Die erste Tagung des südwestafrikanischen Landesrats


Der südwestafrikanische Landesrat, das Parlament unsrer Kolonie, hat seine erste Tagung hinter sich. Sie war, wie aus den Berichten der jüngst eingetroffenen südwestafrikanischen Zeitungen hervorgeht, in jeder Beziehung würdig und erfolgreich verlaufen. Es ist wichtige Arbeit geleistet worden, und unsre Südwestafrikaner können mit Befriedigung auf die erste Tätigkeit ihres Parlaments blicken. Die Gegenstände, über die verhandelt wurde, interessieren mir zum kleinsten Teile die weitere Oeffentlichkeit in der Heimat.

Der wichtigste Verhandlungsgegenstand war wohl die Wahl der Linienführung der im Winter vom Reichstag bewilligten Nord-Süd-Bahn von Windhuk nach Keetmanshoop.

Und gerade die Erledigung dieser Frage hat die politische und wirtschaftliche Reife der Bevölkerung von Südwest und ihren Gemeinsinn ins hellste Licht gestellt. Ohne Zaudern wurden von den Mitgliedern Sonderinteressen preisgegeben und diejenige Linie beschlossen, die vom Standpunkt der Allgemeinheit am aussichtsvollsten erscheint.

Dr. Rohrbach, der frühere Ansiedlungskommissar für Südwestafrika, der zurzeit in der Kolonie weilt, hat den Verhandlungen des Landesrats als Gast und Sachverständiger beigewohnt. Er rühmt vor allem die grosse Ruhe und Sachlichkeit in der Behandlung der Aufgaben des Landesrats und die ausserordentliche Einigkeit in allen wichtigen Fragen, schliesslich die bewundernswerte Hingabe und Selbstlosigkeit der Bemittelten für das Allgemeinwohl. Dieselbe Anschauung über die politischen Fähigkeiten unsrer südwestafrikanischen Landsleute vertritt auch Dr. Külz, der bekanntlich die Selbstverwaltung drüben eingerichtet hat. Nicht ohne Einfluss auf den Verlauf der Verhandlungen blieb natürlich die ruhige und sichere Leitung durch den Vorsitzenden Geheimrat Hintrager. „Eine sich stets gleich bleibende eiserne Ruhe und Selbstbeherrschung in einfachen und schwierigen Lagen, grösste Unparteilichkeit und weitgehende Liberalität gegenüber den Aussprachen über Wünsche und Klagen der Bevölkerung, aber strenge Wahrung der parlamentarischen Form und der Achtung vor dem Staat und seinen Organen waren die Hauptkennzeichen dieser Leitung“ — sagen die „Windhuker Nachr.“ Und es mag dem zurzeit höchsten Beamten der Kolonie manchmal nicht ganz leicht geworden sein, stets strenge Objektivität zu wahren, denn — unbeschadet des ruhigen und sachlichen Charakters der Verhandlungen — standen diese leider doch unter dem Eindruck eines tiefgehenden Gegensatzes zwischen der Kolonie und der heimischen Kolonialverwaltung. Dem hat ja auch der Landesrat offen Ausdruck gegeben. Die Hauptursache dieses Gegensatzes ist, wie aus den Meinungsäusserungen des Landesrats hervorgeht, die amtliche Diamantenpolitik. Wir wollen nicht nochmals über dieses beklagenswerte Missverhältnis reden und die Schuldfrage untersuchen, wir meinen aber, dass die heimische Regierung den Südwestafrikanern gegenüber ruhig eine etwas entgegenkommendere Haltung einnehmen könnte. Die Verhandlungen des Landesrats haben erwiesen, dass die Bevölkerung reif ist, in allen Lebensfragen der Kolonie mitzusprechen. Die Männer, die unser Bild zeigt, machen durchaus den Eindruck, als ob sie wohl fähig waren, die Geschicke des Landes zu lenken. Und da soeben das britische Südafrika sich zu einem selbständigen Bund zusammengeschlossen hat, so erscheint es wichtig, dass in unsrer Kolonie das selbständige politische Denken und Handeln in weitgehendem Masse ausgebildet wird. Unsre Landsleute drüben vermögen die Bedürfnisse besser zu beurteilen, die sich aus den Beziehungen des englischen und deutschen Südafrika ergeben. Es ist nicht gut, wenn in beiden Gebieten gegensätzliche Verwaltungs- und Erschliessungsgrundsätze Platz greifen. Die wirtschaftliche Erstarkung unsrer Kolonie hängt in hohem Masse von dem Einfluss ab, den das Sachverständnis der Bevölkerung auf die Verwaltung auszuüben vermag.

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