Eine Reise durch die deutschen Kolonien : Deutsch-Südwestafrika

Südwest ist durch den Krieg, der Tausende deutscher Soldaten übers Meer geführt hat, unsere volkstümlichste Kolonie geworden. Keine unserer überseeischen Besitzungen ist so vielfältig mit der Heimat verknüpft. Und noch etwas hat Südwest vor den anderen Kolonien voraus: die deutsche Frau und mit ihr deutsches Familienleben sind draussen heimisch geworden.

Als wir vor nunmehr fast zwei Jahren den Entschluss fassten, mit der Herausgabe unsres Werkes ein Anschauungs- und Belehrungsmittel für Schule und Haus zu schaffen, fühlten wir uns deshalb lebhaft versucht, zuerst Südwest zu schildern. Allein praktische Erwägungen Hessen uns davon Abstand nehmen. In Südwest war damals alles im Werden begriffen, und es war in vieler Hinsicht noch nicht zu übersehen, wie sich die Entwickelung schliesslich gestalten würde. Hätten wir seinerzeit den vorliegenden Band über Südwestafrika als ersten der Oeffentlichkeit übergeben, so wäre er heute sicher schon veraltet oder doch in verschiedenen Punkten unvollständig. Die Bevölkerung, die damals nach Selbstbestimmung im Staats- und Wirtschaftsleben rang, hat dieses Ziel erreicht, und ihre öffentliche Betätigung ist schon fast eine selbstverständliche Einrichtung geworden. Allenthalben sieht man unter dem Einfluss der Wirksamkeit der jungen Gemeinden die Siedlungen wachsen und sich ordnen. Die Berufsstände haben sich zu gemeinsamer Vertretung ihrer Interessen zusammengeschlossen, und die Wirkung ihrer Bestrebungen auf die Entwicklung Verschiedenerwirtschaftszweige lässt sich nicht verkennen. Schliesslich hat sich gerade in den letzten zwei Jahren erst die Wichtigkeit der Diamantengewinnung für die Zukunft der Kolonie herausgestellt, und wenn auch ihre Organisation noch mancherlei Wandlungen erfahren dürfte, so steht doch das eine fest, dass die Kolonie den heutigen grosszügigen Ausbau ihres Eisenbahnnetzes den Diamantenfunden verdankt.

Es ist auch heute noch schwer, ein einigermassen feststehendes Bild von der Kolonie zu geben, denn in wichtigen Fragen steht nach wie vor Meinung gegen Meinung, Anschauung gegen Anschauung. Und wenn vielleicht der oder jener von unseren Landsleuten glaubt, dass wir seiner Anschauung nicht genügend Rechnung getragen haben, so soll er uns darob nicht gram sein, sondern bedenken, dass sich auch jetzt noch in Südwest vieles wandeln wird, und dass wir hier in der Heimat in mancher Hinsicht objektiver die Dinge drüben zu schauen vermögen. Wir wollen ja auch gar nicht in den Streit der Meinungen eingreifen, sondern der Zweck unseres Buches ist einzig und allein, der Kolonie in der Heimat Freunde zu werben.

Von zahlreichen Sachkennern, Männern der Schule, der geographischen Wissenschaft und des kolonialen Lebens, sind uns freundliche Worte der Anerkennung und Ermunterung für unser Werk gezollt und- wertvolle Winke für dessen weitere Ausgestaltung gegeben worden. Auch bei der massgebenden Tages- und Fachpresse haben die bisher erschienenen Bände allgemein freundliche Aufnahme und verständnisvolle Förderung gefunden.

In grossen Zügen ist die sachliche Einteilung des Stoffes dieselbe geblieben wie in den vorhergehenden Bänden, natürlich unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Landes und des Umstandes, dass wir es in Südwest mit einer Kolonie zu tun haben, in der der Weisse auf allen Gebieten die vorherrschende Rolle spielt. Dem ist namentlich auch bei der Auswahl ‚der Bilder Rechnung getragen. Wenn es uns lediglich auf den illustrativen Eindruck des Werkes angekommen wäre, so hätten wir die malerische Wirkung des Ganzen unschwer durch bsonders reichhaltige Berücksichtigung des Lebens der Eingeborenen steigern können. Da wir aber ein Bild von den tatsächlichen Verhältnissen geben wollen, so müssen wir vielmehr dem Leben und Wirken des weissen Siedlers einen breiten Raum gewähren und uns im übrigen mit dem Eindruck einer gewissen Einförmigkeit, der äusserlich Südwest anhaftet, abfinden.

Bei Ausarbeitung des Textes, die auch bei diesem Bande von dem Schriftleiter der Zeitschrift „Kolonie und Heimat“, Rudolf Wagner, besorgt worden ist, sind uns namentlich die vortrefflichen Schriften von Paul Rohrbach, Wilhelm Külz, Karl Schlettwein und Maria Karow als Quellen von Wert gewesen.

Gerade dieser Band schildert uns diejenige Form der Kolonisationsarbeit, die dem deutschen Volke am verständlichsten ist: die der Besiedlung durch Landsleute, und wir hoffen daher, dass er nicht nur in Schule und Haus in der Heimat, sondern auch draussen in der Kolonie recht viele Freunde finden wird.

Weiteres aus der Reihe „Kolonie und Heimat“
Eine Straussenfarm in Deutschland
Wie der Neger in Togo wohnt
Deutsche Diamanten
Zur Frauenfrage in den deutschen Kolonien und andere Bekanntmachungen
Die Landesvermessung in Südwestafrika
Bilder aus dem Norden von Deutsch-Südwest: Namutoni
Koloniale Neuigkeiten
Deutschland, England und Belgien in Zentralafrika
Das Deutsche Institut für ärztlich Missionen in Tübingen
Bilder von der afrikanischen Schutztruppe
Die Kolonien in der Kunst
Der Handelsagent in Deutsch-Afrika
Bierbrauerei der Eingeborenen in Afrika
Samoanische Dorfjungfrau
Losso-Krieger aus dem Norden von Togo
Allerlei aus dem Leben des Togonegers
Ostafrikanisches Obst
Ostafrikanische Küstenbilder
Tabakbau und Tabakverarbeitung in Havanna
Die französische Fremdenlegion
Kamerun : Totentanz der Küstenneger
Ein Rasseproblem
Blick in eine Wanjamwesi-Siedlung bei Daressalam
Der Botanische Garten zu Berlin als Zentralstelle für koloniale Landwirtschaft
Die Kirchen in Daressalam
Das Meer und seine Bewohner : Seevögel
Sie riss das Gewehr an die Backe, zielte einen Augenblick und schoss . . .
Wie man in Afrika in der Regenzeit reist
Auf den Diamantenfeldern von Lüderitzbucht
Die Diamanten-Regie des südwestafrikanischen Schutzgebiets in Berlin
Bilder aus der ostafrikanischen Vogelwelt
Vom Deutschtum im Ausland (Chile)
Medizintanz der Baias in Kamerun
Hamburg als Hafenstadt
An der Trasse der Bagdadbahn
Die Baumwollfrage
Die Mischehen unter fremden Rassen
Das Haar
Deutsches Leben in Deutsch-Südwest Afrika
Unteroffiziere der Schutztruppe in Südwest-Afrika feiern Weihnachten
Wenn der Buschneger den ersten Weissen sieht …
Berittene Spielleute des Sultans Sanda von Dikoa
Ein Morgenpirschgang in Ostafrika
Die Kilimandjaro-Bahn
Die Aufgaben der deutschen Frau in Deutsch-Südwestafrika
Kolonie und Heimat : Rückblick und Ausblick
Prosit Neujahr!
Wie die Ponapeleute entwaffnet wurden
Goldgewinnung an der Goldküste
Eingeborenen-Bilder aus Kamerun : Die Wute
Wie schafft man sich gesundes Blut?
Bilder aus der Tierwelt Südafrikas
Totengebräuche auf den Salomons-Inseln
Fünfundzwanzig Jahre Deutsch-Ostafrika
Eine Reise durch die deutschen Kolonien
Neues aus dem Innern von Neu-Guinea
Der Nord-Ostsee-Kanal
Bilder aus der Kameruner Vogelwelt
Die landwirtschaftliche Ausstellung in Keetmanshoop
Herero-Mann Deutsch-Südwestafrika
Die Straussenzucht in Südwestafrika
Kolonie und Heimat erscheint von jetzt an wöchentlich.
Die deutsche Frau in der Südsee
Die Ölpalme
Frauenerziehung in China
Seltsame Fleischkost
Mitteilung des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft
Die Herstellung von Rindentuch in Zentralafrika
Südwestafrikanische Früchte in Deutschland
Windhuk
Der Panamakanal
Bilder aus Kiautschou : Unsre Besatzungstruppe
Bilder aus Kiautschou : Chinesische Verkehrsmittel
Ein Besuch in der chinesischen Stadt Kiautschau
Das neugierige Krokodil
Bilder vom Wegebau in Kamerun
Negerkapelle
Verarmte deutsche Ansiedler in Jamaika : Ein Notschrei aus Westindien
Pestgefahr in Kiautschou?
Gastfreundschaft in Deutsch-Ostafrika
Eine leckere Mahlzeit
Südseeinsulaner aus Jap (Westkarolinen)
Kalkutta
Liebesdienst
Die Ausfuhrprodukte Deutsch-Ostafrika
Die Bewohner von Ruanda
Die Heuschreckenplage in Südafrika
Südseeschutzgebiete
Deutsch Ostafrika : Gefangene junge Elefanten in Udjidji am Tanganjikasee
Koloniale Plastik
Wie der Europäer in Südafrika wohnt
Bilder von der ostafrikanischen Nordbahn
Die Tropenhygiene auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung
Kamerun: Ein Haussa-Fleischer in Bamum räuchert Fleisch
Ein afrikanischer Operettenkrieg
Der tote Buschmann
Das neue Südafrika
Auf einer Station im Innern von Südkamerun
Die drahtlose Telegraphie und ihre Bedeutung für unsere Kolonien
Das Museum für Meereskunde in Berlin
Ein Besuch in Bombay
Bilder aus Ceylon
Suahelifrau im Festgewand
Hamburg als Hafenstadt II
Idyll aus Deutsch-Südwest: Fütterung eines jungen Springbocks
Die Bremer Baumwollbörse
Rund um Afrika
Schlangen in Südwest-Afrika
Mädchen von der Karolineninsel Jap
Milchwirtschaft auf einer südafrikanischen Farm
Auf den Lüderitzbuchter Diamantenfelder
Missionspredigt in einem Dorf von Süd-Togo
Altindische Baudenkmäler
Ein neuer Ostafrika-Dampfer
Haartrachten der Eingeborenen in Afrika
Totengebräuche im alten Samoa
Badende Kinder auf Samoa
Eine Fahrt auf der sibirischen Eisenbahn
Äquator Taufe
Buschmänner beim Bogenschiessen
Die Bekämpfung der Pest in Kiautschou
Kamerun: Marktszene aus Banjo
Wei-hai-wei
Jugendbelustigungen in Niederländisch-Indien
Diamantendiebstähle
Der findige Telegraphist
Toto, der erste aus Ostafrika nach Deutschland gebrachte Elefant
Fischerboot an der ostafrikanischen Küste
Vom Deutschtum im Stillen Ozean : Deutsche Arbeit auf Hawaii
Die Post im Innern Afrika
Hamburg als Handelsstadt : Aus Hamburgs Vergangenheit
Vom Deutschtum im Ausland
Wieviel Menschen sprechen Deutsch?
Echtheitsbestimmungen der Diamanten
Allerlei vom ostafrikanischen Neger
Tanzmasken der Graslandbewohner im nordwestlichen Teile von Kamerun
Die Fürsorge für die Mischlingskinder in Südwest-Afrika
Die Wohnstätten der ostafrikanischen Eingeborenen : Die Temben
Das Aquarium in Neapel
Bilder aus Marokko
Explosion in Karibib
Elefant in Afrika
Eine Reise durch die deutschen Kolonien : Kamerun
Ein unfreiwilliger Weltrekord auf der Elefantenjagd
Der Gorilla
Von Roosevelts Jagdfahrt in Afrika
Die Trommelsprache der Waldlandneger Kameruns
Kultur-Kolonien : Ein Wort für die Esperanto-Sprache
Bilder vom Telegraphenbau in Kamerun
Zanzibar
Robert Koch
Die erste Tagung des südwestafrikanischen Landesrats
Der Dauerkäse
Die deutsche Kolonialschule in Witzenhausen
Das deutsche Kolonialmuseum in Berlin
Ein Idyll aus Nordkamerun : Kaffestündchen auf der Veranda der Station Garua
Dampfa kudja! — der Dampfer ist da
Die Marienburg
Herbstbilder aus Tsingtau
Die Wirkung des elektrischen Stromes auf einen Neger
Suahelifrauen bei der Toilette
Die Verkehrsmittel von Südwestafrika
Das Deutschtum in den baltischen Provinzen Russlands
Im chinesischen Theater zu Tsingtau
Die dankbare Schlange (Chinesisches Märchen)
Die Völker Togos
Hongkong
Afrikanische Pfahlbauten
Haifischfang im Korallenmeer
Mekkapilger
Frauenmangel in Deutsch-Neuguinea

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    14. Oktober 2016
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