Der deutsche Bauernkrieg: Die 12 Artikel, ihr Verfasser und ihre Geschichte


Bis in den März 1525 fehlte der Bewegung unter den Bauern, die sich in den 10 Monaten seit dem Beginn der Unruhen mehr und mehr mit dem Geist der Mission erfüllt hatte, dem Evangelium ein Beistand zu sein, ein allgemeines Manifest, zu dem sich sämtliche oder doch die Mehrzahl der Bauern bekannten, und in und mit dem sie ihr Beginnen zu rechtfertigen versuchten. Wie ich in der ersten Studie ausführte hatten sich die Bauern immer mehr in ein gewisses Gefühl der Macht einleben können.

Eben deshalb hatten sie zu dem, was der Bewegung den Anstoß gegeben hatte, die vielfachen Beschwerden in die Artikel aufnehmen können, die als Grundlage für die Verhandlungen mit den einzelnen Obrigkeiten dienen sollten, welche schon im gewöhnlichen Verlauf des politischen Lebens und erst recht zahlreich in unruhvollen Zeiten empfunden zu werden pflegen. Oft verschwand so hinter dem Nebensächlicheren das Allgemeine. Erst in Augenblicken der Gefahr, wenn alles in Frage gestellt ist, pflegt der Mensch sich auf das ihm Wesentliche zu besinnen. Als nach der Flucht Ulrichs aus Württemberg der Schwäbische Bund bereit war gegen die Bauern zu ziehen, war solch Augenblick für die Bauernerhebung gekommen. Seit dem 22. März weiß man daß das Manifest im Druck verbreitet wurde, das seitdem gewissermaßen als Programm für die Bauernschaften fast des ganzen südwestlichen Deutschlands seine gefährliche Rolle spielen sollte. Ich meine die 12 Artikel.

Siehe auch:
Der deutsche Bauernkrieg : Momente der Fortentwicklung der Unruhen, Kräfte des Widerstandes.
Der deutsche Bauernkrieg : Der Beginn der Unruhen. Gründe für ihre Ausdehnung.
Der deutsche Bauernkrieg : Die Entwicklung der Unruhen zum Bauernkriege
Der deutsche Bauernkrieg: Balthasar Hubmaier als Verfasser der 12 Artikel