Der Gorilla

Viele Affenarten beleben das Waldgebiet und teilweise auch das Grasland und die Steppe Kameruns. Namentlich an Menschenaffen ist das Waldland Kameruns verhältnismässig reich. Der grösste und interessanteste Vertreter dieses Teils der Tierwelt ist der Gorilla, der in der Kolonie nicht selten ist. In der Nähe menschlicher Ansiedlungen wird man dieses Tier allerdings nicht oft finden. Ueber sein Leben weiss man noch sehr wenig. Soviel man bis jetzt beobachtet hat, lebt der Gorilla paarweise. Für die Familie bereiten die Alten vorübergehend ein primitives Nest aus Zweigen, Gras und Moos in den Aesten irgend eines Baumes. Der alte Gorilla schläft am Fusse des Baumes, um die Familie gegen umherschweifende Leoparden zu schützen. Die Nahrung der Tiere besteht aus Früchten und Baumknospen.

Die Gorillas sind im allgemeinen vorsichtig und scheu und leben vorzugsweise in den am schwersten zugänglichen Teilen des Urwalds, wo fast nie ein Mensch ihren Weg kreuzt. Dass es aber auch einmal zur Abwechslung anders kommen kann, zeigt die Tatsache, dass auf der Dumestation im Südosten der Kolonie unlängst einmal die Schlitztruppe gegen die überhandnehmenden Gorillas mobil gemacht werden musste, die Angst und Schrecken unter den Eingeborenen verbreiteten und viel Schaden anrichteten. Unter den Tieren hat der Gorilla kaum einen Feind, und wenn der Leopard auch manchmal junge Gorillas angreifen mag, an ein erwachsenes Exemplar wagt er sich nicht. Solch ein alter Gorilla, zumal ein Männchen, mit seinen 1,8, ja sogar 2,4 Metern Höhe, dem doppelten Brustumfang eines Menschen, seinen gewaltigen Armen und dem ungeheuren Gebiss bietet einen furchtbaren Anblick. Und wenn er unversehens gestellt wird, mag er ein recht gefährlicher Gegner sein. Es wird dann auch von mancherlei Unglücksfällen erzählt, die sich auf der Gorillajagd oder bei zufälligen Begegnungen zwischen Eingeborenen und Gorillas zugetragen haben sollen. Ob diese Erzählungen alle wahr sind, ist natürlich eine andere Frage. Lebende Gorillas sind bis jetzt selten nach Europa gebracht worden. Und dann waren es junge Tiere, die meist nach kurzer Zeit infolge des Klimawechsels eingingen. Erwachsene Gorillas zu fangen, dürfte bei der Wildheit und Stärke der Tiere kaum möglich sein, es ist bis jetzt auch noch nie gelungen.

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    11. Oktober 2016
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    12. Oktober 2016

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