Dampfsägewerk Arnschwang

Filiale der Firma: Ernst Friedrich Dörffel in Eibenstock in Sa. Inh.: Eugen Dörffel, K. Sachs. Kommerzienrat in Eibenstock i. Sa.

Das Sägewerk liegt unmittelbar an der Station Arnschwang, 4 Kilometer von der bekannten Grenzstation Furth i. Wald. Aus der Chronik geht hervor, daß Arnschwang seine erste Ansiedelung auf das Jahr 1354 zurück-führt; es wurde 1433 von den Hussiten zerstört, 1858 wurde die Hälfte des Dorfes ein Raub der Flammen. Durch den Bau der Eisenbahn in den Jahren 1859 bis 1861 trat in der Wirtschaftslage der Bewohner eine wesentliche Besserung ein. Arnschwang zählt zur Zeit 1100 Einwohner und ist ein beliebter Ausgangspunkt für den Besuch des in einer Entfernung von zwei Stunden gelegenen „Hohenbogen“. (Eines der höchsten Gipfel des Bayer. Waldes.)

Das Werk ging unterm 1. Januar 1885 durch Kaui in den Besitz der seit 1857 bestehenden Firma: Ernst Friedr. Dörffel in Eibenstock über: es wurde in den Jahren 1890 bis 1891 einem vollständigen Umbau unterworfen und mit modernen Maschinen ausgerüstet, zur Zeit wird mit 5 eisernen Walzengattern, 5 Kreissägen. 1 Hobel-, 1 Spundmaschine und verschiedenen anderen Hilfsmaschinen gearbeitet. Der Betrieb erfolgt durch Dampf mit einer entsprechend großen Anlage. Im Werk selbst sind eine große Anzahl Arbeiter und zirka 30 bis 40 Gespanne aus der Umgebung beschäftigt. Durch seine vorteilhafte Lage in der Nähe der großen Staatsforstreviere Waldmün-chen, Cham und Kötzting, sowie der an der bayrisch-böhmischen Grenze gelegenen großen Waldherrschaften Voithenberg, Fichtenbach, Kauth, Taus, Ronsberg usw. hat die Verwaltung große Auswahl in dem Bezug ihrer Hölzer: außerdem ist ihr der Bezug ihres Rohmaterials aus vielen in nächster Nähe gelegenen bayerischen Privatwäldern möglich.

Es werden jährlich zirka 50000 bis 60 000 Kubikmeter Rohholz eingekauft, wovon der kleinere Teil zum Verschnitt auf dem Sägwerk gelangt, während der größere Teil in rohem Zustande als Bauholz, Gruben- und Schleifholz abgesetzt wird. Bei Aufbereitung der Privathölzer und der Anfuhr der Hölzer, welche meistens im Akkordwege vergeben werden, finden viele Waldarbeiter, Fuhrleute und Wirtschaftsbesitzer aus Arnschwang und der ganzen Umgebung jahraus jahrein lohnende Beschäftigung, wodurch das Unternehmen für die Bewohner Arn-schwangs und der anliegenden Ortschaften eine Quelle von regelmäßigem Erwerb ist.

Dem Werk steht ein entsprechend großer Lagerplatz zur Verfügung, auf welchem, um die Kundschaft immer mit trockener Ware bedienen zu können, 100 bis 150 Ladungen Bretter aufgestapelt sind. Es ist durch ein kurzes Industriegleis mit der 50 Meter entfernten Station Arnschwang verbunden, wodurch pünktliche und zuverlässige Bedienung der Kundschaft bei pressanten Aufträgen ermöglicht ist.

Als Spezialität wird während des ganzen Jahres die Anfertigung von Kantholz nach Listen und die Erzeugung von anderen Dimensionshölzern betrieben; das Werk ist hierin ganz besonders leistungsfähig, da seine Rohholzvorräte weniger aus Blöchern in den abgepaßten Längen von 3 bis 6 Meter bestehen, sondern das Rohmaterial meist in ganzer Stammform zur Anfuhr gelangt, wodurch es in den Stand gesetzt wird, leichter und schneller jede beliebige Dimension beschaffen zu können. Durch diese Umstände, die Leistungsfähigkeit und die prompte Bedienung hat sich die Verwaltung des Werkes einen Stamm treuer Kunden und Abnehmer erworben, sodaß nicht Stapel- oder Lagerware erzeugt, sondern meist auf feste Bestellung geschnitten wird. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß das Werk seit 1887 von dem Prokuristen und Bevollmächtigten, Herrn Louis Schneider geleitet wird und die günstige Entwicklung und Bedeutung des Unternehmens zum Teil auch das Verdienst dieses Herrn ist.

Siehe auch:
Aktien-Papierfabrik Regensburg
Express-Fahrradwerke A.G.Neumarkt in der Oberpfalz
Jesuitenbrauerei Regensburg in Regensburg
Schlüssel-Bleistift-Fabrik J. J. Rehbach in Regensburg
Das Elektrizitätswerk der Stadt Regensburg
Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft Hamburg. Benzinfabrik Regensburg.
Dampfsägewerk Arnschwang
Johann Müller, Perlmutterknopf-Fabrik
Eisengießerei Carolinenhütte
Dampfsäge, Hobel- und Spaltwerk, Kistenfabrik
Staatliche Eisenindustrie in der Oberpfalz Amberg-Weiherhammer-Bodenwöhr
Prinz Rupprecht-Quelle vormals Silvana-Sprudel in Groschlattengrün
Bayerische Granitaktiengesellschaft in Regensburg
Tonwerk Prüfening und Braunkohlengrube Friedrichzeche
Städtisches Lagerhaus Regensburg am Luitpoldhafen
Die Kalkindustrie der Walhallastraße
Kalblederfabrik Furth i. Wald
Bayerische Braunkohle-Industrie
Die Malteserbrauerei in Amberg
Terranova-Industrie C. A. Kapferer & Co. in Freihung.
Königlich Bayerische Hofglasmalerei Georg Schneider in Regensburg
Das neue Gaswerk der Stadt Regensburg
Die Stadt Weiden
Naabwerke für Licht- und Kraftversorgung
Kalksandsteinfabrik Roding G.m.b.H.
Königl. Schwellenwerk in Schwandorf
Bayerische Maschinenfabrik Regensburg
Metallhammerwerk u. Bronzefarbenfabrik in Rothenbruck Opf. Aluminiumbronzefabrik in Rauhenstein Opf.
Die Entwicklung des Fahrrades
Tonwerk Blomenhof, G.m.b.H., Neumarkt i. Opf.
Die Flügel- und Piano-Fabrik von Georg Weidig in Regensburg
Eisen- und Metallgießerei, Maschinenfabrik und Kesselschmiede
Dresdener Maschinenfabrik und Schiffswerft Übigau A.G. Werft in Regensburg
Die Anlagen der Benzinwerke Regensburg
Portland – Cementwerk Burglengenfeld
Bürgerbräu Weiden
Aktiengesellschaft Porzellanfabrik Weiden
Holzhandlung, Werke für Holzimprägnierung und Kyanisierung
Porzellanfabrik Tirschenreuth
Stanz- und Emaillierwerke in Amberg
Bayerische Schlauchfabrik, mechanische Hanf- und Drahtseilerei
Die Wasserversorgung der Stadt Regensburg
Vereinigte Bayerische Spiegel- und Tafelglaswerke
Cahücitwerke Nürnberg. Fabrik in Neumarkt Oberpfalz.