Das Rotschwänzchen

KENNZEICHEN DER ART. Männchen. Stirn weiß; Oberleib dunkel aschgrau; Kehle schwarz; Brust rostroth. Weibchen. Oberleib rothlich aschgrau; Kehle weißlich, im Alter schwarz und weiß gewölkt; Brust und Seiten schmutzig rostfarbig; Bauch schmutzig weiß.

BESCHREIBUNG. Schnabel schwarz, in den Winkeln gelb; Vordertheil der Stirn, Wangen, Augen-und Ohrgegend, Kinn und Kehle schwarz; Stirn und über den Augen weiß; Augenstern dunkelbraun; Scheitel, Naeken, Rücken und die kleinem obern Flügeldekfedern dunkelgrau , die größern und die Ruderfedem dunkelbraun, rostgelb gerandet; Unterrücken rostroth; Schwanz rostroth; die beiden mittlern Federn dunkelbraun; Brust rostroth; Bauch und untere Dekfedern des Schwanzes roslrothlich weiß; Füße schwarz. Die Flügelspitzen erreichen die Hälfte des Schwanzes. Länge 5 1/4 Zoll; Breite 8 1/2 ZolL

AUFENTHALT. Das Rotschwänzchen ist ein deutscher Zugvogel, der zu Ende des März oder Anfang des April bei uns ankommt und im Oktober wieder wegzieht. Man findet es tief im Walde, aber auch in Gärten und auf Weidenbäumen bei Flüssen.

EIGENSCHAFTEN. Es ist ein bekanntes schönes und lebhaftes Vögelchen, dessen Körper und Schwanz beständig in Bewegung ist. Seine Wendungen , sein Gang und Flug sind sehr behend. Seinen nicht unangenehmen Gesang läßt es besonders des Morgens und Abends oder nach einem Gewitterregen auf den Dachforsten oder hohen Bäumen hören, den es öfters auch mit dem nachgeahmten Gesang benachbarter Vögel, z. B. des Mönchs, des Finken und Fitis vermischt. Sein Lokton besteht aus einem hellen fuit, fuit,. dildit! dem im Zorn noch ein schnalzendes tzä! angehängt wird; Im Käfig gibt es, wenn man ihm frische Ameisenpuppen vorsezt, seine Freude durch ein oft wiederholtes fuit zu erkennen. Wir hatten eine ganze Familie mit 7 Jungen im Käfig. Leztere wurden von den beiden Alten, und als das Männchen herausgenommen wurde, von der Mutter allein gefuttert. Im Zimmer ist es kaum zwei Jahre zu erhalten.

Seine NAHRUNG besteht aus allerhand Insekten, z. B. Fliegen, die es sehr geschwind, auch von einer ziemlichen Höhe herab zu erhalten weiß, Johannis -und Hollunderbeeren und Regenwürmern.

FORTPFLANZUNG. Das Nest besteht aus Grashalmen, Federn und Haaren und ward unter Dächer in Mauerlöcher und Baumlöcher gebauet Das Weibchen brütet des Jahrs zweimal und legt jedesmal 5 bis 7 apfel-grüne Eier, die in vierzehn Tagen ausgebrüiet werden. Die Jungen fliegen bald aus dem Neste und von einem Baum zum andern, und lassen sich unter beständigem Geschrei von den Aeltern groß futtern. Die Federn auf dem Scheitel , Nacken und Rücken am Grunde bleifarbig, der übrige Theil rostfarbig, an der Spitze schwärzlich gerandet, daher das schuppenförmge Ansehen; Flügel schwarz, rostroth gerandet; Füße und Schnabel schwärzlich fleischfarbig. Die jungen Männchen haben im ersten Herbst eine graue Kehle mit schwarzen Punkten ; Stirn grau, an der Schnabelwurzel gelbbräunlich überlaufen mit durchschimmernden Flecken. Die jungen Weibchen haben im Herbst fast einerlei Farbe mit der Nachtigall. Sie unterscheiden sich aber von ihr durch den schwarzen Schnabel und Füße und den sehwarzbraunen mittlern Schwanzfedern.

NUTZEN. Man ißt ihr Fleisch. Auch hält man sie ihres Gesanges wegen. SCHADEN fügen sie bei trüber Witterung den Bienen zu. Ihre FEINDE sind Katzen und Wieseln, welche ihre Eier und Jungen angehen.

JAGD UND FANG. Mit der Flinte sind sie leicht zu töten. Gefangen werden sie auf Vogelherden, in der Schneuß und mit dem Federnez, an dessen Zunge man einen Mehlwurm stekt; auch auf dem Tränkherd.

ANMERKUNGEN. Die Verschiedenheiten : Rossignol de muralle cendré, Brisson; und Rossignol de muraille,á poitrine tachetée , Brisson. sind bloße Altersverschiedenheiten.

Neuere Ornithologen theilen die Gattung Motacilla. Linn. in mehrere, und nach dieser Eintheilung heißt unser Rotschwänzchen Sylvia Phoenicurus.

Siehe auch:
Der Uhu
Der Dorndreher
Die Elster
Der Kernbeisser
Der Gimpel
Die Kohlmeise
Der Turmfalke
Der Grünspecht
Die Dohle
Der Stockfalke
Der Pirol

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    28. März 2017

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