Die Entwürfe für die Windhuker Feldzugs-Denkmäler

waren in den letzten Wochen im Hofe des Zeughauses für die Dauer von drei Wochen ausgestellt. An der vom Kommando der Schutztruppe ausgeschriebenen Konkurrenz beteiligten sich fünf Bildhauer, die ihre Werke den Preisrichtern Rcinhold Begas, Walter Schott, Konstantin Stark und den Vertretern des Schutztruppenkommandos Major Bender und Hauptmann Boettlin zur Preisbestimmung vorlegten. Leider ist bei der Konkurrenz nicht allzu viel herausgekommen. Mit Ausnahme von einem Entwurf wirken die Entwürfe etwas schablonenhaft und banal. Es ist weiter keine Kunst, einen südwestafrikanischen Krieger hoch zu Ross mehr oder minder siegesfroh ins Land hinausblicken zu lassen. Man hat dieses Motiv in den letzten Jahren unzählige Male gesehen. Der Farmer, der den Soldaten die Hand reicht, wäre schon eher eine Idee, die auch dem Ausblick in die Zukunft einen gewissen Raum gibt. Nur entspricht dieser Auffassung die etwas langweilige und steife Ausführung wenig. Das Kommando der Schutztruppe hatte ja allerdings den Zukunftsgedanken bei der gestellten Aufgabe nicht besonders hervorgehoben, sondern das kriegerische Moment in den Vordergrund gestellt, und diesem Gedanken wird der Entwurf von Moritz Wolff, der den ersten Preis erhalten hat und zur Ausführung bestimmt worden ist, noch am ehesten gerecht. Die beste Arbeit ist unsrem Gefühl nach die mit dem zweiten Preis bedachte von H. W. v. Glümer. Das Modell stellt einen vom Pferde abgesessenen Reiter dar, der mit weit ausgebreiteten Armen, in der rechten das Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett, den Sieg über die aufständischen Schwarzen zu verkünden scheint. Unter dem Pferde liegt ein toter Herero. Dieser Entwurf ist ziemlich wirkungsvoll und uns auch insofern sympathisch, da uns bei tieferer Versenkung in die Gruppe nicht bloss die reine Siegesfreude in der Geste des Reiters zum Ausdruck zu kommen scheint. Es kann auch sein, dass der Künstler den Krieger sagen lassen will:

„Nun habe ich meine Arbeit getan, jetzt ist das Land frei für den deutschen Ansiedler.“

Der dritte Preis ist dem Entwurf von Adolf Kürle zuerkannt, der in kolonialen Kreisen sich durch das Daressalamer Wissmann-Denkmal einen Namen gemacht hat.

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    3. November 2016

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