Deutsche Mythologie – Der Kultus

Das Christentum schlug den heidnischen Germanen gegenüber ein doppeltes Verfahren ein. Das unduldsame Wort des Bischofs Remigius von Rheims bei der Taufe des Frankenkönigs Chlodoveeh (496): „Beuge dein Haupt in Demut, stolzer Sigamber, und verehre von nun an, was du bisher verbranntest, und verbrenne, was du bisher verehrtest!“, darf als vorbildlich für die spätere Zeit gelten, in der die heidnischen Götter sämtlich für teuflische Mächte erklärt wurden, und die christlichen Missionare sich beeif erteil, die Heiligtümer zu vem ich teil und den heimischen Glauben und Brauch auszurotten. Zwar leugnete die Kirche die persönliche Existenz der für Götter gehaltenen Wesen durchaus nicht, aber auf Grund biblischer Stellen (wie Psalm 965, I. Kor. 102l_g2) wurden sie als Dämonen bezeichnet. Ihre Verehrung wurde Teufelsdienst; die deutschen Götter wurden direkt als böse Geister bezeichnet. „Entsagst du den Unholden?“ fragt das ostfränkische Taufgelöbnis des 7. Jhds., und der Täufling anwortet: „ich entsage“. Die Opfer, die er seinen Göttern gebracht hatte, mußte er aufgeben; aber ihre Namen nennt die Taufformel nicht, sie wären eine Entweihung: sie sind nicht den Menschen hold, sondern unhold. In der sächsischen Taufformel von ca. 790 wird allen Werken und Worten des Teufels entsagt, dem Donar, Wodan und Saxnot und allen den Unholden, die ihre Genossen sind. So ist die Gestalt des Teufels, wie sie im Volksglauben lebt, reich an Zügen enstellten deutschen Heidentums. Namentlich in Xorddeutsehland ist die Kirche mit furchtbarer Rücksichtslosigkeit vorgegangen. Unerbittliche Strenge spricht aus den Verordnungen Karls des Großen vom Jahre 787/8: die capitula, quae de partibus Saxoniae constituta sunt, setzen auf Mord von Priestern Todesstrafen, ohne das Wergeid (Manngeld) zuzulasseii, ebenso auf Menschenopfer, Bündnisse mit Heiden, Raub und Zerstörung von Kirchen, ja auf Verweigerung der Taufe, Verharren im Heidentum, Leichenverbrennen und Fastenbruch. Aber noch um 700 war in Bayern Kirchendiebstahl nicht höher gestraft als Diebstahl aus einem andern öffentlichen Gebäude, wie z. B. einer Mühle. In acht Artikeln zum Schutze des Christentums kehrt der schaurige Refrain wieder: „der soll des Todes sterben“. In einem besonderen Verzeichnisse werden auf das Sorgfältigste alle heidnischen Gebräuche und Opfer aufgezählt, deren völlige Unterdrückung durchgeführt werden soll. Dieser Indicuus superstitionumetpaganiarum (Verzeichnis heidnischer und abergläubischer Gebräuche und Meinungen) etwa vom Jahre 800 reiht in knapper Fassung 30 Punkte nebeneinander und scheint zum Amtsgebrauche der königlichen Sendboten oder Bischöfe für ihre Visitationsreisen gegeben zu sein, vermutlich bestimmt für friesische, den sächsischen benachbarte Gaue. Aber trotz Feuer und Schwert gelang es nicht, die alten heiligen Gebräuche gänzlich auszurotten. Oft genug erweist sich das, was niemals auf geschrieben ist und sich nur in mündlicher Überlieferung erhalten hat, durch Heranziehen ethnologischer Parallelen als Rest uralter Zeit.

Als Beispiel einer gegen germanischen Glauben gerichteten Predigt sei ein Predigtstück aus dem Leben des hl. Eligius mitgeteilt, das in mehr als einer Beziehung wichtig und interessant ist.

»Vor allem bitte und beschwöre ich Euch, daß Ihr keinerlei heidnischem Aberglauben anhängt, nämlich, daß Ihr keine Loswerfer, Zeichendeuter, Zauberer und falschen Propheten angeht und sie in irgendwelcher Angelegenheit und auch nicht in Krankheiten um Rat fragt. Denn wer solcher Sünde verfällt, geht sofort des Segens der Taufe verlustig. Ebenso sollt Ihr au keine Wahrzeichen und Vorbedeutungen beim Niesen glauben, und wenn Ihr auf einer Reise begriffen seid, nicht auf die Stimmen der Vögel als auf Prophezeiungen achten. Mögt Ihr eine Reise antreten oder Euch sonst zu einem Werke vorbereiten, so zeichnet Euch im Namen Christi und sprechet das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser mit rechtem Sinn und Glauben, dann wird Euch kein Feind etwas anhaben können. Kein Christ lege darauf Wert, an welchem Tage er das Haus verläßt oder in dasselbe zurückkehrt, denn Gott hat alle Tage (nämlich der Woche) geschaffen. Kein Christ beachte für den Beginn eines Werkes den Tag oder den Mond, keiner soll beim Beginn des Neujahres sich lächerlichem und sündhaftem Spiel und Aberglauben hingeben, niemand soll in der Neu-jahrsnacht eine besetzte Tafel aufstellen oder Neujahrsgeschenke geben oder empfangen und unnützes Gelage anstellen. Kein Christ soll an Feuerwahrzeichen glauben und sich auf den First des Daches setzen, denn das ist alles Teufelswerk. Und am Johannisfeste oder am Feste irgendeines anderen Heiligen soll niemand Sonnenwende begehen oder Tänze und Aufzüge unter teuflischem Gesänge aufführen. Niemand soll den Namen von Dämonen oder denjenigen des Neptun, des Orkus, der Diana, der Minerva oder des Genius anrufen oder an solche lächerliche Dinge glauben. Ferner soll außer an den Festen niemand den Donnerstag, weder im Mai noch zu einer anderen Jahreszeit, in Ruhe verbringen und feiern oder den Motten und Mäusen einen Tag weihen, sondern jeder soll allein nur den Sonntag heiligen. Kein Christ soll an alten heiligen Stätten oder an Felsen und an Quellen und unter Bäumen oder in einem Hag oder auf Dreiwegen Lichter anzünden und hierbei Gelübde verrichten. Niemand darf am Halse eines Menschen oder eines anderen lebenden Wesens Binden und Amulette befestigen, auch wenn dies von seiten eines Klerikers geschehen sollte und gesagt wird, daß das eine heilige Sache sei und Sprüche aus der heiligen Schrift enthalte; denn in solchen Dingen liegt nicht der Segen Christi, sondern das Gift des Teufels. Auch soll niemand Kräuterzauber treiben und Reinigungsopfer veranstalten oder seinen Rauch durch einen hohlen Baum oder durch ein Erdloch hindurchgehen lassen, denn dadurch weiht er es allein dem Teufel. Und die Frauen sollen nicht Bernsteinschmuck um den Hals häugen und beim Spinnen und beim Färben nicht den Namen der Minerva oder einer anderen Heidengöttin anrufen, sondern bei jedem Werk, das sie verrichten, sich die Gnade Christi herbeiwünschen und der Kraft seines Namens aus ganzem Herzen vertrauen. Niemand soll den Mond anrufen, wenn er sich verfinstert, denn diese Finsternis tritt mit Gottes Willen zu ganz bestimmten Zeiten ein. Und beim Neumond soll sich niemand fürchten, an irgend ein Werk zu gehen. Denn Gott hat den Mond geschaffen, um die Zeiten zu bezeichnen und die Dunkelheit der Nacht zu erhellen, aber nicht, um eines Menschen Werk zu verbindern oder um den Menschen den Geist zu verwirren, wie die Törichten glauben, wenn sie annehmen, daß die von bösen Geistern Besessenen durch den Einfluß des Mondes leiden müßten. Auch soll niemand Sonne und Mond als Götter anrufen und bei ihnen schwören, denn beide sind von Gott gemacht and dienen nach seinem Willen der Notdurft der Menschen. Auch hat niemand an ein Fatum oder an bestimmtes Glück oder an das Horoskop seiner Geburtsstande zu glauben, so daß er vermeint, er werde so, wie ibn die Konstellation geschaffen habe; denn Gott hat nach seiner Weisheit alles eingerichtet, wie er es vor Erschaffung der Welt bestimmte. Und wenn dem Menschen irgendwelches Leiden einmal zustößt, dann soll er nicht Zeichendeuter, Zauberer, Loswerfer und falsche Propheten befragen oder an Quellen und Bäumen und auf Kreuzwegen an die Kraft teuflischer Amulette glauben, sondern wer krank ist, der vertraue allein auf das Erbarmen Gottes und empfange im rechten Sinn und Glauben den Leib und das Blut Christi im Abendmahl und erbitte sieb von der Kirche geweihtes öl, um damit seinen Leib im Namen Christi zu salben. Dann wird er nicht nur Gesundheit seines Leibes, sondern auch seiner Seele empfangen . . . Und bedenket, was das für eine menschliche Torheit ist, einem fühllosen und abgestorbenen Baume göttliche Ehren zu erweisen und die Gebote Gottes zu verachten. Weder den Himmel noch die Sterne, weder die Erde noch irgend ein anderes Geschaffenes sollt Ihr anbeten, nur Gott allein, da er alles geschaffen und geordnet bat. Wohl ist der Himmel hoch und groß die Erde, gewaltig ist das Meer, und schön sind die Sterne, aber größer und schöner muß der sein, welcher das alles schuf. Und wenn schon alles das, was sichtbar ist, vom Verstände des Menschen nicht begriffen werden kann, nämlich die verschiedenartige Frucht der Erde, die Schönheit der Blumen, die Mannigfaltigkeit des Obstes, die vielfachen Arten der Tiere, von denen einige auf der Erde, andere im Wasser und wieder andere in der Luft leben, ferner der kluge Verstand der Bienen, das Wehen der Winde, die Feuchtigkeit der Wolken, das Rollen des Donners, der Wechsel der Zeiten und die Wiederkehr von Tag und Nacht — denn das alles kann der menschliche Sinn nicht nach Gebühr fassen und würdigen —, wenn also solches, was wir sehen, für unsern Verstand unbegreiflich ist, wie sollen wir dann erst das Himmlische schätzen, das wir nicht sehen ? Und wie gewaltig muß der Schöpfer aller dieser Dinge sein, durch dessen Wink alles entstand und durch dessen Willen alles gelenkt wird! Ihn also, Ihr Brüder, fürchtet über alles, ihn betet in allem an, ihn liebet über alles, an sein Erbarmen haltet Euch, an seiner Güte zweifelt niemals.“

Hundert Jahre nach der Taufe Chlodovechs spricht der römische Bischof Gregor der Große ein anderes, geradezu entgegengesetztes Wort über das Verhalten der Kirche dem germ. Heidentum gegenüber. Auch er hatte anfangs die ags. Missionare angewiesen, die Götzentempel der Bekehrten zu zerstören, aber er war zu der Überzeugung gekommen, daß es besser wäre, behutsam zur Werke zu gehen und den christlichen Glauben soviel wie möglich an deutsch-heidnische Vorstellungen anzupassen.

Der Brief, den Gregor an den Abt Melittus von Canterbury geschrieben hat, lautet:

„Sagt dem Augustinus (der mit 40 Benediktinern in England gelandet war, 596), zu welcher Überzeugung ich nach langer Betraohtung über die Bekehrung der Angelsachsen gekommen bin. Man soll die Götzeokirchen bei jenem Volke ja nicht zerstören, sondern nur die Götzenbilder darinnen vernichten; man mache Weihwasser und besprenge damit die Tempel, man errichte Altäre und lege Reliquien hinein. Denn sind jene Kirchen gut gebaut, so muß man sie vom Götzendienste zur wahren Gottesverehrung umschaffen, damit das Volk, wenn es seine Kirchen nicht zerstören sieht, von Herzen den Irrglauben ablege, den wahren Gott erkenne und um so lieber sich an den Stätten versammele, an die es gewöhnt war. Und weil die Angelsachsen bei ihren Götzeuopfern viele Stiere zu schlachten pflegen, so muß auch diese Sitte zu irgend einer christlichen Feierlichkeit für sie umgewandelt werden. Sie sollen sich also am Tage der Kirchweihe oder am Gedächtnistage der heiligen Märtyrer, deren Reliquien bei ihren Kirchen niedergelegt werden, aus Banmzweigen Hütten um die ehemalige Götzen-kirebe machen und sollen so den Festtag bei kirchlichem Mahle feiern, so dem Teufel keine Tieropfer mehr bringen, sondern sie sollen zum Lobe Gottes die Tiere zum Essen schlachten und dem Geber aller guten Gaben für ihre Sättigung danken; denn wenn ihnen einige äußerliche Freuden bleiben, werden sie um so geneigter zu den innerlichen Freuden (der Bekehrung) werden. Den rohen Gemütern auf einmal alles abzusebneiden, ist ohne Zweifel unmöglich, weil auch der, so auf die höchste Stufe steigen will, durch Schritt und Tritt, nicht aber durch Sprünge in die Höhe kommt.“

Diesem weisen Verhalten Gregors, das klug den deutschen Volksgeist schonte und so die neue Lehre volkstümlich machte, ist es zu verdanken, daß uralte Kultustrümmer der heidnisch-deutschen Gottesverehrung heute noch als Volksfeste und Volksbelustigungen erhalten sind und als unzertrennliche Begleiter der kirchlichen Feste auftreten.

Zur Bezeichnung dessen, das unter dem Banne der Gottheit steht oder die engere Zugehörigkeit zu dieser ausdrückt, dient das urgerrn. Adjectivum hailagas. Heilig gehört zu heil und bezeichnet etwas, was dauernd heil und unversehrt, was unverletzt und unverletzlich ist. Unverletzlich war nach germ. Vorstellung nur das von den Göttern Geschützte, und somit drückt heilig den Gegensatz zum Profanen aus. Es scheint; daß „heilig“ seine eigentümliche Prägung erst durch den Gottesglauben erhalten hat und ursprünglich nicht zur Bezeichnung dessen verwendet wurde, das auch den Seelen und Geistern gehörte.

Für das enge Verhältnis von Zauber und Kultus aber ist bezeichnend, daß aus derselben Wurzel sich entwickeln konnte im got. weihs mit dem Begriff „geweiht, heilig“ (lat. victima „Opfertier“) und ags. wicca mit der Bedeutung „Zauberei“, ags. wiccan „zaubern“.

Die deutschen Götter gelten durchaus als mächtige Helfer und weise Lenker. Da das Opfer dem Menschen die Gnade der Götter gewinnen soll, ist die überragende Mehrzahl Bittopfer; es findet von der Gemeinde vor allem nach beendigter Aussaat, wie beim Beginne der Ernte statt. Eine Abart ist das Sühnopfer. Bei einem Viehsterben oder bei großen Landplagen gilt es, den mächtigsten Gott, der ganze Landstriche durch die von ihm zur Strafe gesandten Seuchen verheert, durch Opfer zu versöhnen; man hofft, durch einen Akt seiner verzeihenden Gnade Segen und Glück wieder zu erhalten. Das germ. Kriminalrecht ruht in seinem letzten Grunde auf der religiösen Idee der Sühnung. Hat die Gemeinde die Huld des Gottes wieder erlangt, so vergißt sie nicht ihm abermals zu nahen, in feierlichem Dankopfer. Es ist ein bedeutungsvoller Zug des deutschen Volksgeistes, daß er nach empfangener Wohltat sich dankend an die Gottheit wendet und sich nicht mit dem nackten Erfolge begnügt.

Ihren Höhepunkt erreichen die Opfer im blutigen Menschenopfer. Sie sind die fürchterlichsten, aber in gewissem Sinne auch die tiefsinnigsten Opfer des Heidentums; um die Götter zu gewinnen, verzichtet der Opfernde auf das, was ihm selbst als das Wertvollste erscheint, auf das eigene Leben, dann auf das der ihm zunächst Stehenden (wie der Kinder, Verwandten, Fürsten), und schließlich gibt er gewissermaßen als Ersatz das Leben der Gefangenen hin.

Dieser Ersatz an Stelle des Besten und Wertvollsten ist ein Zeichen des sinkenden Heidentums. Wohl wird noch ein Leben für das andere hingegeben, aber eins von geringerem Werte als das bedrohte. An Stelle der Könige und Fürsten, die für ihr Volk fielen, treten bei den Deutschen kriegsge-fangene Feinde, erkaufte Knechte oder schwere Verbrecher; Bonifatius klagt die christlichen Händler an, den Heiden Sklaven zu Opferzwecken verkauft zu haben. Wie an Stelle des höheren Lebens das niedere tritt, wie sogar das Opfer eines Tieres ein menschliches Leben ersetzen kann, so wird es ganz gebräuchliches Verfahren, den Teil für das Ganze hinzugeben. Die Gottheit erhält nicht mehr das ganze Opfertier, sondern nur bestimmte Stücke, oft solche, die der Mensch selbst nicht verwerten kann. Schließlich bleibt von dem Opfer nur noch die bildliche Nachahmung übrig. Man brachte Nachbildungen von den erkrankten Gliedern dar, als Bittopfer vor der Heilung oder als Dankopfer nach derselben. Die Kirche hatte die heidnische Sitte zu bekämpfen, in Holz geschnittene Glieder zur Hebung der Krankheit vor einem heilkräftigen Idole aufzuhängen. Oder man ahmte die geweihten Opfertiere aus einem Mehlteige nach und opferte sie als symbolische Ersatzmittel. Wenn das Wasserhuhn an der Bode in Thale am Harz pfeift, muß ein Mensch ertrinken; aber dann werfen die Müller dem Xickelmann ein schwarzes Huhn ins Wasser, um das Opfer abzulösen. Ja die Wassergottheit begnügt sich mit einer Nachbildung des Menschen, sie verlangt nur die Anerkennung ihres Hechtes. Die laubbekränzten Knaben und Mädchen (S. 48; s. u. 333) und die Stroh- und Lumpenpuppen, die am Sommer- oder Totensonntage (Laetare) in Franken, Thüringen, Meissen, Lausitz und Schlesien ins Wasser geworfen werden, sind nur ein Ersatz für einen lebenden Menschen, der beim Frühlingsbeginn für die Fruchtbarkeit des Jahres geopfert wird. Uralt und weit verbreitet ist der Brauch, an geweihter Stätte ein Stück des Gewandes niederzulegen oder aufzuhängen. Aus dem 15. Jhd. ist die Sitte bezeugt, Knabenkleider an dem Pilbisbaum aufzuhängen für den Bilwiz. Häufig war es nur ein Dankopfer (vgl. Horaz Od. 15). ln Oberösterreich wirft man alte Kleider und Eßwaren in den Fluß, um vom Wassermanne Frieden für das ganze Jahr zu erhalten. Im Erzgebirge sucht man das Leben eines im Zeichen des Wassermannes geborenen Kindes dadurch zu retten, daß man dem Wassermanne ein getragenes Kleid des Kindes in den Fluß oder Teich wirft. Nicht als Opfer, sondern als mysteriöses Mittel der Heilung dienen die Kleidstücke, die sich an Quellen finden; auf die Lappen oder Fetzen soll die Krankheit übertragen werden. Die Gewänder wurden befeuchtet und in der Nähe des Wassers an einem Baume oder Strauche aufgeliängt, wo sie blieben, bis sie zerfielen; wer solches Opfer gebracht, durfte sich beim Weggehen nicht umschauen.

Text aus dem Buch: Deutsche mythologie in gemeinverständlicher darstellung (1906), Author: Paul Herrmann.

Siehe auch:
Deutsche Mythologie – Seelenglaube und Naturverehrung
Deutsche Mythologie – Der Seelenglaube
Deutsche Mythologie – Die Seele als Atem, Dunst, Nebel, Schatten, Feuer, Licht und Blut
Deutsche Mythologie – Die Seele in Tiergestalt
Deutsche Mythologie – Die Seele in Menschengestalt
Deutsche Mythologie – Der Aufenthaltsort der Seelen
Deutsche Mythologie – Der Seelenkultus
Deutsche Mythologie – Zauberei und Hexerei
Deutsche Mythologie – Der Maren- oder Alpglaube
Deutsche Mythologie – Schicksalsgeister
Deutsche Mythologie – Der Mütter- und Matronenkultus
Deutsche Mythologie – Naturverehrung
Deutsche Mythologie – Naturerscheinungen in Tiergestalt
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Elfen und Wichte
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Zwerge
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Hausgeister
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Wassergeister
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Waldgeister
Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Feldgeister
Deutsche Mythologie – Die Riesen – Name und Art der Riesen
Deutsche Mythologie – Die Riesen – Luftriesen
Deutsche Mythologie – Die Riesen – Berg- und Waldriesen
Deutsche Mythologie – Die Riesen – Wasserriesen
Deutsche Mythologie – Der Götterglaube
Deutsche Mythologie – Name und Zahl der Götter
Deutsche Mythologie – Mythenansätze und Mythenkreise
Deutsche Mythologie – Mythenansätze und Mythenkreise – Der Feuergott
Deutsche Mythologie – Mythenkreise – Licht und Finsternis. Gestirnmythen.
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Tius
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Foseti
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Wodan
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Donar
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Balder
Deutsche Mythologie – Die einzelnen Götter – Deus Requalivahanus
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen
Deutsche Mythologie – Die Mutter Erde
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Nerthus
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Nehalennia
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Tanfana
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Hludana
Deutsche Mythologie – Die Göttinnen – Haeva
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Frija
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Ostara
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Baduhenna
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Walküren
Deutsche Mythologie – Die himmlischen Göttinnen – Schwanjungfrauen

Auch interessant:
Nordische Göttersage – Sammelkarten
Kunstwerke aus der altnordischen Mythologie
Germanische Schöpfungsgeschichte
Walhall – Germanische Götter- und Heldensagen