Das Haar

Ich hatte meine Uhr verloren. Da mir der Verlust augenblicklich unersetzlich war und ich an derselben auch immer pünktlich hatte ersehen können „was die Glocke geschlagen hat“, so hielt ich tüchtig Umschau. Da ich den Verlust nicht sofort bemerkt, auch mich in der fraglichen Zeit ziemlich frei bewegt hatte und der Ort noch obendrein ein Sandnest war, so war alles Suchen vergeblich.

Da, wie ich am Nachmittag wieder durch den Ort bummle, sehe ich einen Hottentottenjungen, welcher bei uns Bambusendienste tat, auf der Erde hockend mit einem fraglichen Etwas eifrig beschäftigt. Von bösen Ahnungen getrieben, gehe ich auf denselben zu und als es mir etwas Blankes entgegenschimmert, wird’s Sturmschritt. Richtig meine Uhr. Jedoch was muss ich sehen. Bewaffnet mit einem alten Messer, hantiert er an derselben im geöffneten Werk herum. Schnell, unter Angabe meines Besitzrechts, entreisse ich ihm mein Kleinod, um weiteren „Eingriffen“ vorzubeugen. Freudestrahlend erzählt er mir, dass er sie im Sande gefunden hätte. Das Ding sei aber nicht mehr gegangen, sondern sei „kaput“ gewesen. Er hätte denn auch den Schaden glücklich entdeckt, und, mir die herausgerissene Feder entgegenhaltend, sagte er freudestrahlend: „Hier dieses Haar hat dazwischen gesessen“. Was folgte, brauche ich nicht erst zu erzählen.

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2 Comments

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    3. Oktober 2016

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