Flieger des ersten Weltkrieges-Hermann Thomsen

Ernst von Hoeppner, Hermann Thomsen, Karl Allmenroeder, Oliver Freiherr von Beaulieu-Marconnay, Paul Bäumer, Otto Bernet, Hans Berr, Rudolf Berthold, Walter Blume, Erwin Böhme, Oskar Freiherr von Boenigk, Carl Bolle.

Große Zeiten brauchen große Männer. Als es sich im ersten Jahre des Weltkrieges herausstellte, daß die alliierten Gegner Deutschlands mit ihrer Luftstreitmacht sich der deutschen Fliegertruppe weit überlegen zeigten, war es Hermann Thomsen, der mit nie ermüdender Energie und klug vorausschauend seine ganze Arbeitskraft für die Erstarkung der deutschen Luftmacht einsetzte. „Der gewaltigen Schaffenskraft des Obersten Thomsen hat Deutschland es zu verdanken, wenn sich während des Krieges unsere Luftstreitkräfte immer weiter erfolgreich entwickelten.“

Dieses knappe, aber inhaltschwere Urteil fällt Ludendorff in seinen „Kriegserinnerungen“ über das Wirken dieses Mannes. Thomsen verfügte über jene starken, geistigen Energien, die jedes noch so schwere Hindernis zu überwinden imstande sind. Seine Begeisterung für die Fliegerei teilte er auch seinen Mitarbeitern mit, die ihm mit höchster Achtung begegneten. Durch planmäßiges Zusammenfassen aller Arbeitsmöglichkeiten gelang es ihm, die Flugzeugproduktion wie auch die Ausbildung des fliegerischen Personals auf die höchste Stufe der Leistungsfähigkeit zu bringen. Hermann v. d. Lieth-Thomsen, am 10. März 1867 in Flensburg geboren, entstammt einem alteingesessenen Dithmarscher Bauerngeschlecht. Er trat 1887 in die Armee ein und wurde 1889 zum Leutnant befördert. Nach Absolvierung der Kriegsakademie wurde Thomsen in den Großen Generalstab versetzt, dem er bis zum Beginn des Weltkrieges angehörte. Im Frühjahr 1914 wurde er zum Generalstabsoffizier bei der Inspektion des Luft- und Kraftfahrwesens ernannt.

Thomsen nahm an der Schlacht bei Tannenberg teil, wurde im September 1914 als 1. Generalstabsoffizier dem Generalkommando des Reservekorps 24 zugewiesen, kämpfte bei Ypern und nahm später an dem Winterfeldzug in den Karpathen teil. Als dann der Ausbau der Luftwaffe immer größere Ausmaße annahm, wurde Oberstleutnant Thomsen im März 1915 als „Chef des Feldflugwesens“ in das Große Hauptquartier berufen und der Obersten Heeresleitung zugeteilt. Im Herbst 1916 wurde er zum Chef des Generalstabes des Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte ernannt. Seine gigantische Arbeitsleistung zusammen mit Generalleutnant Hoeppner und seine großen Verdienste auf diesem verantwortungsvollen Posten wurden am 8. April 1917 durch die Verleihung des Pour le mérite belohnt.

Thomsen, zum Oberst befördert, blieb auf seinem wichtigen Posten bis zum Waffenstillstand. Er leitete dann noch die durch das Versailler Diktat geforderte Demobilisierung und stand kurze Zeit der damaligen Luftfahrt-Abteilung im Kriegsministerium vor. Dann nahm er seinen Abschied, um auf den Augenblick zu warten, wo sein reiches Wissen und seine unschätzbaren Kenntnisse für das Vaterland wieder nutzbar gemacht werden könnten. In Anerkennung seiner geschichtlichen Verdienste- um Aufbau und Führung der Luftstreitkräfte im Weltkriege wurde Thomsen am 1. November 1935 vom Reichskanzler Adolf Hitler zum Generalmajor ernannt. Heute steht Thomsen, zum General der Flieger befördert, zur besonderen Verfügung des Reichsmarschalls.

Siehe auch:
Deutsche Geschichte-Zeittafel
Germanen kämpfen um Europa
Die Wikinger, eine neue germanische Welle.
Das Reich der Deutschen beginnt
Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben
Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten
Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland.
Deutsche Städte — deutsche Kunst.
Großtaten des deutschen Volkes-Die deutsche Hanse.
Der deutsche Bauer und sein Schicksal
Eine neue Welt tut sich auf— Große Erfindungen
Fürstentrotz und Glaubensstreit zerstören das Reich.
Die Not ruft den Erneuerungs willen des Volkes wach.
Martin Luther, der Reformator.
Volkskämpfe im Schatten der Reformation.
Der Kampf deutscher Fürsten gegen Kaiser und Papst.
Glaubenskämpfe in anderen Ländern Europas.
Am Glaubensstreit geht das Reich zugrunde.
Der Dreißigjährige Krieg (1618—1648).
Randstaaten werden Weltmächte.
Ein neues Deutschland ersteht.
Um die Herrschaft über Europa und die Welt.
Wiedergeburt und Befreiung des deutschen Volkes.
Das deutsche Volk will die Einheit.
Bismarck errichtet das neue Reich.
Das Reich unter Kaiser Wilhelm II.
Im Weltkrieg unbesiegt.
Die Schmach von Versailles und die Republik.

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