Die Straussenzucht in Südwestafrika

In den amtlichen Veröffentlichungen des Kolonialamts ist wiederholt darauf hingewiesen, dass die Straussenzucht in unserem südwestafrikanischen Schutzgebiet ausserordentlich entwickelungsfähig ist. Obwohl in den zahlreichen wilden Straussen ein fast unbegrenztes Material zur Zucht zur Verfügung steht, so haben sich unsere Farmer immer noch vor den besonderen Ausgaben die der Anbau einer Luzerne und die notwendigen Einzäunungen erfordern, gescheut, die Zucht in grösserem Umfange zu versuchen. Die bisherigen Anfänge haben jedoch entschieden zu Unternehmungen grösseren Umfanges ermutigt. Gegenwärtig wird die Straussenzucht besonders in den Bezirken Gobabis, Karibib, Outjo und Windhuk betrieben. Wie aussichtsvoll jedoch für Südwestafrika die Straussenzucht ist, darüber enthält ein Bericht des deutschen Generalkonsulats in Kapstadt nähere Mitteilungen, die vielleicht geeignet sind, kapitalkräftige Kreise in Deutschland für die Straussenzucht zu interessieren. Die grossen Erfolge, die in der Kapkolonie mit der Straussenzucht erzielt worden sind, haben die Farmer in Natal bewogen, auch dort mit dieser Industrie einen energischen Anfang zu machen Alle Sachverständigen sind der Ansicht, dass der Markt für gute Qualitäten noch einer bedeutenden Ausdehnung fähig ist. Die Statistik weist seit Jahrzehnten bis zum vorigen Jahr eine beständige Zunahme in der Ausfuhr von Straussenfedern aus der Kapkolonie nach, die im Jahre 1909 einen Wert von über 40 Millionen Mk. erreicht hat. Die stetige Zunahme während einer so langen Zeit beweist, dass die Nachfrage nach Straussfedern auf dem Weltmärkte fest begründet ist und dass diese Industrie unabhängig von der wechselnden Mode eine gesunde Grundlage hat. Bisher ist der Hauptkonkurrent Nordafrika gewesen, dessen Produktion jedoch immer mehr znrückgeht. Zurzeit hat Südafrika fast ein Monopol in der Straussfedererzeugung, denn die Kapkolonie exportiert 25mal mehr als die ganze übrige Erde, und während dort mehr als eine halbe Million zahmer Strausse vorhanden ist, gibt es in allen anderen Ländern zusammen nur etwa 80 000. Falls man sich in Südwestafrika dazu entschliessen würde, nur Vögel bester Qualität zu halten, würde die Zucht unzweifelhaft ein wichtiger Zweig der Farmwirtschaft werden.

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    3. Oktober 2016

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