Die erste deutsche Handelsfahrt nach Indien, 1505/06 : Die Vorbereitungen zur Indienfahrt.

Die portugiesische Indienfahrt des Jahres 1505 zeigt gegenüber den Unternehmungen der vorausgegangenen Jahre einen besonderen Charakter. Die ersten Geschwader, die König Manuel nach der Entdeckung des Seewegs ums Kap nach dem Osten gesandt hatte, waren bewaffnete Kauffahrteiflotten gewesen. An eigentliche Eroberung eines so stark bevölkerten alten Kulturlandes wie Indien konnte er mit den beschränkten Mitteln seines kleinen Landes von Anfang an nicht denken; sein Ziel konnte im wesentlichen nur sein, den Handel, besonders den mit Gewürzen und Drogen, der bisher über Ägypten und die Levante gegangen war, in portugiesische Hände zu bringen. Dazu schien fürs erste die Anlage von Faktoreien in den wichtigsten Häfen von Malabar unter dem Schutze befreundeter Rajas ausreichend. Nun führte aber der zähe und leidenschaftliche Widerstand, den die bisherigen Vermittler des Gewürzhandels nach dem Westen, die arabischen Kaufleute, einer Festsetzung der unbequemen neuen Konkurrenten entgegensetzten, alsbald zu fast ununterbrochenem Kriegszustand mit dem mächtigsten Herrscher der Malabarküste, dem Samorin von Calicut, und damit zum Ausschluß der Portugiesen von diesem Hauptstapelplatz für alle Erzeugnisse der östlichen Welt. Wohl verschaffte die Feindschaft mit dem mächtigen Samorin ihnen günstige Aufnahme in dem südlicher liegenden Cochin, dessen Raja sich mit ihrer Hilfe der lästigen Oberherrschaft von Calicut zu entledigen hoffte, wie auch in dem nördlich von Calicut gelegenen Cananor; aber waren sie imstande die Gebiete dieser Bundesgenossen sowie die im Lande zurückgelassenen portugiesischen Handelsagenten und ihr Personal samt Waren vor der dauernden Bedrohung durch den Samorin und die streitbaren Muhamedaner von Malabar zu schützen, wenn mit dem Nordostmonsun die jährliche Flotte nach der Heimat in See gegangen und erst nach mehr als sechs Monaten, mit dem Monsunwechsel, die nächste zu erwarten war? Gewiß, die portugiesischen Schiffe hatten sich an Schnelligkeit und Manövrierfähigkeit den schwerfälligen, nur in der Richtung des Windes segelnden Fahrzeugen der östlichen Meere ebenso überlegen erwiesen wie die Bewaffnung der portugiesischen Edelleute und Soldaten, Beschaffenheit und Verwendung ihres Geschützes den Kampfmitteln der nackten malabarischen Streiter; den todverachtenden Heldenmut, mit dem in wenigen Jahrzehnten die portugiesische Kolonialmacht im Osten aufgerichtet worden ist, hatte gleich anfangs bei der Verteidigung von Cochin gegen den Samorin (1504) Duarte Pacheco mit seiner kleinen Schar glänzend bewährt und den Ruf der europäischen Waffen in Indien begründet; aber eine irgendwie nennenswerte, dauernd im Osten stationierte See- oder Landstreitmacht, einen stärker befestigten Stützpunkt besaßen die Portugiesen bisher in Malabar so wenig wie an der ostafrikanischen Küste; denn das kleine Holzkastell, das die beiden Albuquerque 1503/04, und die ebenfalls hölzerne Furtsperre, die Duarte Pacheco während der Kämpfe mit dem Samorin bei Cochin angelegt, die paar schwach bemannten kleinen Fahrzeuge, die ihm außer dem Häuflein von 50 tapfern Soldaten die Albuquerques zurückgelassen hatten, konnten als solche doch nicht gelten. Der arabische Gewürzhandel nach Alexandrien hatte zwar empfindliche Störungen durch die Verfolgung von seiten der Portugiesen erlitten — am 8. Juni 1504 schreibt der venezianische Konsul in Damaskus, daß laut Nachricht vom Sultan in Kairo der Ertrag der letzten Indienfahrt, dank der portugieschen Karavellen, gani dürftig sei — aber ihn wirklich lahmzulegen hatte mit den bisher aufgewandten Mitteln nicht gelingen können; dagegen mußte man erwarten, daß der durch die portugiesische Piraterie geschädigte, von den muhame-danischen Herrschern Indiens um Hilfe angerufene und von Venedig heimlich gestachelte Mamelukensultan früher oder später eine große maritime Kraftanstrengung und den Versuch zur Vertreibung der Portugiesen aus Indien machen werde. Eine größere dauernde Machtentfaltung im Osten war für Portugal notwendig geworden und für ihre Durchführung ersah Manuel sich mit glücklichem Blick einen, der tatkräftigsten und glänzendsten Helden dieser an heroischem Aufschwung so reichen Zeit aus, Dom Francisco d’Almeida, Sohn des Dom Lopo d’Almeida, des ersten Grafen von Abrantes.

Es war eine stattliche Flotte, mit der er im März 1505 die Fahrt nach Indien antreten sollte. Ihre Hauptmasse bildeten 15 »Schiffe« (náos und navios1), von denen die größten 1400, 1000 und 800, die Mehrzahl zwischen 500 und.300 Tonnen2 Raumgehalt hatten, und zu ihnen gesellten sich sechs der flinken, seetüchtigen Karavellen, jenes von den Portugiesen selbst anscheinend ausgebildeten Typs kleiner Segler bis zu höchstens 200 Tonnen, mit dem ihre kühnen Seeleute im 15. Jahrhundert die Schrecken des unbekannten Ozeans überwunden und die Westküste Afrikas entschleiert hatten3.
gesamte Material für zwei Galeeren und drei Brigantinen1 verladen, die erst an ihrem Bestimmungsort im Osten zusammengesetzt werden sollten. Indes erlitt die Flotte noch im Heimathafen einen Verlust: die »Annunciada«, das Schiff des Pero d’Anhaya, das größte von allen, ging ein paar Tage vor der Ausreise im Tejo unter2.

1 Wie wir die charakteristischen Einzelheiten des Baus überhaupt bei nur wenigen vor dem 17. Jahrhundert gebrauchten Schiffstypen kennen, so auch hier. Möglich, daß die »näo« als eigentliches Last-und Transportschiff sich von dem »navio« nur durch größere Ausmaße unterschied. Beides scheinen Segelschiffe mit Vorder- und Hinterkastell und drei bis vier Masten gewesen zu sein, von denen der große und der Vordermast an rechtwinkelig mit beiden sich kreuzenden Rahen befestigte Vierecksegel und Mastkorb trugen, während der Mast des Hinterschiffs — manchmal waren es auch zwei — dreieckiges lateinisches Segel an schief hängender Segelstange trug und dann keinen Mastkoib hatte oder auch nach Art des Vordermastes getakelt war. Während im 16. Jahrhundert der Dreidecker von 500—600 Tonnen Regel für die portugiesischen Indienfahrer wird, ist im 15. noch der Zweidecker die herrschende Form der »näo« bzw. des navio«, und in der Flotte von 1505/06 werden vermutlich beide Typen vertreten gewesen sein. Vgl. Henrique Lopez de Mendon$a, Estudos sobre navios portugueses nos seculos XV e XVI, Lisboa 1892, p. 5ff. Zur Zahl der Schiffe vgl. Q. U., S. 40 und 136 Anm. 11.

2 Ca Masser a. a. O., S. 20 und Diarii di Marino Sanuto, VI, Sp. 87. Klare Begriffe von dem Rauminhalt können wir aus diesen Zahlen freilich nicht gewinnen, weil unsicher ist, welche Tonne der Berechnung zugrunde liegt und ob die Angabe sich auf den Rauminhalt des gesamten Schiffes oder nur des unter dem ersten, d. h. untersten Deck liegenden Raumes bezieht, nach dem in einem portugiesischen Gesetz von 1474 der Tonnengehalt von Fahrzeugen bezeichnet wird (näos de cem toneis »sob o primeiro tilhado«). Lopez de Mendonga (a. a. O., S. 7) ist der Meinung, daß man sich von der Wirklichkeit nicht weit entfernt, wenn man, um den Tonnengehalt portugiesischer Schiffe des 15. und 16. Jahrhunderts modern auszudrücken, die bei den Chronisten angegebenen Zahlen verdoppelt.

3 Die für große Fahrt um 1500 in Betracht kommenden Karavellen waren Eindecker und hatten wie alle Karavellen kein Vorderkastell. Mit den andern Segelschiffen verglichen, waren sie anscheinend im Verhältnis zur Breite etwas länger, ihr Raum dadurch schmäler. Die Masten des ursprünglichen portugiesischen Typs, der hinsichtlich der Takelung im ausgehenden 15. Jahrhundert allerdings wandelbar wird, meist drei an Zahl, zuweilen auch vier, trugen dreieckige lateinische Segel an schräg hängenden Segelstangen und hatten keinen Mastkorb. Leicht, beweglich  und von geringem Tiefgang, eigneten sich die Karavellen besonders gut für Entdeckung, Aufklärung und Nachrichtendienst; sie konnten im Bedarfsfall auch als Ruderschiffe verwendet werden. Vgl. Lopez de Mendonga a. a.O., S. 40ff. und Osorius, De rebus Emmanuelis, Coloniae Agrippinae 1581, 1. II. f. 64 r u. v.

Fertig bearbeitet war ferner das gesamte Material für zwei Galeeren und drei Brigantinen1 verladen, die erst an ihrem Bestimmungsort im Osten zusammengesetzt werden sollten. Indes erlitt die Flotte noch im Heimathafen einen Verlust: die »Annunciada«, das Schiff des Pero d’Anhaya, das größte von allen, ging ein paar Tage vor der Ausreise im Tejo unter2.

1 Als sehr schmale Fahrzeuge von geringer Bordhöhe und wenig entwickeltem Takelwerk eigneten diese für das Mittelmeer charakteristischen Schiffe sich nicht zu langen Fahrten auf offenem Ozean; sie waren in unserem Fall zur Bewachung der indischen Küste bestimmt. Galeeren wie Brigantinen waren Ruderschiffe; die Ruderbänke befanden sich an Deck. Die Brigantine, der kleinere Typ, scheint in Portugal im 16. Jahrhundert nicht mehr als 16 Bänke auf jeder Seite, mit je einem Ruder, die portugiesische Galeere etwa 22 mit je drei oder 24 Bänke mit je vier Rudern gehabt zu haben, so daß die Gesamtzahl der Ruderknechte einer Galeere, da die letzte Bank in dem schmäler werdenden Vorderschiff einen Ruderer weniger hatte, im ersten Fall 130, im zweiten 190 ausmachte. (Lopez de Mendonga a. a. O., S. 31 ff.)

2 »Nunciá« nennt es Ca Masser a. a. O., S. 19, was offenbar portugiesischem » Annunciada« entspricht; so heißt auch ein spanisches Schiff in Alguns Documentos do Archivo Nacional da Torre do Tombo, Lisboa 1892, S. 4S8. Offenbar ist die Nunciá des Ca Masser die »nave Nontiata«, die nach einem in Lissabon geschriebenen Brief des italienischen Kaufmanns Giovanni Francesco Affaitato (Diarii di Marino Sanuto, Bd. V, Sp. 134) im September 1503 von Genua dort erwartet wurde — ein Fahrzeug von 1400 Tonnen — und von der er meint, daß sie im Frühjahr 1504 mit nach Indien gehen werde. Tatsächlich war das nicht der Fall: vgl. den Bericht des Alvaro Vaz aus Cochin vom 24. Dezember 1504: „e aimda que anugiada viera, podera partir, tarn bem carregada como cada huuma destas, per todo janeiro“ „und selbst wenn »Annunciada« käme, könnte sie so wohl geladen abfahren wie jedes dieser Schiffe, in jedem Januar“ (Cartas de Affonso de Albuquerque, Bd. III, Lisboa 1903, S. 257f.). Daß eine der Galeeren mit der »Annunciada« gesunken wäre, scheint ein Irrtum Ca Massers zu sein: die vor dem Untergang der Annunciada« verfaßte Instruktion Almeidas in der Akademie-Ausgabe der Cartas de Affonso de Albuquerque, Bd. II, S. 294f. spricht im ganzen nur von zweien und davon ist eine auf Anjediva, die andere in Cochin tatsächlich zusammengesetzt worden; dagegen heißt es in der Instruktion, daß von den Brigantinen, die nach Indien gingen, eine („hum bragatym dos que vaäo pera a Imdia“, S. 292) in Quiloa bleiben, eine andere in Anjediva gebaut werden solle (S. 295); eine dritte war für Cochin bestimmt und diese ist mit dem Schiff des Lopo Sanches untergegangen (S. 295 und Barros, Asia, Dec. I, 1. VIII, c. 9; wenn sie der  letztere als Galeere bezeichnet, so ist das nur eine belanglose Lässigkeit des Ausdrucks; von einer Brigantine und einer Galeere zusammen spricht auch die Instruktion S. 294 als von »galees«).

1 Instruktion a. a. O., S. 321 f.

2 Die Angaben Ca Massers a. a. O., S. 23 sind ungenau: Flaggschiff des Fernao Suares war »Rafael«, die den Kaufleuten gehörte; »Con-cei^ao« und »Botafogo« (d. h. »Feuerspeier«) waren königliche Schiffe.

3 Q. U., S. 4-65.

Die Bestimmung der einzelnen Fahrzeuge war verschieden; von den »Schiffen« sollten die größten und tragfähigsten in den indischen Häfen Ladung einnehmen und spätestens Ende Januar, um den Nordostmonsun noch auszunutzen, die Rückreise an-treten, andere, die nur zum Transport von Truppen, Schiffs- und Kriegsbedarf nach dem Osten der Flotte beigegeben waren, anscheinend ältere Fahrzeuge, sollten, wenn nicht mehr brauchbar, abgebrochen, andernfalls in Indien verwendet oder nach Bedarf und Möglichkeit ebenfalls mit Ladung heimgeschickt werden1, ein dritter Teil der »Schiffe« aber, zusammen mit den Karavellen und den erst zu bauenden Galeeren und Brigantinen im Indischen Ozean stationiert bleiben und für die Unterdrückung des arabischen Seehandels und eine Expedition nach dem Roten Meer Almeida zur Verfügung stehen. Zur ersten dieser drei Gruppen gehörten die Schiffe des deutsch-italienischen Handelskonsortiums, »S. Jeronimo«, »Rafael« und »Lionarda«2. Auf der »Lionarda« fuhr als Beauftragter der an der Handelsfahrt beteiligten deutschen Häuser Balthasar Sprenger von Vils am Lech, dem wir einen deutschen Bericht über die Reise verdanken; er erschien ohne Angabe des Druckortes 1509 unter dem Titel »Die Merfart unn erfarung nüwer Schiffung und Wege zuo viln onerkanten Inseln und Königreichen« usw. Außerdem hat er den großen Augsburger Künstler Hans Burgkmair d. Ä. zu einer Reihe prächtiger Holzschnitte angeregt, die Darstellungen zu seiner Reise enthalten, und dafür einen größtenteils erhaltenen Text geliefert3. Sprenger hatte sich am 15. Januar in Antwerpen eingeschifft. Da er unter seinen Auftraggebern — als solche bezeichnet er außer den Gossenprott alle oben genannten deutschen Häuser mit Namen — die Welser an erster Stelle nennt und diese bei dem indischen Unternehmen auch die Hauptbeteiligten waren, so liegt die Vermutung nahe, daß er Angestellter ihrer Handlung gewesen ist.

Noch ein zweiter Deutscher hat an der Handelsfahrt des deutsch-italienischen Konsortiums von 1505/06 teilgenommen. In der Münchener Valentim Fernandez-Handschrift ist ein portugiesisch geschriebener Bericht über die Reise enthalten, in dessen Überschrift sein Name, Hans Mayr, genannt wird; freilich vermag man aus dem Wortlaut der Überschrift nicht zu entnehmen, daß der Bericht von ihm herrührt. Dieser Hans Mayr scheint sich, bevor er nach Lissabon kam, was jedenfalls vor 1502 gewesen ist, also gleich nach Entdeckung des Seewegs, in der Levante aufgehalten zu haben und zwar in Beirut. Er wird in der Handschrift als Faktoreischreiber (scrivam da feytoria) des Schiffes »Rafael« bezeichnet und ist somit königlicher Beamter, nicht Angestellter der Kaufleute gewesen. Da Kapitäne und Mannschaft aller drei Schiffe der Gesellschaft Portugiesen waren und alles genau wie auf den königlichen Schiffen geordnet, so befand sich auch ein Handelsagent (feitor) des Königs mit einem Schreiber an Bord, und das Amt des letzteren hat Hans Mayr bekleidet. Der Faktoreischreiber hatte die Mannschafts- und Soldlisten zu führen; mit dem Faktor zusammen die vom König nach dem Osten eingeführten Waren aus der Casa das Indias e de Guine, dem königlichen indien-und Guineahaus, unter Nachprüfung von Zahl, Maß oder Gewicht an Bord zu nehmen und das Ausladen zu überwachen wie von den königlichen Handelsagenten in Indien die Ladung zu übernehmen und sie in die Bücher einzutragen sowie andere Pflichten. Es war ein Amt, mit dem beträchtliche Verantwortung verbunden war. Wenn der Reisebericht der Münchener Handschrift von Hans Mayr verfaßt sein sollte, so hat dieser eine sehr gute Beobachtungsgabe besessen; er steht in dieser Beziehung dann entschieden über Sprenger.

Von den drei Schiffen der Kaufleute war »Rafael« in Porto beheimatet1; von »Jeronimo« und »Lionarda« kennen wir den Heimathafen nicht, doch ist die letztere allem Anscheine nach ein portugiesisches Schiff gewesen, nicht in Antwerpen von den deutschen Kaufleuten gechartert; denn auch an der Indienfahrt des Admirals Vasco da Gama 1502/03 hat eine »nave Leenarda« — so nennen alle Quellen unser Schiff, nur Sprenger sagt »Leonhard« — teilgenommen2, die als eines der großen Fahrzeuge bezeichnet wird — auch »Gabriel« und »Flor de la mar« von unserer Flotte werden dort genannt — und eine »näo Lionarda« begegnet neben andern Schiffen der letzteren, »Botafogo«, »Magdalena« und »Judia«, in der Armada, die Jorge d’Aguiar im Jahre 1508 nach dem Osten führte3. Es ist sehr möglich, daß das Schiff, nach seiner Rückkehr von Indien im Oktober 1503, zu Fahrten nach Antwerpen verwendet worden war und dort, außer dem Agenten der Handelsgesellschaft, auch die Waren an Bord genommen hat, die sie nach Indien schicken wollte.

1 Bericht von der »Rafael« f. 3M’n Q. U., S. 127.

2 Bericht des Thome Lopez bei Ramusio, Navig. et Viaggi, Venetia, 1550, f. 148r, 150r, 155r, 144v, 147r.

3 Alguns Documentos do Archivo Nacional da Torre do Tombo, Lisboa 1892, S. 197 ff.

Was seine Größe betrifft, so trug es zum mindesten 3000 Zentner Pfeffer, wahrscheinlich aber mehr; »Jeronimo« und »Rafael« scheinen die zwei größten Fahrzeuge der Flotte gewesen zu sein1. Art und Menge der Waren, die die letztere für Indien geladen hatte, erfahren wir durch den Venezianer Leonardo da Ca Masser, der sich im geheimen Auftrag der Signoria von Venedig vom 3. Oktober 1504 bis zum Herbst 1506 in Lissabon aufgehalten hat, um sich über alle Fragen des portugiesischen Indienhandels durch eigene Anschauung unauffällig zu unterrichten, und auf Grund seiner zweijährigen Wahrnehmungen und Erkundigungen einen von scharfer und klarer Beobachtung zeugenden Bericht darüber an den Rat der Zehn erstattet hat. Danach wurden an Waren 3500—4000 Ztr. Kupfer, 150—200 Ztr. Blei, etwa 60 Ztr. Zinnober, 50 Ztr. Quecksilber, 42 Ztr. Korallen und kleine Posten anderer Waren mitgeführt, dazu etwa 80 000 Dukaten (Cru-zados) in bar; die gesamten Kosten der Armada aber beliefen sich schätzungsweise auf 250 000 Dukaten2.

1 Ca Masser a. a. O., S. 23 und oben S. 22, Anm. 2. In einer von Konr. Haebler benutzten Urkunde der Torre do Tombo vom 16. Juni 1507 wird auf Grund einer Abrechnung, die zwischen Bartolomeo Marchione und dem königlichen Schatzamt stattgefunden hatte, über eine lange Reihe von geschäftlichen Unternehmungen (Gewürzkäufe, Benutzung königlicher Schiffe beim Indienhandel) Generalquittung erteilt. ln diesem Zusammenhang findet sich ein Posten von 5938944 reis (den Cruzado zu 390 reis gerechnet = 15 228 Cruzados) für Ausrüstung und Verproviantierung der Schiffe »Jeronimo«, »Rafael- und »Lionarda«. Vermutlich bezieht sich das auf die Indienfahrt von 1505/06. Die Gesamtkosten für die zwanzig- bzw. vierzehnmonatige Indienststellung der drei Schiffe können aber die 15 228 Cruzados nicht sein; denn Quirint (Relazioni degli ambasciatori Veneti ed. Alberi, Appendice, Firenze 1863, S. 5 f) schätzt 1506 die Ausgaben König Manuels für eine Indienflotte von 12—14Schiffen zwischen 250und lOOOTonnen beifünfzehnmonatiger Indienststellung — den Schiffskörper, den Sold für die Besatzung sowie die Versorgung mit Lebensmitteln und Kriegsbedarf zusammengenommen — auf 120000 Dukaten (Cruzados), was ganz wohl zu Ca Massers Schätzungen (a. a. O., S. 20 und 22) stimmt. Die durchschnittliche Ausgabe für ein Schiff betrug also ungefähr 10000 Cruzados. Nun sind aber »Jeronimo« und »Rafael« die zwei größten und »Lionarda« eines der größeren Schiffe der Indienflotte von 1505/06 gewesen, so daß die Kosten bei der durchschnittlich immerhin doch sechzehnmonatigen Indienststellung — die »Lionarda« war fast 20 Monate unterwegs, die zwei andern 14 — höher anzuschlagen sind. Es scheint, daß die 15 228 Cruzados der Anteil des Bartolomeo Marchione, vielleicht auch der italienischen Kaufleute überhaupt an der Ausrüstung der drei Schiffe waren.

2 Ca Masser a. a. O., S. 20. Was bei Ca Masser mit »cantaro (K.), oben mit Zentner bezeichnet wird, ist das portugiesische »quintal  und zwar das »quintal novo« (Ca Masser a. a. O., S. 29). Unter König Manuel war nämlich kurz vor 1500 eine einheitliche neue Maß- und Gewichtsordnung in Portugal geschaffen worden, die bis zur Einführung des heutigen metrischen Systems gegolten hat. Das damals eingeführte »neue Quintal« bestand wie das »quintal velho% das »alte Quintal«, aus 128 portugiesischen Pfund (arrätel), aber jedes Pfund zu 16 Unzen (on?a) oder 459 g, während das alte Pfund nur 14 Unzen oder 401,625 g gehabt hatte, sodaß das alte (Pfund und) Quintal sich zum neuen wie 7 :8 verhielt, das eine 51,408, das andere 58,752 kg hatte. Spezereien und Drogen, und was sonst aus Indien kam, wurde in Portugal 1506 nach dem alten Gewicht, alles andere nach dem neuen gewogen und verkauft (Duarte Barbosa a. a. O., S. 494 und Teixeira de Aragao, Descrip?äo geral e historica das inoedas de Portugal, tom. 1, Lisboa 1874, S. 38 ff.), offenbar, weil das alte Quintal mit dem in Indien gebräuchlichen Bahar besser übereinstimmte.

Die Menschenzahl an Bord gibt Ca Masser1 auf *2500 und mehr« an und das ist sicher nicht zu hoch, eher zu niedrig gegriffen; denn wir erfahren, daß allein an 1500 Soldaten mit der Flotte nach dem Osten gingen2, darunter viele Edelleute, die Pensionen im Hofdienst bezogen. Dazu kamen nach Correa3 noch 200 Artilleristen, eine Zahl, die bei den 105 schweren und 100 leichten Geschützen, die nach Ca Masser die Flotte mitführte, durchaus möglich erscheint, ferner überzählige, für den Dienst im Osten bestimmte Seeleute und die ordnungsmäßige Bemannung der Schiffe nebst vielen Zimmerleuten, Kalfaterern, Schmieden und Seilern, deren man für den Bau der Ruderfahrzeuge wie für die Instandsetzung aller Schiffe nach der langen Seefahrt in Indien notwendig bedurfte. Ihre Zahl hat sich trotzdem als zu gering erwiesen, und Almeida bittet in Berichten an den König vom Dezember 1505 und Januar 1506, außer um Materialien, wie Werg und Teer, dringend ihm solcher Schiffshandwerker mehr zu schicken: es gebe kein Land in der Welt, das besser als Indien geeignet wäre jede Art von »Schiffen« groß und klein, sowie Ruderfahrzeuge zu bauen, wenn man nur erst Kalfaterer und Schiffszimmerleute, Werg und Unschlitt und Ruder für Fusten und Brigantinen und Galeeren habe. Aber es scheint, was ja zu Ca Massers Angaben über den portugiesischen Schiffbau zu Beginn des 16. Jahrhunderts stimmt, daß auch die Ribeira von Lissabon damals keinen Überfluß an dieser Art Handwerkern hatte; wenigstens schreibt Almeida:

1 a. a. O., S_20.

2 Goes, Chron., p. II, c. 1; Barros, Asia, Dec. I, 1. VIII, c. 3.

3 Lendas da India, Bd. 1, Lisboa 1S5S, S. 530.

»Ew. Hoheit wendet Haufen von Gold an Ihre Flotten, und Schiffe und Ladung gehen Euch zugrunde, weil nicht 4000 Reis1 mehr für Kalfaterer und Zimmerleute ausgegeben werden«. »Nach dem, was ich auf dieser Reise gesehen habe, würde ich nicht mehr wagen, mich einem Schiff anzuvertrauen, wo durchgehends von Euren Beamten so vorgesorgt wird«2. Wie sich in dieser Beziehung Almeida von der Ausrüstung wenig befriedigt zeigt, so auch in bezug auf die Feldschere und Ärzte, die der Flotte beigegeben waren. »Ebenso, Herr«, schreibt er, »gebt Ihr Feldscheren und Ärzten große Besoldungen und Freigüter, und es wäre besser, sie kämen nicht her; denn sie verstehen nichts. Ich werde Ew. Hoheit die Hand küssen, wenn Sie uns einen der besten schickt; andernfalls empfiehlt es sich, kein Geld dafür auszugeben«3.

Die hier gerügten Mängel bestätigen indes nur, daß, an den Mitteln des kleinen Landes gemessen, der Kraftaufwand für das Unternehmen sehr erheblich war; aber es galt nunmehr durch militärische und maritime Machtentfaltung ein portugiesisches Monopol für den Gewürz-, besonders Pfefferhandel aufzurichten, den Arabern die Wege nach Ägypten und Syrien zu sperren und den jährlich verkehrenden Flotten der Portugiesen Stützpunkte zum Zweck der Verproviantierung und Instandsetzung ihrer Schiffe und der sicheren Lagerung ihrer Waren zu schaffen. Die Verwirklichung dieser Absichten stellte Almeida vor schwierige Aufgaben, sowohl während der Fahrt als nach der Ankunft in Indien. Die erste derselben wäre gemäß seiner vom 5. März 1505 datierten Instruktion4 der Bau einer Festung in Sofala und die Monopolisierung des bisher von den Arabern dort betriebenen blühenden Goldhandels in den Händen des portugiesischen Königs gewesen. Ihrer Durchführung enthob ihn freilich noch vor der Ausreise ein Zufall, der Untergang der »Annunciada«. Der Kapitän des Schiffes, Pero d’Anhaya, war von Manuel bereits zum Befehlshaber dieser Festung ernannt gewesen und erhielt nun den Auftrag, an der Spitze eines alsbald auszurüstenden besonderen Geschwaders den Festungsbau selbständig in die Wege zu leiten; er ist in der Tat zwei Monate später mit sechs Schiffen ausgelaufen und hat noch vor Ende des Jahres den Bau ausgeführt, ist aber dann dem Klima erlegen.

1 Nach Strandes, Die Portugiesenzeit von Deutsch- und Englisch-Ostafrika, Berlin 1899, S. 327, hatten 1000 rs um 1500 einen Goldwert von 25,33 Mark.

2 Torre do Tombo, gaveta 20, mago 10, n. 33.

3 ebd,

4 Cartas de Affonso de Albuquerque, Bd. II, S. 272-334.

Der zweite Auftrag Almeidas ging dahin, den arabischen Herrscher der Inselstadt Quiloa (Kilwa Kisiwani) zur Bezahlung des ihm von Vasco da Gama 1502 auferlegten, in den letzten Jahren aber verweigerten Tributes durch Güte oder Gewalt zu veranlassen; wenn er sich gutwillig füge, ihn als Freund zu behandeln, bei jedem Versuch eines Widerstandes dagegen die Stadt zu nehmen und zu plündern; im einen wie im andern Fall aber eine starke Festung hier anzulegen und eine Karavelle sowie eine Brigantine mit der nötigen Bemannung zur Verfügung des Festungskommandanten zurückzulassen. Eine weitere Feste sollte gleich nach der Ankunft in Indien auf dem Hauptinselchen der Anjediva-Gruppe errichtet und zum Hauptwaffenplatz an der indischen Küste gemacht, hier auch die beiden in Stücken mitgenommenen Galeeren und die zweite der Brigantinen erbaut, zwei Karavellen zur Sicherung der Feste und für den Nachrichtendienst zurückgelassen, das Material für die dritte Brigantine aber auf dem Schiff des Lopo Sanchez nach Cochin mitgenommen werden, wohin Almeida, ohne das befreundete Cananor anzulaufen, so bald als möglich in See gehen soll. Mit größtmöglicher Beschleunigung soll hier die Einnahme der Gewürzfrachten in die Wege geleitet, ein Teil der Schiffe zu gleichem Zweck nach dem südlicheren Couläo (Kollam) geschickt werden. Eindringlich wird Almeida gemahnt dafür zu sorgen, daß bis spätestens Ende Januar der Winde wegen alle nach Portugal bestimmten Fahrzeuge die Heimreise angetreten hätten. Nach ihrer Abfertigung sowie nach umsichtiger Sicherung und Versorgung der Festen in Anjediva und Cochin soll er dann, falls es ihm richtig und zweckmäßig scheint, mit den verfügbaren Schiffen unter Zurücklassung nur der nötigen Fahrzeuge für die Küstenbewachung nach dem Arabischen Meerbusen aufbrechen und, wenn die Verhältnisse dem günstig sind, im Bab el Mandeb oder in seiner Nähe eine Festung bauen, die es ermöglicht, dem Lande des Mamelukensultans jede Gewürzzufuhr zu sperren, den Indern den Wahn benimmt, daß sie fürderhin noch mit andern als den Portugiesen Handel treiben könnten, und es gestattet mit dem »Erzpriester Johannes«, dem christlichen Herrscher von Abessynien, in Verbindung zu treten, »zum Segen seiner Christenheit und zur Förderung des königlichen Handelsunternehmens wie der etwaigen portugiesischen Kriegsführung«. Auch hier sollen gegebenenfalls ein paar Schiffe stationiert werden. Nach der Rückkehr vom Bab el Mandeb oder statt der Expedition dorthin wird als weitere Aufgabe der Bau einer Festung in Couläo empfohlen. Bis nach Ormuz sollen die portugiesischen Schiffe alsdann kreuzen und den Herren der Küstengebiete auf ihren Wunsch gegen Zahlung mäßiger Tribute Friede bewilligt werden, dem Samorin von Calicut jedoch nur gegen weitgehende Sicherheiten und unter der Bedingung, daß alle Kaufleute von Mekka die Stadt verließen.

Der Größe der ihm gestellten Aufgaben entsprachen die Vollmachten1 sowie der Rang und Gehalt Almeidas. Übertragen war ihm für die Dauer seiner Amtsführung im Osten die gesamte Befehlsgewalt zu Land und zur See sowie die Zivil- und Strafgerichtsbarkeit des Königs über alle Personen sowohl der Flotte, die er nach Indien führte, wie der Geschwader, die unter anderem Kommando vom König nach dem Osten geschickt werden würden, über alle Personen in den Festungen, die Manuel dort zu bauen befehle, über alle Untertanen des Königs in den neuen Ländern, ohne jede Ausnahme, Portugiesen und Orientalen, sowie das Recht, seine Urteile, auch die über Leben und Tod, vollstrecken zu lassen, ohne irgend eine Berufung; unbeschränkte Macht in allen Handelsund Finanzfragen innerhalb des ihm unterstellten Gebietes, Recht der Verleihung und Entziehung aller Offiziersstellen und Ämter in den Festungen und Faktoreien wie auf den Kriegs- und Handelsgeschwadern, selbst wenn der König anders über die Stelle verfügt hat; unbeschränkte Vollmacht zum Abschluß von Freundschaftsverträgen, zu Krieg und Frieden mit indischen Fürsten. Seine Amtszeit war auf drei Jahre bemessen, eine Befristung, die auch für alie übrigen Beamten sowie die Offiziere und Soldaten der Armada von 1505 gelten sollte: Portugal geht damit zu seinem auch für die Folgezeit im wesentlichen beibehaltenen Verfahren der Kolonialverwaltung über. Bis zu seiner Ankunft im Osten sollte Almeida den Titel eines »capitäo mör.« (Oberbefehlshaber) führen, nach Anlage der ersten den indischen Besitz sichernden neuen Festungen daselbst den eines Vizekönigs annehmen; eine Leibwache von 100 Hellebardieren, Hauskapelle und andere Merkmale ‚ eines fürstlichen Hofhaltes sollten den Indern gegenüber von seiner Würde Zeugnis ablegen2. Als Gehalt waren ihm vom Tage der Ausfahrt aus dem Tejo bis zu dem der Heimkehr jährlich 30 000 Cruzados3 in Geld, dazu weitere 20000 für den Tafelaufwand, ferner das Recht bewilligt 1500 Quintal Pfeffer jährlich auf eigene Rechnung gegen die übliche Abgabe von XU für den König und V20 für U. L.

1 Poder do capitam moor vom 27. Februar 1505 in Cartas de Affonso de Albuquerque, Bd. II, S. 269ff.

2 Castanheda, Hist, do descobr., 1. II, c. 1. Nach Castanheda a. a. O. und Goes, Chron. p. I, c. 5 sollte die Annahme des Titels Vizekönig erst nach Anlage von Festungen in Cananor, Cochin und Coulao erfolgen; nach Correa, Lendas, Bd. I, S. 527, wenn er die erste Festung jenseits des Kaps erbaut habe.

3 Damals Goldmünze im Wert von 9,88 Mk. (Strandes a. a. O.), ungefähr gleich einem Dukaten.

Frau von Bethlehem (Belem) mit der Indienflotte frachtfrei zum Verkauf nach Portugal zu schicken, die sogenannten quintaladas (Freigüter), sowie 200 Quintal Kupfer von der königlichen Einfuhr zu dem dafür festgesetzten Preis zwecks Weiterverkaufes‘ in Indien jedes Jahr für sich zu nehmen, dazu Anspruch auf einen beträchtlichen Anteil an jeder Beute1. Kapitäne, Burgvögte (alcaides möres), Handelsagenten (feitores), Schreiber, die sonstigen Beamten und die Seeleute hatten außer ihren Gehältern ebenfalls das Recht auf Freigüter in bestimmter Höhe, abgestuft nach dem Rang ihrer Ämter und Dienste. Der Soldat erhielt an Bord 800 Reis im Monat und freie Verpflegung, nach der Ankunft in Indien traten, solange er an Land war, an die Stelle der Verpflegung monatlich 400 Reis; außer seinem Sold hatte er das Anrecht auf Freigut und zwar Quintal Pfeffer jährlich; die Hälfte davon ging freilich bei der Ankunft in Lissabon als Abgabe an den König, aber es konnten immerhin noch 5000 Reis an der verbleibenden Hälfte gewonnen werden2.

Im Laufe des März wurde die Ausrüstung der Armada zu Ende geführt, teils in Lissabon selber, teils in dem eine Stunde weiter abwärts am Tejo gelegenen Rastello (Beiern)3, wo damals das großartige Hieronymiterkloster im Entstehen war, das Manuel nach der Heimkehr Vascos da Gama von der Entdeckungsfahrt zu Ehren U. L. Frauen von Bethlehem gestiftet und zur Grabstätte für sich und sein Haus bestimmt hatte. Nach feierlicher Messe in der Kathedrale von Lissabon wurde Francisco d’Almeida dann vor versammeltem Hof in sein Amt feierlich eingesetzt, die königliche Fahne von weißem Damast, goldgesäumt und goldbefranst, mit dem Kreuz des Christusordens in karmesinfarbenem Atlas, gesegnet und ihm überreicht, und nachdem er mit den Kapitänen und Edelleuten der Armada vom König verabschiedet und von dem Hofadel unter großer Prachtentfaltung zum Kai an der Ribeira geleitet worden war, gingen in den festlich geschmückten Booten alle auf der Flotte Dienenden an Bord und der Vizekönig hißte seine Flagge auf der »Jeronimo«, nach Untergang der »Annunciada« dem größten Schiff der Flotte, einem der drei, welche die deutsch-italienische Handelsgesellschaft ausgerüstet hatte4.

1 Correa, Lendas, Bd. 1, S. 527.
2 Barros, Dec. I, I. VIII, c. 3.
3 Sprenger in Q. U., S. 104.
4 Correa, Lendas, Bd. I, S. 532; Barros, Dec. I, 1. VIII, c. 3 und 9, 1. IX, c. 4.

Siehe auch:
Die erste deutsche Handelsfahrt nach Indien, 1505/06 : Der Indienhandel vor Entdeckung des Seewegs ums Kap.
Die erste deutsche Handelsfahrt nach Indien, 1505/06 : Aufnahme der Verbindungen süddeutscher Handelshäuser mit Lissabon.