Deutsche Städte — deutsche Kunst.

Entstehung der Städte.

Die Volksburgen germanischer Gaue waren im Frieden unbewohnt. In den langen Kriegszeiten zu Beginn der deutschen Zeit wurden viele von ihnen zu dauernden Wohnstätten. So entstanden Hamburg, Braunschweig (Brunswik), Quedlinburg, Merseburg. Aus den Kaiserpfalzen wuchsen Goslar und Gelnhausen. Auch die Sitze der Kirchenfürsten, wie Fulda und Münster, wurden Städte. An Rhein und Donau sammelten sich die Bewohner bei den alten Römerfestungen, in Köln, Trier, Augsburg. Immer suchten die Einwohner den Schutz der festen Burg, die sie als „Bürger“ auch zu verteidigen hatten. Neben den Rittern waren die Bürger die einzigen, die Recht und Pflicht des Waffendienstes beibehielten und damit auch die Freiheit bewahrten.

Das Stadtbild.

So bot denn die Stadt selbst das Bild einer großen Burg. Wachttürme, Landwehren, Wall, Mauer, Graben und feste Tore schirmten die Stadt. Der Platz innerhalb der Mauern war kostbar, die Straßen blieben deshalb schmal und eng. Noch waren sie ungepflastert. Wer spät nach Hause ging, mußte seinen Weg mit der Laterne suchen. Wenn in dem Gewirr von Straßen und Gassen mit den vielen schmucken Fachwerkhäusern ein Feuer ausbrach, dann flog der Eimer von Hand zu Hand und konnte doch kaum retten!

Die Bürgerschaft.

Unter dem Schutze des Königs, eines Fürsten oder Bischofs regierte der Rat die Stadt. Wenn die Ratsherren in ihren pelzverbrämten Gewändern über den Marktplatz schritten, dann hätte kein Fürst stolzer sein können. Nach und nach gelang es vielen Städten, vom Landesherm unabhängig zu werden und das Recht einer freien Reichsstadt zu erwerben. Am Marktplatz erhob sich der stolze Bau des Rathauses. Der Sitzungssaal war geschmückt mit kostbaren Teppichen und Malereien. Im Prunkschrank stand der Silberschatz der Stadt. Vor dem Rathause erhob sich oft die Schwertgestalt des „Roland“, zum Zeichen, daß die Stadt den „Blutbann“ besaß und Todesurteile sprechen durfte. Die Strafen wurden immer grausamer, je mehr das römische Recht das germanisch-deutsche Recht verdrängte. Der Galgen vor dem Tore hatte oft Besuch! Die Hauptmasse der Bürgerschaft stellten die Handwerker,. Sie waren in Zünften zusammengeschlossen, die nach dem Grundsatz arbeiteten: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz.“ Im Zunfthaus waren die Amtsräume, in denen die Zunftmeister den gemeinsamen Einkauf, die Höhe der Preise, die Zahl der Gesellen festsetzten. Hier wurden die Lehrlinge „freigesprochen“ und die Gesellen nach Meisterprüfung und Wanderung mit dem Meisterbriefe begabt. Keiner wurde in die Zunft aufgenommen. der nicht seine deutsche Abstammung nachweisen konnte. Jeder Zunft war ein bestimmter Mauerteil der Stadt zur Verteidigung übergeben. Mit vollem Rechte erkämpften sich die Zünfte auch ihre Sitze im Rat neben den Grundbesitzern und Kaufherren.

Die Künste.

Die altdeutsche Stadt war eine Pflegestätte der Kunst. In jahrhundertelanger Gemeinschaftsarbeit entstanden die gewaltigen Dome, die noch heute unsere Ehrfurcht und Bewunderung wachrufen. Der hehre nordische Licht- und Kampfglaube hat in ihnen noch einmal Gestalt gewonnen: In unendliche Höhen recken sich die Türme der „Gotik“, wie Erwin von Steinbach und andere Meister sie bauten. Die gewaltige Zahl der Pfeiler im Innern strebt himmelwärts wie die Bäume des germanischen Waldes. Über der Tür befindet sich häufig die „Rose“, das Abbild der Sonne wie auf dem germanischen Sonnenwagen. Das Innere der Dome, Gildehallen und Ratsstuben zeigt Kunstwerke in höchster Vollendung. Als Bildschnitzer waren Veit Stoß und Riemenschneider berühmt, im Bronzeguß gebührt Peter Vischer die Krone. Auch die Malerei erlebte ihre Blütezeit. Ist es nicht, als ob in dem Bilde „Ritter, Tod und Teufel“ von Albrecht Dürer der deutsche Mensch ohne Furcht vor feindlichen Gewalten ruhig und sicher seinem Ziele entgegenreitet, zu Freiheit und Licht? In echter, deutscher Weise wurde von den „Meistersingern“ auch das Lied gepflegt. Der bekannteste ist der Nürnberger Schuhmachermeister Hans Sachs.

Die Juden.

Bereits zur Römerzeit hatten sich die Juden an Rhein und Donau breitgemacht. Sie waren als Händler nach Deutschland gekommen und fanden später in den Städten Unterschlupf. Ihrem Drange folgend, mühelos zu verdienen, stürzten sie sich auf den Wucher. Sie verliehen Geld auf Zins und trieben ihre Forderungen mit größter Rücksichtslosigkeit ein. Ein Zeitgenosse schrieb: „Das ist ein Rauben und Schinden des armen Mannes durch die Juden, daß es gar nicht mehr zu leiden ist und Gott erbarm. Die Judenwucherer setzen sich fest bis in die kleinsten Dörfer. Und wenn sie fünf Gulden borgen, so nehmen sie sechsfach Pfand, und nehmen Zinsen von Zinsen und von diesen wiederum Zinsen, daß der arme Mann um alles kommt, was er hat.“ Das brachte ihnen den Haß der Bedrückten. Wenn sie es zu toll getrieben hatten, verschafften sich die Bürger eine Weile Ruhe, indem sie die Juden mit Gewalt vertrieben. Aber sie kamen immer wieder.

Siehe auch:
Deutsche Geschichte-Zeittafel
Germanen kämpfen um Europa
Die Wikinger, eine neue germanische Welle.
Das Reich der Deutschen beginnt
Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben
Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten
Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland.

2 Comments

  1. […] Siehe auch: Deutsche Geschichte-Zeittafel Germanen kämpfen um Europa Die Wikinger, eine neue germanische Welle. Das Reich der Deutschen beginnt Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland. Deutsche Städte — deutsche Kunst. […]

    20. Juni 2017

Comments are closed.