Die Lachtaube

KENNZEICHEN DER ART. Oberleib dunkelröthlich, Unterleib weißröthlich; auf dem Oberhalse ein schwarzer halbmondförmiger Ring.

BESCHREIBUNG. Schnabel an der Spitze schwärzlich, an der Wurzel dunkelröthlich; Augenstern karminroth; Kopf, Hals und Unterleib weißröthlich; auf dem Oberhalse ein schwarzer halbmondförmiger Ring; Oberrücken und Flügeldekfedern dunkelröthlich; Unterrücken röthlichgrau; Ruderfedern graulichbraun mit weißlichen Rändern ; Schwanz röthlichgrau, die Spitzen weiß; Füße karminroth; Nägel röthlichweiß. Die Flügelspitzen reichen etwas über die Hälfte des Schwanzes. Länge 1. Fuß; Breite 1.Fuß 8. Zoll. Das Weibchen ist etwas grauer.

AUFENTHALT. Das eigentliche Vaterland dieser Taube ist Indien und China. Von da aus ist sie in ganz Europa verbreitet worden. In Deutschland findet man sie und nur als Stubenvogel.

EIGENSCHAFTEN. Sie zeichnet sich vorzüglich durch ihre Sanftheit, Reinlichkeit und Verträglichkeit aus. Gegen sein Weibchen ist das Männchen sehr zärtlich, gesellet sich gern, besonders des Nachts, zu demselben, und giebt ihm seine Liebe sowohl durch Kopfnicken und Sprünge, als auch durch einige Töne, welche mit einem Gelächter Aehnlichkeit haben, zu erkennen. Außer diesem Gelächter läßt es noch eine heulende, aber doch nicht unangenehme Stimme hören, die sich etwa durch die Silben: tukuruknh, ausdrücken ließe. Wir bemerkten bei einem Männchen, daß es diese Stimme so wohl bei Tag als Nacht beim Glockenschlag hören ließ. Sie liebt die Wärme sehr und hält sich daher gerne unter dem Ofen auf. Man kann sie auch wie andere zahme Tauben zum Ausfliegen gewöhnen; nur müßen sie alsdann warm gehalten und vor Raubvögeln gesichert werden.

NAHRUNG. Sie fressen am liebsten Waizenkömer, aber auch Hirsen,Heidekorn, Lein-Mohn-und Rübsamen, auch Brod und klein geschnittene gesottene Kartoffeln.

FORTPFLANZUNG. In ein aus Weiden geflochtenes Taubenkörbchen, das man mit Stroh oder Pelz inwendig belegt, tragen beide Geschlechter Gras-nnd Strohhalmen, Fäden, oder andere weiche Sachen, die sie in der Stube finden, und das Weibchen legt zwei weiße Eier hinein, welche in sechzehn Tagen ausgebrütet werden. Gewöhnlich ziehen sie aber nur ein Junges auf. Die Jungen sehen den Alten völlig ähnlich; auch lassen sich schon Männchen und Weibchen durch die röthliche Farbe unterscheiden.

NUTZEN. Man hält sie zum Vergnügen in Stuben. Ihr Fleisch soll zart, gesund und schmakhaft sein. SCHADEN stiften sie bekanntlich gar nicht.

FEINDE. Sie Werden mit mehrern Krankheiten, z. B. der Dürrsucht den Blattern, mit Beulen und Geschwulst an Füßen befallen. Daß sie, indem sie die Krankheiten kranker Personen im Hause erben, leztere davon befreien sollen , ist Aberglaube.

VERSCHIEDENHEIT.

1. Columba risoria alba.
2. Columba risoria grisea Chinensis. Mit gelben Füßen und schwarzen Schwungfedern.

ANMERKUNG. Nach Bechstein ist der Augenstern goldgelb.

Siehe auch:
Der Uhu
Der Dorndreher
Die Elster
Der Kernbeisser
Der Gimpel
Die Kohlmeise
Der Turmfalke
Der Grünspecht
Die Dohle
Der Stockfalke
Der Pirol
Das Rotschwänzchen
Die weisse Bachstelze