Flieger des ersten Weltkrieges-Hans Berr

Ernst von Hoeppner, Hermann Thomsen, Karl Allmenroeder, Oliver Freiherr von Beaulieu-Marconnay, Paul Bäumer, Otto Bernet, Hans Berr, Rudolf Berthold, Walter Blume, Erwin Böhme, Oskar Freiherr von Boenigk, Carl Bolle.

Als Sohn des Präsidenten der Oberpostdirektion Braunschweig ist Hans Berr am 20. Mai 1890 geboren. Er hatte sich früh dem Soldatenberuf zugewandt und war bereits im August 1908 Leutnant im Magdeburger Jäger-Bataillon 4 zu Naumburg geworden.

Ins Feld zog er im August 1914 mit den 7. Reserve-Jägern, zeichnete sich an der Westfront sehr bald aus, wurde aber schon am 6. September schwer verwundet. Als er nach seiner Wiederherstellung gefragt wurde, ob er Adjutant in einer größeren Bahnhofskommandantur werden wolle, gab Berr die bezeichnende Antwort, er sei bereit, überall dort zu wirken, wo man Kugeln pfeifen höre, woanders nicht. Am 27. Januar 1915 wurde Berr zum Oberleutnant befördert und kam am 3. März auf seine Eingabe hin zur Fliegertruppe. Nach Ausbildung zum Beobachtungsoffizier war er seit Mai 1915 in dieser Eigenschaft an der Westfront tätig, aber dieser Posten genügte seinem Tatendrang nicht. Ein Fokker-Kampfflugzeug ist sein Ideal. Bald wird er zur weiteren Ausbildung an die Fliegerschule in Metz kommandiert. Wegen besonderer Eignung werden ihm auf seinen Antrag die vier lerzten Monate erlassen. Bald ist er Flugzeugführer bei der Kronprinzenarmec, erwirbt das Eiserne Kreuz I. Klasse, den silbernen Ehrenbecher „für den Sieger im Luftkampf“ sowie eine persönliche Ehrengabe des Kronprinzen. Nach einer Reihe von Luftsiegen wird ihm die Aufstellung und Führung der Jagdstaffel 5 übertragen, die sich zunächst vor Verdun, dann an der Somme betätigt. Bald darauf meldet der Heeresbericht: „ln den schweren Kämpfen vor Verdun und an der Somme führte Leutnant Berr seine Jagdstaffel mit hervorragender Tapferkeit und glänzendem Schneid.“ Am 4. Dezember 1916 erhielt er nach zehn Luftsiegen den Pour le merite.

Am 6. April 1917, es war der Karfreitag, führte Berr seine Fliegerkameraden wieder einmal gegen den Feind. Aber das Glück war gegen ihn. Es sollte sein letzter Flug sein. Ein Mitglied seiner Staffel, Leutnant Gontermann, gleichfalls einer der Ritter des Pour le merite, hat als Mitkämpfer und Augenzeuge das tragische Ende seines Staffelführers geschildert: „Kurz nach dem Start erreichten wir in etwa 2400 Meter ein englisches Geschwader zwischen Cambrai und Valenciennes. Da ereignete sich etwas Schreckliches. Vizefeldwebel Hoppe wollte eine Vickers von hinten anfliegen. Er war noch etwa 300 Meter hinter ihr, als Berr von links kam und direkt in die Maschine von Hoppe stieß. Es gab eine große Staubwolke. Ich wußte: nun sind Berr und Hoppe tot. Das war ein schrecklicher Augenblick . .. Dann fuhren wir zu Berrs und Hoppes Unglücksstätte. Ein Knäuel von Bruchstücken war nur noch zu sehen, kaum festzustellen, ob es zwei oder eine Maschine wären. Berr lag 100 Meter davon, Hoppe 20 Meter. Das traf uns alle furchtbar.“

So war dieser hervorragende Flieger als Opfer eines tragischen Zufalls gefallen, vom Gegner unbesiegt. Sein Leichnam wurde, nach der Heimat überführt, in der Potsdamer Garnisonkirche aufgebahrt. Im Erbbegräbnis auf dem Alten Friedhof schläft dieser prachtvolle Mensch und Kämpfer den ewigen Schlaf.

Siehe auch:
Deutsche Geschichte-Zeittafel
Germanen kämpfen um Europa
Die Wikinger, eine neue germanische Welle.
Das Reich der Deutschen beginnt
Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben
Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten
Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland.
Deutsche Städte — deutsche Kunst.
Großtaten des deutschen Volkes-Die deutsche Hanse.
Der deutsche Bauer und sein Schicksal
Eine neue Welt tut sich auf— Große Erfindungen
Fürstentrotz und Glaubensstreit zerstören das Reich.
Die Not ruft den Erneuerungs willen des Volkes wach.
Martin Luther, der Reformator.
Volkskämpfe im Schatten der Reformation.
Der Kampf deutscher Fürsten gegen Kaiser und Papst.
Glaubenskämpfe in anderen Ländern Europas.
Am Glaubensstreit geht das Reich zugrunde.
Der Dreißigjährige Krieg (1618—1648).
Randstaaten werden Weltmächte.
Ein neues Deutschland ersteht.
Um die Herrschaft über Europa und die Welt.
Wiedergeburt und Befreiung des deutschen Volkes.
Das deutsche Volk will die Einheit.
Bismarck errichtet das neue Reich.
Das Reich unter Kaiser Wilhelm II.
Im Weltkrieg unbesiegt.
Die Schmach von Versailles und die Republik.

4 Comments

Comments are closed.