Der Deutsche Kolonialkongress


In den Räumen des Reichstags tagte vom 6. bis 8. Oktober der dritte Deutsche Kolomalkongress. Am Vorabend der Eröffnung hatten sich viele Teilnehmer schon beim Fünfuhrtee des kolonialen Frauenbundes getroffen und später beim Begrüssungsabend in der Wandelhalle des Reichstags. Beim Fünfuhrtee (siehe Bild auf Seite 8), der stark besucht war und ein auserlesenes Unterhaltungsprogramm bot, überwogen natürlich die Frauen, wie denn überhaupt die Frauenwelt diesmal an den Verhandlungen des Kongresses einen nicht unwesentlichen, teilweise tätigen Anteil genommen hat, mit Recht, denn sie kann auf eine wirklich erfolgreiche Wirksamkeit während der letzten Jahre zurückblicken. Die Organisation der Versorgung unsrer südwestafrikanischen Kolonie mit werktätigen Frauen, die Errichtung des Heimatshauses in Keetmanshoop sind Leistungen, die sich neben denjenigen „männlicher“ Propagandagesellschaften zum mindestens sehen lassen können. Die Menge, die sich beim Begrüssungsabend in der imposanten Wandelhalle des Reichstags drängte, liess schon erkennen, dass die Beteiligung am Kongress eine sehr rege sein würde. Aber das war schon beim Kongress desjahres 1905 der Fall. Der Unterschied war erst bei den Verhandlungen zu merken. Es war nicht mehr wie früher ein unfruchtbares Theoretisieren, sondern man sah deutlich, wie mehr und mehr die Weisheit des traditionellen Kolonialfreundes gegenüber der Erfahrung des alten Praktikers zurücktreten musste.



Es war natürlich nicht gerade alles neu und welterschütternd was da vorgebracht wurde, aber man vermochte doch eine gute Uebersicht über die verschiedenen kolonialen im Wissensgebiete zu gewinnen und in mancher konnte sogar der Praktiker allerlei lernen. Um nur einige Beispiele herauszugreiten: die Auseinandersetzungen Dr Rohrbachs über praktische Besiedlungspolitik, diejenigen Dr Schachts über Kapitalbeschaffung für koloniale Unternehmungen und diejenigen Prof. Köbners über die Reform des Kolonialrechts waren ungemein anschaulich und  lehrreich. Bezeichnend war für die veränderten und gereiften Anschauungen über koloniale Dinge das mehr vergnügliche Inieresse, das man den ernsthaften Erörterungen über die „Negerseele“ allgemein entgegenbrachte. Niemand wollte sie sich entgehen lassen, und sichtlich wenige nahmen sie ernst. Damit soll dem betreifenden Referenten keineswegs zu nahe getreten werden, denn das wissenschaftliche Material, das er beibrachte, war ohne Zweifel interessant, wenn auch teilweise nicht ganz objektiv. Aber solche Erörterungen sind eben unnötig, denn ganz von selbst bildet sich allmählich aus dem kolonialen Leben die Stellung für den Schwarzen heraus, die ihm in der Zukunft eine menschenwürdige, seinen Fähigkeiten entsprechende Existenzgewährleistet, soweit er es versteht, sich unsrer Kolonialarbeit als nützliches Mitglied einzufügen. Der dritte Kolonialkongress konnte unter viel günstigeren Auspizien arbeiten als seineVorgänger. Er wird der erste sein, dem eine gewisse praktische Bedeutung beigemessen werden kann. Was sich aus den Verhandlungen der letzten Tage an brauchbaren Anregungen ergibt, wird nach menschlichem Ermessen auf fruchtbaren Boden fallen.

Die Kolonialverwaltung hat heute freie Hand, sich die Erfahrungen der kolonialen Praxis und der Wissenschaft zunutze zu machen. Nicht minder waren diejenigen, die am kolonialen Wirtschaftsleben interessiert sind, bei der Sache, denn die Mitarbeit des deutschen Kapitals an der Erschliessung der Kolonien gibt ja die Möglichkeit, gute Ideen und Anregungen in die Wirklichkeit timzusetzen. Und schliesslich ist jetzt das Reichshaus, in dem der Kongress tagte, so mit  kolonialem Geiste durchtränkt, dass die Arbeit des Kongresses nicht wie früher spurlos an unserer Volksvertretung vorübergehen kann.

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Die Baumwollfrage
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Fünfundzwanzig Jahre Deutsch-Ostafrika
Eine Reise durch die deutschen Kolonien
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Herero-Mann Deutsch-Südwestafrika
Die Straussenzucht in Südwestafrika
Kolonie und Heimat erscheint von jetzt an wöchentlich.
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Mitteilung des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft
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Rund um Afrika
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Äquator Taufe
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Die Bekämpfung der Pest in Kiautschou
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Hamburg als Handelsstadt : Aus Hamburgs Vergangenheit
Vom Deutschtum im Ausland
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Echtheitsbestimmungen der Diamanten
Allerlei vom ostafrikanischen Neger
Tanzmasken der Graslandbewohner im nordwestlichen Teile von Kamerun
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Die Wohnstätten der ostafrikanischen Eingeborenen : Die Temben
Das Aquarium in Neapel
Bilder aus Marokko
Explosion in Karibib
Elefant in Afrika
Eine Reise durch die deutschen Kolonien : Kamerun
Ein unfreiwilliger Weltrekord auf der Elefantenjagd
Der Gorilla
Von Roosevelts Jagdfahrt in Afrika
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Kultur-Kolonien : Ein Wort für die Esperanto-Sprache
Bilder vom Telegraphenbau in Kamerun
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Das deutsche Kolonialmuseum in Berlin
Ein Idyll aus Nordkamerun : Kaffestündchen auf der Veranda der Station Garua
Dampfa kudja! — der Dampfer ist da
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Herbstbilder aus Tsingtau
Die Wirkung des elektrischen Stromes auf einen Neger
Suahelifrauen bei der Toilette
Die Verkehrsmittel von Südwestafrika
Das Deutschtum in den baltischen Provinzen Russlands
Im chinesischen Theater zu Tsingtau
Die dankbare Schlange (Chinesisches Märchen)
Die Völker Togos
Hongkong
Afrikanische Pfahlbauten
Haifischfang im Korallenmeer
Mekkapilger
Frauenmangel in Deutsch-Neuguinea
Eine Reise durch die deutschen Kolonien : Deutsch-Südwestafrika
Malaria
Arbeiter-Rekrutierung in Neu-Guinea
Seekuhjagd in Kamerun
Kapitalanlagen : Marktbericht
Im Lande der Pharaonen : Bilder aus Kairo
Des deutschen Kronprinzen Reise nach Ostasien
Veddamänner (Jäger) aus dem Innern von Ceylon
Der Kakao, Seine Kultur und Verarbeitung
Die Kulturfähigkeit der Mikronesier : Ernste Gedanken zum Aufstand in Ponape
Die Feuerzeuge der Naturvölker
Zur Inder-Frage in Deutsch-Ostafrika
Über die Chinesen-Frage
Küstenneger von Togo beim „Fufu“-Stampfen
Die neue Marineschule in Flensburg
Fünfzig Jahre einer deutschen Siedelung in Brasilien
Die Pest in China
Der Aufstand auf Ponape ist gesühnt
Schweinefleisch
Haschischraucher in Südkamerun
Nabus, der Hottentottenjunge
Wie lernt der Kapitän über den Ozean steuern?
Die Dankbarkeit beim Neger
Südwestafrikanische Landschaftsbilder : Die Namib
Zebra, im Norden von Südwestafrika erlegt
Chinesische Hausierer in Berlin
Reitertod
Bienenzucht in Afrika
Gerüchte über einen neuen Aufstand in Südkamerun
Zur Krisis im südwestafrikanischen Farmerbund
Marokko und die Marokkaner
Der Islam in Afrika : Seine Verbreitung und politische Bedeutung
Aus dem Leben deutscher Goldsucher in Panama
Eingeborenebilder aus Ostafrika: Die Bakulia
Konkombakrieger aus Nord-Togo
Verzicht auf Diamantenfelder?
Der Ausbau der sibirischen Eisenbahn
Die Feuerwehr in China
Überallen
Die Tagung der Kolonialgesellschaft und des kolonialen Frauenbundes in Stuttgart
Das Lindenmuseum in Stuttgart
Eingeborenebilder aus Ostafrika: Die Wagogo
Die Eisenbahnen in unseren Kolonien
Ein deutsches Kriegsschiff in Marokko
Feuergefährlichkeit der Holzhäuser in den Tropen
Die Kolonialwirtschaftliche Ausstellung in Kassel
Vom Deutschtum im Ausland: Berlin und Potsdam im Kaffernland Nordkamerun: Ein Würdenträger des Sultans Sanda von Dikoa
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Die Südsee-Insulaner als Zeitungsliebhaber
Ein historischer Beitrag zur Frauenfrage in den Kolonien
Der gestrandete Dampfer
Mondfinsternis: Ein Erlebnis aus Zansibar
Die Auswanderung nach überseeischen Ländern
Der „König“ von Bimbila (Togo) beim Palaver mit einem deutschen Beamten
Landwirtschaft und Ackerbau in Persien
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Vom Eisenbahnbau in Kamerun
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Kasuarjagd in Deutsch-Neu-Guinea
Die deutschen Diamanten am Weltmarkt