Ein koloniales Nationaldenkmal

Durch die Taten unsrer Krieger in Südwestafrika, durch die Leistungen unsrer deutschen Ansiedler auf wirtschaftlichem Gebiet und durch die rastlose Aufklärungsarbeit in der Heimat sind unsre Kolonien allmählich zu Ehren gelangt. Aeusserlich kommt dies u. a. auch darin zum Ausdruck, dass man das Andenken unsrer Kolonialpioniere durch bleibende Zeichen der Erinnerung mehr als früher zu ehren beginnt. Man hat die 25jährige Jubelfeier einiger von unsern Kolonien dazu benutzt, z. B. Hermann von Wissmann in Daressalam und in seiner Heimat Lauterberg a. H. ein Denkmal zu setzen, man hat zu Ehren von Adolf Lüderitz, des Gründers von Deutsch-Südwest, in Lüderitzbucht eine öffentliche Lesehalle ins Leben gerufen und soeben ist auf dem Wege des Wettbewerbs der Entwurf für ein Kriegerdenkmal in Windhuk beschafft worden. Die dabei vorgelegten Arbeiten — der an erster Stelle prämiierte und zur Ausführung bestimmte Entwurf nicht ausgenommen — weichen von dem Herkömmlichen nicht ab, obwohl die deutsche Kunst hier einmal Gelegenheit gehabt hätte, etwas Neuartiges, Originelles zu schaffen. Dies ist nicht geschehen und darum wird das Erinnerungszeichen an die südwestafrikanischen Krieger eben in dem oft gesehenen Reiter bestehen, der in die Ferne blickt. Im Grunde genommen kann man unsern Künstlern daraus keinen Vorwurf machen. Sie haben die Kolonien eben nicht aus eigner Anschauung kennen gelernt, ja nicht einmal Gelegenheit gehabt, sich in das Wesen und den Geist der kolonialen Sache einzuleben und hineinzudenken. Es erhebt sich daraus die Frage: muss es denn immer eine Statue oder eine allegorische Figur sein, durch die das Andenken bahnbrechender Persönlichkeiten, in diesem Falle unsrer Kolonialpioniere, geehrt wird? Einmal ist man ja schon von der herkömmlichen Schablone abgegangen, nämlich bei dererwähntenLüderitz-Gedächtnishalle in Lüderitzbucht.



Nun ist neuerdings Hauptmann A. Fonck, der 15 Jahre langder ostafrikanischen Schutz-Gruppe angehört und in Krieg und Frieden Vorbildliches geleistet hat, mit einem Gedanken hervorgetreten, der uns noch volkstümlicher zu sein scheint. Er regt an, in Berlin ein koloniales Nationaldenkmal zu schaffen, das nicht ein mehr oder minder totes, der Masse des Volkes wenig verständliches Erinnerungszeichen sein, sondern zugleich der Belehrung und Unterhaltung dienen soll. Irgendwo in besuchter Stelle des Grunewalds, mit freiem Blick auf die Havel, will er die getreue Nachbildung einer ostafrikanischen Station, des Forts Mpapua, mit Umfassungsmauern, Bastionen,Türmen und Nebengebäuden, daneben auch eine Anzahl Eingeborenenhütten errichten. Im Hauptgebäude sollen seine umfangreichen Sammlungen untergebracht werden und die seines Bruders, Hauptmanns Hch. Fonck, Verfassers des bekannten Buches über Ostafrika, der ebenfalls der ostafrikanischen Schutztruppe 15 Jahre lang angehört hat. Diese Sammlungen, in moderner Weise angeordnet, bieten ein selten vollständiges Bild von dem Leben der Eingeborenen in unsern Kolonien und die ganze Stationsanlage würde zugleich trefflich die Kolo-nisationsarbeit unsrer Landsleute veranschaulichen, unterstützt durch eine grosse Zahl prächtiger Aquarelle, Ansichten aus allen Gegenden der Kolonie und Szenen aus allen Phasen des kolonialen Lebens. Hauptmann Fonck will in dieser Weise seine Sammlungen jedermann zugängig machen. Das etwa zu erhebende Eintrittsgeld soll ganz niedrig bemessen sein und nur gerade die Unterhaltungskosten der Anlage decken. Der Grunewald wird im Sommer und Winter von Tausenden von Menschen besucht, ein solches Kolonialdenkmal könnte daher ein Zielpunkt für viele Spaziergänger werden.

Da eine Reihe von namhaften Persönlichkeiten des kolonialen Lebens, viele Volksvertreter und hoffentlich auch die in Frage kommenden Behörden dem Plan sehr freundlich gegenüberstehen, so ist zu hoffen, dass wir dergestalt recht bald in Berlin ein koloniales Nationaldenkmal von dauernder Werbekraft und Volkstümlichkeit haben werden.

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Kolonie und Heimat erscheint von jetzt an wöchentlich.
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Die Verkehrsmittel von Südwestafrika
Das Deutschtum in den baltischen Provinzen Russlands
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Hongkong
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Eine Reise durch die deutschen Kolonien : Deutsch-Südwestafrika
Malaria
Arbeiter-Rekrutierung in Neu-Guinea
Seekuhjagd in Kamerun
Kapitalanlagen : Marktbericht
Im Lande der Pharaonen : Bilder aus Kairo
Des deutschen Kronprinzen Reise nach Ostasien
Veddamänner (Jäger) aus dem Innern von Ceylon
Der Kakao, Seine Kultur und Verarbeitung
Die Kulturfähigkeit der Mikronesier : Ernste Gedanken zum Aufstand in Ponape
Die Feuerzeuge der Naturvölker
Zur Inder-Frage in Deutsch-Ostafrika
Über die Chinesen-Frage
Küstenneger von Togo beim „Fufu“-Stampfen
Die neue Marineschule in Flensburg
Fünfzig Jahre einer deutschen Siedelung in Brasilien
Die Pest in China
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Haschischraucher in Südkamerun
Nabus, der Hottentottenjunge
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Die Dankbarkeit beim Neger
Südwestafrikanische Landschaftsbilder : Die Namib
Zebra, im Norden von Südwestafrika erlegt
Chinesische Hausierer in Berlin
Reitertod
Bienenzucht in Afrika
Gerüchte über einen neuen Aufstand in Südkamerun
Zur Krisis im südwestafrikanischen Farmerbund
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Der Islam in Afrika : Seine Verbreitung und politische Bedeutung
Aus dem Leben deutscher Goldsucher in Panama
Eingeborenebilder aus Ostafrika: Die Bakulia
Konkombakrieger aus Nord-Togo
Verzicht auf Diamantenfelder?
Der Ausbau der sibirischen Eisenbahn
Die Feuerwehr in China
Überallen
Die Tagung der Kolonialgesellschaft und des kolonialen Frauenbundes in Stuttgart
Das Lindenmuseum in Stuttgart
Eingeborenebilder aus Ostafrika: Die Wagogo
Die Eisenbahnen in unseren Kolonien
Ein deutsches Kriegsschiff in Marokko
Feuergefährlichkeit der Holzhäuser in den Tropen
Die Kolonialwirtschaftliche Ausstellung in Kassel
Vom Deutschtum im Ausland: Berlin und Potsdam im Kaffernland Nordkamerun: Ein Würdenträger des Sultans Sanda von Dikoa
Die Zukunft der Bagdadbahnländer
Die Südsee-Insulaner als Zeitungsliebhaber
Ein historischer Beitrag zur Frauenfrage in den Kolonien
Der gestrandete Dampfer
Mondfinsternis: Ein Erlebnis aus Zansibar
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Landwirtschaft und Ackerbau in Persien
Kribi, der Hauphandelsplatz von Südkamerun
Die Rickschas
Drahtlose Telegraphie für unsre Kolonien
Das Afrikahaus in Hamburg
Neues aus dem Caprivizipfel
Vom Eisenbahnbau in Kamerun
Das Jubiläum einer deutschen Siedlung in Südbrasilien
Kasuarjagd in Deutsch-Neu-Guinea
Die deutschen Diamanten am Weltmarkt
Der Deutsche Kolonialkongress
Deutsches Frauenleben in Südwest-Afrika: Die Hauswirtschaft
Der angehende Farmer in Afrika
Koranschulen in Deutsch-Ostafrika
Eine Mahnung an deutsche Eltern und Erzieher
Die Schlafkrankheit in Deutsch-Ostafrika
Kolonialkriegerdank
Marmorvorkommen in Südwest-Afrika
Ein Wollschafzuchtunternehmen für Deutsch-Südwestafrika
Gesundheitsverhältnisse und Körperpflege in Südwest-Afrika
Afrika-Reisende
Die Wohnstätten der Eingeborenen Deutsch-Ostafrikas
Die 25jährige Jubelfeier der Südsee-Kolonien
Deutsche Kolonisation: Die innere Kolonisation in den deutschen Ostmarken
Panzerreiter aus Dikoa im Tschadseegebiet (Nordkamerun)
Die einträchtigen Hilfsvölker
Üb´ Aug´ und Hand fürs Vaterland
Vom Markte der Kolonialwerte
Die deutsche Flagge Übersee
Plantagenwirtschaft in Deutsch-Ostafrika
Aden und Port Said
Schlangenbeschwörer in Port Said
Nutzpflanzen der Eingeborenen in Ostafrika
Amerika zuerst von Chinesen entdeckt?
Schwarze Musik-Kapellen in Deutsch-Ostafrika
Kasi uleia
Wie kleiden wir uns in Südwest-Afrika?
Die Karolinen-Inseln
Deutsche Farmen in Deutsch-Südwestafrika
Über die Grenzregelung zwischen Deutsch- und Niederländisch-Neu-Guinea
Die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kolonien
Der Telegraph und die Tierwelt in Afrika
Die schwarzen, die weissen und die roten Menschen
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Robert Koch und der Tropenhelm
Der Mann mit den 365 Krankheiten
Die Kolonialfrauenschule in Witzenhausen
Vom Schauplatz der Eingeborenen-Unruhen in Südkamerun
Ostpatagonien und die deutsche Schiffahrt
Landwirtschaftlicher Unterricht am Hamburgischen Kolonialinstitut
Zur Frage des Hafenbaus von Tanga
Marmorlagerstätten in Adamaua
Deutsche Kriegsschiffe vor Samoa
Die Deutsche Grenzexpedition im Kaiser-Wilhelms-Land
Geflügelzucht auf einer südwestafrikanischen Farm
Ostpatagonien und die deutsche Schiffahrt II
Der Kameruner Götterberg
Über die Tropenfähigkeit
Kohlen in Südwestafrika
Zur Ermordung des Kaufmanns Bretschneider
Die neue wissenschaftliche Expedition des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg
Gründung eines Kindergartens in Lüderitzbucht
Botanische Zentralstellen für die Kolonien
Jagd- und Wandertage am Rowuma in Afrika
Bekenntnisse eines Raubtier-Dompteurs
Über neue Diamantenfunde wird in den „Hamburger Nachrichten“ aus Windhuk gemeldet
Bernhard Dernburg als Staatssekretär des Reichskolonialamts
Verdurstet!
Bernhard Dernburgs Rücktritt
Blick in eine Hottentottenwerft
Aus der deutschen Kolonialgeschichte: Gustav Nachtigal
Festtage in Lome
Aus der Nordwestecke Deutsch-Ostafrikas
Die Bäckerei auf einer Farm in Südwest-Afrika: Brot und Semmeln
Die Fortschritte des Baumwollbaus in unsern Kolonien
Ein fideles Gefängnis
Über die drahtlose Telegraphie mit unseren Kolonien
Über die Verwertung der Farmerzeugnisse in Afrika
Fleischbeschau in Deutsch-Südwestafrika
Der Handel Südwestafrikas im dritten Vierteljahr 1909
Über die Arbeiterverhältniss beim Bahnbau in Kamerun

7 Comments

  1. […] Südwestafrikas im dritten Vierteljahr 1909 Über die Arbeiterverhältniss beim Bahnbau in Kamerun Ein koloniales Nationaldenkmal Zehn Jahre Kolonialarbeit auf […]

    26. Oktober 2016
  2. […] Südwestafrikas im dritten Vierteljahr 1909 Über die Arbeiterverhältniss beim Bahnbau in Kamerun Ein koloniales Nationaldenkmal Zehn Jahre Kolonialarbeit auf Samoa Karawanenleben in Kamerun Sammlungen kolonialer Produkte für […]

    26. Oktober 2016
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    26. Oktober 2016

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