Die Schlafkrankheit in Deutsch-Ostafrika

Die Schlafkrankheit in Deutsch-Ostafrika macht, wie wir früher schon meldeten, besonders am Tanganjika-See geradezu erschreckende Fortschritte trotz allen Gegenmassnahmen, die von dem leider nur geringen Sanitätspersonal mit grossem Opfermut getroffen worden sind und noch ausgeführt werden. Es ist ja längst bekannt, dass auch mehrere Europäer der Schlafkrankheitskommission von der Seuche befallen und teils nach Hause gesandt worden sind, teils noch auf dem Wege zur Küste sind. Der erst kurz vorher in Daressalam aus dem Innern eingetroffene Leiter der Schlafkrankheitskommission, Prof. Kleine, ist schon nach ganz wenigen Tagen plötzlich mit aller Eile wieder zum Tanganjika-See abgereist, und kurz darauf hat sich auch der Chef der Medizinalbehörde der Kolonie, Oberstabsarzt Meixner, der kaum von einer mehrmonatigen Inspektionsreise nacl Daressalam zurückgekehrt war, persönlich nach Udjidji begeben, um sich von dem Stande der Dinge an Ort und Stelle zu unterrichten.

Schon aus diesen Tatsachen war der furchtbare Ernst der Lage am Tanganjika-See zu erkennen, er wird aber noch grösser, wenn man in der D.-O.-A. Zeitung vom 21. August liest, dass sich die Seuche am ganzen Ufer des Sees von Usumbura bis Bismarckburg eingenistet hat. Die Bekämpfung der Krankheit ist schwierig und langwierig, und die Krankheitsfälle mehren sich in erschreckender Weise, — leider auch immer mehr unter den Europäern! In Udjidji sind, nach dem genannten Blatt, schlafkrank der Maschinist des Dampfers Hedwig von Wissmann, der Kapitän des Dampfers, der Unterzahlmeister, der Stationschef, sowie der grösste Teil des Sanitätspersonals. Der Dampfer Hedwig von Wissmann muss aufliegen, bis Ablösung eintrifft, weil die leitende (weisse) Besatzung schlafkrank ist! Nicht minder traurig sieht es natürlich unter den Eingeborenen aus, die sehr schwer unter der Seuche leiden. Es ist, wie uns aus der Kolonie dazu mitgeteilt wird, nur ein sehr schwacher Trost, dass die Eingeborenen erfreulicherweise die Sanierungsarbeiten der Europäer, die in erster Linie im Niederschlagen des Waldes am Ufer des Sees bestehen, als hilfebringend und wohltätig zu schätzen beginnen, und dass sich die gesunden Eingeborenen, die früher nur mit grösster Mühe zum Holzfällen heranzuziehen waren, nun aus freien Stücken zu dieser Arbeit melden.

Gewiss ist das ein gutes Zeichen, und diese Hilfeleistung der Eingeborenen wird sicher mit dazu beilragen, dass man der Seuche bald energischer wird auf den Leib rücken können, aber wenn wirklich erfolgreiche Arbeit bei der Bekämpfung der Schlafkrankheit geleistet werden soll, dann wird es doch noch ganz anderer Anstrengungen bedürfen, und vor allem noch weit grösserer Geldmittel, als sie schon der Gouvernementsrat, über den Ansatz des Gouvernements hinaus, im neuen Etat der Kolonie für 1910 bereitgestellt hat.

Hier sollte und müsste das Reich mit ausserordentlichen Mitteln eingreifen und sie der Kolonie zur Verfügung stellen, denn die Erforschung und Bekämpfung der Schlafkrankheit, die leider ja auch in Kamerun und Togo um sich greift, kann und darf nicht lediglich von praktischen Gesichtspunkten aus als lokale Angelegenheit der einzelnen Kolonie betrieben werden, sondern auch als allgemein wissenschaftliche Aufgabe. Und darum sollte das Reich dafür grosse besondere Mittel im neuen Etat bereitstellen.

Der Gouverneur Freiherr v. Rechenberg wird in der zweiten Hälfte des Dezember in Deutschland auf Urlaub eintreffen. Der Stellvertreter des Gouverneurs, Geheimer Regierungsrat v. Spalding, tritt die Ausreise nach Deutsch-Ostafrika am 1. November von Genua aus an.

Das Elektrizitätswerk in Daressalam entwickelt sich in erfreulicher Weise. Neue Anmeldungen von Privatanschlussen laufen in so grossem Umfange ein, dass die Betriebsleitung sich gezwungen sah, bereits einen Antrag auf Vergrösserung der Elektrizitätswerke zu stellen.

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