Das Aquarium in Neapel


Auf der Westseite von Neapel, in der Villa Nazionale, kaum hundert Meter vom Meere entfernt, ragt ein stolzes Gebäude, strahlend weiss in der so farbenfreudigen Umgebung. Es ist die Deutsche Zoologische Station, das „Weisse Haus am Meer“, wie es die Zoologen nennen. Gegründet im Jahre 1872 von dem deutschen Gelehrten Anton Dohrn, ist es vorbildlich geworden für die Biologischen Stationen der ganzen Erde. Gastlich öffnet es unentgeltlich seine Pforten für Zoologen aller Länder, welche die Wunderwelt des Mittelmeeres kennen lernen und erforschen wollen. Ein Teil des Gebäudes enthält das „Aquarium“, das auch jeder Laie besucht, der nach Neapel kommt.

Es werden ja jetzt allenthalben auch im Binnenlande Seewasser-Aquarien eingerichtet; aber niemals können diese die gleiche Formenfülle und natürliche Frische bieten, wie ein direkt am Meere gelegenes,  das ständig das Wasser und den lebenden Inhalt erneuern und ergänzen kann. Zum Fange des Materials steht der Neapeler Station eine Flottille von zwei Dampfern und zahlreichen Fischerbooten nebst einer trefflich geschulten Mannschaft zur Verfügung. .

Betritt man den kühlen Raum des Aquariums, so findet man rings an den Wänden und ebenso ringsum in einem mittleren Einbau grössere und kleinere Bassins, welche die ausgestellten Tiere beherbergen. Im Aquarienraum herrscht Dämmerung; nur durch die von oben beleuchteten einzelnen Becken diingt das Licht ein. So wird der Inhalt der Becken deutlich sichtbar und wirkt durch die oft auffallenden Farben der mannigfaltigen Lebewesen anziehend auf den Beschauer.

Alle Arten von essbaren und sonst merkwürdigen Fischen, von den Haien und Rochen bis zu den von den alten Römern so geschätzten Muränen, tummeln sich in dem ihnen durch ständig aufsteigende Luftblasen behaglich gemachten Wasser; Krebse und Seespinnen krabbeln an den Scheiben oder an dem Felsgrunde. Die dem Laien so geheimnisvollen Tintenfische sind gleich in 3—4 Arten vertreten. In anderen Becken wiegen sich, gleich grossen bunten Blumen, auf schlankem Stiele seltsame Gebilde, „Uebergänge zwischen Tier und Pflanze“ meint der Laie. Es sind aber wirkliche, echte Tiere, manchmal hochorganisiert, wie z. B. die Röhrenwürmer. Einfacher gebaut, aber noch farbenprächtiger, erscheinen die Seeanemonen mit ihren wachsartigen Fangarmen. Die Schwämme und Korallen vollends sehen nun ganz aus wie pflanzliche Gebilde und täuschen richtige Gebüsche auf dem Meeresgründe vor. Aber auch sie sind echte Tiere. Wenn man genauer hinsieht, erkennt man auch hier, dass alles lebt. Bald hier, bald da zieht sich ein Tier in die feste Schale zurück, während die Röhrenwürmer auf einen Reiz hin blitzschnell verschwinden. Riesige Steckmuscheln im Vordergrund schliessen ihre Schalen. Auch bei den sich langsam über den Boden schiebenden Seesternen und Seeigeln kann man das Spiel der Saugfüsschen leicht erkennen.

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