Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft Hamburg. Benzinfabrik Regensburg.

Mit der zunehmenden Bedeutung der rumänischen Mineralölproduktion für die Versorgung des deutschen Benzin-Marktes erlangte die Idee, die günstige Gelegenheit des Wasserweges der Donau auch zur Heranschaffung von Rohbenzin zu benutzen, immer mehr feste Gestalt. In Erkenntnis dieser Sachlage trat die Königlich Bayer. Regierung vor mehreren Jahren in eine Prüfung dieser Präge ein und kam zu dem Beschluß, den Regensburger Haien für den Mineralölumschlag in größerem Maßstabe mit erheblichem Kostenaufwand herzurichten und daselbst Interessenten geeignetes Terrain zum Bau der nötigen Umschlagläger zur Verfügung zu stellen.

Das rumänische Rohbenzin mußte aber in Deutschland größtenteils noch einer Bearbeitung unterzogen werden, um es für die Zwecke der inländischen Verbraucher geeignet zu machen und so entschloß sich die Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft schon vor mehreren Jahren, in dem neuen Petroleumhafen in Regensburg eine Benzinfabrik zu errichten.

Nach Erwerbung des nötigen Geländes wurde mit dem Bau begonnen und die Eertigstellung so gefördert, daß der Fabrikationsbetrieb mit Beginn des Sommers 1913 aufgenommen werden konnte.

Für die Aufstapelung hinreichender Mengen Rohware sind zunächst drei große oberirdische Tanks erbaut worden, in die das in Tankkähnen von etwa 700 Tonnen Tragfähigkeit auf der Donau von Rumänien ankommende Rohbenzin durch ein größeres Dampfpumpwerk befördert wird. Die Fabrik besteht hauptsächlich aus sehr leistungsfähigen Raffinations- und Destillationsapparaten, durch welche das Rohbenzin gereinigt und in die verschiedenen handelsüblichen Benzinsorten getrennt wird. Zur Aufnahme der fertigen Ware dient eine Anzahl mit Abfüllvorrichtungen versehener eiserner Behälter, durch die das Benzin in eiserne Fässer und Kannen gefüllt wird, in denen es zum Versand kommt. Sämtliche Apparate sind mit den Tanks durch ein weitverzweigtes kompliziertes Rohr- und Pumpsystem verbunden.

Etwas abseits von diesen Anlagen steht das Kesselhaus, welches den nötigen Dampf für den Fabrikationsbetrieb und den Antrieb der elektrischen Lichtmaschine liefert. Neben dem Kesselhause ist das Wohlfahrtsgebäude mit Eßraum, Kleiderablage und Bädern für die Arbeiter errichtet. Am Eingang zur Fabrik erhebt sich das dreistöckige Verwaltungsgebäude mit Laboratorium, Diensträumen für die Zollbeamten und Wohnungen für die Angestellten der Gesellschaft.

Die ganze Anlage steht unter Zollabschluß. Zum Zwecke der Überwachung des Betriebes sind mehrere Zollbeamte in der Fabrik stationiert.Neben Fässern und Kannen erfolgt auch ein größerer Versand in Eisenbahnkesselwagen, welche auf einer in die Bahngleise eingebauten Zentesimalwage automatisch verwogen werden.

Der ganze Fabrikationsbetrieb ist in großzügiger Weise unter Nutzbarmachung der neuesten technischen Errungenschaften eingerichtet, wodurch die Gesellschaft in den Stand gesetzt wird, den weitgehendsten Ansprüchen ihrer Kundschaft in jeder Beziehung gerecht zu werden.

Die Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft besitzt auch noch Benzinfabriken in Berlin-Tempelhof, Düsseldorf und Schulau bei Hamburg. Ab Regensburg wird das ganze Königreich Bayern, Württemberg und ein Teil von Baden und der Schweiz versorgt. Zur schnelleren Bedienung der Kundschaft sind zahlreiche Zwischenläger eingerichtet, so z. B. in München, Nürnberg, Augsburg, Nördlingen, Memmingen, Würzburg, Stuttgart, Ulm. Schwenningen, Mannheim, Karlsruhe, Straßburg. Freiburg etc.

Die oben beschriebene Benzinfabrik der Gesellschaft hat durch den ausgedehnten Versorgungsbezirk größere Bedeutung erlangt und dürfte somit geeignet sein, zu dem Emporblühen des bayerischen Donau-Umschlagverkehrs und der Regensburger Industrie nicht unerheblich beizutragen.
Siehe auch:
Aktien-Papierfabrik Regensburg
Express-Fahrradwerke A.G.Neumarkt in der Oberpfalz
Jesuitenbrauerei Regensburg in Regensburg
Schlüssel-Bleistift-Fabrik J. J. Rehbach in Regensburg
Das Elektrizitätswerk der Stadt Regensburg
Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft Hamburg. Benzinfabrik Regensburg.
Dampfsägewerk Arnschwang
Johann Müller, Perlmutterknopf-Fabrik
Eisengießerei Carolinenhütte
Dampfsäge, Hobel- und Spaltwerk, Kistenfabrik
Staatliche Eisenindustrie in der Oberpfalz Amberg-Weiherhammer-Bodenwöhr
Prinz Rupprecht-Quelle vormals Silvana-Sprudel in Groschlattengrün
Bayerische Granitaktiengesellschaft in Regensburg
Tonwerk Prüfening und Braunkohlengrube Friedrichzeche
Städtisches Lagerhaus Regensburg am Luitpoldhafen
Die Kalkindustrie der Walhallastraße
Kalblederfabrik Furth i. Wald
Bayerische Braunkohle-Industrie
Die Malteserbrauerei in Amberg
Terranova-Industrie C. A. Kapferer & Co. in Freihung.
Königlich Bayerische Hofglasmalerei Georg Schneider in Regensburg
Das neue Gaswerk der Stadt Regensburg
Die Stadt Weiden
Naabwerke für Licht- und Kraftversorgung
Kalksandsteinfabrik Roding G.m.b.H.
Königl. Schwellenwerk in Schwandorf
Bayerische Maschinenfabrik Regensburg
Metallhammerwerk u. Bronzefarbenfabrik in Rothenbruck Opf. Aluminiumbronzefabrik in Rauhenstein Opf.
Die Entwicklung des Fahrrades
Tonwerk Blomenhof, G.m.b.H., Neumarkt i. Opf.
Die Flügel- und Piano-Fabrik von Georg Weidig in Regensburg
Eisen- und Metallgießerei, Maschinenfabrik und Kesselschmiede
Dresdener Maschinenfabrik und Schiffswerft Übigau A.G. Werft in Regensburg
Die Anlagen der Benzinwerke Regensburg
Portland – Cementwerk Burglengenfeld
Bürgerbräu Weiden
Aktiengesellschaft Porzellanfabrik Weiden
Holzhandlung, Werke für Holzimprägnierung und Kyanisierung
Porzellanfabrik Tirschenreuth
Stanz- und Emaillierwerke in Amberg
Bayerische Schlauchfabrik, mechanische Hanf- und Drahtseilerei
Die Wasserversorgung der Stadt Regensburg
Vereinigte Bayerische Spiegel- und Tafelglaswerke
Cahücitwerke Nürnberg. Fabrik in Neumarkt Oberpfalz.