsitten des 18. Jahrhunderts waren von den heutigen verschieden. Wahrscheinlich behalf man sich damit, daß man Wandschirme aufstellte, um das Durchgehen der Dienstboten für die Insassen des Zimmers weniger fühlbar zu machen. Es ist daher heute als unumstößlicher Grundsatz aufzustellen, daß jedes Zimmer von einem Vorraum oder Flur aus betretbar sein muß. Diese Tür erschließt das Zimmer von der Dienstseite, her, sie ist viel wichtiger als die Verbindungstüren der Zimmer unter sich. Nur die Wirtschaftsräume, wie Küche, Abwaschküche usw., bedürfen solcher Dienst-vorräume nicht, sie sind selbst dem Dienst gewidmet und werden, wie sie sind, aneinandergereiht.

Das Zimmer, von dem aus der lebhafteste Verkehr nach den Wirtschaftsräumen erfolgt, ist das Eßzimmer. Das Decken und Abräumen des Tisches, das mehrere Male am Tage stattfindet, erfordert die längere Anwesenheit der Dienstboten in diesen Räumen. Es ist deshalb üblich geworden, das Eßzimmer, wenn nicht ganz beschränkte Verhältnisse zum Gegenteil drängen, lediglich zum Essen zu benutzen, also nicht zugleich auch zum Wohnen. Das Eßzimmer ist heute das in seiner Bestimmung begrenzteste Zimmer des Hauses. Da es in naher Verbindung mit der Küche stehen muß, schließen sich ihm notwendigerweise die Wirtschaftsräume an. In der Mitte des Hauses wird in der Regel die Halle liegen; es ist dann ein guter Plan, auf der einen Seite die Wohnräume, auf der anderen das Eßzimmer und die Wirtschaftsräume anzureihen. Dann ist der ganze Wirtschaftsbetrieb, der namentlich beim Decken und Abräumen des Tisches störend wirkt, dem Wohnzimmerbereich entzogen, vor allem aber sind die Eßgerüche auf ihr engstes Bereich beschränkt. Besonders bei Gesellschaften machen sich die Vorteile einer solchen Anlage angenehm geltend. Man hat dann allerdings, wenn man zum Essen geht, die Halle zu durchschreiten. Hierin ist aber kaum ein Nachteil zu erblicken, im Gegenteil wird die Halle, die vielleicht besonders anziehend gestaltet ist, noch inniger in den Verkehr des Hauses gezogen, und außerdem erhält das Zutischgehen, wenn Gesellschaften stattfinden, ein gewisses feierliches Gepräge. Für die oft gewünschte ineinandergehende Verbindung des Eßzimmers mit dem Wohnzimmer wird meistens der Grund angegeben, das Eßzimmer bei Gesellschaften auch nach Tische mitbenutzen zu können. Aber wenn das Eßzimmer, nachdem die Abräumungsarbeiten beendet sind, wieder in den Verkehr gezogen werden soll, kann dies auch über die Halle hinweg erfolgen. Jedenfalls überwiegen die Vorteile der getrennten Lage des Eßzimmers die damit verbundenen Nachteile, die übrigens meist nur in der Vorstellung bestehen.

Bei der Gestaltung des Hausgrundrisses kreuzen sich leicht die Gesichtspunkte des Wohnens und der Geselligkeit. Es ließ sich vor dem Kriege leider beobachten, daß bei vielen Bauherren der der Geselligkeit im Vordergründe stand. Man war es von der städtischen Wohnung her gewöhnt, beim Wohnungsuchen in erster Linie an das Gesellschaftgeben zu denken. Die Rücksicht auf das Gesellschaftgeben hat daher den heutigen Hausgrundriß nach gewisser Richtung hin beeinflußt, namentlich tritt dies hervor bei der Verbindung aller Wohnräume durch große Schiebetüren. Die Schiebetüren haben eigentlich nur dann einen Zweck, wenn zufällig sehr viele Menschen im Hause sind, so daß dann mehrere Räume sozusagen zu einem gemacht werden können. Sitzen aber die wenigen Familienmitglieder im engen Kreise beisammen, so wird es niemand einfallen, die nach dem zweiten oder dritten Nachbarraum führende große Schiebetür zu öffnen, um den Raum zu erweitern, es wird vielmehr die Neigung vorherrschen, den Raum gemütlich abzuschließen.

Besondere Aufmerksamkeit erfordert neben dem Bereich der Herrschaft und dem der Dienstboten das der Kinder. Es ist nicht immer leicht, das Kinderspielzimmer in den Grundriß des Erdgeschosses passend einzugliedern. Das Kinderzimmer soll natürlich nicht weit entfernt von den Wohnzimmern liegen, anderseits aber ist es auch erwünscht, die Ursprungstätte des Geräusches einer lebhaften Kindergesellschaft nicht allzu nahe an die Aufenthaltsräume der Erwachsenen zu rücken. Eine Lage nicht weit von der Küche hat den Vorteil der leichteren Bedienung, da sich allerhand kleine Dienstverrichtungen ständig nach dem Kinderzimmer lenken. Aber man wird in dieser Beziehung selten ganz frei sein: gerade für die Lage des Kinderzimmers ist, wie an anderer Stelle bemerkt, die Himmelsrichtung in erster Linie ausschlaggebend. Sehr erwünscht ist es, den Kindern auch eine besondere Ablage, unter Umständen sogar einen besonderen Eingang zu geben. Die Kinderablage kann nicht immer so ordentlich gehalten werden wie es für eine allgemeine, auch von Besuchern benutzte Ablage erwünscht ist, ebenso verhält es sich mit dem darin befindlichen Waschbecken.

Die Berücksichtigung der Verkehrswege der Dienstboten innerhalb ihres Bereiches ist sehr wichtig. Die höchste Zweckmäßigkeit des Wirtschaftsteiles des Hauses ist noch nicht als erreicht zu betrachten, solange sich hier noch Mängel finden. Die Aufeinanderfolge der für den Wirtschaftsbetrieb bestimmten Räume, die Wege, die von einem Raum nach den anderen zurückzulegen sind, müssen sorgfältig überlegt werden; auf alle diese Dinge kommt es bei einem gut angelegten Hause in erster Linie an.

Über alle Einzelheiten der Wirtschaftsräume wird noch ausführlich gesprochen werden. Es sei nur ein Wort über die geeignete Unterbringung der Dienstboten gesagt. Selbstverständlich ist es erwünscht, die Aufenthaltsräume nicht allzuweit von den Arbeitsräumen entfernt anzulegen. Da nun die‘ Schlafzimmer der Dienstboten meistens im Dachgeschoß, also weit weg von den Arbeitsräumen, untergebracht sind, ist es eine große Erleichterung, wenn in der Nähe der Küche ein Leutestübchen für den Tagesaufenthalt liegt. Dann ist das Dienstbotenzimmer nur Schlafzimmer, während eine freie Abendstunde in der Leutestube verbracht wird. Es ist durchaus erwünscht, diesen Raum so anheimelnd wie möglich zu machen, um ein gewisses Heimgefühl auch bei den Dienstboten zu erzeugen. Für die sonstigen Unterkunftsräume entsteht eine Schwierigkeit, wenn gleichzeitig weibliche und männliche Dienstboten vorhanden sind. Das Schlafzimmer eines Dieners wird man passend in das Erdgeschoß legen. Das hat auch noch die Bedeutung, daß das Haus besser vor Diebstahl gesichert ist. Die Schlafzimmer für die weiblichen Dienstboten werden im Dachgeschoß am besten nahe an der Diensttreppe untergebracht. Gastzimmer im Dachgeschoß sind natürlich, wie schon erwähnt, immer grundsätzlich und sichtlich von den Dienstbotenzimmern zu trennen.

Text aus dem Buch: Wie baue ich mein Haus? Author: Muthesius, Hermann.

Siehe auch:
Wie baue ich mein Haus? – Einleitung
Wie baue ich mein Haus? – Die Kostenfrage
Wie baue ich mein Haus? – Die laufenden Ausgaben
Wie baue ich mein Haus? – Das kleine Einfamilienhaus
Wie baue ich mein Haus? – Leben auf dem Lande und Verkehr nach der Stadt
Wie baue ich mein Haus? – Der Bauplatz
Wie baue ich mein Haus? – Architekt und Unternehmer
Wie baue ich mein Haus? – Vorverhandlungen über den Hausplan
Wie baue ich mein Haus? – Die Stellung des Hauses auf dem Grundstück
Wie baue ich mein Haus? – Die Geschosse des Hauses
Wie baue ich mein Haus? – Der Weg zum Hause

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Wie baue ich mein Haus?

Eine schwierige Frage, die sich gleich beim ersten Wichtigkeit Grundrißentwurf in den Vordergrund drängt, ist die des  guten Eintritts in das Haus. Die Art, wie man sich nähert, wie man ins Haus selbst gelangt, wo sich Besucher, während sie gemeldet werden, aufhalten, alles das erfordert sorgfältigste Erwägung. Der Eingang braucht nicht immer an der Straßenseite des Hauses zu liegen, er kann ebensogut seitlich angebracht werden. Immerhin soll für den Herankommenden kein Zweifel bestehen, wo er in das Haus gelangt. Den Eingang an die Rückseite zu legen, ist auf alle Fälle zu verwerfen.

Handelt es sich um ein sehr großes Haus, so ist zuerst Vorfahrt zu entscheiden, ob eine Wagenvorfahrt angelegt werden soll oder nicht. Eine solche setzt einen gehörig befestigten Zufahrtweg zum Hause voraus. Es muß dabei natürlich Vorsorge getroffen werden, daß die Wagen im Kreise herumfahren können, um wieder zum Ausgange zurückzukommen. Da heute mit den unter Umständen großen und langen Kraftwagen gerechnet werden muß, ist das nicht immer so einfach. Damit ein größerer Kraftwagen wenden kann, muß der äußere Rand des Weges einen Kreis von mindestens 14 Meter Durchmesser einhalten. Nicht immer wird man den nötigen Raum zur Verfügung haben, besonders wenn das Haus vorn an der Bauflucht liegt. In diesem Falle kann man sich aber mit zwei Toren, einem Einfahrts- und einem Ausfahrtstore, behelfen. Es ist ratsam, eine Vorfahrt wegen der Gäste auch dann für Kraftwagen einzurichten, wenn der Bauherr selbst nur einen Pferdewagen benutzt.

Pförtnerhaus Falls sich das Haus auf einem größeren Grundstück und etwas entfernt von der Umwehrung befindet, ist immer ein Pförtnerhaus am Eingang nötig. Der Pförtner öffnet dann beim Nahen des Wagens das Tor, worauf der Wagen bis vor die Haustüre fahren kann. Liegt das Haus jedoch ziemlich nah an der Umwehrung, so wird das Tor von der im Hause wohnenden Dienerschaft geöffnet, wobei der Wagen freilich warten muß, bis der Diener nach dem überdeckte Tor geeilt ist. Eine Vorfahrt erfüllt ihren Zweck erst dann Vorfahrt vollkommen, wenn sie überdeckt ist. Denn man will bei regnerischem Wetter trockenen Fußes aus dem Wagen in das Haus gelangen. Immerhin ist nicht zu verkennen, daß eine überdeckte Vorfahrt ein ziemlich kostspieliger Bauteil wird, der sich nur bei großen Häusern rechtfertigen läßt. Wenn aber die Vorfahrt nicht überdeckt und überhaupt die beste Art der Ausführung nicht angewendet werden soll, so ist es besser, ganz auf sie zu verzichten. Die ganze Aufgabe wird durch solchen Verzicht ungemein vereinfacht: statt des Tores genügt eine Gartenpforte, statt des ordnungsmäßig befestigten Fahrweges ein Gartenweg. Unter Umständen kann man einen bedeckten Gang von der Straße nach dem Hause bauen, der dann die Vorfahrt überhaupt entbehrlich macht. Statt seiner mag auch, wie in Abb. 56 geschehen, ein Laubengang angelegt werden, der, wenn er mit immergrünen Pflanzen umrankt ist, zur Not auch als Schutz genügt, jedenfalls aber einen sehr reizvollen Hauseingang schafft.

Die Baupolizei verlangt, wenn das Gebäude eine gewisse Strecke (in der Regel 30 m, das ist die Tragweite der Feuerspritze) von der Straße entfernt liegt, eine Zufahrt; diese braucht jedoch nicht durchaus fahrwegmäßig befestigt zu sein; und es genügt baupolizeilich auch ein pfortenähnliches Gartentor von nur 2,30 m Breite.

Für die gute Überwachung des Zugangs ist es höchst erwünscht, daß die Dienerschaft vom Hause aus die Gartenpforte übersehen kann. Diese Pforte ist meist mit einem elektrischen Öffner versehen, der vom Hause aus bedient wird. Es ist nun für den Dienstboten, bevor er öffnet, nötig, zu erkennen, wer an der Gartenpforte steht. Dieser Gesichtspunkt muß den Hausplan von Anbeginn beeinflussen; denn es handelt sich darum, den Räumen, in denen sich die Dienstboten aufhalten, eine ganz bestimmte Lage zur Eingangspforte zu geben. Wo halten sich aber die Dienstboten im Hause auf? Man bemerkt zuweilen, daß das sogenannte Dienerzimmer so gelegt ist, daß von ihm aus der Eingang bedient und die Pforte überblickt werden kann. Eine solche Lage des Dienerzimmers erfüllt aber nur dann ihren Zweck, wenn der Diener dauernd in seinem Zimmer weilt, was fast niemals der Fall ist. Der Diener macht Hausarbeiten, ist in der Anrichte, im Reinigungsraum oder in der Küche; sein eigenes Zimmer dient ihm nur zum Schlafen. Nur in ganz großen Häusern, meist solchen fürstlichen Umfanges, mag ein Diener zur Bedienung der Haustür ständig im Dienerzimmer sein. Deshalb ist es in allen Fällen besser, dafür zu sorgen, daß die Haustür von der Küche aus gesehen werden kann, denn die Küche ist der Raum, der Gewähr bietet, daß fast immer einer der Dienstboten dort zugegen ist. Liegt die Küche nicht an der dem Eingänge zugewendeten, sondern an einer anderen Hausseite, so kann man dies unter Umständen durch einen erkerartigen Ausbau der Küche herbeiführen (Abb. 71, S. 105), aus dem die Dienstboten seitlich auf die Pforte blicken können. Eine solche Lage der Wirtschaftsräume zum Eingänge hat sogar einige Vorzüge, zum Beispiel den, daß die Herankommenden nicht das Gefühl haben, von den Dienstboten abgemustert zu werden. Es ist auch möglich, einen Fernsprecher an die Gartenpforte zu führen, durch den der Besucher auf Anfordern sein Anliegen kundgeben kann.

Nachdem die Pforte aufgesprungen und der Zugang zum Hause freigegeben ist, gelangt der Besucher bis an die Haustür, wo er zum zweitenmal zu klingeln hat. Es ist sehr erwünscht, die Haustür etwas zurückliegend anzuordnen (Abb. 79) oder sie mit einem kleinen Schutzdach zu versehen, um für die Zeit des Wartens den Besucher vor Regen zu schützen. Wenn auch ein solcher Schutz mehr für das Gefühl vorhanden ist, so macht doch eine auf diese Weise geschützte Haustür an sich einen anheimelnden Eindruck und gibt dem Hauseingang ein einladendes Gepräge. Eine Freitreppe vor den Eingang zu legen, empfiehlt sich nicht, weil im Winter die Stufen glitscherig werden und Unglücksfälle herbeigeführt werden können. Ein geschickter Entwerfer wird meistens die Möglichkeit finden, Höhenausgleiche ins Innere des Hauses zu legen. Die Tür wird geöffnet und der Besucher gemeldet. Der Gast muß einige Minuten warten; wo geschieht dies? Gerade in dieser Beziehung begegnet man in deutschen Häusern noch vielfach ungeklärten Sitten. In Miethauswohnungen wird dem Besucher, nachdem er die Karte übergeben hat, oft die Treppenhaustür wieder vor der Nase zugeschlagen oder mindestens bis auf einen kleinen Spalt geschlossen. Das sind für den Besucher immer Augenblicke der Verlegenheit, doch mag hier das Wesen der Mietwohnung die mangelnde gute Form entschuldigen. Aber es ist auch in vielen Einfamilienhäusern nicht viel besser. Hier zum mindesten sollte unbedingt dafür gesorgt sein, daß den Besucher, nachdem einmal die Tür geöffnet ist, ein kleiner Vorraum aufnimmt, in dem er ein Unterkommen findet. Hierfür genügt meistens schon der Windfang, wenn er nett ausgebildet und etwa mit einer Bank versehen ist (Abbildung 76; zu vergleichen auch Abbildung 7, Seite 19). Die Bank ist wiederum mehr sinnbildlich aufzufassen, niemand wird sich hier setzen. Sie macht aber den Raum gemütlich und besagt, daß man sich in ihm eine Weile aufhalten kann. Aus diesem Raume kann der Besucher, wenn der anmeldende Dienstbote zurückkommt, dann in die Kleiderablage geführt werden, aus der er in die Halle gelangt. Einen Besucher nach dem öffnen der Haustür gleich in die Halle zu führen und dort warten zu lassen, hat das Mißliche, daß er einmal eine Staffel zu weit vorgedrungen ist, denn er hat noch seine Überkleider an, dann aber auch, daß unter Umständen Besucher in das Haus gelangen, die gar nicht eintreten sollen. Denn es kommen auch Geschäftsbesuche, die der Hausherr in einem besonderen Raum abfertigen wird, etwa in einer nahe am Eingänge liegenden Schreibstube oder einem ausdrücklich für solche Besucher gebauten Sprechzimmer (Abb. 76). Für die Kleiderablage ist es von Wichtigkeit, daß sie zwei Türen hat, eine, durch die man aus dem Windfang in sie gelangt und eine, durch die man aus ihr in die Halle eintritt. Wenn auch für gewöhnliche Fälle es vollständig genügen würde, aus der Tür, durch die man in die Ablage eingetreten ist, wieder aus ihr herauszugehen, so ergeben sich doch fühlbare Mängel bei Gesellschaften, selbst schon bei Tischeinladungen kleineren Umfanges, da die Teilnehmer zur festgesetzten Zeit gewöhnlich alle auf einmal kommen und die Eintretenden also immer gerade auf die Austretenden stoßen. Man hört häufig den Wunsch äußern, daß besondere Kleiderablagen für Damen und Herren angelegt werden möchten. So berechtigt diese Forderung erscheinen mag, so geht sie doch bei mittleren Häusern über das Notwendige hinaus. Bei Gesellschaften kann auf irgendeine Weise eine besondere Ablage für die Damen eingerichtet werden, sei es auch im Obergeschoß, in das allerdings die Damen dann über die Halle gehen müssen. Die Herren, die in der üblichen Kleiderablage abgelegt haben, warten dann in der Halle auf die Damen. Die Bereitstellung eines solchen Zimmers, in dem sich auch ein Damenankleidetisch mit Nadeln und anderen kleinen, für den Anzug der Frau notwendigen Dingen befinden muß, empfiehlt sich bei Geseilschaften, die die Besucher doch immerhin auf viele Stunden an das Haus fesseln, auch aus manchen anderen Gründen. Die eigentliche Kleiderablage ist mit dem anschließenden Abort dann ausschließlich den Herren vor-. behalten. Als Damenablage für Gesellschaften kann natürlich auch irgendein anderer Raum des Erdgeschosses, etwa ein Geschäftszimmer, das Kindertageszimmer, die Flickstube eingerichtet werden (Abb. 77). Auf diesen Doppelzweck muß dann gleich bei der Anlage Rücksicht genommen werden. Eine besondere Damenkleiderablage würde eine Maßnahme ausschließlich für gesellige Veranstaltungen sein und daher vorwiegend für Häuser in Frage kommen, die entweder einen sehr großen Rahmen haben, oder in denen das Gesellschaftgeben die Hauptrolle spielt.

Gerade in der richtigen Anordnung von Vorraum (Windfang), Ablage, Abort und Halle wird noch sehr viel gefehlt. Die Beispiele sind nicht selten, daß eine Tür aus der Halle unmittelbar in den Abort führt, so daß dessen Inneres beim jedesmaligen öffnen der Tür für die in der Halle sich aufhaltenden Gäste sichtbar gemacht wird. Eine solche Anlage kann nur als gröbster Entwurfsfehler bezeichnet werden. Übrigens bekunden auch die Hinweise auf den Abort in unseren Gastwirtschaften sehr häufig einen auffallenden Mangel an Takt und Gefühl für das Schickliche, besonders wenn die Aufschriften ,,Für Herren“ und ,,Für Damen“ unmittelbar nebeneinander prangen. Der Abort ist ein Raum, der der Aufmerksamkeit möglichst entzogen werden muß, wodurch jedoch seine leichte Auffindbarkeit nicht beeinträchtigt werden darf. Der Zugang von der Kleiderablage aus ist stets der beste. Außerordentlich häufig werden ferner noch Hallen angetroffen, in denen auch die Überkleider abgelegt werden. Solche Zustände sind nur für allerkleinste Wohnungen angängig, verbieten sich aber schon bei mittleren Häusern. Es ist nie ein Genuß, durch Überzieher und Gummischuhe zu wandeln, besonders, wenn die Ablage zugleich auch die Kleider der Kinder aufzunehmen hat. Bei richtiger Durchdenkung ist es auch in kleinen Häusern möglich, die für die Bequemlichkeit und die verfeinerten Sitten so wichtige Anlage der notwendigen Nebenräume zu treffen. Die Abbildung 78 zeigt, wie auf winzigem Raume doch Windfang, Ablage und Abort schicklich untergebracht werden können. Eine solche Zusammendrängung ist jedoch nur in ganz kleinen Häusern zulässig.

Nicht weniger als die Anlage des Haupteinganges muß Nebeneingang die des Nebeneinganges überlegt sein. Auch dieser sollte unter der Überwachung der Dienstboten stehen. Ob es geraten ist, schon in der Umwehrung einen besonderen Nebeneingang anzuordnen oder erst innerhalb des Grundstückes den Weg nach der Küche abzuzweigen, kommt auf die Verhältnisse an. Ein Zuviel an Eingängen macht das Grundstück öffentlich und bringt die Mühe des täglichen Abschließens vieler Türen mit sich. Auch der Nebeneingang zum Hause sollte durch einen Vorraum von seinem nächsten Ziele, der Küche, abgetrennt sein. Als nützlich hat sich ein kleines Fenster in der Kücheneingangtür erwiesen, durch das Gegenstände abgegeben werden können, ohne daß die Boten die Küche betreten. Der Zugangsweg zur Küche soll zwar zur Seite liegen, so daß der Verkehr dahin die Hausbewohner nicht belästigt; immerhin ist es ratsam, ihn nicht ganz der Überwachung durch die Herrschaft zu entziehen. Bei großen Grundstücken wird man gern an der einen oder der anderen Stelle der Umwehrung noch eine Schlupftüre anbringen. Diese wird am besten ohne Drücker gelassen, so daß sie grundsätzlich nur mit einem Schlüssel geöffnet werden kann.

Eine große Bequemlichkeit für die Bewohner ist es, wenn Hauptschlüssel ein Hauptschlüssel nicht nur alle Gartenpforten, sondern fur alIe Türen auch das Haus schließt. Seine Anwendung kann sogar noch auf die Zimmertüren, ja auf Wandschrank- und Möbeltüren ausgedehnt werden. Es ist, um diesen erwünschten Zustand zu erlangen, nichts als Aufmerksamkeit beim Bestellen der Schlösser nötig. Ohne diese freilich wird in der gedankenlosen Weise, die bei Dutzendbauten zu bemerken ist, für jedes Schloß lediglich der übliche Einzelschlüssel geliefert werden, woraus sich dann für die Bewohner die dauernde Last des Mitschleppens großer Schlüsselbunde ergibt.

Es ist vielleicht hier der Ort, einiges über die Umweh- Umwehrung rung des Grundstückes zu sagen, obgleich diese mehr in ein Buch über die Gartenanlage gehört. Auf ihre Gestaltung haben die baupolizeilichen Verordnungen den größten Einfluß. Sie gingen ursprünglich darauf aus, daß die Umwehrung vollständig durchsichtig gehalten werden müsse, angeblich um der „Villenkolonie“ ein freundliches Aussehen zu geben. Im Anfang waren nur metallene Gitter zugelassen. Später kam die Genehmigung von Holzzäunen. Dann wurde ein kleiner Teil der Umwehrung als Mauer erlaubt, der sich im Laufe der Zeit von einem Drittel bis auf die Hälfte entwickelt hat. Der weitere Fortschritt wird nun wohl allmählich die altbewährte Gartenmauer wieder zu Ehren bringen. Die durchsichtige Umwehrung gehörte, gerade so wie der hinter ihr liegende Vorgarten, der Zeit der herrschenden Veräußerlichung an; denn das erstrebte freundliche Aussehen wurde ja lediglich für den Straßenbesucher gewünscht, für den sich hier der Hausbewohner anzustrengen hatte. Für den Besitzer eines Landhauses ist k es sicher kein Vergnügen, für die Sonntagsspaziergänger auf der Schaubühne zu leben. Trotz der Baupolizeivorschriften erfolgt heute wehrung auf allgemein die Abschließung nach der Straße, Betonklotz allerdings zumeist durch Anpflanzung von dichtem Gebüsch oder einer Hecke hinter dem durchsichtigen Gitter, wogegen die Baupolizei machtlos ist.

Die Umwehrung sollte von vornherein gediegen angelegt werden. Eine feste Untermauer bietet große Vorteile, allerdings verursacht sie nicht geringe Kosten. Wer sparsamer Vorgehen will, sollte wenigstens die tragenden Holzstiele des Zaunes auf Betonpfeiler setzen, da sie mit Sicherheit nach wenigen Jahren abfaulen, wenn sie in die Erde gesteckt werden. Der Holzstiel wird an zwei aus dem Betonklotz herausragenden Enden festgeschraubt (Abb. 80). Zwischen Holz und Beton muß ein kleiner Zwischenraum bleiben, um Fäulnis zu verhüten. Holzzäune sind weit billiger als jede, auch die allereinfachste Art von schmiedeeisernem Gitter. Die billigste Umwehrung ist noch immer der Drahtzaun, der aber so garstig wirkt, daß er ein ganzes Anwesen verunstalten kann. Höchstens ist er als Träger einer dichten Berankung zulässig. Bei der jetzt herrschenden Metallnot ist auch der Drahtzaun teuer, wodurch seine Anwendung vielleicht eingeschränkt werden wird. In anderen Ländern ist mit Vorteil die lebende Hecke eingeführt worden, die dem Straßenbilde ein ungemein freundliches Aussehen verleiht. Die beste Umwehrung eines Anwesens ist und bleibt aber die Gartenmauer, sie sollte, das ganze Grundstück umschließend, angewandt werden, wo immer es die Verhältnisse erlauben.

Text aus dem Buch: Wie baue ich mein Haus? Author: Muthesius, Hermann.

Siehe auch:
Wie baue ich mein Haus? – Einleitung
Wie baue ich mein Haus? – Die Kostenfrage
Wie baue ich mein Haus? – Die laufenden Ausgaben
Wie baue ich mein Haus? – Das kleine Einfamilienhaus
Wie baue ich mein Haus? – Leben auf dem Lande und Verkehr nach der Stadt
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Wie baue ich mein Haus?


Das Einfamilienhaus hat in der Regel zwei vollständige Geschosse, doch ist es nach den meisten Baupolizeiordnungen erlaubt, auch einen Teil des Daches, sowie einen Teil des Kellers zu Wohnzwecken zu verwenden. Es sei gleich gesagt, daß die letztgenannte Bestimmung für ein Landhaus unsinnig ist. Niemals vorher ist es auf dem Lande üblich gewesen, Wohnräume unter die Erde zu verlegen, da ja Raum genug über der Erde vorhanden ist. In der Stadt, wo sich die Gebäude eng aneinander drängen und aus Platzmangel eine ganze Reihe von Geschossen übereinandergetürmt werden mußte, lag es nahe, auch ein halb in die Erde versenktes Untergeschoß noch für Wohnzwecke zu verwenden. So gelangte dieses bewohnbare Kellergeschoß in die Baupolizeiordnung. Der Umstand, daß diese für die Stadt entworfen und sodann gedankenlos auf das Land übertragen worden ist, hat die Unsitte des bewohnten Untergeschosses im Landhause geschaffen; sie hat das Haus gezüchtet, das unter der Bezeichnung ,,Villa“ heute noch fast alle Straßen der Vororte umsäumt. In diesen „Villen“ liegen die Küchen und die zugehörigen Wirtschaftsräume, auch Dienstbotenräume, stets im Untergeschoß, oft ist auch eine Wohnung für den Pförtner dort angelegt. In einigen Teilen Deutschlands ist im freiliegenden Einfamilienhause die Benutzung des Kellergeschosses für Wohnzwecke nicht mehr gestattet. Auch die Küche gilt baupolizeilich als von Menschen bewohnter Raum, weil sich daselbst die Dienstboten fast den ganzen Tag aufhalten. In und um Berlin kann, neben den beiden voll ausgebauten Hauptgeschossen, das Kellergeschoß zu drei Viertel seiner Grundfläche für Wohnzwecke ausgenutzt werden, das Dachgeschoß zur Hälfte. Ein einfaches Rechenexempel ergibt, daß auf diese Weise etwa ein Viertel (genauer 3/13) der Räume, welche das Haus enthält, Kellerräume sind. Es ist richtig, daß die Baupolizeiordnung nur eine Tieflage dieser Räume von 50 cm unter der umgebenden Erdoberfläche gestattet. Immerhin genügt auch schon diese Einsenkung, um dem Raum einen dumpfen, muffigen Eindruck zu verleihen, der alle Kellerräume kennzeichnet. Die Ansicht, daß es jedem frei stehe, von dem baupolizeilichen Zugeständnis Gebrauch zu machen oder nicht, hat kaum eine Bedeutung; denn es ist eine alte Erfahrung, daß Baubestimmungen stets so weitgehend ausgenutzt werden, wie es der Buchstabe zuläßt. Möchten endlich alle Baupolizeiordnungen dazu übergehen, für das freistehende Einfamilienhaus einfach zu bestimmen: Wohnräume im Kellergeschoß sind verboten.

Aber auch, wenn man von der gesundheitlichen Frage absieht, ist die durch die erwähnte Baupolizeivorschrift gezüchtete Hausart wenig angemessen. Da das Untergeschoß nur 50 cm in die Erde reichen darf, wird es mindestens 2% m über die Erde herausragen. Für das mit den Wohnräumen besetzte Erdgeschoß folgt daraus, daß es hoch über der Gartenfläche liegt. Dadurch wird aber die beim ländlichen Hause so notwendige Verbindung der Wohnräume mit dem Garten grundsätzlich gestört. Vorhanden ist sie eigentlich nur für die im Kellergeschoß liegende Küche und die Pförtnerwohnung; vom Erdgeschoß aber müssen die Hausbewohner, um in den Garten zu gelangen, eine Reihe von Stufen hinuntersteigen; da die Gartenstufen im Freien liegen, sind sie im Winter durch ihre Glätte gefährlich. Der 2% m hohe Unterbau gibt außerdem dem Hause ein gestelztes Aussehen (Abb. 58), und der wohnliche Eindruck eines breit gelagerten Hauses ist nicht mehr zu erreichen. Ein bequemes Landhaus wird also auf das ausgebaute Untergeschoß verzichten. Das ist die erste Grundregel, die sich ergibt, wenn die Einteilung der Räume des Hauses auf die Geschosse sachgemäß durchdacht wird.

Es bleibt dann nur die Lösung übrig, die Küche mit allen Nebenräumen in das Erdgeschoß zu legen. Dadurch sinkt der Keller zu einem Geschoß herab, in dem nur noch die Sammelheizung, die Warmwasserbereitung und Speicherräume, unter Umständen auch die Waschküche untergebracht werden. Er kann tief in die Erde gesenkt werden, wodurch herbeigeführt wird, daß sich der Fußboden des Erdgeschosses der Gartenfläche innig nähert (Abb. 59). Erst jetzt haben die Bewohner die volle Bequemlichkeit des unmittelbaren Ausganges aus dem Hause in den Garten; die ganz natürliche Verbindung mit der Natur ist erreicht. Nebenbei nimmt auch die Erscheinung des Hauses jetzt jenes sprechend gemütliche Aussehen an, das uns an alten Bauten so wohlgefällt. Mit der Beseitigung des Untergeschosses sind wir überhaupt in die alten Überlieferungen des ländlichen Bauens zurückgekehrt und haben den Zwitterzustand zwischen Stadt- und Landhaus, den die bisherige ,,Villa“ verkörperte, verlassen. Die Nebeneinanderstellung der Schnitte in Abbildung 58 und 59 gibt die grundsätzliche Verschiedenheit beider Hausarten zu erkennen.

Vorteile der Die Wirtschaftsräume machen mit ihrem Übergänge ins Laschaftsräume Erdgeschoß sicherlich keinen schlechten Tausch, sie sind im Erdgeschoß hier jedenfalls viel besser untergebracht als in einem Untergeschoß. Die bequemere Bewirtschaftungsmöglichkeit springt in die Augen. Das unaufhörliche Treppauf, Treppab der Dienstboten fällt weg, der Hauptverkehr spielt sich jetzt auf derselben Ebene ab. Dadurch ist auch ein Teil der Bewirtschaftungsbequemlichkeiten der städtischen Miethauswohnung wieder da, die eben darin liegen, daß innerhalb der Wohnung keine Treppen zu steigen sind. Aber auch noch andere Vorteile ergeben sich. Das lästige Übertragen der Küchengerüche in die Wohnräume kann besser vermieden werden, wenn die Küche ebenerdig, als wenn sie unter den Wohnräumen liegt. Denn die Kellertreppe sowohl wie der Speiseaufzug sind ständige Leitkanäle für die sieh beim Kochen entwickelnden Gerüche.

Durch ihre Lage seitwärts, auf der Ebene des Eßzimmers, wird die Küche mit ihren Gerüchen und Geräuschen aus dem Hausverkehr ausgeschaltet (natürlich ist eine Ver-schleusung des Zuganges von der Küche zum Eßzimmer nötig, wovon bei Betrachtung der Wirtschaftsräume noch die Rede sein wird). Daß alle Wirtschaftsräume bei ebenerdiger Lage auch viel ausreichender beleuchtet werden können als im Keller, braucht kaum besonders hervorgehoben zu werden. Die gute Beleuchtung ist aber gerade für die Räume, in denen die Ansammlung von Schmutz peinlichst vermieden werden muß, von ausschlaggebender Wichtigkeit.

Es kann jedoch nicht verschwiegen werden, daß die Wirtschafts-Überführung der Wirtschaftsräume in das Erdgeschoß flügel einige Schwierigkeiten bereitet, besonders dann, wenn diese Räume reichlich bemessen, wenn sie groß und mannigfaltig sind. Die bebaute Fläche des Erdgeschosses nimmt nämlich dann einen Umfang an, der die Fläche der im Obergeschoß erforderten Schlaf-, Kinder- und Gastzimmer bedeutend übersteigt. Daraus folgt, daß nicht immer der ganze Erdgeschoßgrundriß mit einem Obergeschoß überbaut werden kann, daß ein Teil des Gebäudes eingeschossig liegen gelassen werden muß. Denn man wird sich doch nur ungern dazu entschließen, das Erdgeschoß dadurch zu entlasten, daß eigentliche Wohnräume ins Obergeschoß gelegt werden. Der beste Ausweg ergibt sich bei großen Häusern meistens durch einen eingeschossigen An- oder Flügelbau für Küche und Wirtschaftsräume (Abb. 60 und 61). Ein solcher Flügelbau hat noch die Vorteile, daß die Räume, die zur Bewirtschaftung des Hauses dienen, sichtlich und tatsächlich von den Wohnräumen abgetrennt sind, daß die Küche von zwei Seiten Fenster erhalten kann, wodurch eine ausgezeichnete Belüftung erreicht wird, und daß sich auch die äußere Form des Hauses durch die verschiedenartige Behandlung der ihrem Wesen nach verschiedenen Teile des Hauses kennzeichnet. Freilich ist dadurch eine gruppierte Anlage von vornherein gegeben, und das vollständig regelmäßige Haus, das heute von einem gewissen Teile des Fachschrifttums als das einzig richtige hingestellt wird, ist nicht mehr möglich, es sei denn, daß, rein zur Wahrung des Gleichgewichts, auch noch ein zweiter Flügelbau herausgezogen wird, ähnlich wie es beim alten französischen Schloß der Fall war. Für einen solchen liegt aber im Raumerfordernis des gewöhnlichen Wohnhauses selten Veranlassung vor. Blinde und unnütze Räume zu bauen, nur um eine gewisse Art von Architektur zu erreichen, führt zur Unsachlichkeit. Der Bauherr wird sich dreimal überlegen, ob er, lediglich damit der Architekt eine abgewogene Baugruppe bauen kann, 30 000 M. für einen überflüssigen Gebäudeflügel ausgeben will.

Obergeschoß Nur in Ausnahmefällen pflegt sich die Raumanforderung des Obergeschosses der des Erdgeschosses, das aus Wohn-und Wirtschaftsräumen zusammengesetzt ist, zu nähern, etwa da, wo reichliche Schlafzimmer zu schaffen sind, also in sehr kinderreichen Familien, oder wo sehr viele und bequem gelegene Gastzimmer gefordert werden, oder wenn auch das Kinderspielzimmer ins Obergeschoß gelegt Lage des wird. Gegen den letzteren Fall werden aber gewiß viele Spielzimmers Mütter Verwahrung einlegen. Richtiger ist jedenfalls, das Tageszimmer der Kinder im Erdgeschoß unterzubringen, so daß die Kinder von hier aus ohne weiteres ins Freie gelangen können. Freilich wird dann das Kinderzimmer, das man doch gern recht geräumig haben möchte, die Fläche des Erdgeschosses wiederum beträchtlich vergrößern. Sehr zweckmäßig ist es, wenn die Schlafzimmer der Kinder über dem Erdgeschoßtageszimmer liegen und mit diesem durch eine Treppe verbunden sind. Denn die Schlafzimmer der Kinder wird man stets neben dem der Eltern, also im Obergeschoß, unterbringen. Dagegen ist es für die Gastzimmer nicht nötig, sie dort aufzunehmen, es genügt für sie der Dachboden, wo immer Raum für Dachgeschoß mehrere schöne und große Zimmer übrig ist. Eine Schwierigkeit ergibt sich dann nur in der Treppenfrage. Es ist üblich, die Haupttreppe im Schlafzimmergeschoß enden zu lassen und die Vermittlung nach dem Dachgeschoß der Nebentreppe zu überlassen. Wer auf seine Gastzimmer Gewicht legt, wird sich jedoch entschließen, die Haupt- T zum treppe bis ins Dachgeschoß hinaufzuführen, um so mehr, Dachgeschoß als außer den Dienstbotenzimmern meistens auch die Waschküche, der Trockenboden und die Bügelstube im Dachgeschoß untergebracht sind, für die dann die Nebentreppe der natürlich gegebene Zugang ist. Diese Art der Unterbringung der Waschküche ist im Einfamilienhause, wie noch gezeigt werden wird, unbedingt der im Keller vorzuziehen. Die Abbildung 62 zeigt das Dachgeschoß eines größeren Hauses, in das sowohl die Nebentreppe als auch die Haupttreppe ausmündet. Der Gastzimmerteil ist vollständig von dem rückliegenden Boden abgesondert, der die Mädchenzimmer und einige Wirtschaftsräume enthält. Wo viele Gastzimmer verlangt werden, sollte man zu dieser Anordnung schreiten.

Als beste Geschoßeinteilung ergibt sich also die, bei der das Erdgeschoß alle Wohnräume sowie die Küche nebst Wirtschaftsräumen und das Kindertageszimmer, das Obergeschoß sämtliche Schlafzimmer für alle Hausbewohner mit den dazu gehörigen Nebenräumen enthält, und bei dem im Dachgeschoß die Gastzimmer, die Dienstbotenschlafräume und die Waschküche nebst deren Nebenräumen untergebracht werden. Dieses Haus kann man als die eigentliche Grundform des Landhauses bezeichnen. Im Kellergeschoß finden nur die Heizung, Kohlenräume, Vorrats- und Speicherräume, Geräte- und Umsatzräume für die Gartenbewirtschaftung sowie andere Hilfs- und Nebenräume Platz. Es sei hier gleich betont, daß ein solches Kellergeschoß selten Gelegenheit zur Unterbringung kühler Vorratsräume bietet, wie sie für Kartoffeln und Obst, besonders aber für Wein und andere Getränke nötig sind. Ein Ausweg liegt da, wo die Grundwasserverhältnisse es gestatten, im Bau eines Tiefkellers oder in der Anfügung eines nicht überbauten Kellers, der sich in den Garten, in eine Terrasse oder in eine sich anschließende Bodenerhebung hineinerstreckt. Hiervon wird noch bei Betrachtung der Nebenräume die Rede sein.

Mit dieser Verteilung der Räume auf die Geschosse ist jedoch nur der am häufigsten auftretende Fall erledigt. Alle besonderen Umstände, sei es, daß ein Teil des Raumerfordernisses größer ist als sonst üblich, sei es, daß das Haus auf abschüssigem oder irgendwie unregelmäßig gestaltetem Gelände liegt, sei es auch, daß der Bauherr ein ganz niedriges oder ein ganz hohes Haus liebt, verlangen eine Sonderbehandlung. So ereignet es sich namentlich fast immer, daß Gebäude an einem stark aufsteigenden Gelände zu einer ganz anderen Raumeinteilung drängen. Solche Gebäude haben auf der Talseite ein Geschoß mehr als auf der Bergseite. Sie bieten dabei den großen Vorteil, daß man aus zwei übereinanderliegenden Geschossen hinaus ins Freie treten kann. Es ergibt sich dann von selbst, daß man das hinzukommende untere Geschoß, das an drei Seiten gut beleuchtet ist, ausnutzt, sei es für die Wirtschaftsräume, die hier mit voller Berechtigung von dem Wohngeschoß abgetrennt werden können, sei es, daß man auch das Eßzimmer und etwa noch ein Spielzimmer oder Billardzimmer hier unterbringt. Durch die Wegnahme des Eßzimmers aus dem Erdgeschoß wird eine sehr erwünschte Entlastung dieses Geschosses herbeigeführt und die ganze Ausgleichung der Geschosse erleichert. Gerade das Eßzimmer aber eignet sich seiner Natur nach am besten für eine Abtrennung. Denn es macht für die Bewohner verhältnismäßig wenig aus, zum Essen ein paar Stufen herunterzugehen, wie es anderseits etwas für sich hat, nach eingenommener Mahlzeit sich den Gerüchen des Eßzimmers und dem Geräusch des Abdeckens ganz zu entziehen. Beispiele, wie das in den Abbildungen 63 bis 68 wiedergegebene, zeigen, daß sich auf diese Weise ein sehr gut bewohnbares Haus erreichen läßt.

Besonders hoch herausgehobene Häuser sind am Platze, wo es eine Aussicht auszunutzen gilt, oder wo die Bewohner über bestimmte Hindernisse, etwa eine vorgelagerte Bepflanzung, hinwegsehen wollen. Für Häuser mit Aussicht wird auch der heute verpönte Turm wieder aus der Verbannung hervorgeholt werden können. Es ist töricht, sich auf das Gebot der Kunstlehre der letzten fünf Jahre festzulegen. Auch bei Grundstücken an Wasserflächen wird man eine hohe Lage anstreben, denn die allzu nahe Heranrückung der Wohnräume an den Wasserspiegel ist weder angenehm noch gesund. Niedrige, das heißt eingeschossige Häuser wiederum mögen für andere Verhältnisse angebracht sein, da etwa, wo es gilt, die Bewohner unter hohen Bäumen durchblicken zu lassen (während das Obergeschoß vor den Baumkronen liegen würde), oder wenn die Bewohner jede Mühe des Treppensteigens, vielleicht infolge körperlichen Gebrechens, vermeiden müssen. Das eingeschossige Haus bietet viele Reize. Dadurch, daß auch die Schlafzimmer im Erdgeschoß untergebracht werden, wird es allerdings sehr weit ausgedehnt, die zu überwindenden Entfernungen können beträchtlich werden, und manche andere bauliche Schwierigkeit kann sich einfinden; es sei hier nur an die Länge der wagerechten Rohrleitungen erinnert. Aber auf der anderen Seite erreicht man stets ein trauliches, anziehendes Haus, das auch seinen innigen Zusammenhang mit dem sich anschließenden Garten schon im Äußern bekundet. In den Abbildungen 69 und 70 ist ein ziemlich großes, durchweg eingeschossiges Haus vorgeführt. Das Haus ist um einen großen Innenhof gelegt, in den man einfährt, um zum Hauseingang zu gelangen. An der Durchfahrt liegt die Pförtnerwohnung. Die Schlaf- und Kinderzimmer umschließen sodann einen anderen kleineren Hof. Das umfängliche Haus hat nur drei Wohnzimmer, aber reichliche Wirtschaftsräume. Im Dachgeschoß liegen eine größere Anzahl von Gastzimmern, die Schlafzimmer der Dienerschaft, Waschküche, Plättstube, Trockenboden und Speicherräume.

In der Ausführung ist übrigens das eingeschossige Haus gar nicht so unvorteilhaft, als es rechnungsmäßig erscheinen mag. Voraussetzung ist natürlich, daß genug Land da ist. Man braucht ja nicht das ganze Haus zu unterkellern, sondern nur einen Teil, wodurch die sonst sehr stark mitzählenden Grundmauern beschränkt werden. Für Familien mit geringerer Kinderzahl können alle Schlafzimmer im Dächgeschoß untergebracht werden, was technisch völlig einwandfrei geschehen kann und mit einem Schlage ein ganzes Geschoß spart. Die Abbildungen 71 bis 74 stellen ein Künstlerhaus dar, dem seitlich ein besonderes Gebäude als Künstlerwerkstatt angefügt ist. Das Dachgeschoß ist vollständig mit Schlafzimmern besetzt. In dem verbleibenden spitzen Dache ergibt sich noch ein Wäschetrockenboden sowie Nebenraum die Menge. Auf solche Weise ausgenutzt, kann das eingeschossige Haus statt der ihm nachgesagten größeren Kostspieligkeit geradezu eine Ersparnis bedeuten.

Abgesehen von der Natur des Bauplatzes geben, wenn von der geeigneten Verteilung der Räume auf die Geschosse die Rede ist, die wechselnden Raumbedürfnisse die Richtschnur. Der eine Bauherr hat eine Sammlung von Altertümern, die in museumartigen Räumen des Untergeschosses untergebracht werden soll, oder er ist Bilderliebhaber und wünscht einen Gemäldesaal mit Oberlicht, der, wenn ein eingeschossiger Anbau vermieden werden soll oder nicht möglich ist, vielleicht am besten im Obergeschoß Platz findet; der andere muß eine große Büchersammlung aufstellen, die besondere bauliche Maßnahmen erfordert; ein Musiker verlangt einen großräumigen, hohen Musiksaal im Erdgeschoß; der Arzt muß über ein ärztliches Sprech-, Warte- und Untersuchungszimmer im Erdgeschoß verfügen; der Chemiker wünscht einen wohlausgestatteten Arbeitsraum im Untergeschoß, der Gartenfreund Pflanzenaufbewahrungs- und Umsetzräume ebendaselbst. Billardzimmer, Turnsäle für Kinder können im Dachgeschoß, Kegelbahn und großer Weinkeller mit Probierstube im Kellergeschoß gewünscht werden. Durch solche Sonderräume wird das Haus in seinem Grundriß und selbstverständlich dann auch in seinem allgemeinen Aufbau ganz ausgesprochen beeinflußt.

Alles kommt im Hausbau auf die Bedingungen des gegebenen Falles an. Jedes Haus bildet eine Aufgabe für sich, die der Architekt sorgfältig zu untersuchen hat, um aus ihr heraus die geeignete Lösung zu entwickeln. Weder können gerade herrschende Moden der äußeren Fassung für die Verteilung der Räume des Hauses maßgebend sein, noch lassen sich unfehlbare Vorschriften über die angeblich beste und zuträglichste Anlage des Hauses geben. Erst nachdem alle für den Einzelfall vorliegenden Umstände in Betracht gezogen und sorgfältig verarbeitet worden sind, kann festgestellt werden, ob das und das Haus in dem und dem Falle das beste sei. Der Bauherr hat das Recht, die denkbar beste Nutznießung seines angelegten Baugeldes zu fordern. Und der gewissenhafte Architekt wird seine Hauptaufgabe darin erblicken, diesem natürlichen Wunsche gerecht zu werden.

Text aus dem Buch: Wie baue ich mein Haus? Author: Muthesius, Hermann.

Siehe auch:
Wie baue ich mein Haus? – Einleitung
Wie baue ich mein Haus? – Die Kostenfrage
Wie baue ich mein Haus? – Die laufenden Ausgaben
Wie baue ich mein Haus? – Das kleine Einfamilienhaus
Wie baue ich mein Haus? – Leben auf dem Lande und Verkehr nach der Stadt
Wie baue ich mein Haus? – Der Bauplatz
Wie baue ich mein Haus? – Architekt und Unternehmer
Wie baue ich mein Haus? – Vorverhandlungen über den Hausplan
Wie baue ich mein Haus? – Die Stellung des Hauses auf dem Grundstück

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Wie baue ich mein Haus?

Der zukünftige Hausbewohner kommt in der Regel aus der Stadt, und es pflegt ihm zunächst schwer zu werden, sich von den städtischen Vorstellungen ganz zu trennen. Eine dieser Vorstellungen ist die, daß ein Haus vorn an der Straße stehen müsse, und daß die Straßenseite des Hauses gleich seine Wohnseite sei.

So ist es beim städtischen Hause. Dieses muß, als beiderseits eingebaut, und da die Lichtentnahme vom Hof meistens schlechter als die von der Straße ist, notwendigerweise die Haupträume der Straße zukehren. Für das Landhaus sind aber völlig andere Bedingungen vorhanden. Es liegt nach allen Richtungen frei, keine seiner vier Seiten ist gegen die andere im Nachteil. Daraus folgt, daß hier die Möglichkeit gegeben ist, allen Räumen so viel Luft und Licht zuzuführen, als nur gewünscht wird. Es folgt weiter, daß die vier Seiten nach der Verschiedenheit ihrer Besonnung zweckentsprechend ausgenutzt werden können, dergestalt, daß die Räume an die sonnigen Seiten gelegt werden, die die Sonne unter allen Umständen brauchen, und die an die sonnenlosen, die sie entbehren können. Die Besonnung ist nötig für alle Wohn- und Schlafräume, sie ist entbehrlich für die Nebenräume. Ein zweiter, nicht minder wichtiger Vorteil des Landhauses ist der, daß stets eine unmittelbare Verbindung des Hauses mit dem umgebenden Garten hergestellt werden kann. Denn der Garten, das muß festgehalten werden, ist ein unabtrennbarer Teil des Landhauses; ein Haus ohne Garten würde kein Landhaus sein.

Der wichtigste dieser beiden Gesichtspunkte ist, allen Wohnräumen die Sonne zuzuführen, denn dadurch wird eine gesundheitliche Bedingung von außerordentlicher Tragweite erfüllt. Die Vorstellungen über die Bedeutung der Besonnung sind freilich im Volke noch sehr wenig geklärt. Die Zufallslage der großstädtischen Mietwohnung, die Abgeschlossenheit des Städters von der Natur hat den Sinn für einen allereinfachsten, schon bei den Naturvölkern eingehaltenen Wohngrundsatz verkümmern lassen. Viele Miethausbewohner wissen, wenn man sie fragt, gar nicht, nach welcher Himmelsrichtung sie wohnen. Liegt ihre Wohnung nach Norden, so behaupten sie noch, sehr gern so zu wohnen, da sie damit der Belästigung durch die Sonne entrückt seien. Nun trifft es allerdings zu, daß den der prallen Südsonne ausgesetzten städtischen Räumen, besonders wenn sie an breiten Straßen liegen, während der heißen Sommermonate sehr große Nachteile anhaften. Aber deshalb auch für das ganze übrige Jahr auf die Sonnenbestrahlung verzichten zu wollen, verrät einen bedenklichen Mangel an gesundheitlichem Verständnis. Nur die unaufgeklärten Vorstellungen früherer Zeiten konnten sich hier im Irrtum bewegen, wie denn der große Philosoph Kant sein Schlafzimmer auch am Tage dunkel hielt, weil er der Ansicht war, daß in der Dunkelheit die gesundheitschädlichen Kleinwesen nicht gediehen. Die heutige Gesundheitslehre denkt darüber entgegengesetzt, sie schreibt gerade der Besonnung eine bakterientötende Wirkung zu, so daß die am meisten besonnten Räume die keimfreiesten und damit die gesündesten sind. Jeder Arzt wird heute auf der Stelle erklären, daß die Besonnung eine unbedingte Notwendigkeit für jeden menschlichen Wohnraum ist. „Wo die Sonne nicht hinkommt, kommt der Arzt hin“, besagt ein alltägliches Sprichwort der Bewohner eines sehr sonnigen Landes, nämlich Italiens. Das antike Haus war streng nach den Gesichtspunkten der Besonnung gebaut. Bei den Naturvölkern ist die Rücksicht auf die Sonne die erste für die Anlage ihrer Hütten. Hat man aber schon in sonnenreichen Ländern das Bedürfnis nach Sonne, so sollte sie in unserem viel weniger sonnenbeschienenen und niederschlagsreicheren Lande noch viel höher eingeschätzt werden. Die wenigen Sonnentage unseres Himmelstriches, an denen einmal die Wärme auf höhere Grade steigt, können für eine Anlage nicht ausschlaggebend sein, die allen zwölf Monaten des Jahres gerecht werden soll. Wie erwünscht ist ein Sonnenstrahl im Winter, wie angenehm im Herbst und im Frühling. Es kommt hinzu, daß man sich gerade im Landhause, in dessen Gestaltung man doch ganz frei und unabhängig ist, durch Vorkehrungen besonderer Art gegen die Belästigungen der Hochsommersonne schützen kann. So kann zum Beispiel bei nach Süden gelegenen Schlafzimmern im Obergeschoß ein weit vorspringendes Hausdach die steil einfallende Sommersonne abhalten, während die Frühjahrs-, Herbst- und Wintersonne mit ihrem viel schrägeren Einfallswinkel unbehindert in das Zimmer tritt. Man kann den Dachüberstand genau so groß bemessen, daß die Schatten grenze beim Sonnenhochstand gerade bis zur Fenstersohlbank reicht. Bei den Erdgeschoßzimmern können herausragende Austritte des Obergeschosses als Schutzmittel dienen. In den Abbildungen 45 und 50 ist die Bestrahlung im höchsten und niedrigsten Mittagssonnenstande (für 52 1/2 Breite 61° und 14°) durch Pfeile verdeutlicht. Im Frühjahr, Herbst und Winter wird man, wenn die Sonne bis tief in die Zimmer reicht, gerade in Südzimmern das angenehme Gefühl haben, in einem heiteren, Herz und Gemüt erfreuenden Raume zu wohnen, während Nordräume bekanntermaßen stets etwas Kaltes und Freudloses, ja Niederdrückendes haben.

Steht nun aber der höhere Wert der sonnenbeschienenen Wohnräume gegenüber den sonnenlosen fest, so ist es unbedingt Aufgabe des Landhausentwerfers, schon bei der Stellung, die das Haus auf dem Grundstück erhält, von der bestmöglichen Besonnung auszugehen. Grundsatz ist, die Wohn- und Schlafräume an die sonnigen und die Nebenräume an die schattigen Seiten des Hauses zu legen.

Sonnige Seiten sind Osten, Süden und Westen. Der Grad ihrer Besonnung ist jedoch verschieden, die Südseite hat die meisten Sonnenstunden, die Ost- und Westseite haben eine geringere, dem Zeitmaß nach ungefähr gleiche Besonnung. In der Art sind aber die Besonnungen der Ostseite und der Westseite sehr ungleich. Während nämlich im Sommer die Morgensonne in der durch die Nacht abgekühlten Luft eine nur geringe Erwärmung hervorruft, so daß sie selbst in den heißesten Sommermonaten noch nicht unangenehm berührt, ist die Erhitzung durch die. Nachmittagssonne infolge der schon gesteigerten Wärme der Luft sehr viel stärker. So kommt es, daß die schräg einfallenden, das Auge blendenden westlichen Sonnenstrahlen im Hochsommer zuweilen etwas Unerträgliches haben. Als eigentliche, wirklich gute Wohnseiten bleiben daher nur die Ostseite und die Südseite übrig.

Nun wird es die zufällige Richtung der Grenzen eine3 Südrichtung Baugrundstückes mit sich bringen, daß eine reine Süd-und Ostseite des Hauses nur selten erreichbar ist, zumal die meisten Bauvorschriften eine Lage zur Straßenseite vorschreiben, bei der die Hausseite mit der Straßenseite in gleicher Richtung läuft; eine solche ist meist auch aus städtebaulichen Gründen erwünscht. Es wird also darauf ankommen, als Wohnseiten die zu wählen, die sich der Süd- und Ostrichtung am meisten nähern. Zur Betrachtung der Einzelheiten seien die Grenzfälle einer reinen Südseite und einer reinen Südostseite angenommen (Abb. 51 und 52). Bei der reinen Südrichtung stehen zwei ausgezeichnete Wohnseiten des Hauses zur Verfügung, die Ostseite und die Südseite. Sie genügen fast stets, um alle Wohnräume im Erdgeschoß und alle Schlafzimmer im Obergeschoß dort unterzubringen. Eine Winkelform des Grundrisses mit der Spitze nach außen bringt eine erwünschte Vergrößerung der besonnten Seiten. Bei einem solchen geknickten Grundrisse ergeben sich dann im einspringenden, nach Norden und Westen gerichteten Winkel von selbst die Nebenräume, wie Eingang, Vorhalle, Treppenhaus, Ablage, Abort, sowie die Küche mit den Wirtschaftsräumen. Der andere Grenzfall, der einer reinen Südostrichtung Südostseite, bietet größere Schwierigkeiten. Man hat hier nur eine einzige wirklich gute Wohnseite zur Verfügung, nämlich diese Südostseite. Die Nordostlage ist wegen des sehr geringen Maßes an Besonnung und wegen der gelegentlichen rauhen Winde nicht viel wert, die Südwestlage aber nähert sich schon der Art der während der Sommermonate nicht angenehmen Westlage. Es steht also für die Wohn- und Schlafzimmer, die alle an der einen Südwestseite zusammengedrängt werden müssen, nur verhältnismäßig wenig Raum zur Verfügung, und es wird nur selten möglich sein, wirklich alle Wohn- und Schlaf räume dort unterzubringen. Selbstverständlich müssen dann eben einzelne Räume an die weniger günstigen Seiten gelegt werden. Für einzelne Wohnräume sind aber auch Einschränkungen in der Besonnung zulässig. Als solche kommen in erster Linie das Arbeitszimmer des Herrn, das Bücherzimmer, eine etwaige Künstlerwerkstätte, in zweiter Linie das Eßzimmer in Betracht; die erstgenannten Räume deshalb, weil für sie ein ruhiges, spiegelungsfreies Licht die Vorbedingung ist, das Eßzimmer deshalb, weil es stets nur auf kurze Zeit benutzt wird. Immerhin wird man durch einen Erker, der in das sonnenbeschienene Freie hinausragt, oder durch andere Maßnahmen auch dem Eßzimmer gern, wenn auch nur auf wenige Stunden, die Sonne zuführen. Unbedingt muß das eigentliche Wohnzimmer die Sonnenlage haben. Und noch nötiger ist sie für die Schlafzimmer, am unerläßlichsten jedoch für sämtliche den Kindern gewidmeten Räume. Diese Räume sind es also, die in dem hier betrachteten Falle an die Südostfront gelegt werden müssen. Bei einer schiefwinkligen Lage des Hauses zu den Haupthimmelsrichtungen wird für jeden einzelnen Raum zu prüfen sein, welche Lage für ihn die größten Vorteile bietet.

Unumstößliche Regeln sind natürlich durch die vorstehenden Auseinandersetzungen nicht gegeben. Es sind Fälle denkbar, in denen die allgemeinen Verhältnisse des Bauplatzes eine Abweichung gestatten oder sogar zur Notwendigkeit machen. Wenn der Bauplatz eine Aussicht oder irgendeinen landschaftlichen Reiz nach einer bestimmten, nicht sonnenbegünstigten Richtung hat, wird man dahin nicht ausschließlich Nebenräume legen. Es wird dann der sorgfältigsten Erwägung bedürfen, welche Räume man lieber in den Genuß der Sonne und welche man in den der Aussicht setzen will. Bei solchen widerstrebenden Umständen ist aber vor allem eines zu bedenken: daß eine schöne Aussicht kein Bedürfnis, sondern ein Genuß ist. Das Bedürfnis hat aber stets den Vorrang. Es kommt hinzu, daß eine schöne Aussicht nur um so anziehender ist, wenn sie dem Menschen nicht dauernd vor Augen steht. Den ganzen Tag vor einem anziehenden Landschaftsbilde zu sitzen, würde gegen seine Reize abstumpf en. Es ist jedoch entzückend, beispielsweise während des Essens den Blick in die schöne Ferne schweifen zu lassen. Auch ist das Treppenhaus, besonders wenn man es mit großen Fenstern möglichst offen gestaltet, eine geeignete Stelle, um die Aussicht zu genießen. Man schreitet mehrmal am Tag auf und ab und hat jedesmal einen erfreuenden Blick in die Landschaft; zudem trägt der Genuß auch dazu bei, über die Mühe des Aufsteigens hinwegzuhelfen.

Abgesehen von Sonnenlage und Aussicht sind für die Lage des Hauses, besonders, wenn es sich um einen ganz freien, hochliegenden, großen Bauplatz handelt, noch manche andere Gesichtspunkte maßgebend. Die Zufahrt spielt da zum Beispiel eine nicht unbedeutende Rolle, man muß bequem und mit nicht allzu großen Umständen an das Haus herankommen können. Vor allem aber kommt, wie schon bei den Ausführungen über den Bauplatz hervorgehoben worden ist, der Wind- und Wetterschutz bestimmend hinzu.

Für ein auf der Höhe liegendes Landhaus mit Aussicht ist die Terrasse am Hause ein fast unerläßlicher Bestandteil. Die Terrasse hebt den natürlichen Vorzug des Bauplatzes noch hervor. Auf sie tritt der Bewohner mühelos aus dem Zimmer hinaus, ohne Stufen zu überschreiten, sie ist gewissermaßen eine Erweiterung der Wohnräume des Hauses, sie bildet den Übergang aus dem Hause in die Natur. (Abb. 53.)

Die Stellung des Hauses auf dem Bauplatz ist nicht nur Sonnige Lage für das Haus selbst, sondern auch für den Garten von einschneidender Bedeutung. Der Garten muß sonnig sein, darf also nicht im Schatten des Hauses angelegt werden. Hinter einer Nordwand ist er ziemlich unbrauchbar, es wird sehr schwer sein, den Pflanzenwuchs hier zur erfreulichen Entwicklung zu bringen. Das legt den Gedanken nahe, in einzelnen Fällen das Haus bis an die Hintergrenze ZurüCkiegung zurückzulegen, so daß es den Garten vor sich hat (Abb. 54).

Allerdings ist dann ein längerer Weg von der Straße nach dem Hause damit verbunden, durch den der Garten überdies den Blicken eintretender Besucher erschlossen ist. Gegen den Einblick kann man sich schützen, wenn man den Weg in Form eines Laubenganges anlegt. Aber ein solcher Garten ist dann wirklich nützlich, was bei kleineren Grundstücken, bei denen der Schatten des Hauses einen Nordgarten stets bedecken würde, von größter Wichtigkeit ist. Es erfüllt außerdem die natürliche Forderung, daß sich der Garten den Wohnräumen des Hauses vorlagert und überhaupt dem Hause lebendig angegliedert ist. In Abb. 55 ist das Haus zwar auch von der Fahrstraße weit abgerückt, es ist aber von einem Fußsteig aus erreichbar.

Die beste Auslegung eines Grundstückes wird also im allgemeinen die sein, bei der das Haus möglichst in die Nordwestecke der Baustelle geschoben wird. Dann liegen die Wirtschafts- und Nebenräume an der der Sonne abgekehrten Hausseite nahe an der nordwestlichen Grenze des Anwesens, während sich vor den sonnenbeschienenen Wohnräumen im Osten und Süden die große breite Fläche des Gartens ausbreitet, die ausgezeichnet besonnt ist.

Diese Lage hat noch den Vorzug, daß sich stets ein kleiner Wirtschaftshof an der dafür passenden Stelle gewinnen läßt. Wo die Straße liegt, ist für die Stellung des Hauses auf dem Grundstück ziemlich nebensächlich; auf irgendeine Weise gelangt man von ihr schon an das Haus heran. In den Abbildungen 44—47 (Seite 48) ist gezeigt, auf Beispiele wie verschiedene Weise der Hauszugang erfolgen kann. Das dortige Haus ist, gleichgültig wie die Straße liegt, stets in die Nordwestecke des Grundstückes gerückt. Die Wohn-und Schlafzimmer haben in allen Fällen die Sonnenlage, und der Garten, der sich immer vor den Wohnzimmern entwickelt, hat in allen vier Beispielen die beste Besonnung. Auch die Abbildungen 56 und 57 zeigen das Haus in die Nordwestecke des Grundstückes gerückt. Beide Male handelt es sich um Eckgrundstücke; auf Abb. 56 ist das Haus auf bequemste Weise von der nördlich liegenden Straße zugänglich (der Zugang erfolgt durch einen Laubengang), bei Abb. 57 liegt das Haus in der der Straße abgekehrten Ecke des Grundstückes; es führt ein breiter Zugangsweg dahin. In beiden Fällen ist dem Hause südlich eine mit Blumen bepflanzte Terrasse vorgelagert. In Abb. 57 entwickelt sich über der Terrassenbrüstung eine Pergola, die den erhöhten Blumengarten gegen den Spielplatz und die Spielwiese abgrenzt.

Wie wenig die einfache und selbstverständliche Grundregel der Besonnung des Hauses befolgt wird, das zeigt ein Blick in die Straßen unserer Vororte. Fast ausnahmslos liegen die Häuser vorn am Wege auf gereiht, und immer sind die Wohnzimmer an die Straßenseite gelegt, so daß sich der Garten hinter dem Hause, also am Küchenteil, entwickelt. An der Nordseite einer Ostweststraße z. B. sind dann die Wohnräume sonnenlos, während die Küche der Südsonne ausgesetzt ist. An der Südseite wiederum liegt der Garten im Schatten des Hauses. Die vorstehenden Ausführungen haben aber gezeigt, daß bei einem freiliegenden Hause nichts einfacher ist, als diese Übelstände zu vermeiden und dem Hause unter allen Umständen die gute Sonnenlage zu geben.

Selbstverständlich ist auch mit der allgemeinen Anweisung über die richtige Lage des Hauses keine feste Kegel gegeben. Jeder Fall bedarf der besonderen Erwägung und führt zu besonderen Lösungen. Bei der ersten Entscheidung über die Stellung des Hauses ist übrigens auch der Garten in seinen Grundlinien festzulegen. Ja, die geeignete Stellung des Hauses hängt mit der Gestaltung des Gartens so eng zusammen, daß die Hauslage erst dann als die beste erklärt werden kann, wenn sie auch die besten Bedingungen für den Garten zuläßt. Haus und Garten bilden stets eine untrennbare Einheit. Daraus geht aber hervor, daß die Auslegung eines Anwesens nur aus einem einheitlichen Plane heraus erfolgen kann. Wer diesen einheitlichen Plan erdenkt, der Architekt oder der Gärtner, ist gleichgültig. Es kommt nicht darauf an, auf welcher Schulbank der Betreffende gesessen hat, sondern darauf, was er kann. Grundverkehrt ist das täglich beobachtete Vorgehen, erst das Haus irgendwohin zu bauen, und dann den Gärtner zu holen, der den Garten irgendwie anlegt. Bei kleineren Grundstücken wird wohl meistens der Architekt die Grundanordnungen über beides treffen. In ganz großen Verhältnissen, wo die Auslegung eines Geländes in Gärten und Parks die Hauptsache ist, wird der Gärtner zuerst auf dem Plan sein und dann seinerseits auch die Lage des Hauses bestimmen. Ein guter Weg ist natürlich stets der, daß der Architekt und der Gärtner gemeinschaftlich die Grundlinien festlegen, auf denen sodann der Architekt für das Haus, der Gärtner für den Garten Weiterarbeiten kann.


Text aus dem Buch: Wie baue ich mein Haus? Author: Muthesius, Hermann.

Siehe auch:
Wie baue ich mein Haus? – Einleitung
Wie baue ich mein Haus? – Die Kostenfrage
Wie baue ich mein Haus? – Die laufenden Ausgaben
Wie baue ich mein Haus? – Das kleine Einfamilienhaus
Wie baue ich mein Haus? – Leben auf dem Lande und Verkehr nach der Stadt
Wie baue ich mein Haus? – Der Bauplatz
Wie baue ich mein Haus? – Architekt und Unternehmer
Wie baue ich mein Haus? – Vorverhandlungen über den Hausplan

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Wie baue ich mein Haus?