Deutsche Mystik und deutsche Kunst – Ikonographisches – Mystik, Kunst und weltliche Dichtung.

4. Mystik, Kunst und weltliche Dichtung.

Die Art, wie dieses Motiv der mystischen Liebe behandelt und bildlich ausgestaltet worden ist, — sowohl von den Dichtern wie auch von den, in ihrer Ausdrucksweise sich der Poesie nähernden spekulativen Philosophen der deutschen Mystik, und endlich auch von den unter Jener Einfluss stehenden bildenden Künstlern, — erinnert ganz entschieden an die weltliche Dichtkunst. Die ritterliche Minnepoesie ist es, welcher Vorstellungen und Sprache entlehnt worden sind. Entlehnt? — oder aber darf man nur sagen: mit welcher die Mystik jene Dinge gemeinsam hat? Ebenso wie das mystische Motiv der überirdischen Liebe ganz sinnlich ausgemalt wurde, finden wir ja auch umgekehrt in manchen Fällen bei der weltlichen Poesie eine merkwürdige Vermischung von ganz Konkret-Weltlichem und Uebersinnlichem. Fast möchte man glauben: es ist ganz dieselbe Anschauungsweise, die sich hier wie dort geltend macht, die aber sich bemüht alle Grenzen zu verwischen, weil sie eigentlich keine solchen kennt, sondern Himmlisches und Irdisches ineinander fliessen lässt und das eine im andern entdeckt. Es ist eben wieder der deutsch-mystische Geist, dessen Hauch wir überall verspüren.

Sehen wir uns weiter um, so finden wir noch manche Dinge, welche Mystik und weltlicher Poesie und, nach jenen, dann auch der Kunst gemeinsam sind. —

Christus erscheint als der in Minne sich ergehende Ritter, als der reiche, vornehme, mit allen Tugenden und Gütern ausgestattete Edle, der, Liebe suchend, sich in die Welt begiebt, als der Fürst, der König, an dessen Hof sich zu Schaaren die minnenden Seelen versammeln. Er ist der höchste Fürst in einem herrlichen grossen Reiche, in welchem als mächtiger Kaiser in prächtigem Ornat auf kostbarem Thron Gott Vater selber thront und regiert, in welchem Maria als zarte liebliche Königin lebt und in welchem alle Heiligen hohe Vasallen und alle Seligen edle Ritter sind, während die Engel die Pagen machen. Voller Glanz und Pracht wird uns dieses Reich und die Erscheinung seiner Angehörigen geschildert, auch von den ernstesten Philosophen der mystischen Schule, und zwar durchaus nicht mit Berechnung auf den Aberglauben des Volkes — im Gegenteil, oft wird sogar ausdrücklich betont, dass man an die reale Existenz all’ dieser Dinge nicht zu glauben habe — sondern bloss aus einer reinen Freude am poetischen und künstlerischen Schalten und Gestalten der Phantasie und aus dem Bestreben, sich Uebersinnliches und die Welt abstrakten Denkens anschaulich und durch Versinnlichung dem empfindenden Gemüt zu eigen zu machen.

«Von der hovereise der sele an der sich got wiset» ist ein Abschnitt in den, «das fliessende Licht der Gottheit» betitelten Offenbarungen der Schwester Mechthild von Magdeburg überschrieben, in dem die Reise einer minnenden Seele an den göttlichen Fürstenhof geschildert wird. «Eya, wie lieplich wirt sie da enpfangen!» «So grüsset er si mit der hove spräche die man in dirre kuchin nit vernimet, und kleidet su mit den kleidern, die man ze den palaste tragen sol und git sich in ir gewalt.»

Dieses Beispiel gehört der Mitte des 13. Jahrhunderts an, also einer Zeit, die zu der ritterlichen Minnepoesie noch unmittelbare Beziehungen hatte. Ein solch enger Anschluss an die höfischen Anschauungen findet sich später nicht mehr; doch die Vorstellung des Himmels als Kaiserreich oder Fürstenhof mit all’ seinem Glanz und seiner Pracht und der göttlichen und heiligen Personen als Kaiser und Fürsten bleibt der ganzen folgenden Mystik eigen und wird zu einem beständig wiederkehrenden und ganz natürlich erscheinenden Requisit ihrer An-schauungs- und Ausdrucksweise. Auch hier finden wir in der italienischen Mystik verwandte Erscheinungen, so in einigen Dichtungen, die aus den Kreisen der Franziskaner hervorgegangen sind. Merkwürdig und bedeutungsvoll, dass die Mystik so gern und so leicht sich vermählt mit weltlichen Anschauungen, ohne an ihrer tiefen Innerlichkeit irgend welche Einbusse zu erfahren!

Es kann uns so nicht als ein willkürlicher Zufall erscheinen, wenn wir sehen, wie die Maler und Bildhauer ihre heiligen Bilder mit den Gestalten von gekrönten Herrschern, von geschmückten Edlen und vornehmen Frauen füllen, dieselben mit der Pracht kostbarer Throne und brokatner Stoffe ausstatten und einen farbenfreudigen Glanz edelsteinbesetzter Ornate und reicher Gewänder versehenden sch über sie ausgiessen.

Die innigste Fühlung zu jener Dichtung, die weltlich und mystisch zugleich genannt werden kann, hat die frühe Kölner Malerei gehabt. Der idyllische Zug jener Kunst, die zu Beginn des 15. Jahrhunderts wie eine anmutige Blume erblüht, steht ganz unter dem Zauberbanne dieser Gedanken- und Gefühlswelt. Jene entzückenden kleinen Darstellungen der Maria mit Heiligen im Garten auf blumigem Rasen in anmutigem Gespräche begriffen oder musizierend und singend, sie sind ja nichts anderes wie gemalte Gedichte, von jenen Gedichten, die das Leben zarter minnender Frauen schildern und dieses holdeste irdische Sein mit dem Wesen der göttlichen Jungfrau und ihres heiligen Hofstaates vergleichen und es auf dieses übertragen.

Wir erfuhren übrigens schon, dass derartige, unter dem Einflüsse der Dichtkunst entstandenen Schöpfungen der bildenden Kunst in Visionsbeschreibungen der frühen Mystik, ihre ganz direkten Vorbilder haben.

Schon Schnaase macht die Bemerkung, dass

«alle diese Bilder in kleiner Dimension sind, offenbar nicht für den kirchlichen Gebrauch, sondern zur Privatandacht, ich möchte sagen, zum andächtigen Genüsse bestimmt».

In der That, es ist offenbar, wie sich die deutsche Kunst hier vollständig vom Dienste der Kirche befreit hat und sich statt dessen, so fügen wir hinzu, ganz dem Gedankenkreise und dem Streben der volkstümlichen Mystik, der eigentlich deutschen Religion jener Tage hingegeben hat, was sie sonst meist so ganz und frei nicht konnte und durfte, da sie doch mehr oder minder sich, durch die Umstände gezwungen, im Kreise der Kirche halten musste.

Zu erinnern wäre noch daran, dass gerade Köln eine der Hauptpflegestätten der Mystik war, und ausserdem an den Umstand, dass gewisse Motive dieser Art, die zuerst in der Kölner Schule auftauchen, wie die Madonna im Rosenhaag, dann in Schwaben, besonders am Oberrhein weitergebildet werden, in jenen Gauen, die ihrerseits ebenfalls der Mystik den günstigsten Boden lieferten. —

So wie die Heiligen und Seligen im himmlischen Reiche Fürsten und Vasallen genannt wurden, so bezeichnete die poetische Sprache der Mystiker diejenigen unter den Lebenden, welche sich schon hier auf Erden dem Minnedienste des Göttlichen wreihten, als Ritter Christi oder, sofern sie in der Welt für ihre Ueberzeugung leiden und kämpfen mussten, als Streiter Gottes. An das hehre mittelalterliche Ideal der Gralsritterschaft wird man bei dieser Vorstellung erinnert und die zur Zeit der Kreuzzüge entstehenden Ritterorden dürften in einiger Hinsicht als die praktische Belebung jenes allgemein genommenen Gedankens von der Ritterschaft Christi, den die Mystik von Anfang an liebt und verbreitet, angesehen werden. — Bei Tauler heisst es:

«Nun merket, wie dass die gelassenen Menschen göttliche würdige Ritter Christi sein, denn der himmlische König in seines Herzens Lust hat unaussprechliche Genüge in den neuen roten rosinfarbenen Ritterkleidern seines eigenen Sohns, mit welchen er neu gekleidet wird, und ist ein Vorgänger worden aller auswendigen und inwendigen Märtyrer. Und diese Ritterkleider sind dem ewigen Sohn in der Zeit wregen seiner ritterlichen Frömmigkeit worden. Und weil er dieselbe nicht in der Ewigkeit hatte, darum kam er von dem Himmel nicht als ein König sondern als ein demütiger Knecht, und mit ritterlichem Streit hat er diese ritterlichen Waffen gewonnen, die ihn vor den väterlichen Augen und vor aller englischen Ritterschaft sehr zieren, welche in fünftausend Jahren in den roten ritterlichen Kleidern nicht gesehen hatte. Und gefallet ihm daher auch sehr wohl, dann seine auserkorene Ritter auch mit dergleichen ritterlichen Kleidern geziert werden mögen, auf dass also der himmlische Vater für seinen Augen die peinrote Ritterschaft der lebendigen Märtyrer sähe, die von so mannigfaltiger Herrlichkeit aus ihren glorifizierten Leibern glänzen.»

Weiterhin fügt er in phantastischer und zugleich derbrealistischer Weise hinzu, dass diejenigen, die nicht stark genug wären, Ritter zu sein, sich wenigstens bemühen sollten, Stallknecht oder Feuerschürer oder Küchenmagd an dem Hofe des Königs, des Herrn Gottes zu sein. Heinrich Suso sagt von sich selbst, dass er anfangs nur ein Knecht, später aber ein Ritter Christi gewesen sei. Nachdem ihm durch göttliche Eingebung erlaubt war, ein Ende mit seinen qualvollen Bussübungen und Selbstpeinigungen zu machen, die er sich als junger asketischer Mönch auferlegt hatte, wurde ihm auf einmal in einer Vision die Erscheinung eines Engels in Jünglingsgestalt, der ihm Ritterkleidung überreichte und welcher sprach:

«Wisse, Ritter, du bist bisher Knecht gewesen: Gott will, dass du nun Ritter seist! — Wer die geistliche Ritterschaft Gottes will unverzaglich führen, dem soll viel mehr grossen Gedränges begegnen, denn es je thut zuvor bei den alten Zeiten den berühmten Heiden, von derer kecken Ritterschaft die Welt pflegt zu singen urifl zu sagen.»

Ein schöner evangelischer Sinn, der dieser poetischen Phantasie Suso’s zu Grunde liegt: erst dann hielt er sich äusserlich und innerlich für edel und frei, als er äusserlicher Uebungen nicht mehr bedurfte, sondern mit Glaube und thatkräftiger Gesinnung allein fest bestehen konnte.

Wieder haben wir auf die Suso-Illustrationen zu verweisen, wo der Mönch diesen visionären Vorgang uns selbst im Bilde ausgeführt hat: man sieht ihn vor der Erscheinung Christi im geöffneten Himmel niederknieen, neben ihn tritt der Engel mit einer Posaune, vor ihm liegen Helm und Schild mit dem Monogramm Christi als Wappenzeichen; links sieht man drei Ritter Christi zu Pferd mit demselben Wappen ausgezeichnet. In diesem Falle dürfen wir wohl unbedenklich sagen, dass Suso als Erster dieses Motiv künstlerisch verwertet hat.

Suchen wir nach späteren Darstellungen, so fällt uns zunächst der Genter Altar ein. Unter den Scharen, die zur Anbetung des Lammes am Lebensbrunnen herbeiströmen, erblicken wir da als besondere Gruppe die Ritter Christi, ein edles Häuflein, stolz zu Ross in glänzender Wappenrüstung und vornehmer Tracht, mutig und frei und doch gelassen und sinnig, «zu Streitern für der Tugend Recht ernannt». Eine andere derartige Gruppe zeigt uns Meister Stephan Lochner auf dem Kölner Dombild, wenn auch eigentlich der Kölner Stadtheilige Gereon mit seinem Gefolge gemeint ist. Ueberhaupt bringen die Künstler das Motiv der Ritterschaft Christi in ganz allgemeiner Auffassung sonst nicht mehr; man bedurfte dessen nicht, da es verschiedene Heiligentypen gab, in deren Erscheinung und Wesen man jener Anschauung vollen Ausdruck verleihen konnte. Sankt Georg, Gereon, Wenzel, Sebaldus, Pankratius, Martin u. a. sind da zu nennen und in vielen Fällen, wo wir sie in der deutschen Kunst dargestellt finden, unter diesen Gesichtspunkt zu rücken. Als analoge Erscheinungen könnte man oft verschiedene weibliche Heilige ansehen, so namentlich Ursula mit ihrem Gefolge. Zu ganz bestimmter und vollendeter Gestaltung ist, so dünkt uns, das Motiv durch Dürer gelangt. Wir denken an seinen berühmten Kupferstich: «Ritter, Tod und Teufel», den wir aus diesem Gedankenkreis erklärt sehen möchten.

«Wer nun dem Gral zn dienen ist erkoren, .

Den rüstet er mit überird’scher Macht;

An ihm ist jedes Bösen Trag verloren.

Wenn ihn er sieht, weicht dem des Todes Nacht»

(R. Wagner: Lohengrin.)

Ebenso unbekümmert um die Gesellen Tod und Teufel reitet Dürers Ritter seines Wegs. Dass dem Meister Begriff und Wort nicht fremd waren, beweist jene Stelle in seinem niederländischen Reisetagebuch, wo er nach der Nachricht von Luthers vermeintlichem Tode Gedanken und Aufforderung an Erasmus von Rotterdam richtet:

«Hör, du Ritter Christi, reit hervor neben den Herrn Christum, beschütz die Wahrheit, erlang der Martärer Krön!»

; wie denn übrigens Erasmus selbst sich in seinen Schriften mit Vorliebe dieses alten Ausdrucks der Mystiker bedient, ja er sogar bekanntlich ein Büchlein über den «miles christianus» schrieb.

Ganz verwandte Empfindungen werden uns übrigens wachgerufen, wenn wir die herrlichen Gestalten der beiden Paum-gärtner auf den Flügeln des Altares in München betrachten.

Es könnte vielleicht jemand auf den Gedanken kommen, in dieser Vorliebe der Mystiker für die Anschauungen und Vorstellungen der weltlichen, der ritterlichen Dichtkunst und in der daraus entspringenden phantasievollen Entfaltung von äusserer Pracht bei der bildlichen Gestaltung heiliger Gegenstände und Personen, wie sie also auch von der Kunst meist so verschwenderisch angewandt worden ist, einen Widerspruch zu finden mit den übrigen Bestrebungen der Mystik.

Man könnte es vielleicht unvereinbar wähnen mit dem Drang der Mystiker nach Verinnerlichung. Es wäre dies jedoch durchaus unberechtigt. Jenem Drang nach Verinnerlichung that diese poesievolle Freude an dem Glanz und dem Reichtum der äusseren Erscheinungswelt gar keinen Abbruch. Dass alle weltliche Pracht im Hinblick auf das Heilige und Göttliche bedeutungslos, dass dieselbe auf dem Wege zum Endziel, der mystischen Vereinigung der Seele mit der Gottheit, durchaus entbehrlich ist, und dass endlich die Einkleidung des Begriffes der Gottheit und die Verkörperung der göttlichen Wesen in derartig reich ausgestatteter bildlicher Gestaltung nur ein Spiel der Phantasie sei, darüber bestand natürlich keinem mystisch Denkenden irgend ein Zweifel; die äusseren Dinge jedoch für in jedem Fall verwerflich zu erklären, das lag nicht in der Absicht der Mystik. «Es kann einer auch wohl in einen hohen Stand gesetzt sein, in grossen Dignitäten schweben und einen Ueberfluss in zeitlichen Gütern haben, und nichts destoweniger mit dieser innerlichen, des Geistes Armut begabt sein» sagt Tauler. Gerade in diesem Punkte können wir ein Zeichen für das hohe und reine künstlerische Element, das dem Geiste der deutschen Mystik innewohnte, erkennen; und gerade dieser Punkt trägt zum Verständnis des Wesens der deutschen Mystik sehr bei. Das Himmlische mit dem Irdischen, das Göttliche mit dem Weltlichen zu verbinden und jenes in diesem zu entdecken, das ist ja, wir betonen es wieder, das Streben der Mystik; und indem man jenes in diesem fand, liebte man das Letztere um so mehr, und zwar mit jener selbstentäussernden Liebe und jener reinen Freude, wie sie eben sonst — nur den Künstlerseelen eignet.

Dass sich da nun die Phantasie die Welt des Sinnlichen so reich, so vollkommen und so belebt ausgestaltete, wie nur möglich, ist begreiflich.

Dasselbe Entzücken, mit dem man sich an dem Reichtum und der Pracht erfreute, empfand man nun aber auch beim Anblick des Kleinen, Unscheinbaren. Die ganze Natur in allen ihren Formen wurde ja nur als Ausdruck des Einen angesehen und erschien so in poesievoller Verklärung.

«Es ist kein Kraut so klein.

Es zeugt von Gott dem Schöpfer sein»

lautete ein altes schlichtes Sprichwort, das Tauler einmal in einer Predigt zu Ostern seinen Zuhörern ins Gedächtnis ruft. Das Sicheinsfühlen des Menschen mit der ganzen Erscheinungswelt erweckte dem deutschen Mystiker eine allesumfassende, auch das Kleinste berücksichtigende Liebe zur Natur, der belebten wie der unbelebten. Keinen anderen Sinn hegt die deutsche Kunst.

Das Eingehen auf das Detail, die Vorliebe für die Kleinigkeiten der Natur erhalten durch diese Betrachtung erst ihre richtige Beleuchtung. Auch der Zug zum Genrehaften und die oft so merkwürdige Vermischung desselben mit dem Pathetischen und dem Tragischen finden von hier aus ihre Erklärung. Die dem modernen Denken bisweilen vielleicht unverständliche, unvermittelte naive Nebeneinanderstellung von Genre und Pathos, ja oft von Humor und Tragik, wie es ja in den Passionsdarstellungen öfters der Fall ist, erscheint, wenn wir uns in das mystische Denken und Fühlen jener Tage hineinleben, nicht mehr als Disharmonie, wenn auch als Kontrast; sondern wir erkennen dann nur den mannigfaltigen Ausdruck einer einzigen Art des Anschauens der Welt und des Verhältnisses zu ihr. Trennungen und Unterschiede gab es nicht; und wie man keine scharfe Grenze fand zwischen Sinnlichem und Ueber-sinnlichem, keinen Unterschied in der Bedeutung der mannigfachen Formen der Erscheinungswelt, so führte man auch alles Fühlen, alles Leid und alle Freude auf einen Urquell zurück, auf jenen göttlichen der Liebe, der alles belebt. Desshalb empfand man es nicht als Disharmonie, die äusserlich verschiedensten Ausdrucksfonnen zu gleicher Zeit zur künstlerischen Darstellung zu bringen.

Text aus dem Buch: Deutsche Mystik und deutsche Kunst (1899), Author: Alfred Peltzer.

Deutsche Mystik und deutsche Kunst – Einleitendes und Litterarisches
Deutsche Mystik und deutsche Kunst – Historisches.
Deutsche Mystik und deutsche Kunst – Die Kunst der Visionen.
Deutsche Mystik und deutsche Kunst – Die Kunstpflege in den mystischen Klöstern.
Deutsche Mystik und deutsche Kunst – Die spekulativen Mystiker in ihrem Verhältnis zur Kunst.
Deutsche Mystik und deutsche Kunst – Die Mystik als Wesensausdruck des Bürgertums und die bürgerliche Kunst.
Deutsche Mystik und deutsche Kunst – Der Künstler und die Mystik.
Deutsche Mystik und deutsche Kunst – Schlussbetrachtung.
Deutsche Mystik und deutsche Kunst – Ikonographisches – Mystik, Religion und Kunst.
Deutsche Mystik und deutsche Kunst – Ikonographisches – Die Passion Christi.
Deutsche Mystik und deutsche Kunst – Ikonographisches – Die «minnende» Seele

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