Flieger des ersten Weltkrieges-Oskar Freiherr von Boenigk

Ernst von Hoeppner, Hermann Thomsen, Karl Allmenroeder, Oliver Freiherr von Beaulieu-Marconnay, Paul Bäumer, Otto Bernet, Hans Berr, Rudolf Berthold, Walter Blume, Erwin Böhme, Oskar Freiherr von Boenigk, Carl Bolle.

Oskar Freiherr von Boenigk ist am 25. August 1893 in Siegersdorf im Kreise Bunzlau geboren. In seinem 11. Lebensjahr trat er in das Kadettenkorps ein und besuchte die Kadettenanstalten in Wahlstatt und später in Lichterfelde.

Am 23. März 1912 wurde er Leutnant im Grenadierregiment „König Friedrich III.“ (2. Schlesisches) und rückte bei Kriegsausbruch als Zugführer ins Feld. Schon im August 1914, in der Schlacht bei Longwy, erhielt er einen schweren Lungenschuß. Kaum von dieser schweren Verwundung geheilt, war er im Oktober schon wieder beim Regiment, wurde Kompanieführer, dann Ordonnanzoffizier beim Regimentsstabe. In der Winterschlacht in der Champagne, im März 1915, wurde Freiherr v. Boenigk wiederum verwundet, war aber im April schon wieder bei der Truppe und machte als Kompanieführer die Kämpfe an der Lorretohöhe und bei Arras mit.

Sein Kampfgeist drängt ihn zu den Fliegern. Er wird als Flugzeugbeobachter ausgebildet und kommt im März 1916 zur Kampfstaffel 32 der OHL, die in den Vogesen eingesetzt ist, dann folgt die Ausbildung zum Kampfflieger, im Juli 1917 wird er der Jagdstaffel 4 im Richthofengeschwadcr zugeteilt. Am 20. Juli erkämpft er seinen ersten Luftsieg. Im Oktober mit der Führung der im Abschnitt Reims-Verdun kämpfenden Jagdstaffel 21 betraut, vergrößert er nun nicht nur ständig die Zahl seiner Erfolge, sondern leistet vor allem auch vorbildliche Arbeit in der Erziehung und Ausbildung der Angehörigen seiner Staffel. Seine Kaltblütigkeit ist bewundernswert, ebenso seine Kühnheit. Das Ritterkreuz des Hohenzollernschen Hausordens wird sein Lohn. Eine noch höhere Anerkennung erfährt er im Sommer 1918, von Boenigk wird Kommandeur des Jagdgeschwaders II, das bald der Schrecken des Feindes wird.

Der erbitterte Gegner versuchte nun, die in der Luft unbesiegbaren deutschen Flugzeuge am Boden zu zerstören. Am 19. September greifen fünf Bombenflieger vom Breguet-Typ den deutschen Flugplatz an. Sie werden, noch ehe sie ihr Ziel erreichen können, vom Jagdgeschwader II angegriffen und vernichtet. Drei stürzen brennend ab, zwei werden zum Landen gezwungen. Der Führer des Geschwaders war an diesen Erfolgen persönlich stark beteiligt. Er hatte seinen 26. Luftsieg hinter sich, als er am 25. Oktober 1918 den Pour le mérite erhielt. Bis zum Waffenstillstand kam noch ein weiterer Erfolg hinzu. Für Oberleutnant von Boenigk war aber der Krieg noch nicht zu Ende. Vom Dezember 1918 bis zum August 1919 war er als Führer fliegerischer Formationen im Grenzschutz Ost, in Posen und Oberschichten, tätig, bis zum letzten Augenblick bemüht, seine ganze Kraft für das Vaterland und seine engere Heimat einzusetzen.

Freiherr v. Boenigk ist der Fliegerei treu geblieben. Als der Führer seine Wehrmacht zur Verteidigung der Grenzen des Großdeutschen Reiches aufrief, gehörte der ehemalige Weltkriegsflieger zu den „jungen Generalen“, die ihr Bestes dazu beitrugen, daß die junge Luftwaffe des Reichsmarschalls in unerhörtem Siegeszug der Schrecken und das Verderben der Feinde wurde.

Siehe auch:
Deutsche Geschichte-Zeittafel
Germanen kämpfen um Europa
Die Wikinger, eine neue germanische Welle.
Das Reich der Deutschen beginnt
Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben
Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten
Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland.
Deutsche Städte — deutsche Kunst.
Großtaten des deutschen Volkes-Die deutsche Hanse.
Der deutsche Bauer und sein Schicksal
Eine neue Welt tut sich auf— Große Erfindungen
Fürstentrotz und Glaubensstreit zerstören das Reich.
Die Not ruft den Erneuerungs willen des Volkes wach.
Martin Luther, der Reformator.
Volkskämpfe im Schatten der Reformation.
Der Kampf deutscher Fürsten gegen Kaiser und Papst.
Glaubenskämpfe in anderen Ländern Europas.
Am Glaubensstreit geht das Reich zugrunde.
Der Dreißigjährige Krieg (1618—1648).
Randstaaten werden Weltmächte.
Ein neues Deutschland ersteht.
Um die Herrschaft über Europa und die Welt.
Wiedergeburt und Befreiung des deutschen Volkes.
Das deutsche Volk will die Einheit.
Bismarck errichtet das neue Reich.
Das Reich unter Kaiser Wilhelm II.
Im Weltkrieg unbesiegt.
Die Schmach von Versailles und die Republik.