Die Wikinger, eine neue germanische Welle.

Um 800. In Dänemark, Norwegen und Schweden wohnten um 800 die Nordgermanen. Sie hatten germanische Art am längsten und treuesten bewahrt. Der Lichtglaube der Väter war noch immer bei ihnen lebendig und gab ihnen Kraft zu Fahrt und Kampf. Weithin beherrschten sie die Meere und Küsten, und immer neue „Wikingerfahrten“ verbreiteten den Ruhm der nordischen Helden.

Die langgestreckte Königshalle ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Zum Hochsitz des Königs tritt der Sänger. Wie blitzen die Augen, wie glühen die Gesichter, als er von Sturm und Kampf auf dem Meer und in den fremden Ländern singt und sagt!— —Nun erhebt sich der König und spricht von seinen Plänen. Schon im nächsten Frühjahr soll eine große Seefahrt nach dem Süden beginnen. Alle sollen sich bereithalten. Schon jetzt heißt es, Vorbereitungen zu treffen. Eine Woge der Begeisterung braust durch die Halle: „Heil unserem König! Auf zur Fahrt nach dem Süden!“

Nach Karls des Großen Tode begannen die Nordgermanen noch einmal ganz Europa zu umfassen. Die Westfranken mußten ihnen jahrelang hohe Tribute zahlen. Auch in das Mittelmeer drangen sie mit ihren gefürchteten Drachenschiffen ein. Rom, Athen und Byzanz wurden ihnen zur Beute, und mit reichen Schätzen kehrten sie heim. In der Normandie und auf Sizilien gründeten sie normannische Reiche. 1066 zog Wilhelm der Eroberer von der Normandie siegreich in England ein.

Auch auf dem. Landwege rückten die Normannen vor. Von den Slawen gerufen, drangen sie als Waräger oder „Ros“ (= Russen) in die weiten Gebiete des Ostens und gründeten dort die Großfürstentümer Holmgard (Nowgorod) und Känugard (Kiew). Bis an das Schwarze Meer dehnten die Waräger ihre Fahrten aus. Die Entstehung des russischen und des polnischen Staates ist ihr Werk.

Zuletzt besiedelten sie Island, die unwirtliche Insel hoch oben im Norden. Kühn fuhren die norwegischen Wikinger noch weiter nach Norden und Westen durch Stürme und Treibeis. Sie entdeckten die Insel Grönland.  Um 1000. Ja, selbst bis nach Amerika stießen sie vor (1000). Leif der Glückliche hieß der kühne Entdecker. Aber die Ansiedlungen hatten nur kurzen Bestand, und das entdeckte Land geriet bald wieder in Vergessenheit.

Wohl wurden auch diese Wikinger Christen, doch blieben sie auch dem Germanentum noch lange treu. Alle Erinnerungen an ihre Vorfahren wurden liebevoll gepflegt und aufgezeichnet. So kommt es, daß wir noch heute in der Edda die germanischen Götter- und Heldensagen besitzen.

Siehe auch:
Deutsche Geschichte-Zeittafel
Germanen kämpfen um Europa
Die Wikinger, eine neue germanische Welle.
Das Reich der Deutschen beginnt
Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben
Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten
Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland.
Deutsche Städte — deutsche Kunst.
Großtaten des deutschen Volkes-Die deutsche Hanse.
Der deutsche Bauer und sein Schicksal
Eine neue Welt tut sich auf— Große Erfindungen
Fürstentrotz und Glaubensstreit zerstören das Reich.
Die Not ruft den Erneuerungs willen des Volkes wach.
Martin Luther, der Reformator.
Volkskämpfe im Schatten der Reformation.
Der Kampf deutscher Fürsten gegen Kaiser und Papst.
Glaubenskämpfe in anderen Ländern Europas.
Am Glaubensstreit geht das Reich zugrunde.
Der Dreißigjährige Krieg (1618—1648).
Randstaaten werden Weltmächte.
Ein neues Deutschland ersteht.
Um die Herrschaft über Europa und die Welt.
Wiedergeburt und Befreiung des deutschen Volkes.
Das deutsche Volk will die Einheit.
Bismarck errichtet das neue Reich.
Das Reich unter Kaiser Wilhelm II.
Im Weltkrieg unbesiegt.
Die Schmach von Versailles und die Republik

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